Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg https://www.youtube.com/watch?v=KNAHwlyk7vY Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Oft sprechen wir über ganze Gruppen von Menschen, zum Beispiel über „die Schwulen“, über „die Obdachlosen“ 0:05 oder über „die Ausländer“. Dabei wird meist nur ein Merkmal hergenommen, 0:10 um die Gruppe zu bilden. Sei es die sexuelle Orientierung, 0:13 die Tatsache, kein Dach über dem Kopf zu haben oder die Nationalität. 0:17 Zum Problem wird es, wenn wir diese Gruppen abwerten und sagen: Ihr seid weniger wert als wir. 0:23 Zum Beispiel indem wir der Gruppe Dinge unterstellen und sagen „alle Schwulen sind …“ oder „alle Obdachlosen sind …“. 0:30 Diese Zuschreibungen beruhen nicht auf Wissen. Sie sie sind ein vorschnelles Urteil, ein Vorurteil. 0:37 Trotzdem werden diese Vorurteile häufig von anderen Menschen übernommen. 0:40 Ohne Überprüfung. Als Folge werden dann Menschen unabhängig 0:44 von ihrem eigenen, individuellen Verhalten bewertet. Nur weil sie einer Gruppe angehören, 0:50 wird negativ über sie gesprochen oder sie werden ausgegrenzt. Dabei ist es sogar unerheblich, 0:55 ob die Person der Gruppe tatsächlich angehört oder ihr nur unterstellt wird, zur Gruppe zu gehören. 1:00 Der Oberbegriff dazu heißt „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Gruppenbezogen deswegen, weil es sich um sozial geteilte, 1:08 also in der Gesellschaft verbreitete Vorurteile handelt. Es geht nicht um individuelle Feindschaften. 1:14 Wenn gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Internet auftritt, kann es Formen von Hate Speech annehmen: 1:21 Aber: Warum gibt es überhaupt gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Hate Speech? 1:25 Die eigene Gruppe sieht beispielsweise ihren sozialen Status oder ihre Kultur in Gefahr. 1:31 Sie will die Macht und Kontrolle über ihren eigenen Status beibehalten. Deshalb wertet sie andere Gruppen ab 1:37 und nutzt dabei Vorurteile, um ihr Handeln zu legitimieren. Es wird die eigene Gruppe aufgewertet, 1:43 indem eine andere Gruppe abgewertet wird. Diese Abwertung hat schwerwiegende Folgen – 1:48 sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesamtgesellschaft. Sie führt zu unfairen Bewertungen, Fehleinschätzungen 1:55 und weniger Solidarität untereinander. Die Personen, gegen die sich die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit richtet, 2:02 weisen infolgedessen ein geringeres Selbstwertgefühl auf und ihr Suizid-Risiko steigt.