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Wie Tsunamis entstehen – Alex Gendler
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 32 Zeilen
- Übersetzung: Laura Witzel Lektorat: Andrea Hielscher Als persische Soldaten 479 v. Chr. die griechische Stadt Potidaia belagerten,
- wich das Meer viel weiter als sonst zurück und machte den Weg für eine Invasion frei.
- Doch dies war kein Glücksfall. Denn auf halber Strecke
- kam das Wasser in Form der größten jemals gesehenen Welle wieder und ertränkte die Angreifer.
- Die Potidaianer glaubten, Poseidons Zorn habe sie gerettet. Doch es war wohl das gleiche Phänomen, das schon unzählige Opfer gefordert hat:
- ein Tsunami. Tsunamis sind zwar als Gezeitenwellen bekannt,
- haben aber nichts mit den Gezeiten zu tun, die die Schwerkraft von Sonne und Mond bewirken.
- In vieler Hinsicht sind Tsunamis nur größere Versionen normaler Wellen: Sie haben Wellental und Kamm und sind nicht fließendes Wasser,
- sondern der Fluss von Energie durch Wasser. Der Unterschied ist, woher diese Energie kommt.
- Bei normalen Wellen stammt sie von Wind. Da er nur die Wasseroberfläche bewegt, begrenzt das Größe und Tempo von Wellen.
- Doch Tsunamis werden von Kräften unter Wasser ausgelöst -- einem Vulkanausbruch, einem unterseeischen Erdrutsch
- oder meistens einem Erdbeben am Meeresgrund, wenn die tektonischen Platten der Erdoberfläche verrutschen
- und massenweise Energie ins Wasser freigeben. Diese wandert an die Oberfläche,
- verdrängt das Wasser und drückt es über den normalen Meeresspiegel. Doch die Schwerkraft zieht es zurück
- und so breitet sich die Energie horizontal aus. So entsteht ein Tsunami,
- der sich mit über 800 km/h fortbewegt. Fern von der Küste ist ein Tsunami schwer zu erkennen,
- da er sich durch die gesamte Wassertiefe bewegt. Doch beim Erreichen von Flachwasser tritt der Shoaling-Effekt auf.
- Wegen der geringeren Menge Wasser wird diese immer noch massive Energie komprimiert.
- Das Tempo der Welle nimmt ab, doch ihre Höhe wächst bis auf 30 Meter.
- Das Wort "Tsunami", japanisch für "Hafenwelle", stammt daher, dass er scheinbar nur in Küstennähe auftritt.
- Erreicht sein Wellental die Küste zuerst, zieht sich das Wasser vor dem Aufschlag der Welle
- weiter als normal zurück, was tückisch sein kann. Tsunamis töten nicht nur Menschen in Küstennähe,
- sie walzen vor allem in tiefer gelegenen Gebieten Häuser und Bäume bis 1,5 km landeinwärts nieder.
- Obendrein zieht das Wasser beim Rückzug diesen neuen Schutt und alles andere mit sich,
- was ihm unglücklicherweise in die Quere kommt. Der Tsunami 2004 im Indischen Ozean
- war eine der tödlichsten Naturkatastrophen der Geschichte, bei dem in Südasien über 200.000 Menschen starben.
- Wie können wir uns also vor dieser zerstörerischen Naturkraft schützen? In einigen Gegenden versucht man,
- die Tsunamifluten mit Dämmen, Schleusentoren und Kanälen abzuleiten. Das ist nicht immer effektiv.
- 2011 überwand ein Tsunami den Schutzdamm des Kraftwerks Fukushima in Japan, löste eine Atomkatastrophe aus
- und forderte über 18.000 Menschenleben. Viele Forscher und Politiker setzen jedoch auf Früherkennung,
- beobachten Unterwasserdruck und seismische Aktivitäten und bauen ein globales Kommunikationsnetz mit Schnellwarnsystem auf.
- Wenn Naturgewalten zu mächtig werden, sollte man ihnen lieber aus dem Weg gehen.
Zum Nachlesen
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