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Das Kloster St. Rémy de Rochefort - wo eines der besten Biere der Welt entsteht (Doku, 2007)

wocomoDEUTSCH26:36 1.101 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 128 Zeilen
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  1. [musik] [musik]
  2. [musik] Vorsuch
  3. herzlich willkommen. Mit 12 Jahren wollte ich mein Leben Gott weinen. Ich habe natürlich überlegt, ob
  4. ich später heiraten will oder eben Priester werden. Am Anfang dachte ich daran, Pfarrer in einer Gemeinde zu werden, dann daran, gemeinsam mit
  5. anderen Priestern in einer Gemeinschaft zu leben. Mit 15 habe ich dann die Regel des Heiligen Benedikt entdeckt. wollte ich
  6. leben und so kam es, dass ich mit 19 Jahren hier eingetreten bin. Fast 40 Jahre lebt Pater Pierre in Saint Remidosch vor, eine Abtei in den
  7. belgischen Ardennen auf halber Strecke zwischen Brüssel und Luxemburg. Sir Remy ist ein Cistazen Kloster, genauer ein Trapistenkloster.
  8. Die Trapisten sind eine Strömung innerhalb des Cistazen Ordens, die im 17. Jahrhundert entstand und der sich vor allem belgische Klöster
  9. angeschlossen haben. Die Trapisten wollten zurück zu den Ursprüngen des klösterlichen Lebens.
  10. Nicht die Arbeit, das Gebet. bestimmt den Tagesablauf. Über den ganzen Tag verteilt haben wir sieben Gebetszeiten,
  11. dazu eine in der Nacht und die heilige Messe. Als ich Abt war, war ich der Vater des Klosters. Ich hatte die Verantwortung
  12. für die Mönche. Ich musste mich um die Wirtschaft des Klosters kümmern, ebenso wie um Beziehungen nach draußen. Selbst wenn alles gut lief, gab es immer einen
  13. Rest von Sorge und Angst, wo ich mich nur dem Herrn anvertrauen konnte. Unser Kloster ist immer ein Sisterchenser Kloster gewesen. Der Orden
  14. wurde 1098 gegründet in Sito in der Nähe von Dijon. Unser Kloster hier entstand 1230, mehr als 100 Jahre danach.
  15. Bis 20. Jahrhundert hinein wurde in Trapistenklöstern nicht geredet. Man verständigte sich über Zeichensprache. Das hat man dann irgendwann aufgegeben.
  16. Heute sprechen wir miteinander, allerdings nur das Nötigste. Selbst mit Zeichen wäre ja ein echtes Gespräch möglich gewesen. Sie können auf ihre
  17. Weise sogar ziemlich lernend sein. [musik]
  18. Bis vor nicht allzu langer Zeit hatten alle Trapistenklöster große landwirtschaftliche Betriebe. Aber Landwirtschaft zu betreiben, ist gerade
  19. in Europa immer schwieriger geworden. Deshalb haben die belgischen Trapisten ihre traditionellen Brauereien ausgebaut.
  20. und beten. Für mich heißt die Beziehung eher beten und arbeiten. Ich braue Bier, aber das hindert mich nicht daran zu beten. Im Gegenteil, die Arbeit hilft
  21. mir mein Gebet zu konkretisieren. Bonjour Vital, schön, dass Sie kommen. Gerne. Schließlich ist Freitag.
  22. Wir sollten jetzt das Aussehen der Biere beurteilen. Jeden Freitag treffen wir uns zur Bierprobe, um zu sehen, ob das Bier, das
  23. frisch aus der Lagerung kommt, schon soweit ist, dass wir es ab Montag verkaufen können.
  24. Nichts zu machen. Das Bier rechts ist deutlich klarer als die anderen beiden Biere.
  25. Da ich verantwortlich bin für die Qualität des Bieres, muss ich jedes Mal dabei sein. Ich bin zudem eine Art Verbindungsmann zwischen den Brauerei
  26. Angestellten und der klösterlichen Gemeinschaft. Mit dem Geld, das wir mit dem Bier verdienen, bestreiten wir unseren
  27. Lebensunterhalt. Wir leben in der Tradition für uns selbst zu sorgen. Wir sind kein Battleordner. Das Geld aus der Brauerei erlaubt uns nicht nur davon zu
  28. leben und das Kloster zu erhalten. Das Geld gibt uns auch die Möglichkeit Menschen zu helfen, die in Schwierigkeiten sind. Das ist Teil
  29. unserer Tradition. Arbeiten, um zu leben und arbeiten, um Gutes zu tun. Die Nacht ist für uns eine zeitheilige Stille.
  30. Die Nachtstunden müssen geschützen. Das Kloster ist ein Ort des Ringens. Das ist wie in der Wüste. In der Wüste
  31. können sie Gott begegnen, aber man trifft dort auch den Teufel. Und wie Christus selbst im Evangelium gezeigt hat, auch er musste gegen die
  32. Mächte des Bösen kämpfen und wir müssen das auch. Das nächtliche Gebet ist etwas ganz entscheidendes für unsere Berufung. Wir
  33. wollen nachtsben. Die Nacht ist das Symbol der Finsternis, der Finsternis in der Welt und in uns
  34. selbst. Wir stehen nachts auf, um diese Finsternis zu bekämpfen. Gloria.
  35. Duf. Amen.
  36. Wir fangen hier in Rosch vor um 4 Uhr mit dem Brauen an. Das ist natürlich sehr früh für den, der aufstehen muss.
  37. [musik] [musik]
  38. Was wir morgens als erstes machen ist, die Türen zum Meischekessel zu öffnen und dann die Grundzutaten beizumengen. Das Malz und die Weizenstärke
  39. und dann geht's los. Ich [musik]
  40. bin der Brauereidirektor, [musik] der nicht. Ich habe 1968 hier im Kloster als Student angefangen. Da hat man eine richtige Untersuchung über mich
  41. angestellt und hat sich erkundigt, ob ich in die Kirche gehe. Heute ist das sicher anders. Ich glaube nicht, dass man noch zu 100% gläubig sein muss, aber
  42. das Personal, das hier arbeitet, muss einen Respekt vor Menschen haben und hilfsbereit sein. Sonst kommt man hier nicht zurecht.
  43. de nu restons debout nach dem nächtlichen Gebet bleiben wir wach bis zum Sonnenaufgang und lesen in den Büchern der Heiligen. Der Sonnenaufgang
  44. symbolisiert die Wiederauferstehung Jesu und seine Rückkehr in die Welt. [musik]
  45. Insgesamt bin ich glücklich in meinem Kloster, aber ich durchlebe natürlich auch Momente der Anspannung. Sei es, dass ich eine Auseinandersetzung in der
  46. Gemeinschaft habe mit einem der Mitbrüder, wenn unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen, so dass man sich einfach nicht versteht oder
  47. dass ich einfach zweifle, ob ich nicht doch in die Gesellschaft zurückkehren sollte. Man macht sich ja da manchmal Illusionen.
  48. [musik] In solchen Momenten mache ich eine Krise durch.
  49. Manchmal fühle ich mich dann richtig gehend in einem Tunnel. Da sehe ich einfach nicht mehr klar, was mache ich hier im Kloster eigentlich? In solchen
  50. Momenten versuche ich durchzuhalten, treu zu bleiben und dann kommt irgendwann das Ende des Tunnels und ich bin immer wieder glücklich durch diesen
  51. Tunnel gegangen zu sein, diese Prüfungen bestanden zu haben. Ein klösterliches Leben wird dadurch sehr viel reifer, sehr viel Erwachsener.
  52. [musik] [musik]
  53. [musik] Wenn Pater Pierre nicht gerade übt, erklingt die Orgel [musik] in Saint Remie nur während des
  54. Sonntagsgottesdienstes. Bei den übrigen Gebetszeiten [musik] singen die Mönche ausschließlich gregorianischen Koral.
  55. [musik] Pater Jacqu Emanuel hat das Amt [musik] des Abtes vor einiger Zeit aus
  56. gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Die Mönche haben einen Nachfolger gewählt. Seitdem findet er wieder mehr Zeit, die Kirche zu bewundern, die vor
  57. einigen Jahren von [musik] Grund auf neu gebaut wurde. [musik]
  58. Auf dem zweiten vatikanischen Konzil wurden die Klöster aufgefordert, sich der Welt [musik] zu öffnen.
  59. Unsere alte Klosterkirche war so gebaut, dass Kirchgänger [musik] von außen keinen Zutritt hatten. Nur die Mönche konnten die Messe besuchen.
  60. Der damalige Abt, mein Vorgänger, hat vorgeschlagen, die Kirche [musik] auf ihren romanischen Kern zurückzuführen. Dieser Stil ist authentischer und passt
  61. [musik] besser zu uns. Hier gibt es keine überflüssigen Verzierungen. Die Steine selbst sollen unsere Ideale [musik] verkörpern.
  62. [musik] [musik]
  63. [musik] [musik]
  64. Um 7 Uhr wird die Meische gefiltert. Sie enthält noch keinen Alkohol. Da ist sie, die berühmte Meische, an der wir seit morgens 4 Uhr arbeiten.
  65. Ziemlich klar, schöne braune Farbe und man riecht ganz deutlich den Karamelluft unseres Bieres heraus.
  66. Selbst wenn es erst die Meische ist, mal sehen, ob der Zuckergehalt stimmt. Perfekt.
  67. Um diese Zeit übernimmt mein Bruder. Er macht mit dem Brauen weiter. Bis später.
  68. Patrick Strinar ist einer von fünf Brüdern des Braumeisters, die alles samt im Kloster arbeiten. Er fügt den Hopfen zu. Früher haben das alles die Mönche
  69. selbst gemacht. Einst lebten hier 45 Mönchen, jetzt sind es noch 15. Es gibt viele Gebetszeiten
  70. am Tag und wenn Sie beten gehen, dann müssten Sie mitten im Brauvorgang alles stehen und liegen lassen. Aber das Bier wartet nicht. Das geht nicht. Deshalb
  71. muss es Angestellte geben, die ihren Arbeitsplatz nicht verlassen und sich um die unterschiedlichen Brauvorgänge kümmern. Wenn man da nicht aufpasst,
  72. dann kann man das, was schließlich rauskommt, vergessen. Dann gibt's kein Bier.
  73. v amen Auch Evan Mäusen [musik] ist Angestellter des Klosters. Er kocht
  74. nicht nur für die 15 Mönche, sondern auch für das Personal [musik] und die Besucher, die im Gästehaus von Saint Remi für einige Tage Einkehr suchen.
  75. [musik] Die Mönche dürfen kein Fleisch essen. Deshalb gibt es heute Eier, morgen
  76. Gemüse, am Mittwoch dann Fisch, Donnerstag noch mal Eier und am Freitag Nudeln. Schwierig ist das nicht, nur leider
  77. etwas eintönig. Ist dir gut? Das wirst du mir sagen.
  78. Manchmal braucht einer der Mönche zwischendurch etwas warmes. Dann fragt er mich nach einem Telleruppe und bekommt die natürlich auch.
  79. Die ist sehr gut. Von Zeit zu Zeit braucht man das einfach. In das Essen der Mönche darf ich kein Fleisch tun. Das ist klar.
  80. Dieses Gericht ist wohl gemerkt für die Gäste des Klosters, nicht für die Mönche. Das ist ein Wildschweingulasch mit
  81. Roschfersoße, Apfelbirnensirup lüttiger Art und kleinen Trauben. Weil wir in einem Trapistenkloster sind, bevorzugen wir natürlich eine Soße allerde.
  82. Das Mittagessen muss absolut pünktlich um :30 Uhr auf dem Tisch stehen. Da kommen sie aus der Kirche und man darf keine Minute zu spät dran sein, sonst
  83. herrscht hier völliger Aufregung. Jeder fragt dann, was los ist. lecture de la lettre apôtre
  84. pour nous le réfire für uns ist das Reforium ein heiliger Ort sozusagen eine Verlängerung. der
  85. Kirche. Während der Körper die Nahrung aufnimmt, soll auch die Seele ihre Nahrung bekommen. Deshalb wählen wir eine
  86. Lektüre, die sich vor allem an die Seele richtet und die unser Gebet unterstützt, die Einheit mit Gott befördert. Wir lesen aus Biografien
  87. manchmal sogar einen Ausschnitt aus einem Interview mit einer bekannten Persönlichkeit, damit wir die Zeiten besser verstehen,
  88. in denen wir leben. interview personélèbre qui nous permett de mieux connaître notre époque une autre époque est
  89. [musik] [musik]
  90. [musik] [musik]
  91. [musik] Wir sind hier im Garten des Gebets. Man nennt ihn auch den verschlossenen
  92. Garten. Das kommt aus dem lateinischen Hortus Konclusus. Im hohen Lied König Salomus ist der
  93. Garten das Symbol des Universums. Des Universums in dem Gott der Liebende zusammenkommt mit seiner Geliebten der Menschheit. Dieser Garten ähnelt ein
  94. wenig den Senngärten des Buddhismus. In diesem Garten herrscht normalerweise absolute Stille. Wir können hierherkmen zum Beten. Besonders schön ist es an
  95. einem Sommerabend nach der Komplet, aber man kann nicht allzu lange bleiben, denn um 3 Uhr stehen wir ja schon wieder auf. Doch es ist trotzdem ein schöner Moment
  96. im Tagesablauf. Vier Tage Braun, drei Tage Fermentation. Das ist ein Kreislauf, den wir nicht
  97. unterbrechen können. Wir können nicht einfach einen Monat aussetzen, weil die Mönche vielleicht sagen, es sollte eine Zeit lang im Kloster keinen Lärm geben.
  98. Das geht nicht, weil wir die Hefe am Leben halten müssen, die Organismen in der Hilfe. Deshalb müssen wir Woche für Woche weitermachen.
  99. Die Hefe ist in gewisser Hinsicht unser Geheimnis. Alle anderen Grundstoffe kann jeder überall kaufen. Man bekommt sie im ganz normalen Handel.
  100. Was das Geheimnis des Bieres betrifft, ist Pater Pierre andere Ansicht. Suchen Sie das Geheimnis unseres Bieres nicht in der Chemie oder in
  101. irgendwelchen geheimen Rezepten. Das Geheimnis unseres Bieres hat mit der Ethik zu tun. Wir haben eine christliche Ethik.
  102. Wir haben keine Aktionäre hinter uns, die nichts tun, aber Gewinne einstreichen wollen. Das heißt, wir achten darauf, dass unser Betrieb läuft
  103. und wir keine roten Zahlen schreiben. Aber wir zögern auch nicht in die besten Maschinen zu investieren.
  104. [musik] Die Gemeinschaft der Mönche hat beschlossen, dass wir nur 400 Hektoliter
  105. [musik] pro Woche machen. Das sind 120.000 Flaschen. Wir könnten viel mehr verkaufen. Deshalb können wir den Preis stabil halten und müssen nicht für
  106. unseren Kunden auf die Knie gehen. pas que nous sommes à devutaten [musik]
  107. [musik] [musik]
  108. sind immer noch die gleichen wie am Anfang und wir Lein haben kein Recht auch nur irgendetwas an der Zusammensetzung des Bieres zu ändern.
  109. Wir dürfen nichts ändern, nichts. Die belgischen Ardennen, in denen Saint Remis liegt, sind Wald und Wasserreich.
  110. Auch zum Kloster gehört ein eigener Wald. Pater Pierre und sein Brauingenieur haben sich aufgemacht zum Schatz von Saint Remy, zum Ursprung des
  111. Bieres. [musik] Die beiden Männer steigen hinunter zur
  112. Quelle von San Remy Rosch vor. Dort wollen sie die Reinheit des Wassers prüfen.
  113. Geht schon. So geht's. [musik]
  114. Steigst du auf die Leiter? Wo kletterst du herum? Gehen wir also weiter. Es gibt keinen anderen Weg.
  115. Für die Qualität des Wassers tun die Mönche alles. Notfalls legen sie sich sogar mit den Bauern der Umgebung an. Sie haben Schutzzonen durchgesetzt, in
  116. denen die Landwirte keine Düngemittel und keine Pestizider ausbringen dürfen und sich an [musik] strenge Auflagen halten müssen.
  117. Ich verkoste das jetzt wie ein Bier. Schließlich wird das mal unser Bier. Das Wasser ist sehr wichtig. Jede Brauerei will ihr eigenes Wasser haben.
  118. Man könnte woanders nicht dasselbe Bier machen. Wir müssen für die Reinheit des Wassers kämpfen. Ich glaube, sauberes Wasser ist
  119. eine der Herausforderungen unserer Umwelt. Wenn wir dafür kämpfen, dann nützt es allen. อжи
  120. [musik] [musik]
  121. [musik] [musik]
  122. Hallelu Zur Sonntagsmesse kommen auch viele Leute aus Rosch vor. Manche bleiben
  123. danach noch ein bisschen und gehen in den Klosterladen, der nach dem Gottesdienst für eine Stunde geöffnet hat. Danach sind die Mönche wieder
  124. allein. In einem Kloster trägt jeder seine eigene Geschichte mit sich herum. Die äußere Geschichte, die lässt sich filmen
  125. und dann die innere Geschichte. Jeder hat seine eigene Geschichte der Gnade, seine Beziehung zu Gott.
  126. Wenn man in der Brauerei arbeitet und den ganzen Tag im Kloster verbringt, dann muss man auch mal raus. Mir geht das jedenfalls so. Ich fühle mich wohl,
  127. wenn ich dann oben bin in der Höhe. на Мария
  128. Алуuя