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Teil 3: Sozialisation und das Gift des Neoliberalismus oder: Sind wir noch vernünftig?
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 135 Zeilen
- Ja, hallo zusammen. Wir befinden uns nur in dem Teil 3. Was ist Sozialisation? Und heute soll es darum gehen, dass wir die Sozialisation einen etwas größeren
- Kontext einbetten. Das heißt, wir müssen auch vom Kapitalismus und auch vom Neoliberalismus sprechen. Ich hoffe, das wird im Laufe der Ausführungen
- einigermaßen klar. Aber wir werden auch ein Stück weit den Kapitalismus erläutern, kurz, sehr kurz und dann eben auch auf den Neoliberalismus eingehen.
- Ja, wir müssen dann eben von der Wirtschaftsform des Kapitalismus sprechen, in der wir leben. Und zwar ohne Bewertung, sondern wirklich nur
- beschreibend. Ein Hinweis zu einem Buch, zur Geschichte des Kapitalismus findet ihr unten in der Videobeschreibung. Was ist der Kapitalismus? Sind Unternehmer
- und Mitarbeiter und Chefs einfach ganz natürlich? Wir kennen das ja schon seit ewigen Zeiten und alle, die geboren sind und ich auch, kennen eigentlich nur
- dieses Wirtschaftssystem und es gilt uns irgendwie als ganz natürlich. Es ist aber nicht natürlich. Also früher gab es früher heißt also wir reden jetzt hier
- vom 16. 17. Jahrhundert und noch früher Leibeigene, die mussten einen bestimmten Teil der Ernte an ihre Herren abgeben, ne? Das ist ja auch so bekannt. Das
- kennt ihr aus dem Geschichtsunterricht. Und wenn wir aber heute Wirtschaften sagen, dann meinen wir immer kapitalistisches Wirtschaften. Ein
- Wirtschaftssystem ist das, sagen wir mal ab 1800 herum, das Kapital als die treibende Kraft ansieht. Nun wird investiert, um Gewinne zu erzielen. Das
- war eben nicht immer so selbstverständlich. Klar, auch in der Zeit der Feudalherrschaft tauschten die Menschen Güter und so weiter, aber es
- war noch kein durchgängiger Kapitalismus, wo das Kapital von allen dann auch wirklich angelegt wurde. Ja, also wenn man ein bisschen weiter
- zurückgeht, z.B. sogar in die Antike, da gab es einen Denker, der hieß Aristoteles, der sprach auch von Ökonomik, aber das war für ihn ein
- gewisses Haushalten. Also Eukos kommt von Hausgemeinschaft und das war wirklich erstmal nur auf dem Bereich des Haushaltens begrenzt. Er hat dann noch
- mal die Krimatistik eingeführt. Das war dann eher die Kunst des Gelderwerbs. Das war für ihn aber eher unnatürlich. Also ihm ging es tatsächlich um das Haushalt
- und in kapitalistischen Gesellschaften geht es immer immer um Geld, Gewinnorientierung und ich wollte mit diesem Rückblick nur zeigen, dass das
- eben nicht immer so war, weil viele eben auch sagen, Kapitalismus gab es schon immer. Also klar, es gab auch früher Kapital, ne? Aber es war feudal alles
- eben so organisiert, dass das Kapital selbst nicht die treibende Kraft, also um 1600 fuhren auch Schiffe von Großbritannien nach Indien und da haben
- sie dann die Gewürze geklaut oder gekauft und dann diese Gewürze dann eben zu Hause teuer verkauft. Das war eben natürlich auch schon Kapitalismus, aber
- ein Handelskapitalismus. Die ganze allgemeine Produktionsweise war noch nicht kapitalistisch. Die bürgerliche Gesellschaft schuf dann irgendwann die
- Feudalgesellschaft ab, dann waren die Bürger frei. Das war nat ein gesellschaftlicher Fortschritt. Wer will das? Streit Menschen gehörten und nicht
- mehr Menschen. Aber man darf auch nicht verschweigen in der Foralherrschaft ohne sie zu rechtfertigen. Hatten dann eben die Leibeigene trotzdem noch einige Tage
- für sich frei und konnten arbeiten, meist sogar auf dem eigenen Acker und das auch für sich behalten. Sie mussten ja immer nur einen Teil abgeben. Jetzt
- aber, nachdem die Fordalherrschaft abgeschafft wurde, hatten sie auch keine Mittel mehr, keine Geräte, kein Acker mehr. Alles war weg. Das heißt, die
- Arbeiter lebten zwar frei, aber gewissermaßen auch nicht unbedingt viel besser. Sie mussten sich nämlich jetzt in den Fabriken Arbeit suchen. Sie waren
- doppeltfrei, sagte Marx. Ja, also frei vom Herren, aber auch frei von den Produktionsmitteln, die sie aber gebraucht hätten, um überleben zu
- können, ne? Gerätschaften z.B. Und das Bürgertum hatte nun die Produktionsmittel und die brauchten natürlich jetzt die Menschen. Da
- entstand der Kapitalismus. Das Kapital wurde die treibende Kraft und zwar ganz allgemein und durchzog nun auch wirklich alle Bereiche. Keiner konnte sich dem
- mehr entziehen. Natürlich gab es auch einen technologischen Fortschritt, gar keine Frage. Aber in den Subsistenzgesellschaften vorher noch, da
- fand eben ein Tausch statt, der auch auf Märkten statt. Aber nun, das ist der Unterschied. Deswegen mache ich noch mal ganz kurz immer so diesen Sprung früher
- und dann eben in den Kapitalismus. Nun musste jeder Arbeit annehmen und jede Arbeit musste angenommen werden und das oft unter den übelsten Bedingungen.
- Tägliche Arbeitszeiten von bis zu 16 oder 18 Stunden. Arbeitskämpfe begannen dann auch, um die kleinsten Zugeständnisse überhaupt nur zu
- erreichen. Dieses ganze System basierte auf einer extremen Ungleichheit. Viele arbeiteten für die Unternehmen und einige wenige häuften dann die Gewinne
- an. Es ging ständig um Wachstum und dafür war eine marktförmige Organisation nötig. Es wurde eine Tendenz dann eben auch sichtbar, dass immer mehr
- Produktionsmittel in wenigen Händen waren, eine zunehmende Privatisierung erfolgte. Dieses System war, man kann sich das denken, sehr konfliktreich, ne?
- Weil natürlich es immer wieder Aufstände gab, die dann auch zum Teil ein bisschen versucht wurden einzuhegen. Stichwort Sozialgesetze von Bismarck und so
- weiter. Das war nicht nur eine reine Wohltat, sondern der wollte natürlich letztendlich eben auch verhindern, dass ich bei den Arbeitern eine Bewegung
- formierte, die vielleicht sogar in eine Revolution münden könnte. Also, es ging immer darum, Eigentumsrechte zu wahren. Das interessierte die Eigentümer, ne?
- Und heute in Zeiten der sogenannten Finanzialisierung, also nicht mehr Industrialisierung, wir haben ja heute einen finanziellen Kapitalismus, wo halt
- Millionen, Milliarden und noch mehr in Sekundenschnelle um den Erdball hin und her transferiert werden. Einige sprechen auch vom digitalen Kapitalismus, sind
- wir wieder in einer anderen Phase des Kapitalismus eingetreten. Dann wird auch oft gesagt, na ja, der Kapitalismus habe aber doch viele gute Entwicklungen
- vorangetrieben, ne? Wohlstand, Sicherheit, einige sagen sogar die Demokratie. Da müssen wir tatsächlich klar widersprechen. Der Kapitalismus
- funktioniert auch ganz prächtig in autoritären Staaten. Die beiden Demokratie und Kapitalismus hängen nicht zwangsläufig zusammen. Ja, also das muss
- man tatsächlich immer wieder sagen, dass auch der ganze moderne Wohlfahrtsstaat nach 45 nicht nur einfach so entstanden ist, weil die Politik und Wirtschaft
- sich dachte, jetzt tun wir mal was ganz Gutes. sein. Sie bemerkt ganz früh, dass etwas getan werden musste, um tatsächlich auch die Privilegien und
- auch das Eigentum von einigen zu sichern. Wohlfahrt heißt dann, es muss selbstverständlich mehr Verteilung her und auch der Konsum muss angeregt
- werden, damit der Gewinn steigt. Ja, das war nicht nur eine moralische Aktion, dass die Wohlfahrt unterstützt wurde, sondern Kapitalakkumulation musste dann
- eben auch weiter unterstützt werden. Kapital ist dann nur Kapital, wenn es sich vermehrt, wenn es arbeitet, ne? Aber selbstverständlich, das muss auch
- gesagt werden, sollte es mit der Wohlfahrt nicht so weit gehen, dass die Masse zunehmend mehr hat. Es kann ja nicht so verteilt werden, dass die
- Reichen langsamer reich werden, um das ein bisschen polemisch zu sagen. Da muss man hal die Frage stellen, in welcher Form von Demokratie leben. Ist es
- wirklich die sogenannte Herrschaft des Volkes oder ist es eher eine plutokratische Demokratie? Also schauen wir in die USA, die sogenannte älteste
- Demokratie der Welt war reinster Kapitalismus und fuß Ausschluss auf Rassismus, Diskriminierung und hatte niemals im Blick, die Gleichheit aller
- in irgendeiner Weise auch anzustreben durch eine bestimmte Verteilung des Reichtums, ne? Wir haben bald den ersten Billionär und die Sorge, dass die Masse
- letztendlich nicht mit dem Geld umgehen kann oder anders ausgedrückt nicht auf eine sinnvolle Produktion ausst, das Geld anlegt oder wie auch immer, sondern
- auf Raub, egoistisch ist, ihr Geld verschleudert und so weiter für Konsum, für ungesunde Sachen. Diese Sichtweise zeigt letztendlich auch die Verachtung
- und auch die Arroganz des Kapitals und ihrer Vertreter gegenüber der Massen. Das gab es aber auch schon immer und gibt es immer noch. Hier im folgenden
- füge ich mal eine kleine Tonspur ein, wo das noch einmal ganz deutlich wird. Im Kölner Reichenviertel Marienburg hat Thomas Pher zwei Häuser. In einem lebt
- er, in dem anderen dieser Villa ist nicht viel mehr als sein Büro, aus dem er sein Vermögen verwaltet. Wie reich sind Sie denn? Im Internet
- steht 1,4 Milliarden. Ja, Quatsch. Totaler Blitze. Da steht dieses sein, der reichste Kölner. Ja, das bin ich vielleicht
- tatsächlich, aber es dürften ja schon, wir haben ja die Häuser in Berlin z.B. gesehen, mehrere hundert Millionen sind.
- Das ist richtig. Das schon richtig. 50% der Deutschen, also die ärmere Hälfte besitzt was glauben Sie, wie viel
- Prozent des Gesamtvermögens? Das ist, ich kenne diese Statistiken 1,4%. Ja. Ja, klar. Und wenn die jetzt 10 20%
- kriegen, was passiert dann? Haben sie 20% der Konsole. Also kurzer Blasen, ne? Sie haben ein bisschen mehr. Sicherheit im Leben.
- Wenn die das entsprechend, wenn die das entsprechend entsprechend tatsächlich in dieser Richtung benutzen würden, dann haben Sie recht. Tun sie das? Weiß ich
- nicht. Aber das klingt jetzt so, als würden die Leute mit dem Geld nicht umgehen können. Ich sorge dafür, dass gewisse Sachen
- passieren. Wenn das Geld verteilt wird, wird es nicht investiert, wird ausgegeben. Das kann ja auch investiert werden. Die
- Leute können nur nicht haben. Dann sagen sie mir mal, wer das ist die Deutschen sind kein Land der Eigenverantwortung.
- Ja, wie ihr gehört habt, ist diese Meinung auch sicherlich keine einzelne Meinung. Es gibt auch moralische Reiche, die versuchen mit ihrem Geld auch was
- anzustellen. Die Tendenz ist aber eher und da können die Reichen und Millionäre und Milliardäre gar nichts für, weil das innerhalb der Logik des Kapitalismus
- ist, dass das Eigentum gewahrt und das Kapital weiterarbeiten muss, sonst verliere ich es zumindestens teilweise. Also kurzum, der Kapitalismus ist eine
- Wirtschaftsordnung, in der es um Marktwettbewerb, Gewinnorientierung, ständiges Wachstum und private Eigentumsrechte geht. Der
- Neoliberalismus ist dann eher eine Strömung innerhalb des Kapitalismus. Dann geht's darum, dass noch weniger Regeln für Firmen, Unternehmen und so
- weiter gelten sollen. Mehr Privatisierung, mehr freier Handel nach der Devise der Markt wird es schon regeln, weniger staatliche Eingriffe,
- ne? Also er versucht die, also der Neoliberalismus versucht die schon vorhandene Logik des Marktes, die auch schon vorher da war, noch stärker
- auszuprägen, zu schärfen, freier zu gestalten. Nun geht's noch mehr um Effizienz, aber auch um Eigeninteresse, auch um Gewinnmaximierung. Diese Logik
- wird zunehmend auch auf andere Bereiche übertragen bzw. ist auch schon längst geschehen. Und Stichwort nur die selbstständige Schule hört sich erstmal
- ganz toll an, dass wir selbstständig sind und entscheiden können. Können wir aber nicht. Wir können nicht über die Bildungspläne entscheiden. Wir können
- über so viele Sachen nicht entscheiden, weil das alles für uns entschieden wird. Aber wir stehen in einer gewissen Konkurrenz um Schüler mit anderen
- Schulen, damit unsere Lehrerstellen gewahrt bleiben. Also das nur zum Punkt Neoliberalismus auch im Schulsystem. Nun wird es gemäß auch einiger Kritiker
- gefährlich für die Demokratie. Denn wenn überspitzt formuliert jedes Verhalten, jedes menschliche Verhalten unter ökonomischen Gesichtspunkten gestellt
- wird nach dem Motto: "Lohnt sich die Beziehung, die Bewerbung, dieses oder jenes Verhalten, dann hat es die Gerechtigkeit oder auch die Bekämpfung
- von Ungleichheit schwer als ein Selbstzweck angesehen zu werden, ohne die Frage zu stellen, was habe ich eigentlich davon?" Es geht jetzt nun
- weiter. Klammer auf, ich komme auch gleich zur Sozialisation, aber dies hier ist wichtig, weil es uns alle prägt und auch unsere Realität ist, die wir doch
- als Subjekte produktiv verarbeiten sollen, um irgendwie in der Gesellschaft klarzukommen. Also eine Verteilung des Reichtums ist dem Neoliberalismus auch
- nicht geheuer. Klar, die erfolglosen und die Loser, die dürfen eine bescheidene Existenzsicherung haben. Da gab's mal Harz, Bürgergeld, Grundsicherung. einige
- sprechen ein bisschen böse vom Untertanen Geld, aber wenn der Staat dann noch auf die Idee kommt, den Wettbewerb oder gar die Eigentumsrechte
- nur zu diskutieren, dann wird er zum Feind des Neoliberalismus. Dann sehen Sie die Freiheit schwinden. Die Frage ist selbstverständlich, was die
- Neoliberalen eigentlich unter Freiheit verstehen und wessen Freiheit schwindet. Ja, also Freiheit, das hier nur am Rande ist, immer auch die dialogische Freiheit
- in Bezug zu anderen. Das äh scheint mir hier eher so eine missverständliche Form von Freiheit zu sein. Also, die Auswirkungen des Neoliberalismus sehen
- und spüren wir alle bzw. fast alle. eine gewisse Endsolidarisierung, eine Vereinzelung, ein Einzelkämpfertum, Polarisierung, Arbeiter gegen
- Arbeitslose, gesetzlich, privat, Männer, Frauen, heterosexuell, divers. Diese ganzen Pole werden immer auch politisch und medial bespielt, ne? Also teile und
- herrsche, da hat man immer so ein Spannungsfeld, da sind die Leute ganz gut beschäftigt und stellen die gesellschaftlichen Strukturen eben nicht
- in Frage. Diese extreme Individualisierung, die auch durch den Neoliberalismus weiter vorangetrieben wird, klammer auf, hier hat Heitme ja
- auch einiges zu gesagt, bezogen auf Gewalt und Kriminalitätstheorien. Klammer zu. Und die Sozialisation spielt sich ja gewissermaßen permanent ab,
- sobald ich auf die Welt komme, ne? Wir leben, man könnte auch sagen, in der neoliberalen Luft oder Atmosphäre und atmen die ständig bildig gesprochen ein.
- Das prägt auch unsere spezifische Art des Denkens. Unsere Vernunft ist damit infiziert, sagt Wendy Brown. Also, welche Werte herrschen hier eigentlich
- vor? Was erlebt die heranwachsende Generation? Leistung, Konkurrenzdruck. Es ist normal, dass es Verlierer gibt, die haben sich eben nicht genug
- angestrengt. Selber Schuld, Egoismus, was soll ich studieren? und damit machen. Wo kann ich am meisten Geld verdienen? Lohnt sich der Studiengang?
- Was willst du denn damit machen? Fragen die Eltern. Interesse, Leidenschaft für exotische Bereiche ohne möglichen Gewinn gelten schon fast als Realitätsflucht.
- Nun gibt's Theorien, die dann zeigen, wie das Individuum sich genau diese Werte, diese Glaubenssätze, könnte man ja schon sagen, angeeignet, eingesogen,
- inkorporiert würde Bordieu sagen, Sie Teil 2, also im wahrsten Sinne des Wortes einverleibt hat. Das heißt, wir denken auch in diesen Kategorien. Man
- müsste sogar sagen, wir fühlen und nehmen Dinge in diesen Kategorien wahr. Wir bewerten andere und uns nach diesen Werten und Kriterien. Wir glauben daran.
- Der nächste Schritt: Wir optimieren uns auch selbst, um auf dem Markt bestehen zu können und glauben meist noch, das machen wir für uns selbst. Und der
- nächste Schritt: Selbst innerhalb unserer Beziehungen wenden wir die Logik des Bewertens, Vermessens, des Bilanzierens und der Nutzenabwegung an.
- Sicherlich nicht alle, aber es gibt ganz deutliche messbare und beobachtbare Tendenzen. Wir sollten uns einmal alle fragen, ob wir von dieser Nutzenabwung
- frei sind und wo die überall auftritt. Was heißt nun unter diesen Gesichtspunkten produktive Realitätsverarbeitung nach Hurelmann?
- Die nächste Generation müsste ja zuallererst über diesen Sachverhalt aufgeklärt werden, dass dies keine alternativlose Gesellschaft ist, in die
- ich mich produktiv irgendwie reinfummeln muss, sondern eine zu verändernde. Es müsste aufgeklärt werden, dass es eine mediale und auch akademische Hegemonie
- gibt. Ja, also eine überwiegend gleichlautende Erzählung, die man auf allen Kanälen und von den Politikern hört, die genau diesen Neoliberalismus,
- wenn nicht direkt predigen, aber doch durch mangelnde Aufklärung oder sogar Bewerbung. Ich sag nur private Rente, länger arbeiten, private Vorsorge, dann
- diese unsägliche Rieserrente, Rührup und so weiter klammert zu. Weiterhin gibt's dann auch das Problem mit einer Umgangsweise mit begründeter Kritik. Ja,
- also einige kritisieren dann die Ungleichheit, die Milliardäre, den Reichtum, die mangelnde Verteilung, eine zu geringe Erbschaftssteuer. Da kommen
- dann auch so Glaubenssätze wie die haben sich das doch verdient, die investieren doch auch wieder alles, die tragen doch das Risiko, die möchten doch nur das
- weitergeben, was sie sich erarbeitet haben und so weiter. Diese ganzen Sachen kann man alle tatsächlich argumentativ auch entkräften. Das kann ich jetzt hier
- nicht leisten, weil das Thema doch etwas anders ist. Aber solche mantraartig vorgetragenen Formeln werden ständig wiederholt. Kritisiert man diese, ist
- man neidig oder meckert doch nur. Ganz schlimm, man ist dann direkt nach links gedriftet und möchte die DDR wieder haben und schon ist jede sinnvolle
- Diskussion zerstört. In dieser Gemengelage gilt es nun, die nächste Generation mit kritischen geistigen Waffen auszustatten. Das ist kein
- leichtes Unterfangen. Man müsste sogar fragen, ob das Ziel in eine gelungene Beziehung zur Gesellschaft zu geraten, sich irgendwie in dieser Gesellschaft in
- eine sinnvolle Position einzunehmen, sogar eine Versöhnung von Individuum und Gesellschaft überhaupt nur zu denken, nicht widersprüchlich ist, weil gerade
- das Gift des Neoliberalismus dies im Vorhinein verhindert bzw. ich ja nur die Kriterien reproduziere, die ja in mir sind. Wir erinnern hier an die
- Bildungsziele aller Humbold, ne? Sehe hier auf dem Kanal die Bildungsvideos. Wenn alles zur Wahre wird und werden kann, selbst die Beziehung, das
- Verhältnis zu mir selbst, zu anderen, wie kann hier noch an humanistische Verwirklichung von Werten gedacht werden, die einen Selbstzweck haben?
- Womöglich ist das Individuum und auch die Eltern mit der Aufgabe völlig überfordert, vermutlich auch die Sozialisationsinstanzen wie die Schule,
- die alle von der Logik des Neoliberalismus und damit auch der Verwertungslogik des Kapitalismus infiziert sind. An dieser Stelle ist das
- Bildungssystem sicher gefragt, das nicht darauf abzielt, Humankapital zu produzieren, sondern tatsächlich mündige und kritische Bürger, so sollte es sein,
- die auch die Widersprüche und Risse in der Gesellschaft nicht als marginal wahrnehmen, sondern als die zentrale Entwicklungsaufgabe ansehen, darüber
- aufzuklären. Bildung müsste die zentrale Entwicklungsaufgabe sein. Allerdings sollten wir dann, dies kann ich hier nicht leisten und würde auch und würde
- ich auch gar nicht schaffen, unser Bildungssystem komplett verändern. vermutlich von der Kita bis zur Hochschule, ne? Also, der erste Schritt
- wäre, um das nur einmal anzuschneiden, jegliche Bildung müsste kostenlos sein. Privatschulen müssen abgeschafft werden. Wieso? Ja, dann würde jeder aus einer
- bestimmten Schicht und zwar auch aus der Mittel und Oberschicht mehr Druck auf das staatliche Bildungssystem ausüben, denn den eigenen kleinen Nachwuchs soll
- es ja gut gehen. Dann müsste sich das staatliche Bildungssystem sehr viel mehr rühren und sich reformieren. Das müsste jetzt ja alles mehr argumentativ
- ausgeführt werden. Ich wollte es zumindestens einmal zur Diskussion stellen. Ich hoffe, das reicht, um den Zusammenhang von Sozialisation und
- Neoliberalismus einmal deutlich gemacht zu haben, dass das nicht so einfach ist, sich produktiv der Realität zu stellen, wenn doch die Voraussetzungen schon
- neoliberal sind, inklusive noch der ganzen unterschiedlichen Kapitalsortenvoraussetzungen. Siehe, Teil 2. Bis bald und bleibt ja
- antineoliberal, wenn das noch geht.
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