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Why should you read “Fahrenheit 451”? - Iseult Gillespie

TED-Ed4:36 4,2 Mio. Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 36 Zeilen
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  1. Übersetzung: Timo Heß Lektorat: Angelika Lueckert Leon "Es war eine Lust, Feuer zu legen.
  2. Es war eine besondere Lust zu sehen, wie etwas verzehrt wurde, wie es schwarz und zu etwas anderem wurde."
  3. Fahrenheit 451 eröffnet mit einem wonnigen Feuer -- und schon bald erfahren wir, was verbrannt wird.
  4. Ray Bradburys Roman zeichnet eine Welt ab, in der Bücher aus allen Lebensbereichen verbannt sind --
  5. und es ist verboten, sie zu besitzen, geschweige denn zu lesen. Protagonist Montag, ein Feuerwehrmann, ist zuständig, die Überreste zu zerstören.
  6. Aber als sein Vergnügen Zweifeln weicht, wirft die Geschichte die Frage auf, wie man seinen Verstand bewahrt,
  7. in einer Gesellschaft, in der ein freier Wille, Selbstentfaltung und Neugierde in Flammen stehen.
  8. In Montags Welt haben die Massenmedien das Monopol auf Informationen, die fast jede Fähigkeit zum unabhängigen Denken auslöschen.
  9. In der U-Bahn donnern Anzeigen aus den Wänden. Montags Frau Mildred hört zu Hause rund um die Uhr Radio,
  10. drei ihrer Wohnzimmerwände sind mit Bildschirmen verkleidet. Bei der Arbeit umgibt der Geruch von Kerosin Montags Kollegen,
  11. die rauchen und ihren mechanischen Hund zum Zeitvertreib auf Ratten ansetzen. Wenn der Alarm ertönt, strömen sie aus in Fahrzeugen, geformt wie Salmander,
  12. manchmal, um ganze Bibliotheken in Schutt und Asche zu legen. Aber während er die Bücher Tag für Tag wie "schwarze Schmetterlinge"entzündet,
  13. wandern Montags Gedanken gelegentlich zur Schmuggelware, die er zuhause verbirgt. Allmählich beginnt er, die Grundlagen seiner Arbeit infrage zu stellen.
  14. Montag wird bewusst, dass er sich immer unwohl gefühlt hat -- aber es fehlten ihm beschreibende Worte, um seine Gefühle in einer Gesellschaft
  15. zu beschreiben, in der sogar das Murmeln von "es war einmal" fatal sein kann. Fahrenheit 451 zeigt eine Welt, die beherrscht wird von
  16. Überwachung, Robotertechnik und virtueller Realität -- eine bemerkenswert vorausschauende Vision, die auch die Sorgen seiner Zeit ansprach.
  17. Der Roman wurde 1953 veröffentlicht, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Diese Ära entfachte eine weit verbreitete Paranoia und Angst
  18. in Bradburys Heimatland der Vereinigten Staaten, verstärkt durch die Unterdrückung von Informationen und brutale Ermittlungen.
  19. Diese Mentalität einer Hexenjagd richtete sich besonders auf Künstler und Schriftsteller aus, die man verdächtigte,
  20. mit dem Kommunismus zu sympathisieren. Bradbury war alamiert von dieser kulturellen Maßregelung.
  21. Seiner Ansicht nach schuf das gefährliche Präzedenzfälle für weitere Zensur, er fühlte sich erinnert an die Zerstörung der Bibliothek von Alexandria
  22. und die Bücherverbrennung faschistischer Regime. Er untersuchte diese schaurigen Zusammenhänge in Fahrenheit 451,
  23. benannt nach der Temperatur, bei der Papier zu brennen beginnt. Die Richtigkeit dieser Temperatur wurde bezweifelt,
  24. das schmälert aber nicht das Ansehen des Romans als Meisterwerk dystopischer Fiktion.
  25. Das Genre der Dystopien verstärkt beunruhigende Merkmale unserer Welt und zeichnet deren Folgen ab, indem man sie extreme Züge annehmen lässt.
  26. In vielen dystopischen Erzählungen verhängt die Regierung Strafen für widerwillige Subjekte.
  27. Aber in Fahrenheit 451 findet Montag heraus, dass es die Apathie der Massen war,
  28. die dem herrschenden Regime nach oben verhalf. Die Regierung profitierte von kurzen Aufmerksamkeitsspannen und
  29. dem Appetit nach geistloser Unterhaltung, was den Ideenaustausch einäscherte. Dem Verschwinden der Kultur folgen Fantasie und Selbstdarstellung.
  30. Selbst die Redeweise der Menschen wurde kurzgeschlossen - etwa als Montags Chef Captain Beatty das Tempo der Massenkultur erklärt:
  31. "Arbeite mit dem Zeitraffer, Montag, schnell. Quick? Nimm, lies, schau! Jetzt, weiter, hier, dort, Tempo, auf, ab, rein, raus, warum, wie, wer, was, wo, eh?
  32. Uh? Ruck, zuck, Bim, Bam, Bumm? Zusammenfassungen von Zusammenfassungen. Politk? Eine Spalte, zwei Sätze, eine Schlagzeile! Und dann,
  33. mittendrin, ist plötzlich nichts mehr da." In dieser kargen Welt lernt Montag, wie schwierig Widerstand ist,
  34. wenn es nichts mehr zum festhalten gibt. Summa summarum ist Fahrenheit 451 ein Porträt unabhängigen Denkens
  35. am Rande des Untergangs -- und eine Parabel auf eine Gesellschaft, die mitschuldig ist
  36. an ihrer eigenen Verfeuerung.

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