Wie Tsunamis entstehen – Alex Gendler Bleib neugierig — TED-Ed https://www.youtube.com/watch?v=W3L8hB_O3q0 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Übersetzung: Laura Witzel Lektorat: Andrea Hielscher Als persische Soldaten 479 v. Chr. die griechische Stadt Potidaia belagerten, 0:12 wich das Meer viel weiter als sonst zurück und machte den Weg für eine Invasion frei. 0:17 Doch dies war kein Glücksfall. Denn auf halber Strecke 0:20 kam das Wasser in Form der größten jemals gesehenen Welle wieder und ertränkte die Angreifer. 0:26 Die Potidaianer glaubten, Poseidons Zorn habe sie gerettet. Doch es war wohl das gleiche Phänomen, das schon unzählige Opfer gefordert hat: 0:35 ein Tsunami. Tsunamis sind zwar als Gezeitenwellen bekannt, 0:39 haben aber nichts mit den Gezeiten zu tun, die die Schwerkraft von Sonne und Mond bewirken. 0:45 In vieler Hinsicht sind Tsunamis nur größere Versionen normaler Wellen: Sie haben Wellental und Kamm und sind nicht fließendes Wasser, 0:53 sondern der Fluss von Energie durch Wasser. Der Unterschied ist, woher diese Energie kommt. 0:58 Bei normalen Wellen stammt sie von Wind. Da er nur die Wasseroberfläche bewegt, begrenzt das Größe und Tempo von Wellen. 1:05 Doch Tsunamis werden von Kräften unter Wasser ausgelöst -- einem Vulkanausbruch, einem unterseeischen Erdrutsch 1:12 oder meistens einem Erdbeben am Meeresgrund, wenn die tektonischen Platten der Erdoberfläche verrutschen 1:18 und massenweise Energie ins Wasser freigeben. Diese wandert an die Oberfläche, 1:23 verdrängt das Wasser und drückt es über den normalen Meeresspiegel. Doch die Schwerkraft zieht es zurück 1:29 und so breitet sich die Energie horizontal aus. So entsteht ein Tsunami, 1:34 der sich mit über 800 km/h fortbewegt. Fern von der Küste ist ein Tsunami schwer zu erkennen, 1:40 da er sich durch die gesamte Wassertiefe bewegt. Doch beim Erreichen von Flachwasser tritt der Shoaling-Effekt auf. 1:47 Wegen der geringeren Menge Wasser wird diese immer noch massive Energie komprimiert. 1:52 Das Tempo der Welle nimmt ab, doch ihre Höhe wächst bis auf 30 Meter. 1:58 Das Wort "Tsunami", japanisch für "Hafenwelle", stammt daher, dass er scheinbar nur in Küstennähe auftritt. 2:04 Erreicht sein Wellental die Küste zuerst, zieht sich das Wasser vor dem Aufschlag der Welle 2:09 weiter als normal zurück, was tückisch sein kann. Tsunamis töten nicht nur Menschen in Küstennähe, 2:16 sie walzen vor allem in tiefer gelegenen Gebieten Häuser und Bäume bis 1,5 km landeinwärts nieder. 2:22 Obendrein zieht das Wasser beim Rückzug diesen neuen Schutt und alles andere mit sich, 2:28 was ihm unglücklicherweise in die Quere kommt. Der Tsunami 2004 im Indischen Ozean 2:33 war eine der tödlichsten Naturkatastrophen der Geschichte, bei dem in Südasien über 200.000 Menschen starben. 2:40 Wie können wir uns also vor dieser zerstörerischen Naturkraft schützen? In einigen Gegenden versucht man, 2:46 die Tsunamifluten mit Dämmen, Schleusentoren und Kanälen abzuleiten. Das ist nicht immer effektiv. 2:52 2011 überwand ein Tsunami den Schutzdamm des Kraftwerks Fukushima in Japan, löste eine Atomkatastrophe aus 3:00 und forderte über 18.000 Menschenleben. Viele Forscher und Politiker setzen jedoch auf Früherkennung, 3:08 beobachten Unterwasserdruck und seismische Aktivitäten und bauen ein globales Kommunikationsnetz mit Schnellwarnsystem auf. 3:15 Wenn Naturgewalten zu mächtig werden, sollte man ihnen lieber aus dem Weg gehen.