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Unsichere Landmacht: Wie wurde Russland zum größten Land der Welt? | ZDFinfo Doku
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Transkriptautomatisch erstellt · 244 Zeilen
- Russland, das größte Land der Erde, bedeckt über [musik] 10% der gesamten Landfläche.
- Vom Polarmeer bis zum Kaukasus, vom Baltikum bis zum Pazifik. Eine Vielfalt an Landschaften und an Bodenschätzen.
- Russland ist das größte Land der Welt und hat einfach dadurch ein enormes Potenzial an Ressourcen. Doch es hat ein Problem.
- Russland ist eine unsichere Landmacht. Im Westen und Osten fehlen geographische Barrieren. An der 24 000 km langen Nordküste gibt es keinen ganzjährig
- schiffbaren Hafen. Deshalb versuchen Russlandsherrscher im Laufe der Jahrhunderte ständig ihre Grenzen zu erweitern.
- Geografie ist ein ganz entscheidendes Element für politische Entscheidung. Auch entscheidend, wie Staaten sich in der Geschichte ausgedehnt haben oder
- geschrumpft sind. Russland ist eine gewaltige Nation. Es erstreckt sich über zwei Kontinente,
- Europa und Asien und ist damit fast doppelt so groß wie Kanada, das zweitgrößte [musik] Land der Erde.
- [musik] Zwischen der Ost und Westgrenze Russlands besteht ein Zeitunterschied von 10 Stunden.
- Wenn die Sonne im Westen aufgeht, ist sie im Osten bereits untergegangen. Russland grenzt an 14 verschiedene Staaten und an vier Meere, das
- Nordpolarmeer, den Pazifik im Osten und das Schwarze und das Kaspische Meer im [musik] Südwesten.
- Russland ist eine Landmacht und hat kaum natürliche Grenzen. Deswegen fühlt es sich bedroht. und ist aggressiv.
- Mit 144 Millionen Einwohnern gilt Russland als das bevölkerungsreichste Land Europas. Doch im Durchschnitt leben nur acht
- Menschen auf einem Quadratkilometer. Nur im Westen gibt es Ballungsräume. Hier begünstigen Klima und Böden die Landwirtschaft.
- Der dünn besiedelte Osten ist dagegen geprägt von Permafrost und eisigem Klima. Die russische Tiger ist das größte
- zusammenhängende Waldgebiet der Erde. Sein Holz ist eine der vielen Ressourcen des Landes.
- Doch wie hat die Geografie Land und Leute geprägt? Und welche Auswirkungen hat sie auf Politik? und Geschichte.
- Die Ursprünge Russlands finden sich entlang der Flüsse Wolga und Niepperen. Die Wolga ist mit etwa 3000 km der längste Fluss Europas.
- Sie entspringt [musik] genau wie der Dnepper in den Waldeihöhen im Nordwesten Russlands.
- Von dort fließen sie nach Südosten ins Kaspische und im Süden ins Schwarze Meer.
- Ab [musik] dem sechsten Jahrhundert siedeln slawische Stämme entlang der Flüsse.
- Die Böden dort eignen sich [musik] hervorragend für den Anbau von Getreide wie Weizen und Gerste.
- Im 8. Jahrhundert [musik] dringen schließlich skandinavische Wikinger nach Süden vor. Sie sind auf der Suche nach neuen [musik] Jagdgebieten für
- Pelztiere. Aus den Fällen von Zobel, Hermelin und Nert fertigen [musik] die Wikinger aber
- auch die ansässigen Slaven hochwertige Kleidung. Für den Verkauf wird sie über die Flüsse und Meere bis nach Byzanz und in den
- Orient gebracht. Die Wasserwege waren entscheidend. Sie waren die beste Art, um Waren zu
- transportieren und zu reisen. Viel einfacher als auf dem Landweg. [musik] Den Straßen im heutigen Sinne gab es noch nicht. Große Flüsse wie die Volga
- und der Nepa waren damals die Hauptverkehrswege. Während sich Wikinger und Slaven immer mehr annähern, entwickeln sich [musik]
- die Siedlungen an den Flüssen durch Handel zu blühenden Städten. Historische Chroniken [musik] wie die Nestor Chronik sehen hier den Ursprung
- für das Volk der Ruß. Die ersten Erwähnungen der Rus stammen aus westeuropäischen Textquellen aus dem
- 9. Jahrhundert. Aber es gibt auch arabische Quellen aus dieser Zeit, aus den 840er und 850er Jahren, die die Rus als Alruia erwähnen.
- Der Name Rus hat seine Wurzeln im altnordischen Rus, was Rudern bedeutet. In ihren Anfängen sind die Ross nicht viel mehr als ein loser Verbund von
- Fürstentümern. Sie siedeln entlang [musik] des Nepa mit den Zentren Norvgorot und Kiev. Ende des neunt. Jahrhunderts schließen
- sie sich zum Reich der Ros zusammen. Sein Zentrum wird das strategisch günstig gelegene [musik] Kiev.
- Die Archäologin Charlotte Hedenerna Jonsson und ihr Team finden in Wikingergräbern immer wieder Hinweise darauf, wie sich die skandinavischen und
- slawischen Lebensweisen vermischt haben. Für mich waren die Ruß eher eine Kultur. Es ging weniger darum, ob man slawisch
- war, als darum, sich mit einer Gesellschaft oder einer kulturellen Lebensweise zu identifizieren.
- Vielleicht sahen sie sich weder als Skandinavier noch als Slaven, sondern als Rus, als eine Mischkultur.
- Auch Byzan und seiner Hauptstadt Konstantinopel üben Einfluss auf die Ruß aus. Das Großreich nimmt weite Teile der Schwarzmehküste ein und wird zum
- wichtigen strategischen Partner der Kiefer. [musik] Um diese Verbindung zu festigen heiratet
- Vladimir der Große Ende des 10. Jahrhunderts die Schwester [musik] des Byzantinischen Kaisers Basiliios des II. Die [musik] Bedingung: Vladimir und die
- Rus sollen sich offiziell zum Christentum bekennen. Der übernommene Glaube betrachtet [musik] die staatliche Autorität als
- Gott gegeben. Er erweist sich für Wladimir als wichtiges Machtinstrument und legt den Grundstein für eine enge Verflechtung
- von Kirche und Staat. Und die Kirche dient dem Staat sozusagen in der Kontrolle, Unterwerfung äh und äh
- ja Beherrschung der Bevölkerung und auch eben und in der ideologischen Unterfütterung. Nepper und Wolger werden zu natürlichen
- Taufbecken, in die Vladimir seine Untertanen zwingt. Die gemeinsame Religion hilft dem Herrscher die einzelnen Fürstentümer
- [musik] der Kiefer zu vereinen. Doch nach dem Tod Vladimi zerbricht die neu geschaffene Einheit.
- Während sich die Fürsten [musik] der Kieferus in den folgenden 200 Jahren bekriegen, entsteht am Rande derasischen Steppe eine Großmacht, [musik]
- das Mongolenreich von den Rus Tataren genannt. Mit der mongolischen Invasion bis 1240 änderte sich alles. Darum gibt es keine
- Kontinuität zwischen dem, was in der Wikingerzeit geschah und dem, was wir heute sehen. Die Mongolen unter Batokan unterwerfen
- die Kieferus und gründen das Kanat der goldenen Horde. Die folgenden zwei Jahrhunderte prägen als Zeit des Tatarenjochs in das russische
- Nationalbewusstsein ein. Die neuen Herrscher verlangen Tributzahlungen und besetzen wichtige Handelswege.
- Sie beenden damit die goldene Era der Kiefer. Diese Zeit ist bis heute politisch aufgeladen und umstritten. [musik]
- Russland sieht in ihr den Ursprung seiner Nation. Die Ukraine und Belarus hingegen berufen sich auf die Kiaferus als Geburtsstunde einer eigenständigen
- Kultur. Kontrolle über Geschichte ist immer auch Teil der Kriegsführung. Deswegen sind
- diese Geschichten so wichtig, weil sie in der Nestor Chronik vorkommen, wo es um die Ruß und die Kiefer Prinzen geht und alles, was
- danach kommt. Es handelt sich also um einen Gründungsmythos mit historischen Wurzeln.
- Die goldene Horde schafft neue Verhältnisse zwischen Karpaten und Ural. Im [musik] Westen hingegen verliert die geschwächte Kiefer Gebiete an Polen und
- Litauen. Doch im Schutz Dichter Wälder beginnt im 14. Jahrhundert schließlich der Aufstieg Moskaus.
- Seine Herrscher bauen die Stadt unter mongolischer Herrschaft zum Großfürstentum aus und erobern immer mehr Ländereien.
- Im Jahr 1480 gelingt es [musik] dem Moskauer Großfürsten Ivan dem II endgültig die Mongolen zu besiegen und das Tatarenoch abzuschütteln.
- Unter seiner Herrschaft [musik] entwickelt sich die Stadt zum Zentrum des russischen Reiches. Ivans wichtigste Aufgabe: Die Versorgung der wachsenden
- Bevölkerung mit Nahrung sicherstellen. Ursprünglich war das Großfürstentum Moskau ja ein relativ kleiner Raum, der darauf angewiesen war, dass er
- schlichtweg die Ackerfläche äh erweitert hat und man nur zwei, drei Fruchtfolgen quasi sicherstellen konnte und der Boden relativ schnell ausgelaugt war.
- Im Jahr 1547 lässt sich der Enkel Ivans des [musik] II zaren von Russland krönen. In der Tradition der römischen Cäsaren
- erklärt Iwan der I Moskau zum dritten Rom und zum Zentrum des orthodoxen Christentums.
- Das einstige [musik] Herrschaftsgebiet der goldenen Horde zerfällt in der Zwischenzeit in mehrere unabhängige Kanate.
- Die mongolischen Herrscher will der junge Zar endgültig in die Schranken weisen. Vor allem aber will er die Wolga mit ihren wichtigen Handelsrouten unter
- seine Kontrolle bringen. [musik] Die Kontrolle über diese Flüsse war für
- den Ausbau des russischen Reichs von großer Bedeutung. Deshalb ist die Eroberung des Kanats Kasan auch so wichtig.
- Von diesem Moment an kontrollierte Russland die Wolga als zentrale Verkehrsade.
- Im Sommer 152 stehen russische Truppen vor den Toren Kasans.
- Die Stadt ist der Schlüssel zur südlichen Wolger und den Handelswegen zum Kaspischen Meer.
- Nach wochenlanger Belagerung stürmen die Truppen Ivans des Vierten die Stadt mit Rammöcken und Kanonen und töten einen Großteil der Bevölkerung.
- Die Eroberung Kasarns hat weitreichende Folgen. Sie öffnet den Weg nach Osten in die sibirische Tiefebene.
- Im Norden geht diese in die Tundra über. Permafrost [musik] hält hier große Teile des Bodens ganzjährig gefroren und macht Landwirtschaft unmöglich.
- Im Süden locken die ausgedehnten Nadelwälder der Tiger mit ihrem Reichtum an Holz, Pelzen und Bodenschätzen.
- Doch Temperaturen von bis zu -40° bremsen die russische Expansion aus. Hinzu kommen Raubzüge der sibirischen Kanate.
- Rosal ist ein Flächenstaat, der im Prinzip als Imperium durch eine Kolonialisierung seiner angrenzenden Gebiete entstanden ist. Also, es hat
- eben eine riesige weite Fläche, die sehr leicht zu erobern ist, insbesondere vom vom Osten. Also, der das Trauma sozusagen
- des Moskauer Zahnreiches sind sind die Mongolenstürme. Ja, die die im Prinzip vom Osten kamen und riesige Territorien erobert haben.
- Damit sich das nicht wiederholt, sollen Ende des 16. Jahrhunderts Kosaken Gebiete im Osten erobern. Die freien Reiterverbände und Wehrbauern
- wollen in den Grenzgebieten unabhängig agieren, kämpfen aber auch an der Seite Russlands.
- [musik] Einer von ihnen ist Jamak Timojewitsch. Seine Auftraggeber, [musik] die Stroganows, gelten als eine der
- reichsten Kaufmannsfamilien Russlands. Für sie soll Timo Fejewitsch Sibirien erobern. [musik]
- Auf dem Weg zur Hauptstadt des Kanat Sibir müssen sich der Kosaken Hauptmann und seine knapp 1000 Mann mit Boten durch die Sympfe kämpfen.
- Doch ihre Erfahrung und ihre modernen Feuerwaffen bringen den Sieg. Mit reicher Beute kehrt Timo Fewits schließlich nach Moskau zurück.
- In den folgenden Jahrzehnten erobern russische Truppen, Freiheitssuchende und Abenteurer die weiten Sibiriens. Sie unterwerfen die verbliebenen Kanate
- ebenso wie die indigene Bevölkerung. Die erbeuteten Reichtümer finanzieren die weitere Expansion des russischen Reiches nach Osten.
- Diese Ausdehnung nach Osten in der frühen Neuzeit hat mehrere Gründe. Einer davon ist die Unterwerfung der Steppenvölker und damit der Schutz vor
- ihnen. Es geht aber auch um Ressourcen und Produktivität. Doch während Ivan sein Reich im Osten erweitern kann, zeigt sich im Westen die
- Schwäche der russischen Geografie. Es hat ja zwei verwundbare Stellen. Das ist der Osten, wo die Mongolen eingefallen sind und wo man dann unter
- dem Schrecklichen diese riesige Landfläche erobert hat. Und dann hat man sich dem europäischen Teil zugewandt. Zwischen den Karpaten im Westen und
- Sibirien im Osten gibt es abgesehen vom Ural keine größeren Höhenunterschiede und damit kaum geographische Grenzen.
- Auch die Vorherrschaft im Ostseeraum ist umkämpft. Bis in die Mitte des [musik] 16. Jahrhunderts gibt es immer wieder
- Konflikte, vor allem mit dem westlichen Nachbarn Liefland.
- Liefland umfasst damals Teile des heutigen Estlands und Lettlands sowie der Ostseeküste. Mit dem Einmarsch russischer Truppen in
- Liefland 1558 [musik] gerät Iwan der vier auch in Konflikt mit dessen Schutzmächten. Schweden, Polen, Litauen, Dänemark und
- dem deutschen Ritterorden. Für den Zugang zur Ostsee ist Ivan bereit, einen hohen Preis zu zahlen,
- denn dieser verspricht schnelleren und ganzjährigen Handel. Nach über 25 Jahren Krieg muss sich Ivan der Schreckliche, wie er mittlerweile
- genannt wird, geschlagen geben. Eines aber hat er erreicht. Russland ist auf dem Radar der [musik] europäischen Herrscher.
- Das wird zu [musik] Beginn des 17. Jahrhunderts zum Problem. Denn als Ivans Thronfolger Fjordor I. Ohne Nachkommen stirbt, steht das junge [musik]
- Zarenreich ohne Herrscher da. Während sich russische Adelsfamilien um den Thron streiten, sorgen Kriege mit Schweden und Polenlitauen [musik] im
- Westen für Chaos und Zerstörung. Im russischen Nationalgedächtnis hinterlässt diese Zeit der Wirren, die sogenannte [musik] Smuter, tiefe
- Verunsicherung und ein Gefühl der Verwundbarkeit. Das Paradoxe an der russischen Geschichte ist, dass Außenstehende
- Russland oft als Aggressor wahrnehmen, als räuberisch und expansionistisch. Und natürlich, wenn man auf die Landkarte schaut, hat Russland immer
- wieder fremde Gebiete erobert. Gleichzeitig sehen sich die Russen selbst als verwundbaren und bedrohten Stat.
- Erst die Krönung des ersten Zaren [musik] aus dem Geschlecht der Romanows und Friedensverträge mit Schweden und Polen [musik] Litaauen beenden Chaos.
- Die Romanovs werden das riesige Land für die nächsten 300 [musik] Jahre zusammenhalten.
- 1697 [musik] reist der 25-jährige Piotre Alexjewits Romanov durch Europa. In die Geschichtsbücher geht er als Peter der
- Große ein. In den werften [musik] Preußens, Lieflands und Hollands lernt er den westeuropäischen Schiffbau kennen. Er
- beschließt die große Vision Ivans des Vierten zu verwirklichen. Russland soll zu den imperialen Großmächten Europas aufsteigen
- und eine Seefahrernation [musik] werden. Dazu muss sich Russland jedoch über seine Grenzen hinweg vergrößern.
- Zwar gehört Russland mit über 35 000 km zu den Ländern mit den längsten Küstenlinien, doch sind die meisten Häfen aufgrund des Klimas nur wenige
- Monate im Jahr schiffbar. Russland hat nur begrenzten Zugang zu den Weltmeeren. Einer dieser
- eingeschränkten Wege führt über die Ostsee, wenn man nicht durch das Packeis der Arktis fahren will. Das ist allerdings problematisch, weil man dafür
- an etlichen Ländern vorbeifahren muss. Im Jahr 1700 beherrscht das Königreich Schweden die Ostsee. Doch im Bündnis mit Dänemark, Norwegen, Polen, Litauen und
- Sachsen erobert Peter der Große in über 20 Kriegsjahren große Teile des Ostseeraums. Um seine Position zu festigen, lässt er
- gleichzeitig sein Venedig des Nordens errichten, Stt Petersburg. Ab 1712 wird es mit seinem Zugang zur Ostsee zur neuen [musik] Hauptstadt des
- Zarenreichs. Peter bemühte sich Russland so schnell wie möglich an Europa heranzuführen und
- eine proeuropäische Kultur zu etablieren. Für ihn und sein Reich spielte der Zugang zum Meer in dieser Zeit eine sehr
- wichtige Rolle. Strategisch günstig gelegen erweist sich der Bau der neuen Hauptstadt als
- Disaster. Schuld daran sind vor allem der sumpfige Boden und die eisigen Winter.
- Zntausende Leibeigene und Kriegsgefangene [musik] sterben während des Baus an Kälte, Krankheit und Hunger.
- Peters großes Ziel ist, Russland nach westeuropäischem Vorbild zu modernisieren. betrifft die Verwaltung und die
- Infrastruktur, aber auch den Aufbau neuer Industrien wie der Eisengewinnung und den [musik] Ausbau der Armee.
- Peter interessierte sich für westliche Spitzentechnologie, insbesondere im Bereich der Marine und des Militärs.
- So wurde Russland militarisiert, wie niemals zuvor. hat in der CAS bevor davon profitiert auch Katharina die Große, als sie 1762
- den russischen Thron besteigt. Sie führt den Traum von Zar Peter fort. Russland an der Spitze Europas.
- Katharina setzte sich wie kein anderer Herrscher dafür ein, Russland in eine angesehene europäische Großmacht zu verwandeln.
- Im Mittelpunkt standen dabei Gebietserwerbungen in Polen, in den westlichen Grenzgebieten, vor allem aber im Südosten.
- Dort will sie das erreichen, woran ihre Vorgänger gescheitert sind. Einen Stützpunkt für die russische Flotte. im schwarzen Meer. Der Gegner, das
- Osmanische Reich. 1770 kommt es vor Tscheshme in der heutigen Westtürkei zu einer
- folgenschweren Seeschlacht. Während eines Überraschungsangriffs versenkt ein russischer Schiffsverband einen Großteil der Osmanischen Flotte.
- Es ist der erste [musik] große russische Sieg zur See. In den folgenden Jahren erobert Katharina weite Teile der [musik]
- Schwarzmehrküste und annektiert 1783 die Krim. Die Halbinsel wird seit Jahrhunderten [musik] von Tataren bewohnt und gehört
- lange zum Osmanischen Reich. In der strategisch [musik] günstig gelegenen Südbucht der Halbinsel lässt die Herrscherin schließlich die
- Hafenstadt [musik] Sevastopol errichten. Die Krim ist geopolitisch ganz wichtig, weil sie im Prinzip der Brückenkopf in
- das schwarze Meer hinein ist. Wenn sie die Krim beherrschen, dann dominieren sie im Prinzip das Schwarze Meer. Das ebnet Katharina den Weg zu weiteren
- Gebieten im Westen. Große Teile des Untergehenden Großreichs Polen Litauen werden bis zum 18. Jahrhundert Teil [musik] des russischen
- Reiches. Darunter Belarus und Teile [musik] der heutigen Ukraine und Polens. Als Katharina die große 1796
- stirbt, hat sie Russland zu einer europäischen Großmacht gemacht. Knapp 20 Jahre später muss ich Russland den französischen Eroberer Napoleon
- Bonaparte erwehren. Sein Feldzug führt ihn und sein Heer 1812 bis nach Moskau, endet aber in einer Katastrophe. Bis Kriegsende verliert Napoleon mehrere
- Hundertetausend Soldaten durch Hunger, Kälte und die ständigen Angriffe der russischen Truppen. In Russland geht der siegreiche Konflikt als Krieg in [musik]
- die Geschichte ein. Das Zarenreich kann als Retter Europas die Neuordnung des Kontinents mitbestimmen. Doch trotz militärischer Erfolge bleibt
- es ein Agrarstaat. Als die Industrialisierung den europäischen Kontinent verändert, steht
- Russland vor einer enormen Herausforderung. Im Norden und Osten sind Holz und Pelze seit jeher die wichtigsten Handels und
- Exportgüter. Die Landwirtschaft konzentriert sich dagegen [musik] auf den Westen des Landes, wo die Böden besonders fruchtbar
- sind. Vor allem im sogenannten Schwarzeregürtel in der heutigen Ukraine wird Getreide
- wie Weizen und Hafer für den Export angebaut. Verantwortlich dafür sind leibeigene [musik] Bauern, die bis Ende des 19.
- Jahrhunderts etwa dreiviertel der Bevölkerung ausmachen. Das Problem, das Land, das Sie bewirtschaften, gehört Ihnen nicht. Ein
- sozialer und wirtschaftlicher Aufstieg ist für sie kaum möglich. Erst [musik] mit der Agrarreform von 1861
- unter Alexander dem II wird die Leibeigenschaft formell abgeschafft. Doch kaum ein Bauer kann die hohen Pachtpreise für sein Land bezahlen.
- Viele ziehen in die Städte, um in der Industrie Arbeit zu finden. Dabei liegt ein Großteil der russischen Rohstoffe, darunter Kohle, Gold und
- Diamanten, unter der Erde Sibiriens. Eine Region, [musik] die trotz zahlreicher Expeditionen in den vergangenen Jahrhunderten kaum über
- Infrastruktur verfügt. Das soll sich ab 1891 mit dem Bau eines gigantischen Projekts ändern, der transsibirischen Eisenbahn.
- Mit einer Länge von über 9000 km gilt sie bis heute als längste Bahnstrecke der Welt und verbindet seit dem frühen 20. [musik]
- Jahrhundert die dünn besiedelten Gebiete im Osten mit Russlands Westen. Als der erste Weltkrieg über Europa hereinbricht, wird der industrielle
- Rückstand trotz aller Fortschritte zur Achilles Ferse. Schlechte Ausrüstung und Nachschubprobleme führen zu hohen
- Verlusten der russischen Truppen. Zudem verliert Russland große Gebiete im Westen. Polen, Litauen, Lettland,
- Estland und Finnland werden nach dem Ersten Weltkrieg unabhängig. Gleichzeitig eskalieren die inneren Unruhen.
- Mit der Oktoberrevolution 1917 und der Ermordung von Zar Nikolaus dem I endet das russische Zarenreich. An seine Stelle tritt das kommunistische
- Sowjetrussland unter Lenin. Die Idee der Bolschevik war die Weltrevolution und die sollte auf ganzer
- Linie siegen. Überall sollten Sowjetrepubliken entstehen, aber das hat nicht funktioniert.
- Dann musste die Macht ergriffen werden und die rote Armee schlug nationale Widerstände mit Feuer und Schwerten nieder.
- Im folgenden Bürgerkrieg erobern die Bolscheviki Gebiete in der Ukraine und im Kaukasus zurück und gliern sie in die Sowjetunion ein.
- Von besonderer Bedeutung ist dabei Baku im heutigen Aserbaidschan. Denn dort hat man Mitte des 19. Jahrhunderts Erdöl entdeckt.
- Die Bolchewiik verstaatlichen rund 300 Ölgesellschaften in Baku und sichern sich so den Zugang zu dem wertvollen Treibstoff.
- [musik] Als Josef Stalin 1924 an die [musik] Macht kommt, setzt er ebenfalls auf Industrialisierung.
- Doch die Technik, um die Bodenschätze [musik] des Landes zu heben, muss er teuer importieren.
- Dafür erhofft sich Stalin Gewinne [musik] aus der Landwirtschaft, die er verstaatlicht und kollektiviert. Die Erträge fließen nun zuerst [musik]
- dem Staat zu, dann der Versorgung der Bevölkerung. Um die Industrialisierung voranzutreiben, musste Stalin die
- russischen Dörfer und Bauern unter seine Kontrolle bringen. Das führte zu einer schnellen, brutalen und grausamen Kollektivierung, in deren
- Verlauf Millionen von Bauern deportiert wurden. Die Abgaben sind vor allem in der Ukraine unerfüllbar hoch.
- Zwischen 1932 und 1933 verhungern [musik] dort bis zu dreieinhalb Millionen Menschen. Im Gedächtnis [musik] der Ukraine brennt
- sich diese Zeit als Hollowomor ein, als Tötung durch Hunger. Wer sich Stalins hartem Regime widersetzt, landet in Arbeitslagern, den
- sogenannten Gulaks. Millionen Menschen werden [musik] deportiert, viele von ihnen nach Sibirien.
- Dort müssen sie unter härtesten Bedingungen schuften und Bodenschätze abbauen.
- Während des großen Terrors zu Beginn der 1930er Jahre wurden die Lager und Gefängnisse immer voller. So kam man auf die Idee, die
- Arbeitskraft der Gefangenen im Sinne der sogenannten staatlichen Sicherheit zu nutzen. Die Sklavenarbeit begleitete das System Stalin bis zu seinem Ende, bis
- zur Mitte der 1950er Jahre. Während Stalins Vorgänger ihre Macht vor allem [musik] durch geographische Größe
- demonstrieren, erkennt er, dass im 20. Jahrhundert [musik] der Grundstein für Macht unter Russlands Erde liegt, denn hier finden sich schöpfliche
- Rohstoffvorkommen. Die riesige Landfläche bekommt vor allem im Osten eine neue Bedeutung.
- Russlands erstes Ziel war immer die strategische Tiefe. Dann kam der Handel und schließlich ging es ums Öl.
- Der Zugang zu Erdöl bedeutet im 20. Jahrhundert nicht nur Energiesicherheit, sondern auch militärische Stärke. Im Zweiten Weltkrieg spielt Öl neben
- Ideologie und Expansionsdrang eine strategische Rolle. Als Hitler 1941 die Sowjetunion überfällt, gilt sein Vormarsch nicht nur
- St. Petersburg, Moskau und Volgograd, sondern auch den Ölquellen von Baku. Doch wie einst Napoleon scheitert auch Hitler an Russlands Größe und Klima.
- Alle diese Länder kamen aus dem Westen, Schweden, Polen, Frankreich, Deutschland. Aber keiner von ihnen kam jemals wirklich über Moskau hinaus, denn
- der Weg ist weit und kalt. Für Russland geht der Zweite Weltkrieg [musik] als großer Vaterländischer Krieg in die
- Geschichte ein. Erneut präsentiert sich das [musik] Land als Retter Europas. 1945 bestimmt Stalin in der Konferenz von
- Jalta die Zukunft des Kontinents mit. Die Folge: Die Sowjetunion sichert sich Lettland, Litauen und Estland im Westen. Staaten wie die DDR, Polen, die
- Tschechoslowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien werden de facto zu Vasalen starten.
- [musik] Aus den Verbündeten des Zweiten Weltkriegs werden bald Feinde, die sich ideologisch gegenüberstehen.
- Der Nordatlantik Pakt kurz NATO, angeführt von den USA im Westen und der Warschauerpakt unter Führung der Sowjetunion im Osten.
- Kurz nach den USA zündet die Sowjetunion 1949 ihre erste Atombombe. Beide Seiten rüsten in den folgenden
- Jahrzehnten immer weiter auf und errichten immer mehr Militärstützpunkte an ihren Grenzen. Die sowjetischen Nachbarstaaten dienen
- der UDSSR dabei als Pufferzone. Der Hauptfeind ist die NATO. Ja, dadurch, dass es keine natürlichen Barrieren gibt, im Sinne eben von hohen
- Bergen jetzt außer im Kaukassus, ähm kann man eben nur durch Landflächen sozusagen Pufferzonen schaffen. Seit den 1960er Jahren erfüllen diese
- flachen Ebenen aber noch einen anderen Zweck. Sie werden für den Bau von Pipelines genutzt. Die Sowjetunion erschließt immer mehr Öl
- und Gasfelder, etwa im Wolger Uralgebiet und in Westsibirien. Die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen beginnt die starren Grenzen zwischen Ost
- und West aufzuweichen. Es gibt das Klischee von der Sowjetunion, die isolationistisch oder
- aut war und wirtschaftlich nichts mit dem Rest der Welt zu tun haben wollte. Aber das stimmt nicht. Eines der wichtigsten Ergebnisse der
- Suche nach internationalen Partnern war neben anderen der Pipeline Deal. Mit dem sogenannten Röhrenerdgasgeschäft gewinnt die Sowjetunion im Februar 1970
- die BRD [musik] als Gaskunden. Deutschland liefert die Röhren und gewährt einen Milliardenkredit [musik] für den Bau der Preinen.
- Im Gegenzug liefert die Sowjetunion jährlich 3 Milliarden Kubikmeter Gas. In den folgenden Jahren kommen Geschäfte mit weiteren westeuropäischen Ländern
- hinzu. Es ist eine Entwicklung, die den Aufstieg Russlands zum größten Gasproduzenten [musik] der Welt
- einleitet und es ist der Beginn einer gegenseitigen Abhängigkeit.
- [musik] Ohne Öl und Gas wäre Russland keine Großmacht. Russland ist, wie es gerne
- bezeichne, eine fossile Großmacht. Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 steht Russland nicht nur vor der Herausforderung, sich auf dem Weltmarkt
- zu behaupten, sondern auch seine geopolitische Rolle neu zu definieren. Zahlreiche Staaten im Westen und Süden Russlands erklären ihre Unabhängigkeit.
- Die strategisch wichtige Krim wird Teil der Ukraine. Das Problem Russland will Sevastopol weiterhin als Marinestützpunkt halten.
- Mit dem Flottenvertrag von 1997 finden beide Länder einen Kompromiss. Russland pachtet die Hafenanlagen. Die Ukraine erhält im Gegenzug Rabatte auf
- Erdgas. Eine Win-Win Situation bis in den 2000er Jahren immer mehr osteuropäische Staaten der NATO beitreten.
- Der amtierende Präsident Vladimir Putin sieht darin eine Bedrohung für Russland. Большего отдельные нормы. Да, по сути, чуть ли не вся система права одного
- государства, прежде всего, конечно, Соединённых Штатов, перешагнула свои национальные границы и
- по сути во всех сферах, и в экономике, и в политике. Russland weiß, dass es kein europäisches Reich mehr wäre, wenn die Ukraine der
- NATO oder der EU beitreten würde. Es wäre nur noch ein eurasisches oder asiatisches.
- Mit der russischen Annexion der Krim 2014 und dem Angriff auf die Ukraine 2022 versucht Putin das zu verhindern.
- Nach Jahren der nuklearen Abrüstung seit dem Ende des kalten Krieges droht er dem Westen mit dem Einsatz von Atomwaffen.
- Putin instrumentalisiert die Geschichte nicht nur, er verwandelt sie in Propaganda.
- In der Vergangenheit war Russland von Feinden umzingelt. Deshalb versucht er diese Länder mit verschiedenen Mitteln wieder unter
- seinen Einfluss zu bringen. Dieses Ziel verfolgt Putin auch mit der Suche nach Öl und Gasvorkommen im
- Norden. Denn mit einem Anteil von bis zu 18% am brutto Inlandsprodukt im Jahr 2024 ist der Energiesektor ein wichtiger Wirtschaftszweig.
- Russland ist der größte Anreinertais [musik] und verfügt über ein riesiges Territorium in dieser Region.
- In den 1980er [musik] Jahren einigt sich Russland mit vier weiteren Staaten darauf, die Arktis konfliktfrei [musik] zuuhalten.
- Die Abkommen sehen ausschließliche Wirtschaftszonen [musik] vor, die sich jeweils 200 Seemeilen ins Nordpolarmeer erstrecken.
- Doch die Bedingungen ändern sich, denn bisher waren die arktischen Küsten Russlands nur wenige [musik] Monate im
- Jahr schiffbar. Durch den Klimawandel könnten Gebiete mit unerschlossenen Rohstoffen in
- Zukunft ganzjährig eisfrei sein. Die reichen Ressourcen gerade im arktischen Raum ist der Grund, dass
- Soßland gerade die arktische Zone der russischen Föderation als nationale Ressourcenbasis betrachtet.
- Offiziell bezeichnet Russland die Arktis noch als [musik] Zone des Friedens, der Stabilität und Partnerschaft.
- Doch das Land rüstet auch auf, um seine Nordgrenze zu sichern. Mit Truppenmanövern demonstriert das russische Militär immer wieder seine
- Kampfbereitschaft. Wir sehen, dass zunehmend Russland in der Arktik auch aufrüstet und im Prinzip in so ein Wettbewerb auch um Einfluss,
- um Geopolitik, aber natürlich auch um Ressourcen in dieser Region eintritt. Die Arktis ist damit nicht nur Frühwarnsystem für den Klimawandel,
- sondern auch Schauplatz für den Machtkampf um Ressourcen. Russland demonstriert mit dem Krieg gegen die Ukraine, dass es an das
- Großreich der Sowjetunion anknüpfen will. Gleichzeitig geht es Putin um eine globale Neuordnung, in der [musik] der
- Westen an Macht verlieren soll. Die Karte der Welt wird sich nachhaltig verändern, wenn Russland diesen
- völkerrechtswidrigen Angriffskrieg umgestraft fortführen kann und ohne Sanktionen bleiben würde. Wir müssen eigentlich zu einem Zustand
- zurück, in dem die Unverletzlichkeit der Grenzen weiterhin gilt und andere Staaten nicht ihre Nachbarn überfallen,
- weil sie neoimperialistischen Gedanken nachhängen, die eigentlich der Vergangenheit angehören.
- Denn trotz seiner Größe und seines Reichtums an Ressourcen sieht sich Russland bis heute wegen seiner geographischen Schwachstellen bedroht.
- und durch die Geschichte in dieser Angst bestätigt. Die zukünftige Rolle Russlands wird auch davon abhängen, ob es weiterhin von
- fossilen Brennstoffen abhängig bleibt und damit von einer Wirtschaft, die sich möglicherweise zu langsam an die Zukunft anpasst.
- Eine Herausforderung, die sich durch die geographischen Bedingungen Russlands noch verstärkt. M.
Zum Nachlesen
ReportageAls Reportage (von lateinisch reportare = berichten, melden) bezeichnet man im Journalismus unterschiedliche Darstellungsformen, bei denen der Autor nicht …
RusslandRussia: The Migration Dimension of the War in Ukraine . Brain Drain from Russia after February 24th 2022. In: Russian Analytical Digest (RAD)
KommunismusKommunismus (lateinisch communis ‚gemeinsam') ist ein um 1840 in Frankreich entstandener politisch-ideologischer Begriff mit mehreren Bedeutungen:.