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Was ist ein Nahrungsnetz? | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 5:57 1.253 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 53 Zeilen
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  1. Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, wie in der Natur wirklich alles zusammenhängt? Also von der winzigsten
  2. Pflanze bis zum größten Raubtier. Alles ist irgendwie Teil eines riesigen unsichtbaren Netzes? Tja, und genau das
  3. schauen wir uns heute mal genauer an. Fangen wir doch direkt mal mit einem kleinen Gedankenexperiment an. Stell dir
  4. mal vor, von heute auf morgen gäbe es keine Grashüpfer mehr. Einfach weg. Klingt jetzt erstmal nicht so wild,
  5. oder? ist doch nur ein kleines Insekt. Was soll da schon groß passieren? Tja, aber die Antwort darauf ist viel
  6. spannender, als man denkt. Sie ist quasi der Schlüssel, um zu verstehen, wie das ganze System des Lebens funktioniert.
  7. Siehst du, es ist wie ein riesiges Puzzle. Und wir fangen jetzt mal an, die Teile zusammenzusetzen.
  8. Okay, fangen wir mal ganz von vorne an mit dem ersten Puzzlteil der einfachen Nahrungskette. Das kennen die meisten
  9. von uns ja noch aus der Schule, dieses simple Prinzip von wer frisst wen? Also ganz am Anfang steht immer ein
  10. Produzent, meistens eine Pflanze, die ihre Energie direkt von der Sonne bekommt. Die produziert quasi den
  11. Treibstoff für alle. Dann kommt der erste Verbraucher, der Primärkonsument. Das ist unser Grashüpfer, der die
  12. Pflanze frisst. So, der wird dann wiederum vom Sekundärkonsumenten, dem Frosch gefressen. Und der Frosch, tja,
  13. Pech gehabt, der landet im Magen des Terzi Konsumenten, der Schlange. Siehst du, eine ganz gerade Linie. Aber jetzt
  14. kommt was ganz Wichtiges. Die Pfeile in diesem Bild, die bedeuten mehr als nur Frist. Sie zeigen uns, wohin die Energie
  15. wandert. Energie ist hier sozusagen die Währung des Lebens und die fließt von der Pflanze zum Grashüpfer weiter zum
  16. Frosch und so weiter. Und genau diese Energie, diese Währung ist der springende Punkt. Aber wie die verteilt
  17. wird, das ist ehrlich gesagt ziemlich überraschend. Nehmen wir mal an, der Frosch frisst den Grashüpfer. Was meinst
  18. du, wie viel von der Energie des Grashüpfers bekommt der Frosch ab? 100% Klingt logisch, oder? Aber die Realität,
  19. die sieht ganz anders aus. Gerade mal 10 %. Ja, richtig gehört, nur Zeh. Das heißt, bei jedem einzelnen Schritt in
  20. dieser Kette gehen unfassbare 90% der Energie einfach verloren. Aber wohin verschwindet die denn? Schauen wir uns
  21. das mal in Zahlen an, dann wird's klarer. Wenn die Pflanzen am Boden, sagen wir mal, 10.000 Energieeinheiten
  22. haben, dann kommen bei den Grashüpfern nur noch 1000 davon an. Bei den Fröschen sind es dann nur noch 100. Und ganz oben
  23. bei der Schlange, da kommen mickrige zehn Einheiten an. Das System ist also extrem ineffizient. Der allergrößte Teil
  24. der Energie verpufft einfach als Körperwärme, weil die Tiere sich ja bewegen, jagen, atmen, leben eben. Okay,
  25. dieses Modell von der Geradenkette ist ein super Anfang, um das Prinzip zu verstehen. Aber die echte Natur da
  26. draußen, die ist, nun ja, die ist viel chaotischer und ehrlicherweise auch viel faszinierender.
  27. Erinnerst du dich an unsere Grashüpfer vom Anfang? In so einer simplen Kette wäre ihr Verschwinden eine absolute
  28. Katastrophe. Die Frösche hätten nichts mehr zu fressen und würden verhungern. Das würde wiederum die Schlangen
  29. treffen. Es wäre ein Dominoeffekt. Ein Stein fällt und reißt alle anderen mit um. Zum Glück. Ja, zum Glück ist die
  30. Natur da ein bisschen schlauer. In der Realität ist es ja nicht so, dass eine Schlange ihr Leben lang nur auf Frösche
  31. wartet. Die frisst vielleicht auch mal einen Vogel oder einen Hasen. Es gibt also Alternativen. Und genau hier kommen
  32. wir zum entscheidenden Unterschied. Eine einzelne Kette ist total zerbrechlich und anfällig. Die Realität ist aber
  33. keine simple Kette, sondern ein Nahrungsnetz. Stell es dir vor wie ein riesiges verwobenes Spinnennetz aus
  34. unzähligen Ketten. Und genau diese Komplexität, dieses Chaos, das ist seine allergrößte Stärke. Es macht das System
  35. stabil. Diese Stabilität, die kommt aber nicht von ungefähr. Dahinter steckt ein ganz ganz wichtiges Prinzip, das im
  36. Grunde dafür sorgt, dass Ökosysteme überhaupt überleben können. Das Zauberwort heißt Biodiversität. Klingt
  37. kompliziert, ist es aber nicht. Es bedeutet einfach nur die riesige Vielfalt an Leben in einem Gebiet. Also
  38. jede Pflanze, jedes Tier, jeder Pilz. All diese verschiedenen Arten sind die Fäden, die aus einer einfachen Kette ein
  39. starkes Netz machen. Machen wir mal ein Beispiel. Stell dir vor, die Vögel in unserem Netz werden plötzlich selten.
  40. Für die Schlange wäre das in einer Kette ein Riesenproblem, aber in einem Netz mit hoher Biodiversität, tja, die
  41. Schlange zuckt quasi nur mit den Schultern und frisst einfach mehr Frösche oder Hasen. Das ganze System
  42. kann diesen Ausfall abfedern. Je mehr Optionen es gibt, desto stabiler und sicherer ist das Ganze. So, jetzt haben
  43. wir also die Produzenten und die verschiedenen Konsenten. Aber Moment mal, was passiert eigentlich mit all den
  44. Tieren und Pflanzen, die einfach so sterben, ohne gefressen zu werden? Eine entscheidende Gruppe fehlt uns noch.
  45. Bühne frei für die unsichtbaren Helden, die Recycling Crew der Natur, die Destruenten,
  46. das sind z.B. Bakterien und Pilze. Ihr Job, sie räumen auf. Sie zersetzen alles, was tot ist, egal ob Pflanze oder
  47. Tier, und verwandeln es wieder in wertvolle Nährstoffe. Man kann sich das so vorstellen. In einem wirklich
  48. vollständigen Nahrungsnetz müsste von jedem einzelnen Lebewesen, wirklich von jedem ein Pfeil zu diesen Recyclern
  49. führen, denn am Ende landen alle bei ihnen. Sie sind es, die den Kreislauf des Lebens schließen, indem sie die
  50. Nährstoffe wieder für die Pflanzen verfügbar machen. Ohne sie. Tja, dann würde das ganze System irgendwann
  51. einfach stillstehen. Wir sehen also, jedes einzelne Lebewesen vom kleinsten Bakterium bis zum größten Jäger hat
  52. seine feste Rolle und ist unheimlich wichtig für das große Ganze. Und das führt uns am Ende zu einer letzten
  53. ziemlich großen Frage, die weit über die Biologie hinausgeht.