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Nahtoderfahrung eines Philosophen und kath. Theologen | Godehard Brüntrup, München
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Transkriptautomatisch erstellt · 271 Zeilen
- Was für eine Rolle spielt der bewusste Glaube an Gott oder an Jesus Christus, um ja, sagen wir Paradies oder in den Himmel, ins Himmelreich oder in die
- Erlösung zu kommen oder für das Seelenheil? Es gibt ja da so verschiedene Begriffe. Was glauben Sie, spielt dieser dieser
- Glaube für eine Rolle? Nachristlicher Auffassung ist es nicht notwendig an Jesus Christus zu glauben, um das Heil zu erlangen, also um die in
- die ähm ewige Gemeinschaft mit Gott zu kommen, weil es gibt ja viele Menschen, die vor Christus gelebt haben oder die nach Christus gelebt haben und
- ja, aber bei Christen ist das ja schon sehr verbreitet. Ja, ist aber falsch.
- Herr Bröntrup, Sie sind Professor für Philosophie in München. Sie haben auch katholische Theologie studiert und Sie hatten auch selbst eine NATOfahrung.
- Könnten Sie uns zuerst erschildern, wie es zu dieser Erfahrung kam? Das war im Zusammenhang eines Herzkreislaufversagens
- in einer Klinik. Das ist schon lange her, einige Jahrzehnte und ähm das war eine typische
- Nahtoderfahrung äh mit fast allen Elementen. Also nach der berühmten Grayson Scale mit der Nahtoderfahrungen
- gemessen werden, war das eine tiefe Nahtoderfahrung. Ich habe zuerst gespürt, dass ich am Sterben bin. Also die Füße
- wurden kalt, die Hände wurden kalt. Man spürt, dass das Leben aus dem Körper langsam von außen nach innen zurückweicht
- und äh das war verbunden mit einer starken existentiellen Angst äh vor dem Tod oder vor diesem ganzen Erleben. Das war beängstigend.
- Das schlug dann schlagartig um, nachdem ich die die Außenwelt nicht mehr wahrgenommen habe. Ähm von einer Sekunde in die andere auf
- die andere in eine Erfahrung größer tiefster Gelassenheit. Vielleicht etwas, was Menschen in der
- Meditation suchen und nur dann finden, wenn sie irgendwie Erleuchtung erreichen oder eine besonders tiefe Meditation. Ich
- würde es so beschreiben, dass alle Bewegungen des Geistes zum Stillstand kommen. Also, das ist ja die bekannte Definition von Yoga. Yoga ist, dass alle
- Bewegungen des Geistes zum Stillstand kommen. Genauso war das. kein Gefühl mehr, kein Gedanke, sondern nur nur kristallklares
- Bewusstsein. Ähm und das ist ein sehr, wie mir fehlen jetzt die Worte, würde sagen, einzigartiger Zustand,
- etwas was ungeheuer friedvoll ist, ohne von einer bestimmten Emotion geprägt zu sein. Ähm, danach habe ich ähm
- eine kurze außerkörperliche Erfahrung gehabt, die bei mir nicht sehr ausgeprägt war, dass ich meinen Körper verlassen habe, von außen gesehen habe
- und mir da auffiel, das ist eine Sache, die verifiziert werden kann oder konnte, dass da jemand an mir arbeitet, der so eine orangefarbene Jacke anhat und ich
- mich gefragt habe, weil all die anderen Personen, die da waren klinikmäßig hell gekleidet waren, warum hat der diese orangefarbene Jacke an? Und dann
- nachdem ich später gefragt habe, war das jemand, der vom Not, der vom Notarztwagenteam war und deshalb so eine Warnjacke anhatte, wie man sie im
- Straßenverkehr zur Warnung hat. Und da sah ich, wie man an mir arbeitet. Ähm
- das daran habe ich aber keine sehr ausgeprägte Erinnerung, dass ich da sehr viel genauer hingeschaut hätte, sondern ich hatte dann sehr schnell
- diesen Lebensrückblick, der nicht den ich wesentlich intensiver erlebt habe, wo ich mein ganzes Leben noch einmal erlebt habe in unglaublich vielen
- Details. ähm unter der Rücksicht, wo habe ich geliebt, wo habe ich verletzt, bis in
- die frühste Kindheit hinein. Und das Ganze war geprägt von einem sehr starken Moment der
- Empathie, man würde sagen vielleicht Transpersonalität, dass ich das Leid, was ich zugefügt habe
- in anderen selber gespürt habe. Natürlich nicht deren Leid, aber ich war ich kann nicht das Leid der anderen spüren, da bleibt eine Grenze. Aber
- meine Empathiefähigkeit war auf ein Maß gesteigert, was wir eben im normalen Bewusstsein nicht kennen und vor allen Dingen auch die Erkenntnis der Wahrheit
- über mich selbst, was ich getan habe im Positiven wie im Negativen, ohne zu urteilen, einfach die Fakten wahrgenommen äh in einer unglaublichen
- Datei äh Detailfülle. Der nächste Schritt war eine Übergangserfahrung, eine Art Tunnel, ein ein
- eine Erfahrung des Übergangs von einer Dimension zu einer anderen, so dass ich plötzlich in einer Welt war, die ich ja als sehr friedvoll empfand, auch mit
- positiven Gefühlen jetzt ähm nach einem ersten Moment der Verwunderung oder so: "Was ist jetzt los? So bin ich jetzt ähm die ich eher
- so als eine energetische Landschaft auch wieder da fehlen mir die Worte. Es war eine Landschaft von Energien und nicht von
- festen Körpern, wie wir es hier gewohnt sind in unserer jetzigen Alltagswelt. Und da habe ich auch gemerkt, dass ich nicht allein bin, sondern dass da andere
- Wesen sind, die mir wohl wollen und Liebe entgegenbringen. Es kam da aber bei mir kein zu keinen längeren Gesprächen
- ähm wie manche andere Berichten, sondern das ging relativ zügig so wie ich es in Erinnerung habe über in eine Erfahrung, dass diese dass ich
- eingetaucht wurde in eine grenzenlose alles übersteigende Liebe, in der ich einfach mich fast aufgelöst habe. Ich war ja noch immer da, weil ich diese
- Liebe annehmen konnte und ähm empfangen konnte. Aber ich war der reine Empfänger sozusagen für diese allesumfassende
- Liebe. Und das hat mein Leben sehr verändert, weil ich seitdem diese Erfahrung existentiell
- irgendwie die Existenz Gottes nicht mehr bezweifeln kann. Ich kann es irgendwie akademisch, intellektuell, aber im Herzen gelingt mir das nicht mehr, weil
- die Erfahrung so überwältigend war, dass die letzte Realität Liebe ist, dass ich das als eine Art mystische Gotteserfahrung für mich selbst bewerte.
- Und dann war es eigentlich auch schon zu Ende. Dann bin ich wieder aufgewacht ähm in einen kalten irgendwie nass geschwitzten
- ähm Körper ohne viel Schmerzen, aber sehr desorientiert und war wieder in der normalen Welt. Äh und mein Kreislauf wurde
- wieder stabilisiert und die Welt hatte mich zurück. Darf ich dann noch auf ein paar Aspekte eingehen und zwar, dass Sie einen
- Herzstillstand hatten, wurde Ihnen das gesagt? Die damals habe ich nicht so genau nachgefragt. Es war auf jeden Fall soweit ich wurde
- in den Schockraum gebracht und war soweit im Schockzustand, dass ich das Bewusstsein verloren hatte. Also Herzstillstand, ob das jetzt genau
- gemessen wurde, ich war ja nicht an einem EKG angeschlossen. Ich hatte auf jeden Fall ein Herzkreislauf versagen, so dass ich das Bewusstsein verloren
- habe, wurde im Schockraum wieder zurückgeholt. Und äh haben Sie auch gesehen, dass sie reanimiert wurden oder?
- Das habe ich nicht gesehen. Nein, aber diese Person jedenfalls mit dieser orangefarbenen Kleidung, die die haben sie vorher überhaupt nie wahrgenommen.
- Die hatte ich vorher nicht wahrgenommen. Nein, also die haben wirklich nur in dieser außerkörperlichen Situation erlebt.
- Ja. Und äh zu diesem Lebensfilm. Also manche sagen ja, sie haben da den Schmerz äh gespürt, durchlebt, den sie anderen
- zugefügt haben durch Beleidigungen oder was auch immer. Äh und also manche haben da schon gesagt, das war das war vielfach schmerzvoller als wir hier
- Schmerzen im körperlichen Leben empfinden können. War das bei Ihnen auch so extrem oder nicht so? Also, das war schmerzvoll, aber auf eine
- ganz andere Weise als ein körperlicher Schmerz. Ähm, das war so der Schmerz.
- Ähm, einerseits die Wahrheit über mich selber sehen zu müssen oder zu können.
- Ähm und dann andererseits eben auch die ist es wirklich auch wieder schwer in Worte zu fassen, weil ich glaube, man
- kann nicht, das da bin ich jetzt zu sehr Philosoph, die Schmerzen eines anderen spüren. Jeder kann nur seine eigenen Schmerzen spüren, aber ähnlich wie wir,
- wenn jemand, das kennt man ja über die Spiegel Spiegelneuronen, wenn die wenn ein anderer in einen in einen Nagel tritt, dann zucken wir auch ein bisschen
- zusammen und haben auch so ziehen auch den Fuß zurück, wenn wir das sehen. Das heißt, wir spiegeln den Schmerz und das würde ich sagen, genau in diese Richtung
- ging das aber viel viel heftiger. Ich glaube, das ist das heftigere, dass äh dass dass ich den Schmerz von anderen viel viel heftiger und krasser empfinden
- konnte, als ich das im normalen Alltagsbewusstsein, in dem ich mich jetzt befinde kann. Und [schnauben] was meinen Sie mit dem
- Begriff Wahrheit? Sie haben diesen Begriff zweimal verwendet, die Wahrheit über sich selber zu sehen. Was meinen Sie damit?
- Ja, weil wir natürlich alle unsere Lebenslügen mit uns herumtragen und unsere eigenen Taten beschönigen und die negativen Auswirkungen auf
- andere auch geflissentlich verdrängen ähm oder auch unsere Vergangenheit beschönigen. Und diese Verzerrung, die man im eigenen
- Interesse unternimmt, ähm die fallen halt in dieser Situation weg und man sieht die Dinge ähm unverzerrt, so würde ich das sagen.
- Wahrheit im Sinne von objektiv und unverzerrt. Nur noch kurz zu diesem Lebensfilm eine Frage. Könnten Sie sich vorstellen, dass
- dieser Lebensfilm das ist, was man so in religiösen Kreisen oft als Gericht bezeichnet? Das Gericht beim Tod? Es hat auf jeden Fall eine gewisse
- Ändigkeit damit. Ähm, weil wenn es im Gericht darum geht, die
- Wahrheit ans Licht zu bringen, ähm und unverstellt dazu zeigen, darz verstellen, gerade da, wo jemand auch
- nicht so gute Dinge getan hat, die eben vom Gericht als negativ eingestuft werden, dann dann ist das sicher das, aber es war nicht so sehr als die
- Erfahrung eines Abgeurteilt werden. Sondern eines ähm ruhigen
- ähm detailgetreuen objektiven Betrachtens der Realität über mich selbst und über meine zwischenmenschlichen Beziehungen. Ähm
- aber nicht, dass ich jetzt das Gefühl habe, ich bin da der arme Sünder, der jetzt eine Standpauge bekommt. In dem Sinne
- gar nicht. Und diese Wesenheiten, die Sie angesprochen haben, die sie da
- wahrgenommen haben, hatten Sie das Gefühl, dass sie mit denen irgendwie wie wenn das eine Familie wäre, eine Seelenfamilie?
- Also, das war bei mir relativ schwach ausgeprägt. Also, ich habe ja mittlerweile mit Hunderten von Leuten gesprochen, die Natoderfahrung haben,
- die dann auch ganz spezifische Personen wieder getroffen haben, die schon gestorben waren und sich mit denen unterhalten haben.
- Ich habe nur gemerkt, ich bin nicht allein, ich bin in Gemeinschaft und die Gemeinschaft ist äh willkommen heißend, positiv
- ähm Wärme und Liebe ausstrahlend. ähm in dem Sinne, aber ich habe erinnere
- mich jedenfalls nicht. Vielleicht gab's das auch. Bin auch nicht sicher, ob man sich an alles von der Erfahrung erinnert.
- Ähm ich erinnere mich an keine einzelnen Personen oder Gespräche. [schnauben] Und ihr katholisches Theologiestudium äh
- war das äh vor diesem Erlebnis oder haben Sie das danach gemacht? Also, ich war schon im Orden Jesuit. Und ähm
- aber meine meine Einstellung zur Theologie und zum ähm meinem Glauben hat sich durch die
- Erfahrung wesentlich verändert. Also, wie ich schon sagte, ich kann die Existenz Gottes nur noch akademisch anzweifeln, nicht mehr existentiell.
- Also Gandhi habe ich gelesen, soll einmal gesagt haben, er sei sich sicher, dass sicherer, dass Gott existiert, als dass er sich sicher sei, dass er sich
- jetzt in diesem Raum befindet. Das könne er träumen, dass er sich in diesem Raum befinde, aber er könne sich nicht vorstellen, dass er die Existenz Gottes
- nur erträumt habe. Äh, das spricht dafür, dass Gandi eine tiefe Gotteserfahrung hatte und ähm sowas ähnliches war bei mir auch durch
- diese Erfahrung und das ändert natürlich die Einstellung zur Theologie. Was sonst noch anders wurde, ist, dass einem die ähm konkreten Glaubensinhalte,
- die dogmatischen Feinheiten als all diese Dinge vielleicht weniger wichtig sind und man mehr auf die tiefe Erfahrung schaut und
- damit auch der interreligiöse Dialog leichter wird, weil die Menschen, die eine tiefe religiöse Erfahrung haben, die findet man leicht auch in anderen
- Glaubenssystemen und mit denen empfinde ich eine Wesensverwand. Mannschaft, auch wenn die dann ihren Glauben begrifflich und theoretisch und rituell ganz anders
- ausdrücken und würden Sie trotzdem heute noch sagen, dass Sie Katholik sind? Ja, ich bin glaube ich tieferer Katholik
- dadurch geworden. Ich glaube nicht, dass einem eine solche tiefe Erfahrung aus einer religiösen Tradition äh irgendwie herauswirft,
- sondern dass es einem verhilft an dem Ort, in dem man steht und die Kultur, in der man aufgewachsen ist, das ist für mich das Christentum, eine Tiefenbohrung
- zu machen. Also, man ist da nicht im luftleeren Raum, sondern man kann da, wo man steht, wo man aufgewachsen ist, die Wurzeln
- tiefer in die Erde bohren sozusagen. und haben sie sich dann in den Jahren nach diesem Erlebnis auch mit ähm physiologischen, wissenschaftlichen,
- rationalen Aspekten befasst und mit der Frage, ob sowas vielleicht doch nur im Gehirn entstehen kann oder ob das tatsächlich ein Jenseitserlebnis war.
- Haben Sie sich damit auch befasst und haben Sie diese Diskussionen verfolgt? Ja, das habe ich sehr intensiv verfolgt, weil es ja auch mein Spezialgebiet ist,
- Philosophie des Geistes, das Leibselprem ähm und das ein interessantes Anwendungs ein interessanter Anwendungsfall ist für das Leibseleproblem.
- die Frage äh ob sich etwa in der Leib in der Naturerfahrung der Geist vom Körper trennen kann. Das wäre ja ein sehr interessantes Ergebnis
- für das Leibeleproblem. Und das habe ich über Jahrzehnte verfolgt, aber mehr noch habe ich verfolgt, äh mich mit Menschen zu
- treffen, die auch diese Erfahrung hatte in München in einer Selbsthilfegruppe, die ich auch ein bisschen äh
- mitgefördert habe und verschiedene Tagungen veranstaltet habe. Ähm auch den einen oder anderen Artikel habe ich darüber geschrieben
- und auch viele Interviews wie dieses hier. Es ist ja, es kommen ja immer wieder so Begründungen, ja, lange Zeit war es z.B.
- der Sauerstoffmangel, dann kam mal der Kohlendioxidüberschuss, dann das körpereigene DMT. Äh neuerdings habe ich gelesen, ist ist auf einmal das
- Seronin, das körpereigene Seronin. Äh sehr populär ist jetzt auch die Behauptung, da ist eine Todeswelle, die nach dem Herzstillstand noch irgendwann
- aktiv wird und daraus wird dann oft so pauschal behauptet, ja, das Gehirn ist während des Herzstillstandes noch aktiv. Haben Sie auch diese Diskussion verfolgt
- und und was halten Sie davon? Ähm, also ob das Gehirn aktiv ist oder nicht, ist gar nicht so wichtig bei der
- Erfahrung. Wichtig ist die Erfahrung selbst. Ähm, also das ist mal das erste, was man sagen muss. Wenn Sie die Einsicht haben,
- dass 3 + 7 = 10 ist, dann brauchen Sie dafür ein Gehirn. Aber diese Einsicht ist keine Einsicht in einen Gehirnzustand,
- sondern es ist eine Einsicht in eine ewige Wahrheit, eine ewige mathematische Wahrheit. Ähm, das heißt, dadurch, dass man um
- etwas zu erfahren ein Gehirn braucht, daraus folgt nicht, dass die Erfahrung selbst ein Gehirnzustand ist in ihrem Inhalt, sondern das Gehirn ist nur ein
- Mittel, dass wir benutzen, um bestimmte geistige Inhalte zu erfassen. Aber die geistigen Inhalte selbst sind nicht identisch mit
- dem Gehirn. Das wäre zunächst mal das äh das erste, was man sagen muss. Selbst wenn wir das alles neurophysiologisch erklären
- könnten, wäre die Botschaft der Nahtoderfahrung damit nicht aus der Welt. Ähm sie können neurophysiologisch verstehen,
- was es heißt, ihren Ehepartner zu lieben, aber daraus folgt nicht, dass Liebe ein materieller Zustand ist. Ähm, das ist mal das erste vorweg.
- Das zweite, was ich sagen muss, ist, dass ähm [schnauben] die schwierigen Elemente der Nahtoderfahrung, die schwierig zu interpretieren, denn
- sind schwer damit in Übereinstimmung zu bringen, dass es sich um einen einfachen Gehirnzustand handelt, so wie wir sie kennen bisher. Denn das erklärt nicht
- recht, ähm warum man z.B. diese außerkörperlichen Erfahrungen hat, wo man die Welt
- nachweislich aus einer Perspektive sehen kann, die man mit den normalen Sinnesorganen nicht wahrnehmen könnte. Ähm oder dass Leute Menschen, die von
- Geburt aus blind sind, in der Nahtoderfahrung plötzlich optisch den Raum wahrnehmen in allen nachprüfbaren Details und nicht in einer warften
- Verzerrung wie nach Drogenkonsum. Also, das wäre nicht dadurch zu erklären, dass das Gehirn einfach ähm eine große Welle schlägt. Ähm,
- das andere, was schwer zu erklären ist, wenn das Gehirn eine große Welle schlägt, dann sollte das sollte man erwarten, dass das sehr
- individuell ist, was dann passiert und dass es vielleicht auch sehr chaotisch ist. so ähnlich wie wenn man Drogen nimmt, ähm LSD oder so, dann
- feuern ja auch alle Synapsen, alle Neuronen feuern ähm in einer viel intensiveren Weise als normal, aber dadurch entsteht keine geordnete
- Realitätserfahrung, sondern jeder hat seinen eigenen Wirren, wahrnhaften Traum, der vielleicht psychoanalytisch zu deuten ist, aber zunächst mal
- entsteht keine wirkliche Ordnung, während bei der Nahtoderfahrung, ob es Kinder sind, sind erwachsene Afrikaner oder Asiaten oder Europäer,
- Christen, Atheisten oder Buddhisten, sie machen alle eine sehr ähnliche und ähnlich aufgebaute Erfahrung. Das wäre sehr schwer durch ein chaotisches Feuern
- des Gehirns zu erklären. Das wären mal so ein paar Punkte, die ich dagegen vorbringen würde, aber es gibt sicher noch mehr.
- Und haben Sie auch mit der Zeit äh eine Erklärung oder eine mögliche Erklärung dafür gefunden, warum die meisten Menschen entweder keine NATOfahrung
- hatten nach so einem Zustand, nach so einem körperlichen Zustand oder dass sie sich vielleicht nicht dran erinnern, weil das ist ja oft so ein Argument, ja,
- das hat ja nur eine Minderheit. Also bei der Studie von Pim von Nommel waren es glaube ich 18% von denen, die einen Herzstillstand überlebt haben. Haben Sie
- so mögliche Erklärungen, warum das eher nur eine Minderheit ist, die davon berichten oder die sich dran erinnern? Also eine physiologische Erklärung habe
- ich nicht, weil ich auch keine physiologische Erklärung für die Naturerfahrung bisher kenne. Ähm das spricht sogar gegen eine physiologische
- Erklärung. Wenn es eine einfache physiologische Erklärung gäbe, ähm dann müssten eigentlich alle Menschen,
- die in diesen Zustand kommen, also z.B. diesen Sauerstoffmangel oder was weiß ich, Dopaminausschüttung oder was auch immer die gerade die Erklärung ist, auch
- diese Erfahrung haben. Ähm, das ist offensichtlich nicht der Fall, so dass sie vielleicht nicht einfach durch einen materiellen Vorgang erklärt
- werden kann. Dafür spricht auch, dass manche Menschen, die Natoderfahrung haben außerhalb des Kontexts an der lebensbedrohlichen Erkrankung. Die sind
- also ganz gesund und haben eine Nahtoderfahrung. Ähm, das heißt, die Erfahrung scheint nicht davon abzuhängen, dass man in
- einen bestimmten physiologischen Krisenzustand kommt, sondern der scheint das nur wahrscheinlicher zu machen, sondern und zu begünstigen. Und ich
- persönlich sehe die Nahtod als Erfahrung als eine als eine mystische Erfahrung. Und wann eine mystische Erfahrung
- eintritt, da kommt sehr vieles zusammen an eigenen subjektiven Faktoren, an objektiven Faktoren, aber es ist unberechenbar, es ist
- theologisch gesprochen gnadenhaft und lässt sich nicht einfach in ein Naturgesetz einbetten. Sagen immer wenn die und die Bedingung da ist, dann kommt
- mit Notwendigkeit jetzt genau diese Erfahrung raus. Das kennen wir nicht bei der Nahtoderfahrung und das spricht genau dafür, dass es sich um ein
- geistiges Phänomen handelt, was nicht einfach mit uns bekannten Naturgesetzen abgebildet werden kann.
- Und also ich möchte nur noch kurz auf diesen Aspekt eingehen. Herzstillstand und so soweit ich das verstehe, war ja das für viele Natutforscher, die heute
- also die ich eher zu den seriösen zähle, wie z.B. wie Bruce Grayson oder Peter Fennck oder ähm Pim van Lommel, die waren ja deswegen so erstaunt ähm über
- diese Phänomene, weil die ja durch ihren klinischen Alltag mitbekommen haben, dass das meistens im zusammen in dem Zusammenhang passiert ist, dass diese
- Menschen wirklich einen Herzstillstand hatten. Und die herrschende Ansicht war ja eigentlich bisher immer, dass wenn das
- Herz still steht, dann zeigt ist auch das Gehirn sozusagen auf null. Ja. Also ähm und das das ist ja auch ich sehe ja darin auch den Grund, warum sich
- Materialisten so an diesen Strohalmen klammern, dass das Gehirn dann noch aktiv ist. Also, könnten Sie vielleicht noch ein bisschen drauf eingehen, ob das
- jetzt wirklich der Fall ist oder nicht? Weil natürlich Sie haben das erlebt. Sie tun sich da jetzt leichter zu sagen, ja, das ist schon klar, dass dass das eine
- Jenseitserlebnis war, aber für Außenstehende ist das ja immer wieder verunsichernd, die sich dafür interessieren, wenn es auf einmal wieder
- heißt, ja, da wurde eine Todeswelle entdeckt und da wurde noch eine Aktivität entdeckt. Ähm, haben Sie das vielleicht genauer überprüft, ob das
- wirklich stimmt? Weil für Außenstehende kann das ja schon ein wichtiger Aspekt sein. [schnauben]
- Also wir haben keinen letzten Beweis dafür, dass die Nahtoderfahrung gleichzeitig mit einer Nullaktivität im Gehirn
- auftritt. Aber wir haben ja auch keinen Beweis, dass da ausreichend Aktivität ist. Das haben wir kan man ja auch nicht die es
- ist ganz schwer die Natoderfahrung genau zeitlich zu bestimmen, weil es ja eine subjektive Innenwelt ist, die man mit der objektiven Außenwelt zeitlich
- korrelieren muss und in der Situation hat man alles andere alles mögliche zu tun, nämlich dieses Leben zu retten und nicht diese Frage zu klären. Also es ist
- ganz schwer herauszufinden, wann genau die Nahtoderfahrung stattgefunden hat. Man weiß in einem Falle bei der Erwährstudie 1, dass jemand eine
- Nahtoderfahrung hatte, wo er den ganzen Raum wahrgenommen hat, 3 Minuten nach dem Herzstuhl stillstand. Nach der klassischen Auffassung sollte
- jemanden 3 Minuten nach dem Herzstillstand nicht mehr genügend höherstufige Gehirnaktivität haben, also die man im EEG ableiten kann, die uns
- erklären würde, dass jemand eine so reiche Wahrnehmung der Außenwelt hat, dass er hören und sehen kann und beschreiben kann, was in einem Raum
- stattfindet. Also, da gibt es auf jeden Fall eine große Erklärungslücke ähm
- wie das möglich ist, dass man bei einer solchen Unterversorgung des Gehirns noch so genau die Außenwelt wahrnehmen kann. Das ist so, als wenn
- jemand ähm zum Autohändler geht und sagt, also seitdem mein Auto ein Kolbenfresser hat, fährt's besonders gut. Ja.
- Ähm und dann sagt er auch, also irgendwas haben sie nicht verstanden darüber, wie Motoren funktionieren. Ein Auto kann nicht gut fahren, wenn es ein
- Kolbenfresser hat. Und so kann eigentlich ein Gehirn, das seit 3 Minuten keinen Sauerstoff mehr bekommt, Zucker
- und was auch immer es für seinen Betrieb braucht, ähm kann nicht optimal arbeiten. Das heißt aber nicht, dass da nicht doch noch
- irgendwelche Prozesse ablaufen. Ähm auch solche, die wir vielleicht noch gar nicht messen können, weil sie auf einer tieferen Ebene ablaufen. Wir
- wissen ja auch nicht, wo das Bewusstsein erzeugt wird. Wir haben keine wirklich überzeugende Theorie dafür, wie das Gehirn überhaupt das Bewusstsein
- hervorbringt oder ob das Gehirn das Bewusstsein hervorbringt oder ob es nur damit korreliert ist. All das wissen wir nicht genau und es könnte sein, dass auf
- einer tieferen Ebene, die wir mit dem EEG nicht ableiten, immer noch Aktivität da ist. Deshalb würde ich mich ähm bei der
- Interpretation der Nahtoderfahrung nicht zu sehr daran festmachen, zu sagen, dass während der Nahtoderfahrung im Gehirn überhaupt
- keine Aktivität mehr ist. Die neuesten Forschungen ähm zum Sterben zeigen, dass der Prozess des Sterbens
- ähm das Absterben des Gehirns viel langwieriger und lang andauernd ist und viel gradueller und weniger ruckartig als
- bisher angenommen. Ähm, aber es bleibt dabei, dass man a dadurch nicht erklären kann, dass jetzt dieses Gehirn,
- was äh langsam in einem absteigenden Ast ist, plötzlich außersinnliche Wahrnehmungen hat. Also z.B. Dinge wahrnehmen kann im
- Raum, die wir mit unseren Sinneswahen Augen, also da, wo sich unsere Augen befinden, unsere Ohren befinden, mit unseren Sinnesorganen gar nicht hätten
- wahrnehmen können. Und es erklärt auch wenig, dass, wie ich vorher schon sagte, dass in so einem solchen Zerfalls und Stresszustand
- oder eines Zustandes des ähm anfallartigens Zuckens und letzten Aufbäumens, eine so
- inhaltsreiche, den Sinn des Lebens betreffende, die innere eigene Existenz und das eigene Leben deutende
- ähm von daher semantischreiche innere Erfahrung hervortreten sollte. Warum? Also, welchen evolutionären
- Vorteil sollte das haben, wenn man paar paar eine Minute später tot ist und sich sowieso nicht mehr fortpflanzen kann? Ähm, also was warum diese tiefe
- Erfahrung, diese Aufschlüsselung dessen, was der Sinn der menschlichen Existenz ist, die Aufschlüsselung der eigenen Existenz,
- das alles in diesem chaotischen Moment des Zusammenfalls, wo wo alles die neuronale Ordnung zusammenbricht. Man sollte, wenn die neuronale Ordnung
- zusammenbricht, Chaos erwarten und nicht das Gegenteil höchste Ordnung. Ja. Äh von daher ist zu sagen, ja, da geht noch mal eine Welle durch und die erklärt das
- alles. Ähm das klingt sehr schön, aber es ist wenig überzeugend. Ähm das wäre es dann überzeugend, wenn man diese Welle nachmachen könnte.
- Ähm und dann verlässlich jedes Mal, wenn man diese Welle erzeugt, die Menschen eine tiefe Nahoderfahrung hät. Aber selbst das, wenn die Menschen dann
- jeweils, wenn wir diese Welle erzeugen würden, eine tiefe Nahtoderfahrung machen würden, würde die Tiefe der Erfahrung in keinster Weise beschränken
- oder einschränken. Ähm, also wie ich schon vorher sagte, dadurch, dass sie ein Gehirn brauchen, um zu erkennen, dass 3 + 7 = 10 ist,
- dadurch wird diese mathematische Einsicht nicht weniger wahr. Und wenn Sie in einer solchen Nahtoderfahrung
- in einem bestimmten Gehirnzustand erkennen würden, nehmen wir an, wie es brauchen einen bestimmten Gehirnzustand dafür, ähm dass der Sinn ihres Lebens
- das Schenken von Liebe und das Streben nach Weisheit ist und nicht das Streben nach Macht, Geld und Einfluss, was vorher ihr Leben bestimmt hat, dann ist
- die Wahrheit dieser Einsicht nicht dadurch in irgendeiner Weise vermindert, weil das Gehirn noch aktiv war dabei. Also das ähm es geht um die Erfahrung
- selbst und nicht so sehr war jetzt das Gehirn aktiv oder nicht, weil wir das nicht so genau wissen. Wir wissen ja wie gesagt nicht mal wie das Gehirn das
- Bewusstsein überhaupt erzeugt. Daher können wir auch nicht sagen, ob das diese diese Areale noch aktiv waren. Also, es gibt ja Forscher, die
- sagen, das Bewusstsein wird auf einer quantenmechanischen Ebene erzeugt. Denken Sie an Roger Penrose ähm und seine seine Theorie über das Bewusstsein
- Nobelpreisträger in Physik. Ähm äh das können wir sowieso nicht messen auf während einer solchen medizinischen Notsituation, was auf der
- quantenmechanischen Ebene im Gehirn vor sich geht. Wobei ja in der Medizin meines Wissens schon eher die Ansicht auch verbreitet ist, dass wenn das
- Gehirn ein Bewusstsein erzeugt, dann muss ein gewisses Niveau an Gehirnaktivität messbar sein. Also meines Wissens wird ja der Körper oder
- das Gehirn schon bewusstlos, wenn das systolische Blutdruck den Wert von 65 bis 70 unterschreitet, dann wird man bewusstlos, das Herz schlägt noch, es
- ist noch viel an Aktivität im Gehirn messbar, aber man hat schon längst kein Bewusstsein mehr. Also ähm dieses Argument, da könnte noch irgendeine
- minimale Aktivität irgendwo ganz weit drinnen im Gehirn sein. Das ist ja auch was was Skeptiker oft sagen, aber dass Mediziner und Neurologen sind ja meines
- Wissens eher der Ansicht, dass da schon noch ein ordentliches Volumen messbar sein muss, damit das Gehirn was erzeugt. Ja, also da ist ist ja nicht so die An
- verbreitet, dass so eine minimale Aktivität bereits genügt genügen würde für ein klares Bewusstsein. ähm für unser Wachbewusstsein, unser
- normales Wachbewusstsein, in dem wir uns jetzt alle befinden und hoffentlich auch die Zuschauer Zuschauerinnen. Ähm dafür braucht man sicher diese komplexen
- Vorgänge ähm auf einen im Kortex. Ähm, aber es ist nicht gesagt, dass wenn diese Vorgänge nach unten gehen, sozusagen und zurückfallen in die Tiefe
- der Materie, dass sie dann geringer werden. Es könnte ja sein, dass das Herz der Materie
- äh und die tiefste Realität der Materie Geist ist. So dass wenn wir diese Bindung an die höheren Hirnstufen verlieren und der Geist sozusagen sich
- tiefer in das holistische Ganze der quantenmechanischen Wirklichkeit zurückzieht, der Geist dann sogar befreit wird und mehr erfahren kann.
- Ähm, es ist nicht gesagt, dass der Geist nur dann mehr erfahren kann, wenn er sich von der Materie trennt. Das wä das eine eine Interpretation der
- Natoderfahrung, dass die die nichtmaterialistische, die dualistische. Die andere ist, dass der Geist eigentlich das Innere der Materie selbst
- ist und dass er in in dieser Nahtoderfahrung in dieses Innere der Materie selbst, die Weltseele um Platon zu sprechen, zurückgeht
- und damit in einen größeren, umfassenden, holistischen geistigen Zusammenhang, der uns Zugänge zur Wirklichkeit gibt, die wir
- in der normalen Verbindung mit unserer mit unserem Hirn und unserer Großhirnerin dort, unseren Sinnesorgan Organen nicht haben. Also die
- Natoderfahrung kann in zwei Richtungen philosophisch interpretiert werden, dass man sagt, ja, das ist ein Beweg dafür, dass der Geist den Körper
- irgendwie verlässt oder aber, dass der Geist auf eine tiefere Ebene in der Wirklichkeit, in der materiellen
- Möglichkeit geht, in der alles mehr mit allem zusammenhängt und dann zu Dingen fähig ist, die wir im normalen Wachbewusstsein nicht haben. Beides ist
- da meiner Ansicht möglich. Also, wenn das dann so wäre, dass da noch eine Aktivität sowas ermöglichen würde, dann müsste man ja eigentlich
- auch z.B. die Transplantationsmedizin vorerst wieder abschaffen, weil äh äh es ist ja meines Wissens so ähm, dass das EEEG das sicherste technische Instrument
- ist, um den irreversiblen Hirnon festzustellen. Ja, also man verlässt sich offenbar in der Medizin schon sehr auf das EEEG, wenn man damit sogar den
- irreversiblen Hirntot feststellen kann und einen Patienten freigeben kann für für die Organspende. Aber wenn das eben so wäre aus
- wissenschaftlicher Sicht, dass das alles so offen ist, dass eine minimale Aktivität irgendwo im Gehirn, die vom G nicht erfassbar ist, noch äh Leben oder
- Bewusstsein erzeugt, dann dann dann dürfte man ja sowas gar nicht machen eigentlich, oder? Das stimmt. Ähm die das wie eine klare
- Todesgrenze lässt sich so einfach nicht definieren. Es ist sicherlich nicht die Abwesenheit von elektrischen Aktivitäten im EWEG, weil wir wissen, dass das
- streitet auch kein Mediziner, dass man Menschen zurückholen kann, nachdem diese Ströme abwesend waren. Ähm nach neuesten Untersuchung bei
- Schweinen, sogar aber nach einer sehr langen Zeit, kann man die Aktivität des Schweinehirns wieder zurückholen, ähm
- nachdem über Stunden die elektrische Aktivität nicht mehr messbar war. Ja, ich möchte nur noch korrekterweise dazu sagen, also in diesen Richtlinien
- da steht drinnen, also meines Wissens sind es zwei Messungen innerhalb von 24 Stunden jeweils für 30 Minuten in einem gewissen Abstand, damit das technisch
- bestätigt ist. Natürlich kommen diese ganzen Reflex Tests auch noch dazu, aber immerhin nur 24 Stunden, zweimal jeweils äh 30 Minuten. Okay.
- Ja, also das ist der entscheidende Faktor, nicht die Abwesenheit der Gehirnaktivität, sondern der lange Zeitraum. Ähm und dann sagt man, dann
- sind die Gehirnzellen soweit geschädigt, dass man nicht mehr reanimieren kann, also dass man den Geist sozusagen nicht mehr
- in dieses Gehirn zurückkriegt. Wenn er irgendwo anders ist, das geht die Medizin nichts an, aber in dieses Gehirn kann er nicht zurück, weil das Gehirn
- unwiderruflich geschädigt ist. Das das ist die Auffassung und das das wird durch die EEG Messung Pluszeit nicht durch die EEGM allein festgestellt.
- Dann erlauben Sie mir noch eine abschließende Frage und zwar aus Ihrer jetziger Sicht. Ähm was für eine Rolle spielt der bewusste Glaube an Gott oder
- an Jesus Christus, um letztlich äh in dieses ich ja sagen wir Paradies oder in den Himmel, ins Himmelreich oder in die Erlösung zu kommen oder für das
- Seelenheil. Es gibt ja da so verschiedene Begriffe. Was glauben Sie, spielt dieser dieser Glaube für eine Rolle?
- Nachristlicher Auffassung ist es nicht notwendig an Jesus Christus zu glauben, um das Heil zu erlangen, also um die in die ähm ewige Gemeinschaft mit Gott zu
- kommen, weil es gibt ja viele [schnauben] Menschen, die vor Christus gelebt haben oder die nach Christus gelebt haben und
- ja, aber bei Christen ist das ja schon sehr verbreitet, also diese Ansicht, dass man bewusst an Jesus Christus glauben muss oder dass das auch der
- einzige Weg ist äh überhaupt in die Erlösung oder in Seelenheil, Das ist ja schon sehr verbreitet in Christentum. Ja, ist aber falsch.
- Ist auch nicht die offizielle Lehrmeinung der Kirche. Ähm, also ich sehe das immer wieder auch an
- Rückmeldung. Ich, also einerseits bin ich selber in so einer christlichen Gemeinschaft aufgewachsen, ich gehöre jetzt nicht mehr dazu, aber ich sehe das
- auch an den vielen Rückmeldungen auf solche äh Videos in den Kommentarbereichen, da kommt es ja immer wieder äh in einem erstaunlichen Ausmaß
- äh aus gewissen Kreisen, dass dieser Glaube, also dieser bewusste Glaube an Christus und an seine Lehre, dass das unbedingt die Voraussetzung ist für die
- Erlösung. Das heiß, das heißt ja, dass alle alttestamentlichen Gestalten, die ganzen Propheten des Alten Testaments und so,
- dass die alle nicht erlöst werden konnten, weil die wissen nichts von Christus. Also und äh ich bringe das deswegen im
- zusammen in den Zusammenhang mit Natutoderfahrungen, weil Menschen nach solchen Erlebnissen, die sagen, die kommen ja meistens ab von diesen von die
- solchen Ansichten, wenn sie das vorher hatten. Ja, da das ist ja auch interessant, dass Menschen nach Nazoderfahrung, die die bleiben zwar oft
- in also konfessionell durchaus, aber sie sehen das nicht mehr so eng, nicht mehr so dogmatisch, dass sie jetzt sagen, die Kirche und der Glaube an die Lehre und
- an Jesus Christus wä irgend wäre irgendeine Voraussetzung. Also die meisten Natutoderfahrungen Erfahren emanzipieren sich ja von diesen
- Dogmen und sagen dann, das hat mit dem bewussten konfessionellen Glauben überhaupt nichts zu tun, ob man in die Erlösung kommt oder nicht.
- Ja, wie gesagt, es gibt kein solches Dogma, dass man an Jesus Christus glauben muss, um erlöst zu werden. Ähm, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass man
- jetzt konkret von Jesus Christus gehört haben muss und irgendwie seine Lehre nachgefolgt haben muss, aber mit direkten Bezug auf ihm. Ein [schnauben]
- solches Dogma gibt es nicht. Ähm natürlich gibt es solche Sätze wie außerhalb der Kirche kein Heil, aber [schnauben] auch das wird so
- interpretiert, dass es neben der sichtbaren Kirche eine unsichtbare mystische Kirche gibt, in der man durchaus dringend sein kann, ohne dass
- man der sichtbaren Kirche angehört. Ähm, also das ist kein gutes Beispiel dafür, aber sie haben, das ist einfach eine sehr
- engstirnige Auffassung, die äh noch nicht mal mit der Lehrmeinung der Kirche viel zu tun hat, aber
- wie ich am Anfang schon sagte, alle Nahtoderfahren oder die meisten Nahtoderfahrung haben eine Art mystische Erfahrung
- gemacht und Mystiker sehen, dass alle unsere begrifflichen Erklärungsversuche, unsere sprachlichen Ausdrucksweisen, die sich in Theologie und in Dogmen und
- alle möglichen ausdrücken können, dass die nur ein ein Abklatsch sind, ein ein ja ein eine mehrfach
- aufgeweichte abklatsch will ich wieder fast wieder sagen, also ein nicht das eigentliche der Religion,
- das eigent eigentlich die Religion ist die Gotteserfahrung selbst und die ist tatsächlich zwischen den Mystikern, sagen wir im Judentum, im Christentum äh
- im Buddhismus gar nicht so unterschiedlich, sodass in der Tiefe der mystischen Erfahrung sich die Religionen sehr ähnlich sind und die ganzen
- Streitereien zu schweigen von Religionskriegen und so weiter von daher nicht gerechtfertigt sind, sondern andere Gründe haben. Herr
- Professor Bründrup, vielen Dank für diese Beschreibungen und alles Gute Ihnen. Danke für die Fragen und Ihnen auch
- alles Gute.
Zum Nachlesen
Leben nach dem TodNach dem Tod wechsele das Individuum endgültig in einen anderen Seinszustand (Weiterleben in einem Totenreich, Jenseits, Auferstehung, Himmel, Unsterblichkeit, …
GotteserfahrungAls Gotteserfahrung werden Erfahrungen bezeichnet, die als Wirken einer Gottheit und im Seinszustand einer göttlichen Wirklichkeit wahrgenommen werden.