Informatik · Klasse 7–10 · aktualisiert
Caesar-Verschlüsselung einfach erklärt
Du verschlüsselst und entschlüsselst Nachrichten mit der Caesar-Verschiebung, erklärst den Sprung von Z zu A und knackst das Verfahren.
0 von 11 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Bei der Caesar-Verschlüsselung wird jeder Buchstabe um dieselbe Anzahl Zeichen im Alphabet verschoben. Diese Zahl ist der Schlüssel. Nach Z zählt man wieder bei A weiter. Das Verfahren kann sehr leicht „geknackt“ werden, denn es gibt nur 25 mögliche Schlüssel.
Nach der Überlieferung des Schriftstellers Sueton hat schon der römische Feldherr Caesar geheime Nachrichten so verschlüsselt. Heute bietet das Verfahren keine hinreichende Sicherheit, denn man knackt es sehr leicht. Aber es zeigt dir gut, wie Verschlüsseln und Knacken funktionieren.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Bei der Caesar-Verschlüsselung ersetzt du jeden Buchstaben der Nachricht durch einen anderen. Die ursprüngliche Nachricht heißt Klartext, die verschlüsselte Nachricht heißt Geheimtext.
Dazu verschiebst du das Alphabet um eine bestimmte Anzahl Zeichen nach rechts. Diese Anzahl ist der Schlüssel. Er bleibt für die gesamte Verschlüsselung unverändert. Bei einer Verschiebung um drei Zeichen wird aus A ein D, aus B ein E und aus C ein F. Nach der Überlieferung von Sueton benutzte Caesar eine Verschiebung des Alphabets um drei Buchstaben.
Zum Entschlüsseln rotierst du das Alphabet um dieselbe Anzahl Zeichen nach links. Rotieren heißt: Du schiebst die Buchstaben weiter, als stünden sie im Kreis. Üblich ist es, nur die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets zu verwenden, Groß- und Kleinbuchstaben nicht zu unterscheiden und Sonderzeichen und Satzzeichen nicht zu beachten.
Nenne den Schlüssel am besten als Zahl. Man kann ihn auch als Buchstaben angeben. Dafür gibt es aber zwei Regeln, die sich widersprechen. Eine Zahl ist eindeutig.
Definition
Schlüssel
Der Schlüssel ist die Anzahl der Zeichen, um die das Alphabet verschoben wird. Bei Schlüssel 3 wird aus A ein D.
Beispiel: CAESAR mit Schlüssel 3
- 1Klartext: CAESAR, Schlüssel 3 (drei Zeichen nach rechts)
- 2C → F · A → D · E → H
- 3S → V · A → D · R → U
- 4Geheimtext: FDHVDU
- 5Zurück: drei Zeichen nach links, also F → C, D → A, H → E, V → S, D → A, U → R
Teste dich
Klartext und Geheimtext nutzen dasselbe Alphabet mit 26 Buchstaben. Ein verschobener Buchstabe muss also wieder einer dieser 26 Buchstaben sein. Deshalb zählst du beim Verschieben über Z hinaus wieder bei A anfangend weiter. Das nennt man zyklisch.
Bei Schlüssel 3 siehst du das am Ende des Alphabets: X wird zu A, Y wird zu B und Z wird zu C. Das Alphabet ist wie ein Kreis, der sich schließt.
Der Gegensatz: Nach Sueton verwendete der römische Kaiser Augustus das Verfahren mit einer Verschiebung um einen Buchstaben und ohne Rotation des Alphabets. Statt eines X, des letzten Buchstabens des damaligen lateinischen Alphabets, schrieb er AA. Dabei entstand also ein Zeichen mehr.
Heute ist ROT13 mit einer Verschiebung um 13 Zeichen in Gebrauch, um Textinhalte wie Spoiler oder Pointen gegen unabsichtliches Lesen zu verschleiern. Das heutige lateinische Alphabet besteht aus 26 Zeichen. Verschlüsselst du einen Text zweimal mit ROT13, hast du insgesamt um 26 Zeichen verschoben und bekommst den Originaltext zurück.
| Klartext | Geheimtext (Schlüssel 3) |
|---|---|
| X | A |
| Y | B |
| Z | C |
Merke: Beim Verschieben zählst du über Z hinaus wieder bei A weiter. So bleibt jeder Geheimtextbuchstabe einer der 26 Buchstaben.
Teste dich
Die Caesar-Verschlüsselung kann sehr leicht „geknackt“ werden. Dafür gibt es zwei Wege.
Weg 1: Alle Schlüssel ausprobieren. Es kommt nur eine sehr kleine Anzahl möglicher Schlüssel in Frage. Die Größe des Schlüsselraums beträgt nur 25. Du gehst die Schlüssel systematisch durch, zum Beispiel von vorne bis hinten. Spätestens nach dem 25. Versuch liegt der Klartext vor. Das geht auch ohne Computer mit geringem Aufwand.
Weg 2: Buchstaben zählen. Fachleute nennen das Häufigkeitsanalyse. In natürlicher Sprache sind die Buchstaben ungleich verteilt, und die Caesar-Verschlüsselung verbirgt das nicht. Du zählst die Buchstaben im Geheimtext und schreibst sie nach Häufigkeit geordnet auf. Diese Liste vergleichst du mit der bekannten Buchstabenhäufigkeit der Sprache, in der der Klartext verfasst wurde. Das E kommt in der deutschen Sprache mit rund 17 % mit Abstand am häufigsten vor.
Dieser Weg hat Grenzen. Voraussetzung ist, dass du die Verteilung der Buchstaben im Klartext vorhersagen kannst. Die Analyse funktioniert nur, wenn du die Sprache kennst. Bei wenig Material stößt sie an ihre Grenzen. Die Genauigkeit der Häufigkeit steigt mit der Länge einer Nachricht: Eine lange Nachricht ist deutlich einfacher zu entschlüsseln als eine kurze.
Definition
Schlüsselraum
Der Schlüsselraum sind alle möglichen Schlüssel. Bei der Caesar-Chiffre beträgt seine Größe nur 25.
Beispiel: Ein deutscher Text mit Schlüssel 10
- 1Im Klartext sind E, N und I die häufigsten Buchstaben.
- 2Im Geheimtext mit Schlüssel 10 sind es O, X und S.
- 3E → O · N → X · I → S
- 4Alles ist um zehn Stellen nach hinten verschoben. So erkennst du den Schlüssel 10.
Merke: Probieren: höchstens 25 Versuche. Buchstaben zählen: klappt nur, wenn du die Sprache kennst, und besser bei langen Texten.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Caesar-Verschlüsselung
Schlüssel
Die Anzahl der verschobenen Zeichen. Sie bleibt für die gesamte Verschlüsselung unverändert.
Entschlüsseln
Das Alphabet wird um dieselbe Anzahl Zeichen nach links rotiert.
Nach Z
Beim Verschieben zählt man über Z hinaus wieder bei A anfangend weiter.
ROT13
Zweimal mit demselben Schlüssel ergibt eine Gesamtverschiebung um 26 Zeichen und den Originaltext.
Probieren
Spätestens nach dem 25. Versuch liegt der Klartext vor.
Buchstaben zählen
Das klappt nur, wenn man die Sprache kennt, und besser bei langen Texten.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
ZAUN mit Schlüssel 3 verschlüsseln und zurück (ausgedachtes Beispiel)
- 1Aufgabe: Verschlüssele das ausgedachte Wort ZAUN mit dem Schlüssel 3.
- 2Z: Drei Schritte weiter ergeben A, B, C. Nach Z geht es bei A weiter, also Z → C
- 3A: A, dann B, C, D. Also A → D
- 4U: U, dann V, W, X. Also U → X
- 5N: N, dann O, P, Q. Also N → Q
- 6Geheimtext: CDXQ
- 7Probe: drei Zeichen nach links, also C → Z, D → A, X → U, Q → N. Das ergibt wieder ZAUN.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu ROT13 In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Falscher Schlüssel: Zum Entschlüsseln nimmt man denselben Schlüssel 13. Richtig: Eine zweite Verschlüsselung mit ROT13 ergibt insgesamt eine Verschiebung um 26 Zeichen und damit den Originaltext.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei Schlüssel 3 wird aus A ein . Zum Entschlüsseln rotierst du das Alphabet um drei Zeichen nach . Die Caesar-Chiffre hat nur mögliche Schlüssel.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback