Why should you read “Fahrenheit 451”? - Iseult Gillespie TED-Ed https://www.youtube.com/watch?v=YMZcp0EQO2s Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Übersetzung: Timo Heß Lektorat: Angelika Lueckert Leon "Es war eine Lust, Feuer zu legen. 0:08 Es war eine besondere Lust zu sehen, wie etwas verzehrt wurde, wie es schwarz und zu etwas anderem wurde." 0:13 Fahrenheit 451 eröffnet mit einem wonnigen Feuer -- und schon bald erfahren wir, was verbrannt wird. 0:21 Ray Bradburys Roman zeichnet eine Welt ab, in der Bücher aus allen Lebensbereichen verbannt sind -- 0:28 und es ist verboten, sie zu besitzen, geschweige denn zu lesen. Protagonist Montag, ein Feuerwehrmann, ist zuständig, die Überreste zu zerstören. 0:37 Aber als sein Vergnügen Zweifeln weicht, wirft die Geschichte die Frage auf, wie man seinen Verstand bewahrt, 0:43 in einer Gesellschaft, in der ein freier Wille, Selbstentfaltung und Neugierde in Flammen stehen. 0:49 In Montags Welt haben die Massenmedien das Monopol auf Informationen, die fast jede Fähigkeit zum unabhängigen Denken auslöschen. 0:57 In der U-Bahn donnern Anzeigen aus den Wänden. Montags Frau Mildred hört zu Hause rund um die Uhr Radio, 1:05 drei ihrer Wohnzimmerwände sind mit Bildschirmen verkleidet. Bei der Arbeit umgibt der Geruch von Kerosin Montags Kollegen, 1:14 die rauchen und ihren mechanischen Hund zum Zeitvertreib auf Ratten ansetzen. Wenn der Alarm ertönt, strömen sie aus in Fahrzeugen, geformt wie Salmander, 1:23 manchmal, um ganze Bibliotheken in Schutt und Asche zu legen. Aber während er die Bücher Tag für Tag wie "schwarze Schmetterlinge"entzündet, 1:31 wandern Montags Gedanken gelegentlich zur Schmuggelware, die er zuhause verbirgt. Allmählich beginnt er, die Grundlagen seiner Arbeit infrage zu stellen. 1:40 Montag wird bewusst, dass er sich immer unwohl gefühlt hat -- aber es fehlten ihm beschreibende Worte, um seine Gefühle in einer Gesellschaft 1:48 zu beschreiben, in der sogar das Murmeln von "es war einmal" fatal sein kann. Fahrenheit 451 zeigt eine Welt, die beherrscht wird von 1:55 Überwachung, Robotertechnik und virtueller Realität -- eine bemerkenswert vorausschauende Vision, die auch die Sorgen seiner Zeit ansprach. 2:04 Der Roman wurde 1953 veröffentlicht, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Diese Ära entfachte eine weit verbreitete Paranoia und Angst 2:12 in Bradburys Heimatland der Vereinigten Staaten, verstärkt durch die Unterdrückung von Informationen und brutale Ermittlungen. 2:21 Diese Mentalität einer Hexenjagd richtete sich besonders auf Künstler und Schriftsteller aus, die man verdächtigte, 2:26 mit dem Kommunismus zu sympathisieren. Bradbury war alamiert von dieser kulturellen Maßregelung. 2:31 Seiner Ansicht nach schuf das gefährliche Präzedenzfälle für weitere Zensur, er fühlte sich erinnert an die Zerstörung der Bibliothek von Alexandria 2:38 und die Bücherverbrennung faschistischer Regime. Er untersuchte diese schaurigen Zusammenhänge in Fahrenheit 451, 2:45 benannt nach der Temperatur, bei der Papier zu brennen beginnt. Die Richtigkeit dieser Temperatur wurde bezweifelt, 2:52 das schmälert aber nicht das Ansehen des Romans als Meisterwerk dystopischer Fiktion. 2:57 Das Genre der Dystopien verstärkt beunruhigende Merkmale unserer Welt und zeichnet deren Folgen ab, indem man sie extreme Züge annehmen lässt. 3:07 In vielen dystopischen Erzählungen verhängt die Regierung Strafen für widerwillige Subjekte. 3:12 Aber in Fahrenheit 451 findet Montag heraus, dass es die Apathie der Massen war, 3:17 die dem herrschenden Regime nach oben verhalf. Die Regierung profitierte von kurzen Aufmerksamkeitsspannen und 3:23 dem Appetit nach geistloser Unterhaltung, was den Ideenaustausch einäscherte. Dem Verschwinden der Kultur folgen Fantasie und Selbstdarstellung. 3:33 Selbst die Redeweise der Menschen wurde kurzgeschlossen - etwa als Montags Chef Captain Beatty das Tempo der Massenkultur erklärt: 3:42 "Arbeite mit dem Zeitraffer, Montag, schnell. Quick? Nimm, lies, schau! Jetzt, weiter, hier, dort, Tempo, auf, ab, rein, raus, warum, wie, wer, was, wo, eh? 3:52 Uh? Ruck, zuck, Bim, Bam, Bumm? Zusammenfassungen von Zusammenfassungen. Politk? Eine Spalte, zwei Sätze, eine Schlagzeile! Und dann, 4:01 mittendrin, ist plötzlich nichts mehr da." In dieser kargen Welt lernt Montag, wie schwierig Widerstand ist, 4:08 wenn es nichts mehr zum festhalten gibt. Summa summarum ist Fahrenheit 451 ein Porträt unabhängigen Denkens 4:15 am Rande des Untergangs -- und eine Parabel auf eine Gesellschaft, die mitschuldig ist 4:19 an ihrer eigenen Verfeuerung.