Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Das Kloster St. Rémy de Rochefort - wo eines der besten Biere der Welt entsteht (Doku, 2007)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 128 Zeilen
- [musik] [musik]
- [musik] Vorsuch
- herzlich willkommen. Mit 12 Jahren wollte ich mein Leben Gott weinen. Ich habe natürlich überlegt, ob
- ich später heiraten will oder eben Priester werden. Am Anfang dachte ich daran, Pfarrer in einer Gemeinde zu werden, dann daran, gemeinsam mit
- anderen Priestern in einer Gemeinschaft zu leben. Mit 15 habe ich dann die Regel des Heiligen Benedikt entdeckt. wollte ich
- leben und so kam es, dass ich mit 19 Jahren hier eingetreten bin. Fast 40 Jahre lebt Pater Pierre in Saint Remidosch vor, eine Abtei in den
- belgischen Ardennen auf halber Strecke zwischen Brüssel und Luxemburg. Sir Remy ist ein Cistazen Kloster, genauer ein Trapistenkloster.
- Die Trapisten sind eine Strömung innerhalb des Cistazen Ordens, die im 17. Jahrhundert entstand und der sich vor allem belgische Klöster
- angeschlossen haben. Die Trapisten wollten zurück zu den Ursprüngen des klösterlichen Lebens.
- Nicht die Arbeit, das Gebet. bestimmt den Tagesablauf. Über den ganzen Tag verteilt haben wir sieben Gebetszeiten,
- dazu eine in der Nacht und die heilige Messe. Als ich Abt war, war ich der Vater des Klosters. Ich hatte die Verantwortung
- für die Mönche. Ich musste mich um die Wirtschaft des Klosters kümmern, ebenso wie um Beziehungen nach draußen. Selbst wenn alles gut lief, gab es immer einen
- Rest von Sorge und Angst, wo ich mich nur dem Herrn anvertrauen konnte. Unser Kloster ist immer ein Sisterchenser Kloster gewesen. Der Orden
- wurde 1098 gegründet in Sito in der Nähe von Dijon. Unser Kloster hier entstand 1230, mehr als 100 Jahre danach.
- Bis 20. Jahrhundert hinein wurde in Trapistenklöstern nicht geredet. Man verständigte sich über Zeichensprache. Das hat man dann irgendwann aufgegeben.
- Heute sprechen wir miteinander, allerdings nur das Nötigste. Selbst mit Zeichen wäre ja ein echtes Gespräch möglich gewesen. Sie können auf ihre
- Weise sogar ziemlich lernend sein. [musik]
- Bis vor nicht allzu langer Zeit hatten alle Trapistenklöster große landwirtschaftliche Betriebe. Aber Landwirtschaft zu betreiben, ist gerade
- in Europa immer schwieriger geworden. Deshalb haben die belgischen Trapisten ihre traditionellen Brauereien ausgebaut.
- und beten. Für mich heißt die Beziehung eher beten und arbeiten. Ich braue Bier, aber das hindert mich nicht daran zu beten. Im Gegenteil, die Arbeit hilft
- mir mein Gebet zu konkretisieren. Bonjour Vital, schön, dass Sie kommen. Gerne. Schließlich ist Freitag.
- Wir sollten jetzt das Aussehen der Biere beurteilen. Jeden Freitag treffen wir uns zur Bierprobe, um zu sehen, ob das Bier, das
- frisch aus der Lagerung kommt, schon soweit ist, dass wir es ab Montag verkaufen können.
- Nichts zu machen. Das Bier rechts ist deutlich klarer als die anderen beiden Biere.
- Da ich verantwortlich bin für die Qualität des Bieres, muss ich jedes Mal dabei sein. Ich bin zudem eine Art Verbindungsmann zwischen den Brauerei
- Angestellten und der klösterlichen Gemeinschaft. Mit dem Geld, das wir mit dem Bier verdienen, bestreiten wir unseren
- Lebensunterhalt. Wir leben in der Tradition für uns selbst zu sorgen. Wir sind kein Battleordner. Das Geld aus der Brauerei erlaubt uns nicht nur davon zu
- leben und das Kloster zu erhalten. Das Geld gibt uns auch die Möglichkeit Menschen zu helfen, die in Schwierigkeiten sind. Das ist Teil
- unserer Tradition. Arbeiten, um zu leben und arbeiten, um Gutes zu tun. Die Nacht ist für uns eine zeitheilige Stille.
- Die Nachtstunden müssen geschützen. Das Kloster ist ein Ort des Ringens. Das ist wie in der Wüste. In der Wüste
- können sie Gott begegnen, aber man trifft dort auch den Teufel. Und wie Christus selbst im Evangelium gezeigt hat, auch er musste gegen die
- Mächte des Bösen kämpfen und wir müssen das auch. Das nächtliche Gebet ist etwas ganz entscheidendes für unsere Berufung. Wir
- wollen nachtsben. Die Nacht ist das Symbol der Finsternis, der Finsternis in der Welt und in uns
- selbst. Wir stehen nachts auf, um diese Finsternis zu bekämpfen. Gloria.
- Duf. Amen.
- Wir fangen hier in Rosch vor um 4 Uhr mit dem Brauen an. Das ist natürlich sehr früh für den, der aufstehen muss.
- [musik] [musik]
- Was wir morgens als erstes machen ist, die Türen zum Meischekessel zu öffnen und dann die Grundzutaten beizumengen. Das Malz und die Weizenstärke
- und dann geht's los. Ich [musik]
- bin der Brauereidirektor, [musik] der nicht. Ich habe 1968 hier im Kloster als Student angefangen. Da hat man eine richtige Untersuchung über mich
- angestellt und hat sich erkundigt, ob ich in die Kirche gehe. Heute ist das sicher anders. Ich glaube nicht, dass man noch zu 100% gläubig sein muss, aber
- das Personal, das hier arbeitet, muss einen Respekt vor Menschen haben und hilfsbereit sein. Sonst kommt man hier nicht zurecht.
- de nu restons debout nach dem nächtlichen Gebet bleiben wir wach bis zum Sonnenaufgang und lesen in den Büchern der Heiligen. Der Sonnenaufgang
- symbolisiert die Wiederauferstehung Jesu und seine Rückkehr in die Welt. [musik]
- Insgesamt bin ich glücklich in meinem Kloster, aber ich durchlebe natürlich auch Momente der Anspannung. Sei es, dass ich eine Auseinandersetzung in der
- Gemeinschaft habe mit einem der Mitbrüder, wenn unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen, so dass man sich einfach nicht versteht oder
- dass ich einfach zweifle, ob ich nicht doch in die Gesellschaft zurückkehren sollte. Man macht sich ja da manchmal Illusionen.
- [musik] In solchen Momenten mache ich eine Krise durch.
- Manchmal fühle ich mich dann richtig gehend in einem Tunnel. Da sehe ich einfach nicht mehr klar, was mache ich hier im Kloster eigentlich? In solchen
- Momenten versuche ich durchzuhalten, treu zu bleiben und dann kommt irgendwann das Ende des Tunnels und ich bin immer wieder glücklich durch diesen
- Tunnel gegangen zu sein, diese Prüfungen bestanden zu haben. Ein klösterliches Leben wird dadurch sehr viel reifer, sehr viel Erwachsener.
- [musik] [musik]
- [musik] Wenn Pater Pierre nicht gerade übt, erklingt die Orgel [musik] in Saint Remie nur während des
- Sonntagsgottesdienstes. Bei den übrigen Gebetszeiten [musik] singen die Mönche ausschließlich gregorianischen Koral.
- [musik] Pater Jacqu Emanuel hat das Amt [musik] des Abtes vor einiger Zeit aus
- gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Die Mönche haben einen Nachfolger gewählt. Seitdem findet er wieder mehr Zeit, die Kirche zu bewundern, die vor
- einigen Jahren von [musik] Grund auf neu gebaut wurde. [musik]
- Auf dem zweiten vatikanischen Konzil wurden die Klöster aufgefordert, sich der Welt [musik] zu öffnen.
- Unsere alte Klosterkirche war so gebaut, dass Kirchgänger [musik] von außen keinen Zutritt hatten. Nur die Mönche konnten die Messe besuchen.
- Der damalige Abt, mein Vorgänger, hat vorgeschlagen, die Kirche [musik] auf ihren romanischen Kern zurückzuführen. Dieser Stil ist authentischer und passt
- [musik] besser zu uns. Hier gibt es keine überflüssigen Verzierungen. Die Steine selbst sollen unsere Ideale [musik] verkörpern.
- [musik] [musik]
- [musik] [musik]
- Um 7 Uhr wird die Meische gefiltert. Sie enthält noch keinen Alkohol. Da ist sie, die berühmte Meische, an der wir seit morgens 4 Uhr arbeiten.
- Ziemlich klar, schöne braune Farbe und man riecht ganz deutlich den Karamelluft unseres Bieres heraus.
- Selbst wenn es erst die Meische ist, mal sehen, ob der Zuckergehalt stimmt. Perfekt.
- Um diese Zeit übernimmt mein Bruder. Er macht mit dem Brauen weiter. Bis später.
- Patrick Strinar ist einer von fünf Brüdern des Braumeisters, die alles samt im Kloster arbeiten. Er fügt den Hopfen zu. Früher haben das alles die Mönche
- selbst gemacht. Einst lebten hier 45 Mönchen, jetzt sind es noch 15. Es gibt viele Gebetszeiten
- am Tag und wenn Sie beten gehen, dann müssten Sie mitten im Brauvorgang alles stehen und liegen lassen. Aber das Bier wartet nicht. Das geht nicht. Deshalb
- muss es Angestellte geben, die ihren Arbeitsplatz nicht verlassen und sich um die unterschiedlichen Brauvorgänge kümmern. Wenn man da nicht aufpasst,
- dann kann man das, was schließlich rauskommt, vergessen. Dann gibt's kein Bier.
- v amen Auch Evan Mäusen [musik] ist Angestellter des Klosters. Er kocht
- nicht nur für die 15 Mönche, sondern auch für das Personal [musik] und die Besucher, die im Gästehaus von Saint Remi für einige Tage Einkehr suchen.
- [musik] Die Mönche dürfen kein Fleisch essen. Deshalb gibt es heute Eier, morgen
- Gemüse, am Mittwoch dann Fisch, Donnerstag noch mal Eier und am Freitag Nudeln. Schwierig ist das nicht, nur leider
- etwas eintönig. Ist dir gut? Das wirst du mir sagen.
- Manchmal braucht einer der Mönche zwischendurch etwas warmes. Dann fragt er mich nach einem Telleruppe und bekommt die natürlich auch.
- Die ist sehr gut. Von Zeit zu Zeit braucht man das einfach. In das Essen der Mönche darf ich kein Fleisch tun. Das ist klar.
- Dieses Gericht ist wohl gemerkt für die Gäste des Klosters, nicht für die Mönche. Das ist ein Wildschweingulasch mit
- Roschfersoße, Apfelbirnensirup lüttiger Art und kleinen Trauben. Weil wir in einem Trapistenkloster sind, bevorzugen wir natürlich eine Soße allerde.
- Das Mittagessen muss absolut pünktlich um :30 Uhr auf dem Tisch stehen. Da kommen sie aus der Kirche und man darf keine Minute zu spät dran sein, sonst
- herrscht hier völliger Aufregung. Jeder fragt dann, was los ist. lecture de la lettre apôtre
- pour nous le réfire für uns ist das Reforium ein heiliger Ort sozusagen eine Verlängerung. der
- Kirche. Während der Körper die Nahrung aufnimmt, soll auch die Seele ihre Nahrung bekommen. Deshalb wählen wir eine
- Lektüre, die sich vor allem an die Seele richtet und die unser Gebet unterstützt, die Einheit mit Gott befördert. Wir lesen aus Biografien
- manchmal sogar einen Ausschnitt aus einem Interview mit einer bekannten Persönlichkeit, damit wir die Zeiten besser verstehen,
- in denen wir leben. interview personélèbre qui nous permett de mieux connaître notre époque une autre époque est
- [musik] [musik]
- [musik] [musik]
- [musik] Wir sind hier im Garten des Gebets. Man nennt ihn auch den verschlossenen
- Garten. Das kommt aus dem lateinischen Hortus Konclusus. Im hohen Lied König Salomus ist der
- Garten das Symbol des Universums. Des Universums in dem Gott der Liebende zusammenkommt mit seiner Geliebten der Menschheit. Dieser Garten ähnelt ein
- wenig den Senngärten des Buddhismus. In diesem Garten herrscht normalerweise absolute Stille. Wir können hierherkmen zum Beten. Besonders schön ist es an
- einem Sommerabend nach der Komplet, aber man kann nicht allzu lange bleiben, denn um 3 Uhr stehen wir ja schon wieder auf. Doch es ist trotzdem ein schöner Moment
- im Tagesablauf. Vier Tage Braun, drei Tage Fermentation. Das ist ein Kreislauf, den wir nicht
- unterbrechen können. Wir können nicht einfach einen Monat aussetzen, weil die Mönche vielleicht sagen, es sollte eine Zeit lang im Kloster keinen Lärm geben.
- Das geht nicht, weil wir die Hefe am Leben halten müssen, die Organismen in der Hilfe. Deshalb müssen wir Woche für Woche weitermachen.
- Die Hefe ist in gewisser Hinsicht unser Geheimnis. Alle anderen Grundstoffe kann jeder überall kaufen. Man bekommt sie im ganz normalen Handel.
- Was das Geheimnis des Bieres betrifft, ist Pater Pierre andere Ansicht. Suchen Sie das Geheimnis unseres Bieres nicht in der Chemie oder in
- irgendwelchen geheimen Rezepten. Das Geheimnis unseres Bieres hat mit der Ethik zu tun. Wir haben eine christliche Ethik.
- Wir haben keine Aktionäre hinter uns, die nichts tun, aber Gewinne einstreichen wollen. Das heißt, wir achten darauf, dass unser Betrieb läuft
- und wir keine roten Zahlen schreiben. Aber wir zögern auch nicht in die besten Maschinen zu investieren.
- [musik] Die Gemeinschaft der Mönche hat beschlossen, dass wir nur 400 Hektoliter
- [musik] pro Woche machen. Das sind 120.000 Flaschen. Wir könnten viel mehr verkaufen. Deshalb können wir den Preis stabil halten und müssen nicht für
- unseren Kunden auf die Knie gehen. pas que nous sommes à devutaten [musik]
- [musik] [musik]
- sind immer noch die gleichen wie am Anfang und wir Lein haben kein Recht auch nur irgendetwas an der Zusammensetzung des Bieres zu ändern.
- Wir dürfen nichts ändern, nichts. Die belgischen Ardennen, in denen Saint Remis liegt, sind Wald und Wasserreich.
- Auch zum Kloster gehört ein eigener Wald. Pater Pierre und sein Brauingenieur haben sich aufgemacht zum Schatz von Saint Remy, zum Ursprung des
- Bieres. [musik] Die beiden Männer steigen hinunter zur
- Quelle von San Remy Rosch vor. Dort wollen sie die Reinheit des Wassers prüfen.
- Geht schon. So geht's. [musik]
- Steigst du auf die Leiter? Wo kletterst du herum? Gehen wir also weiter. Es gibt keinen anderen Weg.
- Für die Qualität des Wassers tun die Mönche alles. Notfalls legen sie sich sogar mit den Bauern der Umgebung an. Sie haben Schutzzonen durchgesetzt, in
- denen die Landwirte keine Düngemittel und keine Pestizider ausbringen dürfen und sich an [musik] strenge Auflagen halten müssen.
- Ich verkoste das jetzt wie ein Bier. Schließlich wird das mal unser Bier. Das Wasser ist sehr wichtig. Jede Brauerei will ihr eigenes Wasser haben.
- Man könnte woanders nicht dasselbe Bier machen. Wir müssen für die Reinheit des Wassers kämpfen. Ich glaube, sauberes Wasser ist
- eine der Herausforderungen unserer Umwelt. Wenn wir dafür kämpfen, dann nützt es allen. อжи
- [musik] [musik]
- [musik] [musik]
- Hallelu Zur Sonntagsmesse kommen auch viele Leute aus Rosch vor. Manche bleiben
- danach noch ein bisschen und gehen in den Klosterladen, der nach dem Gottesdienst für eine Stunde geöffnet hat. Danach sind die Mönche wieder
- allein. In einem Kloster trägt jeder seine eigene Geschichte mit sich herum. Die äußere Geschichte, die lässt sich filmen
- und dann die innere Geschichte. Jeder hat seine eigene Geschichte der Gnade, seine Beziehung zu Gott.
- Wenn man in der Brauerei arbeitet und den ganzen Tag im Kloster verbringt, dann muss man auch mal raus. Mir geht das jedenfalls so. Ich fühle mich wohl,
- wenn ich dann oben bin in der Höhe. на Мария
- Алуuя