Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

WTO - Welthandelsorganisation - Merkmale, Mitglieder, Prinzipien, Aufgaben - WTO einfach erklärt!

EinfachSchule8:17 37.593 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 55 Zeilen
Herunterladen
  1. Die WTO, World Trade Organization oder auch Welthandelsorganisation. Ein Organ der Globalisierung, von dem du bestimmt schon einmal gehört hast. Doch,
  2. was steckt dahinter? Was zeichnet die WTO aus? Wer ist Mitglied und welche Aufgaben hat die WTO? All diese Fragen klären wir in diesem Video. Viel Spaß.
  3. Die Abkürzung WTO steht für World Trade Organization, auf Deutsch Welthandelsorganisation. Gegründet wurde die WTO im Jahre 1995
  4. als Resultat der Uruguay-Runde. Ihr Ursprung liegt dabei im sogenannten GATT-Abkommen von 1948. Was genau dieses Abkommen besagt,
  5. erfährst du später. Der entsprechende Vertrag, auf dem die Organisation beruht, trat am 1. Januar 1995 in Kraft. Aber welches grundlegende Ziel verfolgt
  6. diese 1995 entstandene Organisation? Hauptsächliches Ziel der WTO ist die Liberalisierung der internationalen Wirtschaftsbeziehung, verbunden mit
  7. freiem Handel. Im Rahmen der Globalisierung könnte man auch von erstens der Deregulierung sprechen, bei der es um die Abschaffung von
  8. bürokratischen Hürden geht, und zweitens von der Privatisierung, z.B. die Privatisierung ehemals staatlicher Firmen und damit den Übergang in
  9. privaten Besitz. Insgesamt hat die WTO aktuell 164 Mitgliedstaaten. Eine genaue Übersicht darüber blenden
  10. wir euch nun kurz ein. Mitgliedstaaten sind dabei grün eingefärbt.
  11. Schauen wir uns nun die Organe der WTO genauer an. Beginnen wir mit der Ministerkonferenz, dem höchsten Organ der WTO. Die Ministerkonferenz besteht
  12. aus allen Wirtschafts- und Handelsministern der Mitgliedstaaten und tagt mindestens alle zwei Jahre. In der Konferenz herrscht das Prinzip "One
  13. State, One Vote", was so viel bedeutet wie jeder Staat hat genau eine Stimme. Entscheidungen werden dabei meist nach dem Konsens getroffen. Geleitet wird die
  14. Konferenz von der Generaldirektion. Bis 2021 war das der Brasilianer Roberto Azevedo. Ab 2021 hat dieses Amt die nigerianische Politikerin Okonjo-Iweala
  15. übernommen. Grundsätzliches Ziel der Konferenz ist das Fassen von Beschlüssen über den weltwirtschaftlichen Handel und die
  16. Diskussion über Abkommen. Ein weiteres wichtiges Organ der WTO ist der Allgemeine Rat. Er ist der höchste Entscheidungsträger der WTO in Genf und
  17. nimmt die Aufgaben der WTO wahr. So betreut der Rat den Beitritt neuer Mitglieder, leitet die Räte GATT, GATS und TRIPS und überprüft die
  18. Handelspolitiken der einzelnen Mitgliedstaaten. Im Rat finden sich Mitglieder aus allen Mitgliedstaaten wieder.
  19. Das nächste, aber durchaus wichtige Organ ist das Streitbeilegungsgremium, auch "Dispute Settlement Body" genannt. Dieses Gremium klärt, wie der Name
  20. bereits verrät, Streitigkeiten oder Handelskonflikte zwischen Mitgliedstaaten. Dabei hat das Gremium eine Sanktionsbefugnis,
  21. darf also Sanktionen gegen einen Mitgliedstaat verhängen. Den genauen Ablauf eines Entscheidungsprozesses in diesem Gremium schauen wir uns in einem
  22. extra Video an. Genau wie im Allgemeinen Rat sitzen im Streitbeilegungsgremium Mitglieder aus allen Mitgliedstaaten.
  23. Als letztes wichtiges Organ geht das Sekretariat. Geleitet wird es durch die Generaldirektion,
  24. also die Nigerianerin Okonjo-Iweala. Das Sekretariat sitzt in Genf und berät mit seinen knapp 630 Mitarbeitern unter anderem den allgemeinen Rat und die
  25. Ministerkonferenz. Weiterhin führt das Sekretariat Verhandlungen zwischen Mitgliedstaaten durch und bereitet diese auch
  26. dementsprechend vor. Als zusätzliche Aufgabe kommt dem Sekretariat die Analyse und Dokumentation des aktuellen Welthandels hinzu.
  27. Werfen wir nun einen genauen Blick auf die Prinzipien, die der Arbeit der WTO zugrunde liegen. Dabei findet man in Schulbüchern oder im Internet nicht
  28. immer eine einheitliche Definition der Prinzipien. Grundsätzlich gilt aber die nun folgende Aufzählung. Allerdings ist noch wichtig zu wissen, dass
  29. Entwicklungsländer zum Teil eine Sonderbehandlung bei den Prinzipien bekommen, die helfen soll, eine wirtschaftliche Stärke zu entwickeln.
  30. Als erstes Prinzip gibt es das Meistbegünstigungsprinzip. Das besagt, dass alle Handelspartner gleich behandelt werden müssen und somit
  31. auch Zollvorteile allen Mitgliedern gewährt werden müssen. Das Inländerprinzip besagt, dass ausländische Waren und deren Anbieter
  32. nicht schlechter behandelt werden dürfen als einheimische Waren und Anbieter. Zusammen werden diese Prinzipien auch manchmal als
  33. Nichtdiskriminierungsprinzip bezeichnet, da es um den Ausschluss bzw. die Diskriminierung einzelner Mitgliedstaaten oder deren Unternehmen
  34. geht. Weiterhin gibt es das sogenannte Gegenseitigkeitsprinzip, auch Reziprozität genannt. Dieses Prinzip besagt, dass wenn Land A Land B
  35. Vorteile gewährt, Land B Land A diese Vorteile auch gewähren muss. Das letzte Prinzip, die Transparenz, besagt, dass Regelungen und
  36. Beschränkungen des Auslands veröffentlicht werden sollen. Das heißt, es darf keine Geheimabkommen geben. [räuspern]
  37. Schauen wir uns zum Abschluss noch die Abkommen der WTO an, die wir bereits am Anfang des Videos angesprochen haben. Wichtig ist dabei zu wissen, dass diese
  38. Abkommen von allen Mitgliedern der WTO in ihr jeweiliges nationales Recht übernommen werden müssen. Das wohl wichtigste Abkommen ist das
  39. sogenannte GATT, General Agreement on Tariffs and Trade, auf Deutsch Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen. Dieses Abkommen trat bereits schon 1948
  40. in Kraft und ist, wie vorhin bereits erwähnt, der Ursprung der WTO. Das Abkommen beinhaltet Prinzipien, um handelspolitischen Beschränkungen
  41. entgegenzuwirken und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zum Abbau von Zöllen. Mit der Gründung der WTO 1995 wurde dieses Abkommen in die WTO
  42. aufgenommen. Ein weiteres Abkommen ist das sogenannte GATS, General Agreement on Trade in Services, oder auch Allgemeines
  43. Übereinkommen über den Handel von Dienstleistung. Dieses Abkommen trat 1995 in Kraft und deckt alle Dienstleistungen im Bereich
  44. Tourismus, Niederlassungen im Ausland, Versicherung, Transport und Banken ab. Das letzte Abkommen ist das TRIPS-Abkommen. Ausgeschrieben heißt es
  45. Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights. Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen
  46. Eigentums. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um Vereinbarungen zum Schutz immaterieller Güter, also geistigen
  47. Eigentum, wie Urheberrechten, Patenten, Coding oder Marken. Auf diesem Abkommen beruhen also beispielsweise internationale Patente von Produkten.
  48. Fassen wir das Ganze noch einmal kurz zusammen. Die WTO wurde 1995 gegründet und leistet seitdem einen wichtigen Beitrag zur Globalisierung.
  49. Sie hat insgesamt 164 Mitglieder. Neben der Ministerkonferenz, die Beschlüsse fasst, gibt es den Allgemeinen Rat zur Durchführung der Aufgaben der WTO. Das
  50. Streitbeilegungsgremium zum Schlichten von Streitigkeiten zwischen Mitgliedern und das Sekretariat, das vor allem Verhandlungen vorbereitet und
  51. durchführt, aber auch den Welthandel analysiert. Insgesamt beruht die WTO auf vier Prinzipien, die von allen Mitgliedern eingehalten werden müssen.
  52. Dem Meistbegünstigungsprinzip, dem Inländerprinzip, dem Gegenseitigkeitsprinzip und dem Prinzip der Transparenz.
  53. Die drei Abkommen der WTO, GATT, GATS und TRIPS, müssen in das nationale Recht der Mitglieder aufgenommen werden und tragen so zu einem generell geregelten
  54. Handel bei. So, wir hoffen, euch hat das Video gefallen. Wenn ja, lasst gerne eine positive Bewertung da und abonniert den
  55. Kanal, um keine weiteren Videos mehr zu verpassen.

Zum Nachlesen