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Geographie als Beruf?

Universität Osnabrück7:15 865 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 34 Zeilen
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  1. Es hieß ja ganz lange so, gerade in unserem Bereich, es gibt keine Stellen und überleg dir das und Geographie, was kann man damit eigentlich machen? Oder auch Bodenkunde,
  2. das ist so spezifisch. Kann ich nur verneinen, muss ich sagen. Ich bin in der bodenkundlichen Landesaufnahme beim geologischen Dienst tätig, und was wir
  3. machen ist im Grunde wir kartieren, also wir erheben mit dem Bohrstock Bodendaten im Forst, aber auch in der Landwirtschaft, also auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Also
  4. Kampfmittellräumendienst. Früher wusste ich ja gar nicht, dass es sowas gibt, bis ich ja irgendwie mit der Abschlussarbeit da so reingestolpert bin. Allgemein gesagt arbeite ich
  5. im ÖPNV, quasi in der Verkehrsplanung, aber ich mache ja gar nicht nur Verkehrsplanung, sondern bin im Management von dem Projekt, was sich mit Verkehrsplanung beschäftigt und schaue,
  6. wie Busse von A nach B fahren oder was für andere Möglichkeiten es gibt, Menschen mobil zu machen, z.B. On-Demand-Verkehre. Ich beschäftige mich auch damit, wie man Bushaltestellen anders
  7. gestalten kann und wie man sein Fahrrad dann eben vielleicht besser abstellen kann als heute, und arbeite dadurch ganz viel an Schnittstellen. Das ist gerade das Schöne, dass man in der Geographie
  8. ja eben auch immer neue Themen betrachten kann und, ja, man nicht so festgelegt ist, vielleicht wie in anderen Fächern, auf ein Thema, und ich mich immer wieder auch für neue
  9. Themen begeistern kann. Ich beschäftige mich ganz viel mit transdisziplinärem Arbeiten. Das ist, gemeinsam mit der Gesellschaft Dinge auf die Beine zu stellen und vor allem zu Problemen zu forschen,
  10. wo es direkt eine gesellschaftliche Relevanz gibt, auch aus Sicht der Betroffenen. Beispielsweise habe ich Projekte zu Hochwasserrisikomanagement in Ghana. Dort wurden wir direkt von Behörden
  11. angesprochen und können dort mit Betroffenen zusammenarbeiten und wissen, dass die Ergebnisse, die wir dort liefern, direkt umgesetzt werden in Pläne und in verschiedene Aktivitäten,
  12. und ich denke, da sollte es viel stärker hingehen. Im Moment beschäftige ich mich sehr viel mit Landwirtschaft und auch gerade den Gründen für die Proteste in der Landwirtschaft. Davor
  13. habe ich mich längere Zeit viel mit nachhaltiger Landnutzung beschäftigt. Daneben beschäftige ich mich auch mit dem Wandel in der Gastronomie, also ganz unterschiedliche Themen, die aber alle eben
  14. durch bestimmte Perspektiven und auch theoretische Ansätze miteinander verbunden sind. Es hört sich immer gefährlicher an, als es letztendlich ist. Ich habe ja angefangen als Geophysikerin,
  15. obwohl ich ja gar keine Geophysik studiert habe, aber ich habe meine Abschlussarbeit ja über nicht invasive Oberflächenmessverfahren geschrieben und na ja, ob man jetzt alte archäologische
  16. Sachen im Boden sucht, also alte Grundmauern oder in meinem Sinne waren es Massengräber, oder ob man jetzt Kampfmittel sucht, war für mich jetzt nicht so ein großer Unterschied. Man sucht
  17. was und dafür hat man halt die geophysikalischen Verfahren und es ist ein sehr komplexer Bereich. Man kann alles machen in der Kampfmittelräumung. Es gibt superviele Möglichkeiten. Wir machen jetzt
  18. auch Gewässerrenaturierung sogar mit. Ja, ich habe in letzter Zeit öfter mal drüber nachgedacht. Ich fände es sehr interessant, mit indigenen Gemeinschaften zu arbeiten und im Kontext von
  19. Wasser, ich glaube viele indigene Gemeinschaften haben Bezug zu solchen natürlichen Ressourcen, wie wir sie nennen, von denen wir viel lernen können. Wir stellen Daten zur Verfügung,
  20. was z.B. die geeignete Baumartenwahl angeht, weil nicht jeder Baum kann auf jedem Standort wachsen. Das gleiche gilt dann natürlich für landwirtschaftliche Flächen auch. Im
  21. Grunde versuchen wir einfach, standortangepassten Ackerbau und standortangepasste Forstwirtschaft zu ermöglichen. Es gibt wirklich richtig richtig schöne Baustellen, wo ich dann da stehe,
  22. um mich rum ist gar nichts und dann springen da die Bambis durch die Gegend und wir stehen da so mit unserem Bagger: "Hi"! Oder auf einer Kuhwiese stand ich auch schon oder auf der Pferdekoppel.
  23. Also irgendwie echt schon ganz cool. Genau. Genau. Man kann sich das auch einteilen. Man kann z.B. auch sagen, ich möchte lieber draußen sein. Ich bin der Mensch, der richtig gerne draußen
  24. arbeitet. Ich möchte meine Hände dreckig machen. Oder man sagt, nee, ich bin eher die kleine Büromaus oder Bürohengst. Ich möchte gerne die Berichte schreiben, ich möchte Auswertung machen,
  25. ich möchte Karten erstellen, also auch Vermesser, Kartographen und sowas kann man dann auch richtig gut mit reinmachen. Oder Luftbildauswertung gehört ja auch alles mit
  26. dazu. Es ist wirklich so komplex, man kann es von Beginn an mit Luftbildauswertung zu Vermesser, Kartograf oder Maschinist oder Bauhelfer, kann man alles machen. Man kann alles sein, was man möchte.
  27. Ja, ist schon ganz cool. Ich kann mir vorstellen, dass ich in ein, zwei oder fünf Jahren was komplett anderes mache, als was ich heute mache. Ich habe schon solche beruflichen extremen
  28. Schwenkungen durch. Ich habe lange längere Zeit einer Uni Migrationsforschung gemacht und in verschiedenen Projekten dazu gearbeitet. Habe Ökosystemmanagement gemacht und dazu geforscht.
  29. Und jetzt mache ich ÖPNV-Planung seit zweieinhalb Jahren. Und schaue, was kommt und ich weiß noch nicht, was nächstes Jahr passiert. Und das macht mir halt überhaupt gar keine Angst,
  30. ne? Ich glaube, dass eine Stärke, die ich jetzt nicht explizit in der Wissenschaft sehe, sondern eher in dem Studium und in der Art und Weise, wie Geographie gelehrt wird, ist dadurch,
  31. dass man so viele verschiedene Themen durchmacht, bekommt man wahnsinnig gute Kompetenzen darin, sich schnell und umfassend in verschiedenste Themen einzuarbeiten.
  32. Also, ich habe superschnell eine Stelle gefunden, und wenn das eure Leidenschaft ist, wirklich irgendwie geologisch, geographisch, mit Geoinformationssystem zu arbeiten,
  33. dann sucht euch die passenden Stellen wie z.B. den geologischen Dienst. Junge motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind immer gesucht und gefragt. Ich kann es nur empfehlen. Folgt da
  34. eurem Traum und eurem Gefühl und studiert das, was ihr glaubt, was das Richtige für euch ist. Geography Geography Geography Geography Geography Geography Geography Geography Geography Geography

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