Das Kloster St. Rémy de Rochefort - wo eines der besten Biere der Welt entsteht (Doku, 2007) wocomoDEUTSCH https://www.youtube.com/watch?v=E5a6Ey5iC5k Transkript (automatisch erstellt) 0:05 [musik] [musik] 0:22 [musik] Vorsuch 0:36 herzlich willkommen. Mit 12 Jahren wollte ich mein Leben Gott weinen. Ich habe natürlich überlegt, ob 0:45 ich später heiraten will oder eben Priester werden. Am Anfang dachte ich daran, Pfarrer in einer Gemeinde zu werden, dann daran, gemeinsam mit 0:54 anderen Priestern in einer Gemeinschaft zu leben. Mit 15 habe ich dann die Regel des Heiligen Benedikt entdeckt. wollte ich 1:05 leben und so kam es, dass ich mit 19 Jahren hier eingetreten bin. Fast 40 Jahre lebt Pater Pierre in Saint Remidosch vor, eine Abtei in den 1:23 belgischen Ardennen auf halber Strecke zwischen Brüssel und Luxemburg. Sir Remy ist ein Cistazen Kloster, genauer ein Trapistenkloster. 1:36 Die Trapisten sind eine Strömung innerhalb des Cistazen Ordens, die im 17. Jahrhundert entstand und der sich vor allem belgische Klöster 1:43 angeschlossen haben. Die Trapisten wollten zurück zu den Ursprüngen des klösterlichen Lebens. 1:57 Nicht die Arbeit, das Gebet. bestimmt den Tagesablauf. Über den ganzen Tag verteilt haben wir sieben Gebetszeiten, 2:07 dazu eine in der Nacht und die heilige Messe. Als ich Abt war, war ich der Vater des Klosters. Ich hatte die Verantwortung 2:25 für die Mönche. Ich musste mich um die Wirtschaft des Klosters kümmern, ebenso wie um Beziehungen nach draußen. Selbst wenn alles gut lief, gab es immer einen 2:34 Rest von Sorge und Angst, wo ich mich nur dem Herrn anvertrauen konnte. Unser Kloster ist immer ein Sisterchenser Kloster gewesen. Der Orden 2:50 wurde 1098 gegründet in Sito in der Nähe von Dijon. Unser Kloster hier entstand 1230, mehr als 100 Jahre danach. 3:22 Bis 20. Jahrhundert hinein wurde in Trapistenklöstern nicht geredet. Man verständigte sich über Zeichensprache. Das hat man dann irgendwann aufgegeben. 3:33 Heute sprechen wir miteinander, allerdings nur das Nötigste. Selbst mit Zeichen wäre ja ein echtes Gespräch möglich gewesen. Sie können auf ihre 3:41 Weise sogar ziemlich lernend sein. [musik] 4:03 Bis vor nicht allzu langer Zeit hatten alle Trapistenklöster große landwirtschaftliche Betriebe. Aber Landwirtschaft zu betreiben, ist gerade 4:10 in Europa immer schwieriger geworden. Deshalb haben die belgischen Trapisten ihre traditionellen Brauereien ausgebaut. 4:26 und beten. Für mich heißt die Beziehung eher beten und arbeiten. Ich braue Bier, aber das hindert mich nicht daran zu beten. Im Gegenteil, die Arbeit hilft 4:35 mir mein Gebet zu konkretisieren. Bonjour Vital, schön, dass Sie kommen. Gerne. Schließlich ist Freitag. 4:46 Wir sollten jetzt das Aussehen der Biere beurteilen. Jeden Freitag treffen wir uns zur Bierprobe, um zu sehen, ob das Bier, das 4:56 frisch aus der Lagerung kommt, schon soweit ist, dass wir es ab Montag verkaufen können. 5:04 Nichts zu machen. Das Bier rechts ist deutlich klarer als die anderen beiden Biere. 5:13 Da ich verantwortlich bin für die Qualität des Bieres, muss ich jedes Mal dabei sein. Ich bin zudem eine Art Verbindungsmann zwischen den Brauerei 5:20 Angestellten und der klösterlichen Gemeinschaft. Mit dem Geld, das wir mit dem Bier verdienen, bestreiten wir unseren 5:28 Lebensunterhalt. Wir leben in der Tradition für uns selbst zu sorgen. Wir sind kein Battleordner. Das Geld aus der Brauerei erlaubt uns nicht nur davon zu 5:37 leben und das Kloster zu erhalten. Das Geld gibt uns auch die Möglichkeit Menschen zu helfen, die in Schwierigkeiten sind. Das ist Teil 5:45 unserer Tradition. Arbeiten, um zu leben und arbeiten, um Gutes zu tun. Die Nacht ist für uns eine zeitheilige Stille. 5:59 Die Nachtstunden müssen geschützen. Das Kloster ist ein Ort des Ringens. Das ist wie in der Wüste. In der Wüste 6:23 können sie Gott begegnen, aber man trifft dort auch den Teufel. Und wie Christus selbst im Evangelium gezeigt hat, auch er musste gegen die 6:40 Mächte des Bösen kämpfen und wir müssen das auch. Das nächtliche Gebet ist etwas ganz entscheidendes für unsere Berufung. Wir 6:55 wollen nachtsben. Die Nacht ist das Symbol der Finsternis, der Finsternis in der Welt und in uns 7:09 selbst. Wir stehen nachts auf, um diese Finsternis zu bekämpfen. Gloria. 7:35 Duf. Amen. 7:59 Wir fangen hier in Rosch vor um 4 Uhr mit dem Brauen an. Das ist natürlich sehr früh für den, der aufstehen muss. 8:07 [musik] [musik] 8:19 Was wir morgens als erstes machen ist, die Türen zum Meischekessel zu öffnen und dann die Grundzutaten beizumengen. Das Malz und die Weizenstärke 8:28 und dann geht's los. Ich [musik] 8:37 bin der Brauereidirektor, [musik] der nicht. Ich habe 1968 hier im Kloster als Student angefangen. Da hat man eine richtige Untersuchung über mich 8:46 angestellt und hat sich erkundigt, ob ich in die Kirche gehe. Heute ist das sicher anders. Ich glaube nicht, dass man noch zu 100% gläubig sein muss, aber 8:56 das Personal, das hier arbeitet, muss einen Respekt vor Menschen haben und hilfsbereit sein. Sonst kommt man hier nicht zurecht. 9:16 de nu restons debout nach dem nächtlichen Gebet bleiben wir wach bis zum Sonnenaufgang und lesen in den Büchern der Heiligen. Der Sonnenaufgang 9:26 symbolisiert die Wiederauferstehung Jesu und seine Rückkehr in die Welt. [musik] 9:47 Insgesamt bin ich glücklich in meinem Kloster, aber ich durchlebe natürlich auch Momente der Anspannung. Sei es, dass ich eine Auseinandersetzung in der 9:55 Gemeinschaft habe mit einem der Mitbrüder, wenn unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen, so dass man sich einfach nicht versteht oder 10:04 dass ich einfach zweifle, ob ich nicht doch in die Gesellschaft zurückkehren sollte. Man macht sich ja da manchmal Illusionen. 10:17 [musik] In solchen Momenten mache ich eine Krise durch. 10:23 Manchmal fühle ich mich dann richtig gehend in einem Tunnel. Da sehe ich einfach nicht mehr klar, was mache ich hier im Kloster eigentlich? In solchen 10:30 Momenten versuche ich durchzuhalten, treu zu bleiben und dann kommt irgendwann das Ende des Tunnels und ich bin immer wieder glücklich durch diesen 10:36 Tunnel gegangen zu sein, diese Prüfungen bestanden zu haben. Ein klösterliches Leben wird dadurch sehr viel reifer, sehr viel Erwachsener. 10:47 [musik] [musik] 10:58 [musik] Wenn Pater Pierre nicht gerade übt, erklingt die Orgel [musik] in Saint Remie nur während des 11:05 Sonntagsgottesdienstes. Bei den übrigen Gebetszeiten [musik] singen die Mönche ausschließlich gregorianischen Koral. 11:13 [musik] Pater Jacqu Emanuel hat das Amt [musik] des Abtes vor einiger Zeit aus 11:24 gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Die Mönche haben einen Nachfolger gewählt. Seitdem findet er wieder mehr Zeit, die Kirche zu bewundern, die vor 11:32 einigen Jahren von [musik] Grund auf neu gebaut wurde. [musik] 11:45 Auf dem zweiten vatikanischen Konzil wurden die Klöster aufgefordert, sich der Welt [musik] zu öffnen. 11:58 Unsere alte Klosterkirche war so gebaut, dass Kirchgänger [musik] von außen keinen Zutritt hatten. Nur die Mönche konnten die Messe besuchen. 12:06 Der damalige Abt, mein Vorgänger, hat vorgeschlagen, die Kirche [musik] auf ihren romanischen Kern zurückzuführen. Dieser Stil ist authentischer und passt 12:15 [musik] besser zu uns. Hier gibt es keine überflüssigen Verzierungen. Die Steine selbst sollen unsere Ideale [musik] verkörpern. 12:31 [musik] [musik] 12:45 [musik] [musik] 12:57 Um 7 Uhr wird die Meische gefiltert. Sie enthält noch keinen Alkohol. Da ist sie, die berühmte Meische, an der wir seit morgens 4 Uhr arbeiten. 13:10 Ziemlich klar, schöne braune Farbe und man riecht ganz deutlich den Karamelluft unseres Bieres heraus. 13:20 Selbst wenn es erst die Meische ist, mal sehen, ob der Zuckergehalt stimmt. Perfekt. 13:34 Um diese Zeit übernimmt mein Bruder. Er macht mit dem Brauen weiter. Bis später. 13:44 Patrick Strinar ist einer von fünf Brüdern des Braumeisters, die alles samt im Kloster arbeiten. Er fügt den Hopfen zu. Früher haben das alles die Mönche 13:52 selbst gemacht. Einst lebten hier 45 Mönchen, jetzt sind es noch 15. Es gibt viele Gebetszeiten 14:03 am Tag und wenn Sie beten gehen, dann müssten Sie mitten im Brauvorgang alles stehen und liegen lassen. Aber das Bier wartet nicht. Das geht nicht. Deshalb 14:11 muss es Angestellte geben, die ihren Arbeitsplatz nicht verlassen und sich um die unterschiedlichen Brauvorgänge kümmern. Wenn man da nicht aufpasst, 14:17 dann kann man das, was schließlich rauskommt, vergessen. Dann gibt's kein Bier. 14:46 v amen Auch Evan Mäusen [musik] ist Angestellter des Klosters. Er kocht 15:04 nicht nur für die 15 Mönche, sondern auch für das Personal [musik] und die Besucher, die im Gästehaus von Saint Remi für einige Tage Einkehr suchen. 15:17 [musik] Die Mönche dürfen kein Fleisch essen. Deshalb gibt es heute Eier, morgen 15:29 Gemüse, am Mittwoch dann Fisch, Donnerstag noch mal Eier und am Freitag Nudeln. Schwierig ist das nicht, nur leider 15:37 etwas eintönig. Ist dir gut? Das wirst du mir sagen. 15:53 Manchmal braucht einer der Mönche zwischendurch etwas warmes. Dann fragt er mich nach einem Telleruppe und bekommt die natürlich auch. 16:01 Die ist sehr gut. Von Zeit zu Zeit braucht man das einfach. In das Essen der Mönche darf ich kein Fleisch tun. Das ist klar. 16:15 Dieses Gericht ist wohl gemerkt für die Gäste des Klosters, nicht für die Mönche. Das ist ein Wildschweingulasch mit 16:22 Roschfersoße, Apfelbirnensirup lüttiger Art und kleinen Trauben. Weil wir in einem Trapistenkloster sind, bevorzugen wir natürlich eine Soße allerde. 16:45 Das Mittagessen muss absolut pünktlich um :30 Uhr auf dem Tisch stehen. Da kommen sie aus der Kirche und man darf keine Minute zu spät dran sein, sonst 16:53 herrscht hier völliger Aufregung. Jeder fragt dann, was los ist. lecture de la lettre apôtre 17:17 pour nous le réfire für uns ist das Reforium ein heiliger Ort sozusagen eine Verlängerung. der 17:26 Kirche. Während der Körper die Nahrung aufnimmt, soll auch die Seele ihre Nahrung bekommen. Deshalb wählen wir eine 17:35 Lektüre, die sich vor allem an die Seele richtet und die unser Gebet unterstützt, die Einheit mit Gott befördert. Wir lesen aus Biografien 17:45 manchmal sogar einen Ausschnitt aus einem Interview mit einer bekannten Persönlichkeit, damit wir die Zeiten besser verstehen, 17:53 in denen wir leben. interview personélèbre qui nous permett de mieux connaître notre époque une autre époque est 18:15 [musik] [musik] 18:26 [musik] [musik] 18:39 [musik] Wir sind hier im Garten des Gebets. Man nennt ihn auch den verschlossenen 18:46 Garten. Das kommt aus dem lateinischen Hortus Konclusus. Im hohen Lied König Salomus ist der 18:54 Garten das Symbol des Universums. Des Universums in dem Gott der Liebende zusammenkommt mit seiner Geliebten der Menschheit. Dieser Garten ähnelt ein 19:04 wenig den Senngärten des Buddhismus. In diesem Garten herrscht normalerweise absolute Stille. Wir können hierherkmen zum Beten. Besonders schön ist es an 19:15 einem Sommerabend nach der Komplet, aber man kann nicht allzu lange bleiben, denn um 3 Uhr stehen wir ja schon wieder auf. Doch es ist trotzdem ein schöner Moment 19:25 im Tagesablauf. Vier Tage Braun, drei Tage Fermentation. Das ist ein Kreislauf, den wir nicht 19:40 unterbrechen können. Wir können nicht einfach einen Monat aussetzen, weil die Mönche vielleicht sagen, es sollte eine Zeit lang im Kloster keinen Lärm geben. 19:48 Das geht nicht, weil wir die Hefe am Leben halten müssen, die Organismen in der Hilfe. Deshalb müssen wir Woche für Woche weitermachen. 20:03 Die Hefe ist in gewisser Hinsicht unser Geheimnis. Alle anderen Grundstoffe kann jeder überall kaufen. Man bekommt sie im ganz normalen Handel. 20:12 Was das Geheimnis des Bieres betrifft, ist Pater Pierre andere Ansicht. Suchen Sie das Geheimnis unseres Bieres nicht in der Chemie oder in 20:23 irgendwelchen geheimen Rezepten. Das Geheimnis unseres Bieres hat mit der Ethik zu tun. Wir haben eine christliche Ethik. 20:38 Wir haben keine Aktionäre hinter uns, die nichts tun, aber Gewinne einstreichen wollen. Das heißt, wir achten darauf, dass unser Betrieb läuft 20:44 und wir keine roten Zahlen schreiben. Aber wir zögern auch nicht in die besten Maschinen zu investieren. 21:02 [musik] Die Gemeinschaft der Mönche hat beschlossen, dass wir nur 400 Hektoliter 21:13 [musik] pro Woche machen. Das sind 120.000 Flaschen. Wir könnten viel mehr verkaufen. Deshalb können wir den Preis stabil halten und müssen nicht für 21:22 unseren Kunden auf die Knie gehen. pas que nous sommes à devutaten [musik] 21:36 [musik] [musik] 21:49 sind immer noch die gleichen wie am Anfang und wir Lein haben kein Recht auch nur irgendetwas an der Zusammensetzung des Bieres zu ändern. 21:56 Wir dürfen nichts ändern, nichts. Die belgischen Ardennen, in denen Saint Remis liegt, sind Wald und Wasserreich. 22:22 Auch zum Kloster gehört ein eigener Wald. Pater Pierre und sein Brauingenieur haben sich aufgemacht zum Schatz von Saint Remy, zum Ursprung des 22:32 Bieres. [musik] Die beiden Männer steigen hinunter zur 22:48 Quelle von San Remy Rosch vor. Dort wollen sie die Reinheit des Wassers prüfen. 22:58 Geht schon. So geht's. [musik] 23:07 Steigst du auf die Leiter? Wo kletterst du herum? Gehen wir also weiter. Es gibt keinen anderen Weg. 23:20 Für die Qualität des Wassers tun die Mönche alles. Notfalls legen sie sich sogar mit den Bauern der Umgebung an. Sie haben Schutzzonen durchgesetzt, in 23:28 denen die Landwirte keine Düngemittel und keine Pestizider ausbringen dürfen und sich an [musik] strenge Auflagen halten müssen. 23:41 Ich verkoste das jetzt wie ein Bier. Schließlich wird das mal unser Bier. Das Wasser ist sehr wichtig. Jede Brauerei will ihr eigenes Wasser haben. 23:56 Man könnte woanders nicht dasselbe Bier machen. Wir müssen für die Reinheit des Wassers kämpfen. Ich glaube, sauberes Wasser ist 24:03 eine der Herausforderungen unserer Umwelt. Wenn wir dafür kämpfen, dann nützt es allen. อжи 24:12 [musik] [musik] 24:23 [musik] [musik] 24:37 Hallelu Zur Sonntagsmesse kommen auch viele Leute aus Rosch vor. Manche bleiben 24:45 danach noch ein bisschen und gehen in den Klosterladen, der nach dem Gottesdienst für eine Stunde geöffnet hat. Danach sind die Mönche wieder 24:52 allein. In einem Kloster trägt jeder seine eigene Geschichte mit sich herum. Die äußere Geschichte, die lässt sich filmen 25:02 und dann die innere Geschichte. Jeder hat seine eigene Geschichte der Gnade, seine Beziehung zu Gott. 25:27 Wenn man in der Brauerei arbeitet und den ganzen Tag im Kloster verbringt, dann muss man auch mal raus. Mir geht das jedenfalls so. Ich fühle mich wohl, 25:35 wenn ich dann oben bin in der Höhe. на Мария 26:10 Алуuя