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Scharia-Richter, TikTok-Islamisten, Parallelwelten: Wo uns Islamismus unterwandert | KLAR | BR24
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 260 Zeilen
- . Untertitelung: BR 2026
- Islamismus. Mitten in Deutschland.
- Eine gefährliche Ideologie. Wir werfen ihn vom Dach. - Nein, er wird gesteinigt.
- Auch im Unterricht: Drohungen. Dann steht an der Tafel der Spruch: "Auch dich kriegt der IS."
- Extremisten misshandeln Frauen. Er schlug mich, riss mich an den Haaren.
- Er trat mir in den Bauch. Demonstrationen werden von Israel-Leugnern unterwandert.
- Israel? Wo ist das? Islamistische Strömungen in Deutschland.
- Was passiert in unserer Gesellschaft? Islamismus bei Demonstrationen in manchen Stadtvierteln.
- Auch online und sogar an Schulen taucht islamistisches Gedankengut auf.
- Willkommen zu KLAR. Eins vorneweg: Auch der Islam ist in Deutschland durch Religionsfreiheit geschützt.
- Diese Folge blickt aber nicht auf den Islam als Religion, sondern auf seine extremistische Auslegung, den Islamismus.
- Kann diese Ideologie zur Gefahr für unsere Gesellschaft werden? München, 13. Februar 2025.
- Mit seinem Auto rast ein damals 24-Jähriger in eine Demonstration der Gewerkschaft ver.di.
- Da liegt er. Der Afghane fährt zwei Menschen tot.
- 43 weitere sind teils schwer verletzt. Auch Erhan Er.
- Da ist er schon, der Täter. Da wird er gerade abgeführt. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen
- steht seit Januar der mutmaßliche Attentäter vor Gericht. Farhad N. zeigt den rechten Zeigefinger.
- Eigentlich ein religiöses Symbol unter Muslimen, das aber Terrorgruppen wie der sog. Islamische Staat oder al-Qaida
- für ihre Propaganda missbrauchen. Wie viele Opfer leidet auch Erhan Er
- immer noch unter den Folgen des Anschlags. Ganz normale Geräusche im Straßenverkehr machen ihm Angst.
- Dann kommen die Erinnerungen an den schlimmen Anschlag wieder hoch. Sein Trauma. Er erlebt diesen Moment immer wieder.
- An dem Tag, wo es passiert ist, ist die Gefahr von hinten gekommen. Das ist mein allergrößtes Problem.
- Selbst wenn ein Fahrradfahrer vorbeiflitzt, ich krieg meine Krise. Ich könnte unter die parkenden Autos kriechen und mich verstecken.
- Noch dazu kommt dann das Aufbrummen von den Motoren. Eins und eins, wenn ich zusammenzähle,
- immer wieder kommen die gleichen Bilder in den Kopf. Immer wieder, immer wieder.
- Wir sind dabei, als Erhan Er und andere Opfer des Anschlags ihre Aussagen vor dem Münchner Oberlandesgericht machen.
- Viele Verletzte kämpfen mit den seelischen und den körperlichen Folgen,
- auch mit den finanziellen. Denn arbeiten können viele nicht mehr
- und meist gleicht ihnen keiner die Differenz zum früheren Verdienst aus. Zu all dem sagt der Angeklagte bisher nichts.
- Der Gerichtssprecher ordnet mögliche Hintergründe zum Anschlag ein. In ihrer Anklage geht die Bundesanwaltschaft davon aus,
- dass der Angeklagte spätestens ab Herbst 2024 eine islamistische Richtung eingeschlagen habe,
- die dann darin gegipfelt habe, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft,
- dass er der Meinung war, dass er möglichst viele Menschen verletzen, töten muss,
- um so auf das Leid von Muslimen in islamisch geprägten Ländern hinzuweisen. Die Bundesanwaltschaft
- geht insoweit also von einer islamistischen Motivation aus. Der mutmaßliche Attentäter
- hat sich demnach wohl in Deutschland radikalisiert. Wir werden den Prozess weiter beobachten.
- Islamismus ist eine verfassungsfeindliche Ideologie. Wir von KLAR wollen wissen: Wo zeigt sich dieses Gedankengut?
- Egal, ob mit oder ohne Gewalt durchgesetzt, das Ziel des Islamismus bleibt dasselbe,
- sagt das Bundesinnenministerium: Der Bezirk Neukölln in Berlin.
- Hier leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Mitarbeitern von Sicherheitsbehörden, die verstehen wollen,
- wo Radikalisierung entstehen kann, zeigt eine Politikwissenschaftlerin zum Beispiel Neukölln.
- Die Muslimin Gülden Hennemann, Deutsch-Türkin, kennt die Trennlinie zwischen der Religion Islam und Islamismus genau.
- An diesem Tag sind wir mit ihr unterwegs. Wir sind ja jetzt, wie ich finde,
- in einer der Herzstück-Gegenden von Neukölln, Hermannplatz. Ich habe selber hier mehrere Jahre verbracht.
- Ich finde auch, dass der Hermannplatz ein bisschen, leider muss man sagen, eine Trennlinie geworden ist
- zwischen einem Teil von Berlin, der, sag ich jetzt mal, noch sehr demokratisch geprägt ist, und durchaus einem Teil von Berlin,
- der leider, muss man sagen, Personenkreise und Ideologien beherbergt,
- die nicht unbedingt mit unserer Demokratie vereinbar sind. Wir sind gespannt, was uns erwartet.
- Islamismus basiert ganz wesentlich auf religiöser Intoleranz. Das beginnt mit scheinbar kleinen Dingen,
- z.B. mit dem Pausenbrot in der Schule. Kinder und Jugendliche
- sollten frei von religiösen Zwängen lernen können, aber schon Grundschulkinder erleben manchmal etwas anderes,
- und ihre Lehrer auch. Die Elbe-Schule Neukölln.
- Über zwei Drittel der Kinder hier haben einen Migrationshintergrund. Das Motto der Schule: Toleranz fördern.
- Auch in puncto Religion. Schulleiterin Deniz Taner hat, wie sie es ausdrückt,
- ihre Wurzeln im islamisch geprägten Kulturraum. Als es im vergangenen Jahr, im Fastenmonat Ramadan,
- Probleme an ihrer Grundschule gibt, greift sie durch. Fasten ist für junge Kinder im Islam nicht vorgeschrieben.
- Trotzdem, so berichtet sie, nahmen Schüler ihren Mitschülern die Brotzeitdose weg.
- Schulleiterin Deniz Taner sucht den Brief an die Eltern aus dem vergangenen Jahr
- noch einmal heraus und liest aus dem Schreiben vor. "In der aktuellen Ramadanzeit
- beobachten wir besorgniserregende Entwicklungen, die nicht nur das Miteinander,
- sondern auch das Lernumfeld der Grundschüler beeinträchtigen. Eltern, aber auch Schülerinnen beschweren sich,
- dass einige fastende Kinder in den Pausen anderen Schülern das Essen verbieten."
- Kein Pausenbrot essen zu dürfen, von der Gruppe ausgeschlossen zu werden.
- Für die Rektorin fühlt sich das nach Mobbing an ihrer Schule an und sie reagiert.
- Ausgrenzungen wie diese führt sie auf religiöse Intoleranz zurück. Ich hab ein Schreiben
- an die gesamte Elternschaft zusammengefasst. Da ging es darum, dass Kinder nicht muslimischen Glaubens,
- aber auch Kinder muslimischen Glaubens, die eben auch nicht fasten, gemobbt wurden,
- dass das Essen auf dem Schulhof oder in der Frühstückspause verboten wurde von einigen Kindern.
- Ich denke, wenn man Menschen überzeugen kann, dass das Miteinander auch sehr gut gelingen kann,
- dass Frieden und friedliches Handeln sehr wichtig ist, solche Menschen werden dann nicht zu Extremisten oder sonst irgendetwas.
- Für die Schulleiterin kann religiöse Intoleranz den Boden für Islamismus bereiten.
- Die Schulen sind eigentlich der einzige Ort in einer demokratischen Gesellschaft,
- wo ich Kinder für ein paar Stunden außerhalb des gewohnten Rahmens hab, wo ich ihnen beibringen kann, von staatlicher Seite sozusagen,
- wie demokratisches Zusammenleben aussehen kann, trotz unterschiedlicher Meinungen, Hintergründe und Kulturen.
- Für den Brennpunkt Neukölln ist die Elbe-Schule eine Vorzeigeschule. Um über Toleranz zu sprechen, gibt es eine sog. Friedenspause.
- Schüler haben dafür sogar ein Lied geschrieben. Unser Zusammenhalt ist immer da,
- wir werden ihn nie verlieren. Niemand kann ihn zerstören.
- Nur wir sind dazu fähig. KLAR hat allen Bundesländern dieselbe Frage gestellt:
- Wie viele Fälle von Beleidigungen oder Einschüchterungen, die religiös motiviert waren,
- gab es an Schulen seit 2015 bis heute? Konkrete Zahlen haben wir selten bekommen.
- Es gibt keinen deutschlandweit vergleichbaren Überblick. Die Behörden wissen nicht,
- wie groß die religiöse Intoleranz an Schulen in Deutschland ist. Aber es gibt sie, genauso wie in manchen Stadtvierteln.
- Man muss manchmal nur das Alltagsleben beobachten, um Beispiele für Islamismus zu entdecken.
- Islamismus kann gewalttätig oder nicht gewalttätig sein. Der nicht gewalttätige Islamismus
- kann sich durch spezielles Verhalten oder Zeichencodes äußern. Wo sieht man hier in diesem Viertel Islamismus?
- Wenn man z.B. hier durch das Viertel spazieren geht, kann man an der einen oder anderen Stelle
- Hinweise auf Islamismus und islamistische Strukturen erkennen. Das ist natürlich eine Entwicklung, die mich zum Nachdenken bringt.
- Die ehemalige Verfassungsschützerin gibt uns Tipps, wo wir Islamismus entdecken können.
- Wir von KLAR gehen auf Spurensuche. Wir tauchen ein in verborgene Ecken von Neukölln,
- filmen mit versteckter Kamera in Geschäften, die zunächst harmlos wirken.
- Bei genauerem Hinsehen finden wir islamistische Symbole. Zwischen religiösen Büchern stehen auch Bücher,
- die islamistisches Gedankengut verbreiten. Unsere Einkäufe zeigen wir Islamismus-Expertin Gülden Hennemann.
- Erschreckend finde ich, dass hier drei Fallschirmspringer gezeigt werden, die sehr stark
- an die Fallschirmspringer vom 7. Oktober 2023 erinnern, also sehr stark an die Terroristen erinnern.
- Der 7. Oktober 2023: Hamas-Terroristen überfallen israelische Zivilisten,
- ermorden über 1200 Menschen und nehmen rund 250 Geiseln. Dieser Schal, er wirkt wie eine Trophäe des Grauens
- und wird mitten in Berlin verkauft. Hier ist sehr interessant,
- dass wir hier Israel sozusagen gar nicht mehr auf der Landkarte haben, sondern nur noch alles Palästina ist.
- Also das Existenzrecht wird komplett abgelehnt. Was hat es mit diesem Buch auf sich zum Thema Gewalt gegen Kinder?
- Hier steht: "Wenn ein Vater sein Kind heftig schlägt, sodass es rote oder blaue Flecken, also Blutergüsse,
- auf der Haut davonträgt, muss der Vater für diese Körperverletzung eine Wiedergutmachung zahlen."
- Wie unterscheidet sich die Regelung, wenn der Schlagende nicht der Kindesvater war?
- Die Antwort darauf lautet: "Die Wiedergutmachung muss gezahlt werden,
- sei es vom Vater oder einer anderen Person." Also aus meiner Sicht müsste auf so eine Frage die Antwort kommen,
- dass Kinder gar nicht geschlagen werden. Es wird dann auch noch in einem religiösen Kontext gesetzt.
- Z.B. auch solche Aussagen finden sich in Büchern: "Zum Dschihad gehört, dass man zu den Waffen greift,
- um den Islam oder ein muslimisches Land zu verteidigen." Im Kleingedruckten: ein Haftungsausschluss,
- sollte der Inhalt gegen deutsche Gesetze verstoßen. Spielt es keine Rolle, dass es dieses Material zu kaufen gibt?
- Ich glaube, dass es nicht reicht, eben nur sich auf Gewaltaspekte im Kontext Islamismus zu konzentrieren,
- sondern wir müssen schauen, was ist die ideologische Grundlage. Der Terrorist fällt nicht vom Himmel,
- sondern es ist eine Entwicklung. Die fängt früher an,
- im nicht gewaltbereiten und nicht gewalttätigen Bereich. Wenn man da nicht hinschaut,
- kann man auch Terrorismus nicht wirklich verhindern. Islamistische Bezüge tauchen längst nicht nur dort auf,
- wo man sie erwartet. Beispiel: Supermarkt.
- Dort gibt es auch Lebensmittel mit islamischen Gütesiegeln. Doch manche der Produkte
- werden auch von einer Organisation zertifiziert, die von Verfassungsschützern beobachtet wird.
- Auf diesen Lebensmitteln steht "halal". Denn sie entsprechen laut Zertifikat
- besonderen muslimischen Speisevorschriften. Diese Produkte haben wir in Supermärkten
- auf dem Land und in der Stadt gekauft. Die haben alle so ein Halal-Zertifikat.
- Viele Supermärkte in Deutschland haben Halal-Lebensmittel im Sortiment.
- Halal-Zertifizierungen bietet zum Beispiel das Islamische Zentrum München an.
- Das wirft Fragen auf. Denn das Islamische Zentrum München
- wird vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz als extremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft.
- Der Bayerische Verfassungsschutz schreibt uns dazu: Das Islamische Zentrum München teilt uns mit,
- 2025 sei eine eigenständige Anzahl Zertifizierungen durchgeführt worden. Man lehne pauschale Verdächtigungen
- und die Reproduktion islamophober Narrative ab. Das Islamische Zentrum München zertifiziert zum Beispiel Wurstwaren.
- Eine weitere Zertifizierungsstelle für Halal-Produkte ist das Europäische Halal-Zertifizierungsinstitut.
- Der Träger, die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e.V., kurz IGMG.
- Zu dieser schreibt das Bundesamt für Verfassungsschutz: Die IGMG wiederum weist ...
- Unsere Recherchen zeigen, bei Weitem nicht alle Halal-Zertifizierungsstellen
- haben islamistische Bezüge. Doch es gibt sie, und den Behörden ist das bekannt.
- Selbst verbotene Terrororganisationen wie der IS, der sog. Islamische Staat,
- können Einfluss in Deutschland nehmen. Auch auf Schüler, wie ein Lehrer in Bonn erleben musste.
- "Charlie Hebdo", eine Satirezeitung. Mehrere Mitarbeiter werden 2015 von Islamisten getötet.
- Denn die Zeitung hatte Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Realschullehrer Rolf Haßelkus
- wollte in seiner Klasse über Toleranz und Meinungsfreiheit sprechen.
- Er zeigte Karikaturen zum Christentum und auch aus der Zeitschrift Charlie Hebdo.
- Doch was dann passierte, schockiert ihn bis heute. Am nächsten Tag komme ich in die Klasse,
- und dann steht an der Tafel der Spruch: "Auch dich kriegt der IS."
- Ich war wie geschockt, als ich das sah. Das hat mir schon zu denken gegeben, das machte mir auch Angst.
- Die Terrororganisation IS. Auf ihrer deutschen Website kündigt sie an, die Scharia,
- die islamischen Regeln in Deutschland, einführen zu wollen. Und die Ungläubigen, die sog. Kuffar, zu bekämpfen.
- ♪ Wir werden die Scharia bis nach Deutschland bringen. ♪ Allah wird euch überall hier noch bezwingen.
- ♪ Wir werden die Scharia bis nach Deutschland bringen. ♪ Allah wird euch überall hier noch bezwingen.
- ♪ Kehrt zu Allah reumütig, ihr Kuffar. ♪ Kehrt zu Allah ...
- Was mir als Politikwissenschaftlerin als Allererstes auffällt, ist,
- dass hier ein eindeutiger Aufruf ist, die freiheitlich-demokratische Grundordnung aufzuheben,
- indem eine Scharia in Deutschland eingeführt wird. Insofern halte ich das für sehr islamistisch
- und selbst unter juristischen Gesichtspunkten würde ich sogar sagen, dass es eine hohe Relevanz hat.
- Zurück in Berlin. In Neukölln treffen wir den Syrer Sami Alkomi.
- Sami Alkomi. Ich grüße Sie. - Hallo. Julia Ruhs. Sami Alkomi spricht Arabisch und engagiert sich
- in der Nichtregierungsorganisation "Demokratielotsen". Sie setzt sich für Extremismusprävention ein.
- Wir bitten ihn, Passanten Fragen zu stellen. Dann viel Erfolg. - Bis gleich, Tschau.
- Es geht um Einstellungen zu Grundrechten und zur Demokratie. Wenn etwas kollidiert,
- z.B. die deutschen Gesetze mit der Scharia, welche Seite wählst du?
- Ich folge meiner Scharia, meinem Koran. Deutschland interessiert mich dann nicht,
- nur meine Religion. Wenn das Grundgesetz und die deutschen Gesetze
- mit der Scharia kollidieren, was gilt? Die Scharia oder die deutschen Gesetze?
- Die Scharia natürlich. Wenn ein Freund zu dir kommt und dir sagt,
- dass seine Schwester und deren Freund zusammen wohnen, ohne verheiratet zu sein, was empfiehlst du ihm?
- Das ist falsch. Wenn die Religion das nicht erlaubt, welche Strafe steht dafür?
- Ehebrecher werden gesteinigt bis zum Tod. Unverheiratete werden ausgepeitscht. - 900 Peitschenhiebe.
- Ihr habt das übertrieben. Wie viele?
- Es sind 99, aber ich tue noch einen drauf. Und der Mann?
- Man wirft ihn vom höchsten Gebäude. Nein, nein, man steinigt ihn zu Tode.
- Ihr Bruder müsste sie töten. Warum sollte er sie töten? Wir sind in Deutschland.
- Sie würde die ganze Ummah entehren. Das ist haram. Ich bringe sie um.
- Umbringen? Hier in Deutschland? Ja, ich schwöre bei Gott.
- Laut einer Studie stieg die Zahl der Muslime in Deutschland, die offen für Islamismus-affine Ideologien sind,
- von 2021 bis 2025. Diese Muslime gelten als leicht beeinflussbar
- durch islamistisches Gedankengut, stimmen aber eindeutig islamistischen Aussagen nur selten zu.
- Was es bedeuten kann, wenn religiöse Regeln über demokratische Grundrechte
- gestellt werden, zeigt der Fall einer jungen muslimischen Frau
- und ihres gewalttätigen Ehemanns. Über die Zukunft der Muslima
- entscheidet nämlich erst einmal ein Scharia-Richter. Und das mitten in Deutschland.
- Gelebtes islamistisches Gedankengut. Wenn Frauen das zu spüren bekommen, erfahren sie oft wenig Schutz.
- Das belegen Sprachnachrichten, die KLAR vorliegen. (Sprachnachricht) "Zwinge mich nicht zu etwas, was ich nicht will.
- Meine Reaktion wird fürchterlich sein." Diese Audionachricht soll die Frau einschüchtern.
- Ihren Namen müssen wir zu ihrem Schutz geheim halten. Die Muslima kam vor einigen Jahren nach Deutschland,
- damals noch unverschleiert. In einem Online-Chat lernt sie andere muslimische Frauen kennen.
- Durch die Unterhaltungen mit den Schwestern, da wurde ich viel religiöser und ich fing an, Hidschab zu tragen.
- Die Frauen aus dem Chat schicken ihr religiöse Bücher. Sie wollen, dass sie einen IS-Kämpfer in Syrien heiratet.
- Das will sie aber nicht. Und deshalb wird für sie ein virtuelles Treffen
- mit einem radikalen Muslim arrangiert. Er lebt in Deutschland.
- Wir haben uns online kennengelernt und dann auch online geheiratet. Wir hatten einen mündlichen Heiratsvertrag.
- Der Mann zwingt sie zu einem streng religiösen Leben. Bei Widerspruch wird er gewalttätig.
- Er schlug mich. Er riss mich an den Haaren und er trat mir in den Bauch,
- auch während meiner Schwangerschaft. Die einzige Chance, aus patriarchalen Strukturen
- oder eben auch aus patriarchalisch- islamistischen Strukturen als Frau rauszukommen, ist, selber die Entscheidung zu treffen
- und den Mut dann aufzubringen. Sie will die Scheidung, doch ihr Mann zwingt sie,
- einen Scharia-Richter zu kontaktieren. Dieser fällt nach islamisch-religiösem Recht Urteile.
- Der Scharia-Richter fordert, dass sie sich ihrem Mann fügt. Die Muslima erstattet daraufhin Anzeige bei der Polizei.
- Das Ergebnis: Sie wird aus dem Umfeld ihres Mannes heftig bedroht. (Sprachnachricht) "Wenn du die Anzeige nicht zurückziehst,
- hat das Konsequenzen. Meine Reaktion wird fürchterlich sein.
- Ich werde nicht zulassen, dass die Leute hier tun und lassen, was sie wollen, sonst werde ich sie töten."
- Ausreichenden Schutz erhält die Frau offensichtlich nicht. Längst wollten die Behörden den gewalttätigen Ehemann abschieben.
- Unsere Recherchen ergeben, rechtliche Gründe und ein Behörden-Hin-und-Her
- haben das bisher verhindert. Es berührt mich persönlich immer wieder,
- solche Fälle zu sehen und zu hören. Was hier erschwerend hinzukommt, ist, dass das Strukturen sind,
- in denen das Patriarchat sehr stark vertreten ist, plus die religiöse Komponente,
- in ihrem Fall ja sogar eine sehr radikale Islamauslegung. Gegen Freiheitsrechte
- machen online auch islamistische Prediger mobil. Auf Social Media
- erreichen sog. TikTok-Islamisten Zigtausende junge Menschen. Sie versprechen ihnen Orientierung
- in einer immer orientierungsloseren Welt. Das Gefährliche dabei ist, sie verbreiten Denkmuster,
- die gegen unsere grundlegenden Freiheitsrechte gerichtet sind. Zu solchen TikTok-Islamisten gehört
- der von Verfassungsschützern als islamistisch eingestufte Influencer Mohammed Najjar.
- Meiden im Ehebett ist sozusagen eine Erziehungsmaßnahme
- von dem Mann an die Frau. Und ja, der Mann erzieht irgendwo seine Frau.
- Das ist normal. D.h. nicht, dass, wenn die Frau verheiratet ist,
- sie hat jetzt ihren eigenen Kopf. Wie sagt man? "Independent woman" und so weiter?
- Nein. Wir fahren nach Koblenz.
- Dort predigt der Influencer Najjar beim afghanisch-islamischen Kulturverein.
- Der Verfassungsschutz beobachtet den Verein. Wir treffen Najjar auf dem Weg dort hin.
- Wir sind vom Bayerischen Rundfunk und haben Fragen. Es gibt keine Fragen.
- Sie sagen: Der Mann soll seine Frau erziehen. Warum? Was ist mit Gleichberechtigung?
- Die Gleichberechtigung ist, dass Sie jetzt das Grundstück verlassen.
- Wir sind aber nicht auf Privatgrund. Wir befinden uns auf einer öffentlichen Straße.
- Auf Anfrage schreibt Najjar: Wir kommen zur Influencerin Hannah Hansen.
- Laut Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen eine Islamistin. Sie gibt Regeln für den Kontakt zwischen Mann und Frau vor.
- Kontakt mit dem anderen Geschlecht: In Deutschland sagt man: "Das ist nur höflich. Wir sind moderne Muslime."
- Astaghfirullah. Nein.
- Wann ist Kontakt okay? Wenn es notwendig ist. Kurz, sachlich, respektvoll.
- Und wann wird es Sünde? Wenn es unnötig wird. Private Chats,
- nur mal kurz telefonieren, Witze, Komplimente. Wie finden Sie das,
- dass jetzt diese Influencerin versucht zu definieren, was Sünde ist?
- Das ist gerade das, was ich kritisiere, wenn eben Salafisten-Influencer für sich festlegen:
- Was ist richtig oder falsch? Das ist nicht mein Selbstverständnis.
- Wenn ich hier solche Videos halt sehe, kann ich nur sagen:
- "Nee, das ist nicht meine Grundlage meiner Gesellschaft." Hannah Hansen schreibt uns auf Anfrage:
- V.a. junge Muslime unter 40 sind offen für islamistische Propaganda,
- so eine Studie im Auftrag des Bundeskriminalamts. Social Media hat bei vielen einen großen Einfluss.
- Online kann auch islamistische Radikalisierung stattfinden. Das soll im Fall eines Afghanen passiert sein.
- Er hat vergangenes Jahr in München mehrere Menschen getötet und verletzt.
- Das Opfer des mutmaßlichen Attentäters von München: Erhan Er hat Termin bei seinem Rechtsanwalt.
- Der bittet ihn, sich den unmittelbaren Zeitpunkt nach dem Anschlag
- ins Gedächtnis zurückzurufen. Er hat Selbstgespräche geführt.
- Für mich war das eher ein Gebet, was er da gesagt hat. Und ich kenne das ja von uns, wenn ich in die Moschee gehe
- oder wenn bestimmte Tage sind, dass es Gebete sind. Der Anwalt berichtet über die ersten Zeugenaussagen
- zu den Motiven des Täters. Das ist im Hinblick auf das soziale Medienverhalten
- v.a. wahrnehmbar. Was man verfolgt im Internet, ist das große Thema.
- Wem folgt man auf Instagram? Entsprechend haben Zeugen angegeben, dass vermehrt wahrgenommen wurde,
- dass er immer mehr Beiträgen gefolgt ist, die einen islamistischen Hintergrund haben.
- Wer ist denn letztendlich gestorben? Eine muslimische Frau, eine Kollegin,
- ihr muslimisches Kind. Wer ist der Verletzte? Ich, der Muslim.
- Ich kann's nicht nachvollziehen, aber genau wegen solchen Menschen werde ich gehasst.
- Vor dem Gerichtssaal des Münchner Oberlandesgerichts bei der JVA Stadelheim.
- Gerade hat Erhan Er seine Aussage gemacht. Für ihn darf Religion mit Extremismus nichts zu tun haben.
- Terror. Das ist reiner Terror, ist das in meinen Augen.
- Muslime dürfen nicht unter Pauschalverdacht gestellt werden,
- weil Extremisten den Islam für ihre Ideologie missbrauchen, betont Gülden Hennemann.
- Ihr Fazit? Alle tragen Verantwortung.
- Wir brauchen einen sehr ehrlichen, offenen Diskurs, nicht nur, ich sag mal, auf "deutsch-deutscher" Seite,
- sondern eben auch insbesondere auf muslimischer Seite, weil nur dann zusammen im Dialog erstritten wird,
- wie wir eigentlich leben wollen. Am Ende der Recherche ist für uns klar:
- Die Gefahr durch Islamisten beginnt nicht erst mit Gewalttaten, sondern dann, wenn sich ihre Ideologie
- schrittweise in der Gesellschaft verbreitet und beginnt, demokratische Werte zu untergraben.
- Ein schleichender Prozess, der unsere Gesellschaft destabilisieren kann.
- Das war KLAR. Schreibt uns gerne eure Meinung in die Kommentare.
- Ihr findet in der ARD Mediathek mehr von uns. Wir arbeiten bereits an weiteren Folgen.
- Bis zum nächsten Mal. Untertitelung: BR 2026
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