Englisch · Klasse 3–13 · aktualisiert
Literarisch-ästhetische Kompetenz in Englisch
Du erschließt englische Texte, prüfst deine Deutung an Textsignalen und gestaltest eine passende Perspektive oder Fortsetzung.
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Kurz gesagt
Literarisch-ästhetische Kompetenz verbindet Verstehen, Erleben, Deuten und Gestalten. Du beschreibst etwa Mayas Konflikt zwischen Bleibeversprechen und Zugfahrt, belegst ihn mit Fahrkarte und geöffneten Türen und begründest deine Lesart.
Literarisch-ästhetische Kompetenz bedeutet: Du verstehst englische Geschichten, Gedichte, Lieder oder Filmszenen nicht nur inhaltlich. Du achtest auch auf Figuren, Gefühle, Perspektiven und Gestaltungsmittel, belegst deine Deutung und kannst auf einen Text kreativ reagieren. Auf dieser Seite lernst du einen Arbeitsweg kennen, der von deinem ersten Eindruck bis zu einer begründeten Deutung und einer textnahen Gestaltung führt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein gestalteter Text kann geschrieben, gesprochen, als Bild oder Film gezeigt werden. Dazu gehören Geschichten, Gedichte, Lieder, Bilderbücher und Filmszenen. Auch Romanausschnitte kannst du so lesen.
Vier Dinge gehören zusammen: Verstehen: Was geschieht und wer handelt? Erleben: Was fühlst du beim Lesen? Deuten: Welche Stellen stützen deine Idee? Gestalten: Wie kannst du eine Szene passend verändern? Deine erste Reaktion ist wichtig. Prüfe danach, ob der Text sie stützt.
Beginne mit der ganzen Situation. Du musst nicht jedes englische Wort kennen. Suche Ort und Zeit. Notiere Figuren und ihre Handlungen. Finde einen Konflikt oder einen Wendepunkt. Sage das Thema mit eigenen Worten. Prüfe deine Idee an Stellen im Text.
Definition
Literarisch-ästhetische Kompetenz
Du kannst einen literarisch gestalteten Text verstehen, erleben, untersuchen und deuten. Dabei verbindest du Inhalt, sprachliche oder mediale Gestaltung und deine eigene Reaktion. Außerdem kannst du Perspektiven übernehmen und eine Vorlage begründet umgestalten.
Merke: Erst wahrnehmen, dann am Text prüfen: Eine persönliche Reaktion darf individuell sein. Eine Aussage über den Text braucht passende Signale aus der Vorlage.
Beispiel: Lies diesen kurzen erfundenen Text:
- 1Maya held the train ticket in her hand. “I promised I would stay,” she said. Across the platform, the doors opened. Her brother looked at the suitcase but did not ask a question.
- 2Situation: Maya steht mit ihrem Bruder an einem Bahnsteig. Sie besitzt eine Fahrkarte und einen Koffer.
- 3Konflikt: Ihr Versprechen zu bleiben steht im Gegensatz zu den Zeichen einer möglichen Abreise.
- 4Wendepunkt: Das Öffnen der Zugtüren zwingt Maya wahrscheinlich zu einer Entscheidung.
- 5Thema: Der Ausschnitt handelt von einem Konflikt zwischen Bindung und Aufbruch.
- 6Diese Gesamtaussage entsteht nicht durch ein einzelnes Wort. Fahrkarte, Koffer, Versprechen und Zugtüren wirken als zusammengehörige Textsignale.
Teste dich
Eine Beobachtung benennt, was im Text erkennbar ist. Eine Deutung erklärt, was diese Beobachtung bedeuten oder bewirken kann. Ein überzeugender Deutungssatz besteht aus drei Teilen: (1) Aussage: Was verstehst du? (2) Textsignal: Woran erkennst du das? (3) Erklärung: Wie stützt das Signal deine Aussage? Gefühle werden nicht immer ausdrücklich genannt. Du kannst sie aus Handlungen, wörtlicher Rede, Reaktionen anderer Figuren und der Situation erschließen. Die Perspektive bestimmt, wessen Wahrnehmung und Wissen dir zugänglich sind. Bei einer Ich-Erzählung berichtet eine Figur mit „I“. Bei einer Erzählung in der dritten Person erscheinen Figuren als „he“, „she“ oder mit ihrem Namen. Das allein zeigt jedoch noch nicht, wie viel der Erzähler über ihre Gedanken weiß.
Definition
Textsignal
Ein Textsignal ist eine konkrete Stelle, an der du deine Aussage festmachen kannst: ein Wort, eine Handlung, eine Äußerung, ein Gegensatz, ein Geräusch, ein Bild oder eine auffällige Gestaltung.
Beispiel
- 1Aussage: Maya ist innerlich unsicher.
- 2Textsignale: Sie hält die Fahrkarte, erinnert aber zugleich an ihr Versprechen zu bleiben.
- 3Erklärung: Die beiden Hinweise zeigen entgegengesetzte Möglichkeiten. Deshalb ist ein innerer Konflikt plausibler als eine bereits sicher getroffene Entscheidung.
- 4Die Behauptung „Maya hasst ihren Bruder“ wäre dagegen nicht belegt. Weder ihre Worte noch ihre Handlung zeigen Hass.
Merke: Formuliere bei indirekten Gefühlen vorsichtig: „This suggests …“, „He may feel …“ oder „The scene can be read as …“. So unterscheidest du Textbeobachtung und Deutung.
Teste dich
Gestaltungsmittel beeinflussen, wie du eine Situation wahrnimmst. Wichtig ist nicht nur, ein Mittel zu benennen. Du musst erklären, was es an der jeweiligen Stelle bewirkt. Achte beispielsweise auf: Wortwahl: Wirken Wörter freundlich, hart, bedrohlich oder hoffnungsvoll? Wiederholung: Welcher Gedanke oder welches Gefühl wird hervorgehoben? Gegensatz: Welche Möglichkeiten oder Figuren werden einander gegenübergestellt? Satzgestaltung: Erzeugen kurze Sätze Tempo, Härte oder Spannung? Klang und Rhythmus: Welche Wirkung entsteht besonders in Liedern und Gedichten? Bild und Ton: Ergänzen oder widersprechen sie einander in einer Filmszene? Eine Wirkung ist nicht automatisch festgelegt. Begründe sie in diesem Text und an dieser Stelle. Die bloße Formel „Kurze Sätze erzeugen immer Spannung“ ist zu allgemein.
Beispiel
- 1Im Maya-Text bilden „I promised I would stay“ und die geöffneten Zugtüren einen Gegensatz.
- 2Das Versprechen bindet Maya an den bisherigen Ort; die Türen eröffnen eine Bewegung fort von ihm.
- 3Der Gegensatz macht ihren Entscheidungskonflikt sichtbar.
Teste dich
Bei einer kreativen Transformation veränderst du Perspektive, Form oder Fortgang eines Textes. Gute Lösungen bewahren erkennbare Figuren, Situationen und Textsignale.
Prüfe vor dem Schreiben, was die gewählte Figur zu diesem Zeitpunkt weiß. Welche Gefühle und Ziele stützt der Text? Welche Stimme und Textform verlangt die Aufgabe? Behalte wichtige Einzelheiten aus der Vorlage bei. Ergänze nur, was ihr nicht widerspricht.
Schreibe zwei englische Sätze aus Sicht von Mayas Bruder. Er kennt nur, was er am Bahnsteig beobachten konnte. Begründe danach eine Gestaltungsentscheidung auf Deutsch. Eine mögliche Lösung lautet: „She is holding the ticket so tightly. I want to ask whether she is leaving, but I am afraid of her answer.“ Der Blick auf den Koffer und sein Schweigen bleiben erhalten. Seine Angst ist eine mögliche Deutung.
Die Anforderungen wachsen mit deinem sprachlichen Können und der Schwierigkeit des Textes. Bei kurzen Texten kannst du zunächst Thema und Figuren erkennen. Du kannst deine Reaktion ausdrücken, einfache Gestaltung wahrnehmen und Aussagen mit Hilfe am Text belegen. Später erschließt du selbstständiger Ereignisse, Beziehungen, Gefühle und Eigenschaften. Du prüfst dein erstes Verständnis erneut am Text. Du deutest Gestaltungsmittel, wechselst Perspektiven und gestaltest eine passende Fassung.
Auch ein einfacher englischer Ausdruck kann eine treffende Deutung enthalten. Entscheidend ist, ob du den Text verstehst und deine Aussage begründest. Digitale Werkzeuge können beim Nachschlagen, Überarbeiten oder Gestalten helfen. Prüfe ihre Vorschläge am Ausgangstext: Sie ersetzen weder deine Deutung noch die Entscheidung, ob etwas zur Figur, Situation und Absicht passt.
Beispiel: Schreibe einen Gedanken Mayas unmittelbar vor dem Öffnen der Zugtüren.
- 1Mögliche Lösung:
- 2I said I would stay. But if I let this train leave, I may never find the courage again.
- 3Die Ergänzung ist textnah: Sie greift das Versprechen, den Zug und den Entscheidungskonflikt auf. Sie erfindet keine neuen Ereignisse oder Beziehungen.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Literarisch-ästhetische Kompetenz
Verstehen
Handlung, Figuren, Konflikt und Thema erschließen
Erleben
eigene Reaktion und Figurenemotionen wahrnehmen
Deuten
Aussagen mit Textsignalen und Erklärungen stützen
Untersuchen
Perspektive und Gestaltungsmittel auf ihre Wirkung beziehen
Gestalten
Perspektive, Form oder Fortgang textnah verändern
Reflektieren
Erstverständnis und digitale Vorschläge am Text prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Deute den Konflikt am Bahnsteig
- 1Beobachtung: Maya hält eine Fahrkarte und erinnert an ihr Versprechen zu bleiben.
- 2Aussage: Sie steht möglicherweise vor einer Entscheidung.
- 3Erklärung: Die Fahrkarte deutet Abreise an; ihr Versprechen spricht fürs Bleiben.
- 4Prüfung: Andere Lesarten sind möglich, wenn sie zu den Textsignalen passen.
Fehler finden
Prüfe eine Deutung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile behauptet Hass ohne Textsignal. Passend ist: „Der Bruder könnte wegen Mayas möglicher Abreise angespannt sein.“
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine begründete Deutung verbindet eine mit einem passenden und erklärt den .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback