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Das Byzantinische Reich in 25 Minuten – Aufstieg und Fall Konstantinopels
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 144 Zeilen
- Im Juni 1852 kam der französische Schriftsteller Theophil Gtier nach Konstantinopel und blieb bis Ende September. Eines Tages
- ging er die alte Landmauer entlang, die die Stadt im Westen abschließt. Was er sah, war eine Ruine. Feigenbäume auf den Türmen, Efevoll über den Zinnen,
- Weinranken aus den Fugen, ganze Mauerstücke in den Graben gerutscht. Jahre zuvor war diese Ruine das Bollwerk einer Hauptstadt gewesen. Ein einziges
- Mal in 1000 Jahren hat ein Angreifer diese Linie durchbrochen. Erobert wurde die Stadt trotzdem zweimal und beide Male standen davor Gegner, mit
- denen an diesem Hof niemand gerechnet hatte. Ellef Jahrhundertelang verlor das oströmische Reich Land und kaufte sich
- bei jedem frei, den seine Heere nicht schlagen konnten. [räuspern] Warum überlebte es trotzdem alle seine Nachbarn? Und was zerbrach im Frühjahr
- 1453? 11. Jahrhunderte von der Gründung der Stadt bis zu dem Morgen, an dem die Mauer offenst. Leute, wenn euch dieses
- Format gefällt, abonniert den Kanal und lasst gern ein Like da. Mitte derer Jahre teilte Kaiser Dioklezian die Verwaltung des römischen
- Reiches in eine westliche und eine östliche Hälfte, um die Bürgerkriege zu beenden. Im Jahr 330 eröffnete Kaiser Konstantin am Bosperus eine neue
- Hauptstadt, dort, wo bis dahin das griechische Handelsstädtchen Byzantion lag. Er ließ sie neu Rom nennen. Geblieben ist der andere Name, seiner
- Konstantinopel. Die Stadt liegt wie ein Keil zwischen zwei Meeren. Land hat sie nur auf einer Seite. Aus dieser einen Richtung kann
- ein herkommen, aus keiner anderen. Zwischen Europa und Asien liegen hier an der engsten Stelle etwa 700 m Wasser. Die östliche Hälfte war reicher und
- dichter besiedelt als die westliche. Dort lagen das Getreide, das Geld und die Menschen. 395
- teilte Kaiser Theodosius. Das Reich unter seinen Söhnen auf und diesmal wuchsen die Hälften nicht wieder zusammen. Das Wort Byzanz kannten die
- Bewohner dieses Reiches nicht. Sie nannten sich tausend Jahre lang Romäer, also Römer. Ihr Land Romea. Geprägt hat den Namen erst der deutsche
- Gelehrte Heronymus Wolf 100 Jahre nach dem Untergang. Die reichste Hauptstadt der damaligen Welt lag einen Tagesmarsch von jener
- Straße entfernt, auf der die Völker aus der Steppe nach Westen zogen. Binnen eines Jahrhunderts war die Stadt über Konstantinsmauern hinausgewachsen und
- die Grenze an der Donau stand offen. Um 404 begannen die Bauleute deshalb 2 km weiter westlich eine neue Linie. Auf dem Thron saß Theodosius I. Kind von drei
- Jahren. Gebaut wurde im Auftrag des Pretorianer Präfekten Antemius, der den Osten tatsächlich regierte. Während die Gerüste standen, nahmen die Westgoten
- unter ihren König Alarich 410 Rom ein. Der Kirchenvater Hieronymus, der damals in Bethlehem lebte, schrieb: "Die Stadt, die einst die ganze Welt erobert habe,
- sei nun selbst erobert. Flüchtlinge brachten die Nachricht in den Osten und die Baustelle vor den Toren bekam ein anderes Gewicht. 413 war
- die Linie fertig. Drei Welle lagen hintereinander, jeder höher als der vorige. Davor ein breiter Graben, der sich vermutlich fluten ließ. Die
- Hauptmauer war etwa 5 m dick und 12 m hoch. Türme standen darauf und über sechs Kilometer zog sich die Anlage quer über
- die Landseite. Weißer Kalkstein, dazwischen Streifen aus rotem Ziegel. In der Sonne war diese Linie schon von weitem zu erkennen.
- Was ihr bevorstand, ahnte niemand. Gut 30 Jahre nach der Fertigstellung stürzte sie ein in dem Jahr, in dem Heer auf sie zumarschierte. 447
- bebt in Konstantinopel die Erde. 57 Türme stürzen ein, mit ihnen ganze Mauerabschnitte. Häuserzeilen sacken weg, Menschen liegen unter den Trümmern.
- Zurelben Zeit zieht das Heer des Hunnenkönigs Attila heran, dem der Hof seit Jahren Zahlungen schuldig ist und der kurz zuvor, wie ein Zeitgenosse
- berichtet, mehr als 100 Städte in Trakien genommen hat. Der Pretorianer Präfekt Konstantin aus dem frügischen Lau Dea lässt die Kasernen links liegen
- und geht ins Hippodrom zur Rennbahn. Mit dem Kaisergleichen Namens hat er nichts zu tun. Er ist ein Beamter, der sein Amt in diesem Jahr antritt. Im Hippodrom
- sitzen die vier Zirkusparteien, Rot, Weiß, Grün und Blau, Vereine der Wagenrennen, hinter denen jeweils ein Teil der Stadt steht, das, was wir heute
- Fanblöcke nennen würden. Jede Partei bekommt einen eigenen Mauerabschnitt zugeteilt und aus der Reparatur wird ein Wettkampf. Es geht um die Ehre der
- eigenen Farbe. 16 000 Menschen stehen auf den Gerösten, glaubt man den Chronisten, singen und pfeifen den Nachbarabschnitt aus. Nach 60 Tagen
- steht die Mauer wieder, stellenweise stärker als zuvor und Atila sieht bei seiner Ankunft eine dreifach gestaffelte Linie vor sich. Von dieser Arbeit blieb
- eine Inschrift am Mauerfuß. Kaum hätte Palace Athene so rasch eine solche Feste gebaut. Die Mauern hielten. Gewonnen war der Krieg damit nicht.
- Attila bekam sein Geld trotzdem und mehr als bisher. 6000 Pfund Gold als Rückstand und 2100 Pfund im Jahr statt der 700 von vorher. Am Hof in
- Konstantinopel setzte sich eine Rechenregel durch. Ein Heer ist teuer und wer es verliert steht ohne alles da. Gold dagegen kommt jedes Jahr aus den
- Provinzen nach. Nennen wir es die Preisliste. Der Hof bezahlte, die Bedrohung zog ab und ein paar Jahre später kam sie teurer wieder. Die Goen,
- die im Osten Druck machten, bezahlte der Hof dafür, dass sie ihn nach Westen verlegten. Mehrere Kaiser hielten es über Jahrzehnte.
- Am 4. September 476 zwang der Herführer Odoaka, ein Barbar in römischen Diensten, den letzten Kaiser des Westens zur Abdankung,
- Romulus Augustulus. Imselben Herbst schickte er die Insignien des westlichen Kaisertums nach Konstantinopel.
- Der Osten bekam Symbole an der Stelle einer Provinz. In Konstantinopel regierte damals Kaiser Zenon. Den neuen Herrn Italiens erkannte er erst an nach
- dem Tod des Julius Nepos, den er bis dahin als rechtmäßigen Westkaiser geführt hatte. Eine Rückeroung konnte er sich nicht leisten, also stellte er
- dafür einen anderen Barbaren an, Theoderich, den König der Ostgoten. Der stürzte Odoaka und erklärte sich selbst zum König. 493
- lud er den besiegten zum Festmal nach Ravenna und er schlug ihn dort eigenhändig. Der Söldner hatte seinen Auftrag erledigt und blieb selbst Herr
- im Land. Italien war verloren, verloren durch die Hand Konstantinopels. Jahre später saß ein Mann auf dem Thron, der befand, den Westen könne man sich
- auch einfach nehmen. Er stammte aus einer Familie, die Schweine hütete. Drei Bauernburschen aus Dardanien, einer armen Gegend im Inneren des Balkans,
- kamen zu Fuß in die Hauptstadt, um sich beim Herz zu melden. So erzählt es Prokopios von Cesarea, der Hofhistoriker dieser Epoche. Einer der drei hieß
- Justin. Er konnte weder lesen noch schreiben, diente sich bis zum Kommandeur der Palastwache hoch und wurde 518 Kaiser. Wie ein Kaiser
- regiert, der das Alphabet nicht kennt, beschrieb Prokopios genau. Die Helfer legten auf das fertige Dokument eine hölzerne Schablone mit vier
- ausgeschnittenen Buchstaben. L E G I gelesen, drückten dem Kaiser die Feder in die Hand und führten sie in den Rillen entlang. So bekamen die Gesetze
- des Reiches ihre Unterschrift. Dazu gehört ein Hinweis: Prokopios verabscheute diese Familie und von ihm allein stammt der Bericht. Justin ließ
- seinen Neffen Justinian aus dem Dorf holen und verschaffte ihn die Bildung, die er selbst nie bekommen hatte. Der Weg vom Schweinehörten bis zum Thron war
- in diesem Reich nicht versperrt. Justinian heiratete Theodor, vor der Ehe Schauspielerin. 532 trieb die Steuern schärfer ein als seine Vorgänger und der
- Zorn darüber schweiste im Hippodrom zusammen, was sonst auf offener Straße aufeinander losging. Grüne und blaue verbündeten sich gegen ihn. Ihr
- Schlachtruf gab dem Aufstand den Namen Nika. Säge. Am fünften Tag brannte die Stadt noch immer und im Hafen lag längst ein
- Schiff für den Kaiser bereit. Theodora verbot ihn die Flucht. Purp pur, so überliefert es der Hofhistoriker, sei das beste Leichentuch.
- Das Heer trieb die Aufständischen in die Arena und machte dort ein Ende. Prokopios spricht von 30.000 Toten. An der Stelle der niedergebrannten
- Hauptkirche ließ Justinian eine Kuppel bauen, für die Marmor aus dem ganzen Reich herangeschafft wurde. 55 m über dem Boden, rund 31 m Spannweite, nach
- späteren Erzählungen 10000 Menschen auf der Baustelle. Die Kirche bekam den Namen Hagia Sophia, heilige Weisheit.
- Der Mann, der sich geweigert hatte, aus der brennenden Stadt zu fliehen, nahm sich als nächstes das Mittelmeer vor. Die Rückeroberung gelang. Die Rechnung
- kam später. Imselben Jahr unterschrieb Justin Jah mit dem Perserreich einen Vertrag, den beide Höfe den ewigen Frieden nannten und zahlte dafür 11000
- Pfund Gold. Ruhe im Osten, damit die Hände im Westen frei blieben. Die Preisliste, diesmal für einen ebenwürtigen Gegner.
- Zwischen beiden Höfen war eine Formel in Gebrauch, nach der Rom und Persien die zwei Augen der Welt seien. Sein Feld Herr Belisa, vernichtete in weniger als
- einem Jahr das Reich der Vandalen in Nordafrika und zog am 9. Dezember 536 ohne Kampf in Rom ein. Danach folgten 20 Jahre Krieg, in denen
- die Stadt mehrfach den Besitzer wechselte. Einmal nahm sie der Gotenkönig Totila zurück und Rom selbst, das Ziel des ganzen Unternehmens. Die
- Goten kapptten an einem Tag elf Aquedukte und nach dem Krieg baute sie niemand wieder auf. Eine Stadt, in der einmal eine Million Menschen gelebt
- hatten, schrumpfte auf einige zehntausend. Justinians Heere hatten Rom zurückerobert und es damit zuge gerichtet. 541 brachten Getreideschiffe
- aus Ägypten die Pest. Auf dem Höhepunkt starben nach Procopios 10000 Menschen am Tag. Menschen, Geld und Heer gingen zur Neige. Den Goldvorrat, den Justins
- Vorgänger Anastasius hinterlassen hatte, verbrauchten diese Feldzüge bis auf den letzten Rest.
- 3 Jahre nach Justinians Tod überquerte das Volk der Langobarden die Alpen und nahm binnen einer Generation den größten Teil Italiens ein. Die Ostgoten hatte
- der Feldr Narses da längst erledigt, nur fehlte jetzt das Geld, um den neuen Gegner auszuzahlen. Der einzige Gewinn dieser
- Regierungszeit, der sich rentierte, passte in zwei hohle Bambusstöcke. Um 552, schreibt Prokopios, brachten zwei Mönche
- darin die Eier von Seidenraupen in die Stadt. Darauf gründete sich das byzantinische Seidenmonopol in Europa. Ein hohes Rohr hatte dem Reich
- Jahrhunderte an Einnahmen gebracht. Ein anderes rettete [räuspern] ihm gut 100 Jahre später das Leben. Wenn Ihnen dieses Video gefällt, lassen
- Sie gern ein Like da und abonnieren Sie den Kanal. Die Kaiser in Konstantinopel und die Könige in Persien hatten sich in einem
- Krieg von 30 Jahren gegenseitig erschöpft. Dann kamen aus Arabien Heere, geeint von einem Glauben, den es eine Generation zuvor noch nicht gegeben
- hatte, dem Islam. 636 verlor das Oströmische Heer die Schlacht am Fluss Jarmuck. Ein Jahr darauf
- übergaben die Verteidiger Jerusalem, dann fiel Ägypten 642 und mit Ägypten das Getreide von dem die Hauptstadt lebte.
- Binnenf Jahren war der ganze Süden verloren. 655 ging vor der Lykischen Küste die Flotte unter. 500 Schiffe, so zählt es der
- Chronist Theopanes. Kaiser Konstanz II entkam in Kleidertausch mit einem einfachen Soldaten. Die Stadt verteidigte in den
- folgenden Jahrzehnten sein Sohn Konstantin Vater und Sohn. Zwei Männer, nicht einer.
- In den70er Jahren erreichte eine arabische Flotte die Hauptstadt selbst und ein Flüchtling namens Kalinikos auf der Flucht vor eben diesen Eroberern
- brachte eine Waffe mit. Sie ging als das griechische Feuer in die Chroniken ein. Was zwischen und78
- vor den Mauern geschah, darüber streitet die Forschung bis heute. Eine jahrelange Belagerung, eine Blockade oder mehrere Feldzüge hintereinander.
- Woraus das Feuer gemischt war, weiß ebenfalls niemand. In Gespräch sind Erdöl, Schwefel und ungelöschter Kalk. Was die Waffe anrichtete, steht in
- Zeissen aus drei Jahrhunderten. [räuspern] Theofanes, neuntes Jahrhundert, über die Seeschlacht von 655.
- Das Meer habe sich rot gefärbt vom Blut der Römer. Anna Komnena Geschichtsschreiberin des Z. Jahrhunderts, 400 Jahre nach Kalinikos.
- Ein Gemisch aus Harz und Schwefel werde durch ein Rohr geblasen und falle als Feuerwirbel auf die Gesichter der Feinde. Sie beschreibt die Waffe ihrer
- eigenen Zeit und die skandinaische Saga von Ingwar, dem weitgereisten, ein literarisches Zeugnis und kein Augenzeugenbericht.
- Aus einem bronzenen Rohr schießt Feuer und das Schiff brennt nieder. schlug Kaiser Leo I mit diesem Feuer die zweite große Belagerung zurück. Die
- Hauptstadt hielt, das Mittelmeer war verloren. Zurück ins siebte Jahrhundert. Während die Schiffe brannten, änderte sich die
- Verfassung des Staates. Eine Provinz konnte nicht länger auf eine Legion aus unbekannter Ferne warten. Also wandelten die Kaiser die Provinzen nach und nach
- in Militärbezirke um. Themen genannt. Ein Stratege befehligte darin Heer und Verwaltung zugleich und die Soldaten lebten vom Land in ihrem eigenen Bezirk.
- Wer dort kämpfte, verteidigte seinen eigenen Acker. Bis zum Jahr 800 schrumpfte das Reich etwa auf die Hälfte und aus der Grenze jahrhundertelang eine
- Durchgangsstraße wurde eine Front. Auf dieser Grundlage wuchs die stärkste Zeit dieses Staates. Missionare aus Konstantinopel tauften die Russ, die
- Fürsten von Kiev, und mit dem Glauben kam die slawische Schrift zu ihnen, die kurz zuvor in Bulgarien entstanden war. Das kyrillische Alphabet.
- Fast alles, was von der antiken griechischen Literatur erhalten ist, ging durch die Hände byzantinischer Abschreiber. In der Hauptstadt lebten um
- das Jahrtausend je nach Schätzung 3 bis 400.000 Menschen. Eine größere Stadt konnte sich ein Europäer nicht vorstellen.
- 972 heiratete die Kaisernichte Theofanu in Rom den künftigen Kaiser Otto II. Und näher sind sich das otonische und das
- byzantinische Kaiserhaus nie gekommen. Auf dem Thron saß in diesem Jahrzehnten Basileos II. unterdem das Gebiet des Reiches so groß war, wie seit vier
- Jahrhunderten nicht mehr seit dem Auftauchen der Araber. Der Überlieferung nach ließ er nach dem Sieg über die Bulgaren, das große Reich
- an der Nordgrenze bei Cidion, im Jahren, 15 000 gefangene blenden und jedem Hunderten ein Auge, damit noch jemand die Kolonne nach Hause führen konnte.
- Der Chronist, von dem die Zahl stammt, schrieb 80 Jahre später und setzte selbst ein, so sagt man davor. [räuspern]
- Unter ihm kam auch der ungewöhnlichste Preis dieser Jahrhunderte zustande. 1988 schickte der Kievfürst Vladimir 6000 Skandinavier, aus denen die Leibgarde
- des Kaisers wurde. In Gold ließ sich das diesmal nicht bezahlen. Vladimir bekam Anna, die Schwester des Kaisers, zur Frau. Das Themenher aber stand und fiel
- mit dem Bauern, der sein eigenes Land bestellte. Und dieses Land kaufte der Adel Stück für Stück auf. Bis 1071 war das Heer ausgehüllt. Bei
- Manzikat, weit im Osten Anatoliens, traf es auf die Seltschupen, türkische Reiter aus der Steppe, die kurz zuvor Persien genommen hatten. Die Reserve verließ das
- Schlachtfeld, bevor die Entscheidung fiel und Kaiser Romanos I. geriet in Gefangenschaft. Lebend in der Hand eines Feindes hatte
- sich ein römischer Kaiser zuletzt befunden, als Valerian 260 den Persern in die Hände fiel. Anatolien war verloren, die Quelle des Getreides und
- der Soldaten zugleich. Eigene Krieger gab es nicht mehr, also mussten Fremde her. Der Kaiser schrieb nach Rom. Er schrieb nach Rom, mit dem Konstantinopel
- 17 Jahre vor Manzikert gebrochen hatte. Am 16. Juli 1054 hatte ein Gesandter des Papstes mitten im Gottesdienst eine Bannbulle auf den
- Altar der Hagia Sophia gelegt im Namen Papst Leos des, der zu diesem Zeitpunkt schon drei Monate tot war. Der Patriarch antwortete mit dem Bann gegen die
- Gesandten. Der Brief selbst kam erst eine Generation nach der Niederlage. Alexios Komnenos bestieg 1081 den Thron und bat den Westen 14 Jahre später um
- Truppen. Söldner bekam er nicht. Was kam, waren Kreuzfahrer hereere, bewaffnete Pilgerzüge, die der Papst zur Rückeroberung Jerusalems aufgerufen
- hatte und deren Weg durch dieses Reich führte. Danach folgten hundert Jahre Reibung. In den Vierteln der Hauptstadt prügelten
- sich Venezianer, Genuen und Pisaner um den Handel. 1171 ließ Kaiser Manuel I. I. Alle Venezianer im Reich verhaften und 11 Jahre später
- machte der Mob das lateinische Viertel nieder. Bis zu 60.000 Lateiner lebten in der Stadt. Wie viele starben zählte niemand.
- geriet auch der Zug des römisch-deutschen Kaisers Friedrich Barbarossa auf dem Balkan beinah in einen Krieg mit Kaiser Isaak Angelos.
- Heer vor der Stadt, unterwegs nach Ägypten und ohne das Geld für die venezianischen Schiffe, die es dorthinbringen sollten. Der junge
- Alexius Angelos versprach ihm 2000.000 Mark Silber und ein Heer dazu, wenn es seinem Vater den Thron zurückholte. So viel Geld lag in der Staatskasse
- nicht. Zum ersten Mal nannte an diesem Hof jemand einen Preis, den es gar nicht gab. Im April 1204 stiegen die Kreuzfahrer vom goldenen Horn her über
- die niedrigen Seemauern. Die Landmauer rührten sie nicht an und plünderten die Stadt drei Tage lang. Das Reich zerfiel in Splitterstaten und zurück kam die
- Hauptstadt beinah durch Zufall. Am 25. Juli 1261 erfuhr ein Spättrup aus Nikaja, einem dieser Splitterstaten mit eigenem
- Kaiser, dass das fränkische Heer abgerückt war, schlüpfte durch eine Bresche und öffnete die Tore von innen. 80 Jahre nach dieser Rückkehr war die
- Kasse leer. 1343 verpfendete Kaiserin Anna von Savoen die Steine aus der Kaiserkrone für 30.000 Dukaten nach Venedig. und das Geld floss
- in den eigenen Bürgerkrieg. Vier Jahre später krönte sich das nächste Kaiserpaar mit Kronen aus vergoldetem Leder und gefärbtem Glas.
- Die Preislüste galt weiter, nur konnte an diesem Hof niemand mehr bezahlen. Und genau da kam ein Mann mit einer Rechnung in die Stadt. Auf der asiatischen Seite
- des Bosporus stand inzwischen ein neues Reich. Die Osmanen, türkische Fürsten aus Anatolien hatten in gut hundert Jahren auch den Balkan hinter der Stadt
- genommen. Konstantinopel lag in ihrem Gebiet wie eine Insel. 1452 bot ein Ingenieur namens Urban aus Ungarn gekommen, dem Kaiser Konstantin
- dem X. ein Geschütz an, das nach seinen eigenen Worten selbst die Mauern Babylons durchschlagen würde. Der Kaiser nannte den Preis, den er aufbringen
- konnte. Er war niedrig. Die Steine der Kaiserkrone lagen seit mehr als hundert Jahren in Venedig. Zu holen war in dieser Stadt kaum noch etwas.
- Urban ging über den Bosporus und machte dasselbe Angebot dem Sultan Mehmed. Der zahlte. Zum ersten Mal begich die Rechnung derjenige, der gekommen war,
- das Reich zu vernichten. Herauskam ein Rohr von rund 8 m und Kugeln von über einer halben Tonne. 60 Ochsen und bis zu 400 Mann zogen das
- Geschütz. Feuern konnte es etwa sieben mal am Tag. Danach mußte das Rohr abkühlen. Mhmed hatte den Thron mit 18 Jahren bestiegen und stand nun mit 21
- vor der Mauer mit 60 bis 80.000 Mann. Im März ließ Konstantin alle zählen, die eine Waffe halten konnten. Sein Sekretär Franzes kam auf 4773
- Griechen und rund 2000 Ausländer und bekam den Befehl, diese Zahl niemandem zu nennen. Am 6. April 1453
- fiel der erste Schuss. 53 Tage später stand die Mauer offen. Dieselbe Mauer, die die Anhänger der Zirkusparteien einst in 60 Tagen wieder aufgerichtet
- hatten und die 1000 Jahre lang niemand durchbrochen hatte. Der Kaiser, so heißt es, stürzte sich als einer der ersten in den Kampf und fiel.
- Mehmet ritt bis zur Hagia Sophia und befahl das Gebäude zu erhalten als [räuspern] Moschee. Es steht bis heute. Urban erlebte das Ende der Belagerung
- vermutlich nicht mehr. Sein eigenes Geschütz soll beim Abfeuern geborsten sein und ihn erschlagen haben. [räuspern] Vermutlich.
- Sicher weiß das niemand. In 11 Jahrhunderten wurde Konstantinopel mindestens 20 mal belagert. Von einem fremden Heer eingenommen wurde die Stadt
- zweimal von Christen, die der Kaiserhof selbst gerufen hatte und am 29. Mai 1453 von einer Kanone. Sie war die erste
- Rechnung, die dieses Reich nicht mehr bezahlen konnte. Vielen Dank fürs Zuschauen. Ich hoffe, das Video war für dich interessant. Wenn
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