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Napoleons Aufstieg, seine Herrschaft und der Code Civil [Geschichte im Überblick]
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 64 Zeilen
- Hey zusammen und herzlich willkommen zu diesem neuen Explainer. Heute schauen wir uns einen Mann an, der den europäischen Kontinent wirklich so
- radikal umgekrempelt hat, wie kaum eine andere historische Figur vor oder nach ihm, Napoleon Bonapart. War er der absolute geniale Architekt eines völlig
- neuen Zeitalters oder doch einfach nur ein gnadenloser, machthungriger Eroberer? Genau dieses Spannungsfeld nehmen wir heute mal unter die Lupe.
- Ganz kurz bevor wir loslegen, wenn euch unsere Deepes gefallen, lasst uns doch super gerne jetzt gleich einen Like da und abonniert den Kanal. Das ist völlig
- kostenlos und unterstützt unsere Arbeit enorm. Also lasst uns direkt eintauchen. Was steht heute auf dem Plan? Wir schauen uns seinen kometenhaften
- Aufstieg an, dann sein bahnbrechendes Gesetzbuch, den Cooivil, die Erschaffung des Reinbundes, seinen erbitterten Wirtschaftskrieg und schließlich seinen
- ziemlich dramatischen Fall und das Erbe, dass er uns hinterlassen hat. Kurz gesagt, wir reden heute über Aufstieg, Umbau und den Ruinen eines gigantischen
- Imperiums. Kapitel 1: Der Aufstieg zur Macht. Stellt euch vor, wir sind im späten 18. Jahrhundert. Die französische Revolution hat das absolute Königtum und
- die alte Ständegesellschaft komplett hinweggefegt. Die Folge: Jahrelanges blutiges Chaos und ziemliche wirtschaftliche Not. Und genau in diesem
- Machtvakuum sieht ein junger extrem ehrgeiziger General aus Korsika seine große Chance. Im November 1799 putscht sich dieser Erst 30-jährige an
- die Macht und macht sich zum ersten Konsul. Warum das funktionierte? Die Menschen sehnten sich einfach unglaublich nach Ordnung und Stabilität
- und Napoleon lieferte genau das. 1801 schließt im Concordat Frieden mit dem Papst. 1802 lässt er sich per Volksabstimmung zum Konsul auf
- Lebenszeit machen. Und dann der absolute Wahnsinn. 1804 krönt er sich in Paris kurzer Hand selbst zum Kaiser. Ein unglaublicher Aufstieg vom einfachen
- Offizier zum absoluten Alleinherrscher. Kapitel 2 Code Civil, das neue Recht. Wisst ihr, Napoleon hat den Kontinent nicht nur mit Kanonen und Soldaten
- erobert. Ein ganz massives Werkzeug von ihm waren Paragraphen. Der 1804 eingeführte Code Civil war dabei aber ein Gesetzbruch der absoluten Kontraste.
- Auf der einen Seite gab es extrem progressive Reformen. Plötzlich waren alle männlichen Bürger vor dem Gesetz gleich. Das Privateigentum wurde strikt
- geschützt. Es gab Gewerbefreiheit, weil der alte Zunfzwang wegfiel und Kirche und Staat wurden klar getrennt. Das war wirklich revolutionär für die damalige
- Zeit. Auf der anderen Seite gab es aber auch massive Rückschritte. Frauen wurden rechtlich wieder extrem benachteiligt und bekamen quasi einen männlichen
- Vormund vor die Nase gesetzt. Und noch was, das neue Erbrecht sagte, alle Kinder haben den gleichen Anspruch aus Erbe. In der Praxis führte das oft dazu,
- dass Grundstücke in winzige, völlig unrentable Stücke zersplittert wurden. Es war also wirklich ein Gesetzbuch der Gegensätze. Hier kommt ein kleiner, aber
- feiner Merktipp für euch, um sich das Wichtigste einzubrägen. Erstens, der Code Civil beendete das absolute Chaos der unzähligen regionalen Gesetze und
- schuf ein einheitliches Zivilrecht für ganz Frankreich. Zweitens, Napoleon packte dieses Gesetzbuch buchstäblich in den Rucksack seiner Armee und
- exportierte es in alle besetzten Gebiete, auch zu uns nach Deutschland. Und drittens, und das ist das Verrückteste, es bildete die feste
- Grundlage für das moderne europäische Zivilrecht. Auch unser heutiges BGB fuß teilweise noch genau auf diesen Prinzipien. Kapitel 3: Der Rheinbund und
- Europas neue Grenzen. Wenn wir uns den deutschsprachigen Raum nach seiner Machtübernahme ansehen, dann sehen wir einen regelrechten Karlschlag. Das
- Heilige römische Reichglich 1789, einem gigantischen unübersichtlichen Flickenteppich. Das waren über 300 Klein und Mittelstaaten, geistliche Gebiete,
- tausende Zölle, ein absolutes bürokratisches Chaos. Napoleon wusste sofort, wenn er hier effektiv macht ausüben und vor allem Truppen ausheben
- wollte, musste er mal ordentlich aufräumen. Und das tat er dann auch mit eiserner Hand. Er zog eine radikale Flurbereinigung durch über
- Sekäkularisation, also das Enteignen der Kirchen und Mediatisierung, wo kleine Herrschaften einfach in größere geschluckt wurden, schuf erharte Fakten.
- Das fast 900 Jahre alte Heilige Römische Reich löste sich einfach formell auf. Weg war es. An seine Stelle trat der Rheinbund. Aus den über 300 kleinen
- Territorien wurden etwas mehr als 30 große zentralisierte Staaten, wie z.B. Bayern oder Würtemberg. Aber hey, macht euch keine Illusionen über seine Motive.
- Diese modernen Staaten dienten ihm vor allem als völlig abhängige militärische Pufferzone gegen Österreich und Preußen. Die mussten ihm vertraglich massenhaft
- Soldaten für seine nächsten Feldzüge stellen. Kapitel 4: Die Kontinentalsperre, der Wirtschaftskrieg. Napoleon hatte das europäische Festland
- nun militärisch quasi in der Tasche, aber ein Gegner machte ihm das Leben schwer, Großbritannien. Was macht man also, wenn man den größten Rivalen
- militärisch einfach nicht besiegen kann? Richtig, man greift direkt seinen Geldbeutel an. 1805 hatte die britische Flotte die Franzosen bei Trafalgar
- vernichtend geschlagen. Eine direkte Invasion der Insel war damit komplett vom Tisch. Also verhängte Napoleon 1806 die sogenannte Kontinentalsperre. Das
- war eine gigantische beispiellose Wirtschaftsblockade. Dem gesamten europäischen Festland wurde jeglicher Handel mit Großbritannien strengstens
- verboten. Kein einziges englisches Schiff durfte mehr in Europa anlegen. Der Plan klang in der Theorie vielleicht gut, ging in der Praxis aber gewaltig
- nach hinten los. England hatte ja noch seine globalen Kolonien, war also gar nicht so sehr auf Europa angewiesen und verlagerte den Handel einfach nach
- Amerika. Bei uns auf dem Festland hingegen fehlten plötzlich wichtige Waren wie Kaffee, Zucker oder Baumwolle. Die logische Konsequenz: Schmuggel und
- zwar massiv. Es war für Frankreich schlicht unmöglich, die riesigen europäischen Küsten lückenlos zu überwachen. Es gab aber auch einen
- spannenden Nebeneffekt. Weil die günstigen britischen Waren fehlten, musste sich die heimische Industrie in Europa zwangsweise viel schneller
- entwickeln. Trotzdem war und blieb die Sperre für Europa eine enorme wirtschaftliche Belastung. Und hier ist auch schon der nächste Merktipp für
- euch. Wenn ihr Napoleons Herrschaftssystem wirklich verstehen wollt, merkt euch diese drei Säulen der Kontrolle. Erstens, die rechtliche
- Gleichschaltung durch den Code Zivil, zweitens die Pufferzonen und Truppen durch den Rheinbund und drittens die wirtschaftliche Kriegsführung durch die
- Kontinentalsperre. Genau darauf stützte sich sein riesiges Imperium. Kapitel 5: Die Befreiungskriege und das Ende des
- Imperiums. Nichts hält ewig und Napoleons System war am Limit. Die ständigen Kriege und die ungeliebte Kontinentalsperre hatten den Bogen
- überspannt. Russland litt stark unter der Blockade und trat 1811 einfach aus der Sperre aus. Wie reagiert Napoleon? Er marschiert 1812 mit einer riesigen
- Armee nach Russland und das war ein katastrophaler historischer Fehler. Die Eisälte, der Hunger und die Taktik der verbrannten Erde der Russen haben seine
- stolze Grande Armee fast restlos vernichtet. Dieser Moment der absoluten Schwäche war das Signal für den Rest Europas. Es folgten die
- Befreiungskriege. Im Oktober 1813 kam es zur gigantischen Völkerschlacht bei Leipzig, in der Preußen, Russland, Österreich und Schweden Napoleon
- vernichtend schlugen. Das war das Ende für den Rheinbund. 1814 musste er schließlich abdanken, wurde nach Elber verbannt, kam dann noch mal für 100 Tage
- zurück, verlor aber 1815 final bei Watteralung. Der Rest ist Geschichte. Verbannung auf die winzige Atlantikinsel St. Helena. Kapitel 6: Napoleons Erbe.
- Der Wiener Kongress versuchte ab 1814 zwar die alte aristokratische Ordnung wiederherzustellen, aber die gesellschaftlichen Uhren ließen sich
- nicht einfach so zurückdrehen. Schaut euch dieses komplexe Erbe an. Ironischerweise war es genau der blutige Kampf gegen Napoleons Fremdherrschaft,
- der im zersplitterten Deutschland den allerersten Funken für ein Nationalbewusstsein entfachte. Die Menschen kämpften gemeinsam und wollten
- danach einen vereinten Staat. Dazu kommt, er hat die staatliche Verwaltung dauerhaft zentralisiert, den europäischen Feudalismus und die alte
- Ständegesellschaft beerdigt und mit dem Code Zivil ungewollt den Grundstein für moderne demokratische Staaten gelegt und das, obwohl er selbst ein absoluter
- Autokrat war. Schon verrückt diese Widersprüchlichkeit, oder? Und das bringt uns zum Schluss zu einer sehr provokanten Frage. War Napoleon am Ende
- einfach ein machthungriger Tyrann, der Europa aus purem Egoismus mit Kriegen überzug? Oder war er trotz all der offensichtlichen Härte der ultimative
- Modernisierer, ohne den unser heutiges rechtliches und staatliches System in Europa überhaupt nicht denkbar wäre? Denkt da mal in Ruhe drüber nach. Und
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- nächsten Mal.
Zum Nachlesen
Napoleon BonaparteSeit 1796 nannte sich Napoleone Buonaparte selbst französisch Napoléon Bonaparte. · Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. · Günter Müchler: Napoleon.
Code civilDer Code civil (Abkürzung CC oder C. civ.) regelt das französische Zivilrecht. Es wurde 1804 von Napoleon Bonaparte eingeführt und in den nachfolgenden drei …