Was ist ein Nahrungsnetz? | EINFACH ERKLÄRT StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! https://www.youtube.com/watch?v=21R8f9Fufrk Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, wie in der Natur wirklich alles zusammenhängt? Also von der winzigsten 0:06 Pflanze bis zum größten Raubtier. Alles ist irgendwie Teil eines riesigen unsichtbaren Netzes? Tja, und genau das 0:14 schauen wir uns heute mal genauer an. Fangen wir doch direkt mal mit einem kleinen Gedankenexperiment an. Stell dir 0:21 mal vor, von heute auf morgen gäbe es keine Grashüpfer mehr. Einfach weg. Klingt jetzt erstmal nicht so wild, 0:27 oder? ist doch nur ein kleines Insekt. Was soll da schon groß passieren? Tja, aber die Antwort darauf ist viel 0:33 spannender, als man denkt. Sie ist quasi der Schlüssel, um zu verstehen, wie das ganze System des Lebens funktioniert. 0:40 Siehst du, es ist wie ein riesiges Puzzle. Und wir fangen jetzt mal an, die Teile zusammenzusetzen. 0:46 Okay, fangen wir mal ganz von vorne an mit dem ersten Puzzlteil der einfachen Nahrungskette. Das kennen die meisten 0:52 von uns ja noch aus der Schule, dieses simple Prinzip von wer frisst wen? Also ganz am Anfang steht immer ein 0:59 Produzent, meistens eine Pflanze, die ihre Energie direkt von der Sonne bekommt. Die produziert quasi den 1:05 Treibstoff für alle. Dann kommt der erste Verbraucher, der Primärkonsument. Das ist unser Grashüpfer, der die 1:11 Pflanze frisst. So, der wird dann wiederum vom Sekundärkonsumenten, dem Frosch gefressen. Und der Frosch, tja, 1:18 Pech gehabt, der landet im Magen des Terzi Konsumenten, der Schlange. Siehst du, eine ganz gerade Linie. Aber jetzt 1:25 kommt was ganz Wichtiges. Die Pfeile in diesem Bild, die bedeuten mehr als nur Frist. Sie zeigen uns, wohin die Energie 1:31 wandert. Energie ist hier sozusagen die Währung des Lebens und die fließt von der Pflanze zum Grashüpfer weiter zum 1:37 Frosch und so weiter. Und genau diese Energie, diese Währung ist der springende Punkt. Aber wie die verteilt 1:44 wird, das ist ehrlich gesagt ziemlich überraschend. Nehmen wir mal an, der Frosch frisst den Grashüpfer. Was meinst 1:51 du, wie viel von der Energie des Grashüpfers bekommt der Frosch ab? 100% Klingt logisch, oder? Aber die Realität, 1:59 die sieht ganz anders aus. Gerade mal 10 %. Ja, richtig gehört, nur Zeh. Das heißt, bei jedem einzelnen Schritt in 2:08 dieser Kette gehen unfassbare 90% der Energie einfach verloren. Aber wohin verschwindet die denn? Schauen wir uns 2:16 das mal in Zahlen an, dann wird's klarer. Wenn die Pflanzen am Boden, sagen wir mal, 10.000 Energieeinheiten 2:23 haben, dann kommen bei den Grashüpfern nur noch 1000 davon an. Bei den Fröschen sind es dann nur noch 100. Und ganz oben 2:30 bei der Schlange, da kommen mickrige zehn Einheiten an. Das System ist also extrem ineffizient. Der allergrößte Teil 2:37 der Energie verpufft einfach als Körperwärme, weil die Tiere sich ja bewegen, jagen, atmen, leben eben. Okay, 2:45 dieses Modell von der Geradenkette ist ein super Anfang, um das Prinzip zu verstehen. Aber die echte Natur da 2:51 draußen, die ist, nun ja, die ist viel chaotischer und ehrlicherweise auch viel faszinierender. 2:58 Erinnerst du dich an unsere Grashüpfer vom Anfang? In so einer simplen Kette wäre ihr Verschwinden eine absolute 3:05 Katastrophe. Die Frösche hätten nichts mehr zu fressen und würden verhungern. Das würde wiederum die Schlangen 3:11 treffen. Es wäre ein Dominoeffekt. Ein Stein fällt und reißt alle anderen mit um. Zum Glück. Ja, zum Glück ist die 3:18 Natur da ein bisschen schlauer. In der Realität ist es ja nicht so, dass eine Schlange ihr Leben lang nur auf Frösche 3:24 wartet. Die frisst vielleicht auch mal einen Vogel oder einen Hasen. Es gibt also Alternativen. Und genau hier kommen 3:31 wir zum entscheidenden Unterschied. Eine einzelne Kette ist total zerbrechlich und anfällig. Die Realität ist aber 3:37 keine simple Kette, sondern ein Nahrungsnetz. Stell es dir vor wie ein riesiges verwobenes Spinnennetz aus 3:44 unzähligen Ketten. Und genau diese Komplexität, dieses Chaos, das ist seine allergrößte Stärke. Es macht das System 3:52 stabil. Diese Stabilität, die kommt aber nicht von ungefähr. Dahinter steckt ein ganz ganz wichtiges Prinzip, das im 3:59 Grunde dafür sorgt, dass Ökosysteme überhaupt überleben können. Das Zauberwort heißt Biodiversität. Klingt 4:05 kompliziert, ist es aber nicht. Es bedeutet einfach nur die riesige Vielfalt an Leben in einem Gebiet. Also 4:11 jede Pflanze, jedes Tier, jeder Pilz. All diese verschiedenen Arten sind die Fäden, die aus einer einfachen Kette ein 4:18 starkes Netz machen. Machen wir mal ein Beispiel. Stell dir vor, die Vögel in unserem Netz werden plötzlich selten. 4:25 Für die Schlange wäre das in einer Kette ein Riesenproblem, aber in einem Netz mit hoher Biodiversität, tja, die 4:31 Schlange zuckt quasi nur mit den Schultern und frisst einfach mehr Frösche oder Hasen. Das ganze System 4:36 kann diesen Ausfall abfedern. Je mehr Optionen es gibt, desto stabiler und sicherer ist das Ganze. So, jetzt haben 4:43 wir also die Produzenten und die verschiedenen Konsenten. Aber Moment mal, was passiert eigentlich mit all den 4:50 Tieren und Pflanzen, die einfach so sterben, ohne gefressen zu werden? Eine entscheidende Gruppe fehlt uns noch. 4:56 Bühne frei für die unsichtbaren Helden, die Recycling Crew der Natur, die Destruenten, 5:03 das sind z.B. Bakterien und Pilze. Ihr Job, sie räumen auf. Sie zersetzen alles, was tot ist, egal ob Pflanze oder 5:12 Tier, und verwandeln es wieder in wertvolle Nährstoffe. Man kann sich das so vorstellen. In einem wirklich 5:18 vollständigen Nahrungsnetz müsste von jedem einzelnen Lebewesen, wirklich von jedem ein Pfeil zu diesen Recyclern 5:25 führen, denn am Ende landen alle bei ihnen. Sie sind es, die den Kreislauf des Lebens schließen, indem sie die 5:30 Nährstoffe wieder für die Pflanzen verfügbar machen. Ohne sie. Tja, dann würde das ganze System irgendwann 5:36 einfach stillstehen. Wir sehen also, jedes einzelne Lebewesen vom kleinsten Bakterium bis zum größten Jäger hat 5:43 seine feste Rolle und ist unheimlich wichtig für das große Ganze. Und das führt uns am Ende zu einer letzten 5:50 ziemlich großen Frage, die weit über die Biologie hinausgeht.