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Why should you read “Fahrenheit 451”? - Iseult Gillespie
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 36 Zeilen
- Übersetzung: Timo Heß Lektorat: Angelika Lueckert Leon "Es war eine Lust, Feuer zu legen.
- Es war eine besondere Lust zu sehen, wie etwas verzehrt wurde, wie es schwarz und zu etwas anderem wurde."
- Fahrenheit 451 eröffnet mit einem wonnigen Feuer -- und schon bald erfahren wir, was verbrannt wird.
- Ray Bradburys Roman zeichnet eine Welt ab, in der Bücher aus allen Lebensbereichen verbannt sind --
- und es ist verboten, sie zu besitzen, geschweige denn zu lesen. Protagonist Montag, ein Feuerwehrmann, ist zuständig, die Überreste zu zerstören.
- Aber als sein Vergnügen Zweifeln weicht, wirft die Geschichte die Frage auf, wie man seinen Verstand bewahrt,
- in einer Gesellschaft, in der ein freier Wille, Selbstentfaltung und Neugierde in Flammen stehen.
- In Montags Welt haben die Massenmedien das Monopol auf Informationen, die fast jede Fähigkeit zum unabhängigen Denken auslöschen.
- In der U-Bahn donnern Anzeigen aus den Wänden. Montags Frau Mildred hört zu Hause rund um die Uhr Radio,
- drei ihrer Wohnzimmerwände sind mit Bildschirmen verkleidet. Bei der Arbeit umgibt der Geruch von Kerosin Montags Kollegen,
- die rauchen und ihren mechanischen Hund zum Zeitvertreib auf Ratten ansetzen. Wenn der Alarm ertönt, strömen sie aus in Fahrzeugen, geformt wie Salmander,
- manchmal, um ganze Bibliotheken in Schutt und Asche zu legen. Aber während er die Bücher Tag für Tag wie "schwarze Schmetterlinge"entzündet,
- wandern Montags Gedanken gelegentlich zur Schmuggelware, die er zuhause verbirgt. Allmählich beginnt er, die Grundlagen seiner Arbeit infrage zu stellen.
- Montag wird bewusst, dass er sich immer unwohl gefühlt hat -- aber es fehlten ihm beschreibende Worte, um seine Gefühle in einer Gesellschaft
- zu beschreiben, in der sogar das Murmeln von "es war einmal" fatal sein kann. Fahrenheit 451 zeigt eine Welt, die beherrscht wird von
- Überwachung, Robotertechnik und virtueller Realität -- eine bemerkenswert vorausschauende Vision, die auch die Sorgen seiner Zeit ansprach.
- Der Roman wurde 1953 veröffentlicht, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Diese Ära entfachte eine weit verbreitete Paranoia und Angst
- in Bradburys Heimatland der Vereinigten Staaten, verstärkt durch die Unterdrückung von Informationen und brutale Ermittlungen.
- Diese Mentalität einer Hexenjagd richtete sich besonders auf Künstler und Schriftsteller aus, die man verdächtigte,
- mit dem Kommunismus zu sympathisieren. Bradbury war alamiert von dieser kulturellen Maßregelung.
- Seiner Ansicht nach schuf das gefährliche Präzedenzfälle für weitere Zensur, er fühlte sich erinnert an die Zerstörung der Bibliothek von Alexandria
- und die Bücherverbrennung faschistischer Regime. Er untersuchte diese schaurigen Zusammenhänge in Fahrenheit 451,
- benannt nach der Temperatur, bei der Papier zu brennen beginnt. Die Richtigkeit dieser Temperatur wurde bezweifelt,
- das schmälert aber nicht das Ansehen des Romans als Meisterwerk dystopischer Fiktion.
- Das Genre der Dystopien verstärkt beunruhigende Merkmale unserer Welt und zeichnet deren Folgen ab, indem man sie extreme Züge annehmen lässt.
- In vielen dystopischen Erzählungen verhängt die Regierung Strafen für widerwillige Subjekte.
- Aber in Fahrenheit 451 findet Montag heraus, dass es die Apathie der Massen war,
- die dem herrschenden Regime nach oben verhalf. Die Regierung profitierte von kurzen Aufmerksamkeitsspannen und
- dem Appetit nach geistloser Unterhaltung, was den Ideenaustausch einäscherte. Dem Verschwinden der Kultur folgen Fantasie und Selbstdarstellung.
- Selbst die Redeweise der Menschen wurde kurzgeschlossen - etwa als Montags Chef Captain Beatty das Tempo der Massenkultur erklärt:
- "Arbeite mit dem Zeitraffer, Montag, schnell. Quick? Nimm, lies, schau! Jetzt, weiter, hier, dort, Tempo, auf, ab, rein, raus, warum, wie, wer, was, wo, eh?
- Uh? Ruck, zuck, Bim, Bam, Bumm? Zusammenfassungen von Zusammenfassungen. Politk? Eine Spalte, zwei Sätze, eine Schlagzeile! Und dann,
- mittendrin, ist plötzlich nichts mehr da." In dieser kargen Welt lernt Montag, wie schwierig Widerstand ist,
- wenn es nichts mehr zum festhalten gibt. Summa summarum ist Fahrenheit 451 ein Porträt unabhängigen Denkens
- am Rande des Untergangs -- und eine Parabel auf eine Gesellschaft, die mitschuldig ist
- an ihrer eigenen Verfeuerung.
Zum Nachlesen
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