Englisch · Klasse 8–13 · aktualisiert
Britisches Parlament: Aufbau, Wahl und Macht
Wie arbeiten Commons, Lords und Monarch zusammen? Verfolge Gesetzgebung, Wahlkreise, Mehrheiten und Kontrolle der Regierung.
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Kurz gesagt
Das britische Parlament besteht formell aus House of Commons, House of Lords und Monarch. Das gewählte Unterhaus beschließt Gesetze, kontrolliert Finanzen und trägt die Regierung; das Oberhaus prüft Entwürfe. Der Monarch erteilt am Ende den formellen Royal Assent.
Was macht das britische Parlament? Es beschließt Gesetze und kontrolliert die Regierung. Es besteht formal aus dem gewählten House of Commons, dem nicht direkt gewählten House of Lords und dem Monarchen. Die politische Hauptrolle spielt das Unterhaus. Auf dieser Seite lernst du die wichtigsten englischen Begriffe kennen und kannst erklären, wie Wahl, Gesetzgebung und Regierungsbildung zusammenhängen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Wenn im Englischen von Parliament die Rede ist, ist damit nicht nur eine Gruppe gewählter Abgeordneter gemeint. Zum Parlament des Vereinigten Königreichs gehören drei Bestandteile. Beide Kammern tagen im Palace of Westminster in London. Der Monarch gehört formal zur gesetzgebenden Gewalt. Die politische Entscheidung trifft er dabei nicht selbstständig: Der Royal Assent, die königliche Zustimmung zu einem Gesetz, ist heute ein zeremonieller Schritt. House of Lords: Das House of Lords ist die nicht direkt gewählte zweite Kammer. Zu seinen Mitgliedern gehören weltliche Lords und Bischöfe der Church of England. Seit dem Ende der Sitzungsperiode 2024–26 verleiht ein erblicher Adelstitel allein kein Sitzrecht mehr.
| Bestandteil | Zusammensetzung | Hauptaufgabe |
|---|---|---|
| House of Commons – Unterhaus | gewählte Members of Parliament, kurz MPs | Gesetze beraten und beschließen, Finanzen kontrollieren, Regierung zur Rechenschaft ziehen |
| House of Lords – Oberhaus | vor allem auf Lebenszeit ernannte Mitglieder (Life Peers) sowie Bischöfe der Church of England | Gesetzentwürfe prüfen, Änderungen vorschlagen und die Regierung befragen |
| Monarch | Staatsoberhaupt | Gesetzen mit dem Royal Assent formal zustimmen |
Definition
House of Commons
Das House of Commons ist die gewählte und politisch stärkere Kammer.
Merke: Parliament und government sind nicht dasselbe. Das Parlament berät Gesetze und kontrolliert. Die Regierung unter Leitung des Premierministers führt Politik aus und bringt gewöhnlich eigene Gesetzesvorhaben ein.
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In einem fiktiven Beispiel möchte die Regierung mit einem neuen Gesetz den Energieverbrauch öffentlicher Gebäude senken. Ein solcher Vorschlag heißt Bill, also Gesetzentwurf. Die Parliament Acts erlauben es dem Unterhaus, die meisten dort eingebrachten allgemeinen Gesetzentwürfe unter bestimmten Verfahrensbedingungen nach einer Verzögerung auch ohne Zustimmung der Lords zu verabschieden. Das gilt jedoch nicht für alle Vorhaben, etwa nicht für eine Verlängerung der Wahlperiode über fünf Jahre. Bei bestimmten Finanzgesetzen, den Money Bills, ist die Verzögerungsmöglichkeit der Lords besonders stark begrenzt.
Beispiel: Beispiel
- 1Im fiktiven Beispiel entdeckt das Oberhaus im Entwurf eine unklare Regel.
- 2Es schlägt eine genauere Formulierung vor und sendet den Text zurück.
- 3Das Unterhaus entscheidet über diese Änderung.
- 4So kann das Oberhaus einen Entwurf verbessern, obwohl das Unterhaus am Ende die stärkere Stellung besitzt.
Merke: Das Commons entscheidet politisch stärker, die Lords prüfen zusätzlich und der Monarch bestätigt formal.
Beispiel: Der vereinfachte Weg sieht so aus
- 1In unserem Beispiel bringt die Regierung ihren Entwurf im House of Commons ein. Viele Entwürfe können auch im House of Lords beginnen.
- 2Die Abgeordneten beraten den Text, prüfen Einzelheiten und stimmen darüber ab.
- 3Das House of Lords untersucht den Entwurf und kann Änderungen vorschlagen.
- 4Im Normalfall müssen beide Kammern demselben Wortlaut zustimmen. Änderungen können deshalb mehrfach zwischen ihnen hin- und hergehen. Danach folgt der Royal Assent.
- 5Erst danach ist aus der Bill ein Gesetz, ein Act of Parliament, geworden.
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Das UK ist in Wahlkreise eingeteilt. Jeder Wahlkreis entsendet genau einen Abgeordneten in das House of Commons. Bei first past the post gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen; eine absolute Mehrheit im Wahlkreis ist nicht nötig. Landesweiter Stimmenanteil und Sitzanteil können deshalb deutlich voneinander abweichen. Stimmen für unterlegene Kandidaten bringen in ihrem Wahlkreis keinen Sitz.
Bei 650 Unterhaussitzen beginnt die absolute Mehrheit aller Sitze bei 326. Bei einer einzelnen Abstimmung zählen grundsätzlich die abgegebenen Stimmen. Die Bürger wählen den Premierminister nicht direkt. Der Monarch ernennt die Person, die voraussichtlich das Vertrauen des Unterhauses besitzt. Eine eigene absolute Parteimehrheit hilft, ist aber nicht zwingend: Koalition, Minderheitsregierung oder Unterstützung und Duldung durch andere Parteien sind möglich. Hat keine Partei allein die absolute Mehrheit, heißt das hung parliament. 2017 entstand so nach einer vorgezogenen Wahl eine Minderheitsregierung der Conservatives mit Unterstützung der nordirischen DUP.
Beispiel: Beispiel
- 1In einem fiktiven Wahlkreis erhält Kandidatin A mehr Stimmen als jeder ihrer Gegner, aber weniger als die Hälfte aller Stimmen.
- 2Trotzdem gewinnt sie den einzigen Sitz des Wahlkreises.
- 3Für first past the post zählt der Vorsprung vor jedem einzelnen Gegenkandidaten, nicht das Überschreiten der 50-Prozent-Marke.
Beispiel: Das Wahlsystem heißt first past the post oder relative Mehrheitswahl
- 1Jede wahlberechtigte Person stimmt in ihrem Wahlkreis für einen Kandidaten.
- 2Der Kandidat mit den meisten Stimmen gewinnt den Sitz.
- 3Eine absolute Mehrheit im Wahlkreis ist nicht erforderlich.
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Für Gesetze, Steuern und staatliche Ausgaben braucht die Regierung das Parlament, besonders das House of Commons. Minister beantworten parlamentarische Fragen. Select Committees untersuchen Themen und die Arbeit von Ministerien. Abgeordnete sprechen Probleme ihrer Wahlkreise an. Das Unterhaus entscheidet über Finanzmittel und kann einer Regierung das Vertrauen entziehen.
Parlamentssouveränität bedeutet: Das Parlament kann Gesetze beschließen, ändern und aufheben. Gerichte können Parlamentsgesetze grundsätzlich nicht wegen eines höherrangigen Verfassungstextes aufheben; ein Parlament kann späteren Parlamenten das Ändern seiner Gesetze nicht verbieten. Rechtliche Befugnis bedeutet aber keine beliebige politische Durchsetzbarkeit. Wahlen, Öffentlichkeit, internationale Bindungen und Devolution wirken auf Entscheidungen.
Im House of Commons sitzen sich Regierung und Opposition auf grünen Bänken gegenüber. Der Speaker leitet die Sitzung unparteiisch. „Aye“ bedeutet Zustimmung, „No“ Ablehnung; „Hear, hear!“ bekundet meist Zustimmung, manchmal ironisch. Mit „Order, order!“ ruft der Speaker zur Ordnung. Bei einer förmlichen Abstimmung gehen MPs durch die Aye Lobby oder No Lobby. Ein backbencher hat kein Regierungsamt und keine führende Oppositionsfunktion.
Definition
Opposition
Zur Opposition gehören die Parteien und Abgeordneten außerhalb der Regierungsparteien. Sie kritisiert deren Vorhaben, stellt Alternativen vor und versucht, bei einer späteren Wahl selbst die Regierung zu bilden.
| Ausdruck | Bedeutung im Parlament |
|---|---|
| Aye | Zustimmung, also „Ja“ |
| No | Ablehnung |
| Hear, hear! | meist hörbare Zustimmung zu einem Redebeitrag; je nach Ton auch ironisch |
| Order, order! | Ordnungsruf des Speakers |
| Aye Lobby / No Lobby | Bereiche, durch die Mitglieder bei einer förmlichen Abstimmung gehen |
| backbencher | Abgeordneter ohne Regierungsamt oder führende Oppositionsfunktion |
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Alles auf einen Blick
Britisches Parlament
Zusammensetzung
Commons, Lords und Monarch gehören formell zum Parlament.
Unterhaus
Das gewählte Commons hat die stärkere politische Stellung.
Oberhaus
Die Lords prüfen Entwürfe und können viele Vorhaben verzögern.
Gesetz
Nach dem parlamentarischen Verfahren folgt Royal Assent.
Wahl
First past the post vergibt je Wahlkreis einen Sitz.
Kontrolle
Fragen, Ausschüsse und Finanzrechte prüfen die Regierung.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ein Energiegesetz wird beraten
- 1Die Regierung schlägt eine Regel zum Energieverbrauch öffentlicher Gebäude vor.
- 2Das House of Commons berät und beschließt den Entwurf.
- 3Das House of Lords entdeckt eine unklare Stelle und schlägt eine Änderung vor.
- 4Beide Kammern stimmen sich über den Wortlaut ab; danach folgt der formelle Royal Assent.
Fehler finden
Wer gewinnt den Wahlkreis? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile verwechselt relative und absolute Mehrheit. Richtig ist: A gewinnt den Sitz mit den meisten Stimmen; über 50 % sind nicht nötig.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die gewählten MPs sitzen im . Für Ordnung sorgt der . Zustimmung wird mit ausgedrückt. Der letzte formale Schritt eines Gesetzes heißt Royal Assent. Eine Situation ohne absolute Mehrheit einer Partei heißt hung parliament.
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Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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