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Wie Tsunamis entstehen – Alex Gendler

Bleib neugierig — TED-Ed3:35 41.477 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 32 Zeilen
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  1. Übersetzung: Laura Witzel Lektorat: Andrea Hielscher Als persische Soldaten 479 v. Chr. die griechische Stadt Potidaia belagerten,
  2. wich das Meer viel weiter als sonst zurück und machte den Weg für eine Invasion frei.
  3. Doch dies war kein Glücksfall. Denn auf halber Strecke
  4. kam das Wasser in Form der größten jemals gesehenen Welle wieder und ertränkte die Angreifer.
  5. Die Potidaianer glaubten, Poseidons Zorn habe sie gerettet. Doch es war wohl das gleiche Phänomen, das schon unzählige Opfer gefordert hat:
  6. ein Tsunami. Tsunamis sind zwar als Gezeitenwellen bekannt,
  7. haben aber nichts mit den Gezeiten zu tun, die die Schwerkraft von Sonne und Mond bewirken.
  8. In vieler Hinsicht sind Tsunamis nur größere Versionen normaler Wellen: Sie haben Wellental und Kamm und sind nicht fließendes Wasser,
  9. sondern der Fluss von Energie durch Wasser. Der Unterschied ist, woher diese Energie kommt.
  10. Bei normalen Wellen stammt sie von Wind. Da er nur die Wasseroberfläche bewegt, begrenzt das Größe und Tempo von Wellen.
  11. Doch Tsunamis werden von Kräften unter Wasser ausgelöst -- einem Vulkanausbruch, einem unterseeischen Erdrutsch
  12. oder meistens einem Erdbeben am Meeresgrund, wenn die tektonischen Platten der Erdoberfläche verrutschen
  13. und massenweise Energie ins Wasser freigeben. Diese wandert an die Oberfläche,
  14. verdrängt das Wasser und drückt es über den normalen Meeresspiegel. Doch die Schwerkraft zieht es zurück
  15. und so breitet sich die Energie horizontal aus. So entsteht ein Tsunami,
  16. der sich mit über 800 km/h fortbewegt. Fern von der Küste ist ein Tsunami schwer zu erkennen,
  17. da er sich durch die gesamte Wassertiefe bewegt. Doch beim Erreichen von Flachwasser tritt der Shoaling-Effekt auf.
  18. Wegen der geringeren Menge Wasser wird diese immer noch massive Energie komprimiert.
  19. Das Tempo der Welle nimmt ab, doch ihre Höhe wächst bis auf 30 Meter.
  20. Das Wort "Tsunami", japanisch für "Hafenwelle", stammt daher, dass er scheinbar nur in Küstennähe auftritt.
  21. Erreicht sein Wellental die Küste zuerst, zieht sich das Wasser vor dem Aufschlag der Welle
  22. weiter als normal zurück, was tückisch sein kann. Tsunamis töten nicht nur Menschen in Küstennähe,
  23. sie walzen vor allem in tiefer gelegenen Gebieten Häuser und Bäume bis 1,5 km landeinwärts nieder.
  24. Obendrein zieht das Wasser beim Rückzug diesen neuen Schutt und alles andere mit sich,
  25. was ihm unglücklicherweise in die Quere kommt. Der Tsunami 2004 im Indischen Ozean
  26. war eine der tödlichsten Naturkatastrophen der Geschichte, bei dem in Südasien über 200.000 Menschen starben.
  27. Wie können wir uns also vor dieser zerstörerischen Naturkraft schützen? In einigen Gegenden versucht man,
  28. die Tsunamifluten mit Dämmen, Schleusentoren und Kanälen abzuleiten. Das ist nicht immer effektiv.
  29. 2011 überwand ein Tsunami den Schutzdamm des Kraftwerks Fukushima in Japan, löste eine Atomkatastrophe aus
  30. und forderte über 18.000 Menschenleben. Viele Forscher und Politiker setzen jedoch auf Früherkennung,
  31. beobachten Unterwasserdruck und seismische Aktivitäten und bauen ein globales Kommunikationsnetz mit Schnellwarnsystem auf.
  32. Wenn Naturgewalten zu mächtig werden, sollte man ihnen lieber aus dem Weg gehen.

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