Englisch · Klasse 11–13 · aktualisiert
Bill of Rights 1689: Inhalt und Bedeutung
Wie begrenzte die Bill of Rights 1689 die Krone? Lerne ihre Regeln, historischen Ursachen und Grenzen als Schritt zum Parlamentarismus kennen.
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Kurz gesagt
Die Bill of Rights von 1689 begrenzte die Macht der englischen Krone: Steuern und ein stehendes Heer im Frieden brauchten parlamentarische Zustimmung. Sie stärkte das Parlament, schuf aber weder ein allgemeines Wahlrecht noch gleiche Rechte für alle.
Die englische Bill of Rights von 1689 machte deutlich: Die Krone durfte zentrale Entscheidungen nicht mehr ohne das Parlament treffen. Sie stärkte damit den Parlamentarismus, schuf aber weder eine moderne Demokratie noch gleiche Rechte für alle.
Deine Lernziele
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3 Abschnitte
Im 17. Jahrhundert stritten die englischen Stuart-Könige und das Parlament darüber, ob auch der Monarch an Gesetz und Parlament gebunden ist. Karl I. regierte zeitweise ohne Parlament. Der Konflikt führte 1642 zum Englischen Bürgerkrieg. Nach Karls Hinrichtung 1649 war England vorübergehend eine Republik. Auch nach der Wiederherstellung der Monarchie 1660 blieb der Machtkonflikt. Jakob II. verschärfte ihn nach 1685: Ihm wurden das eigenmächtige Aussetzen von Gesetzen, Einnahmen ohne ausreichende Bewilligung, Eingriffe in Wahlen und ein stehendes Heer im Frieden ohne Zustimmung des Parlaments vorgeworfen.
1688 wurde Jakob während der Glorious Revolution vertrieben. Das Parlament deutete seine Flucht als Abdankung und bot seiner protestantischen Tochter Maria und Wilhelm von Oranien gemeinsam die Krone an. Am 13. Februar 1689 las es ihnen dabei die „Declaration of Rights“ vor. Diese war keine vorab anzunehmende Bedingung für die Krone, wurde aber am 16. Dezember 1689 mit königlicher Zustimmung als Bill of Rights Gesetz. In englischen Quellen kann für Ereignisse am Jahresanfang auch 1688 stehen; England verwendete damals eine andere Jahreszählung.
Definition
Glorious Revolution
Als Glorious Revolution wird der Machtwechsel von 1688 bezeichnet, bei dem Jakob II. vertrieben und Wilhelm von Oranien sowie Maria auf den englischen Thron berufen wurden. Das Parlament deutete Jakobs Flucht als Abdankung.
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Die Bill of Rights beseitigte die Monarchie nicht. Sie verbot der Krone unter anderem, Gesetze ohne Parlament auszusetzen oder ihre Anwendung eigenmächtig zu verhindern. Geld für die Krone durfte nur im parlamentarisch bewilligten Umfang und Zeitraum erhoben werden. Ein stehendes Heer im Frieden brauchte die Zustimmung des Parlaments. Parlamentswahlen sollten frei sein; Parlamente sollten häufig zusammentreten.
Das Gesetz regelte auch Rechte der Untertanen und Gerichtsverfahren. Untertanen durften den König petitionieren, also ihm eine Bitte oder Beschwerde vorlegen; allein deswegen durften sie nicht verfolgt werden. Protestantische Untertanen durften ihrer Stellung entsprechend und im Rahmen der Gesetze Waffen besitzen. Übermäßige Kautionen und Geldstrafen sowie grausame und ungewöhnliche Strafen waren unzulässig. Geschworene mussten ordnungsgemäß ausgewählt werden; Geld- oder Vermögensstrafen durften nicht vor einer Verurteilung zugesagt werden. Die geschützte Redefreiheit betraf Reden, Debatten und Verfahren im Parlament, die außerhalb nicht angeklagt oder infrage gestellt werden durften. Sie war keine allgemeine Meinungsfreiheit. Die Thronfolge blieb protestantisch; katholische Personen und Personen, die eine katholische Person heirateten, waren von der Krone ausgeschlossen.
| Bereich | Regel der Bill of Rights | Wirkung |
|---|---|---|
| Gesetze | Die Krone durfte Gesetze nicht ohne das Parlament aussetzen oder ihre Anwendung eigenmächtig verhindern. | Der Monarch stand nicht über dem Gesetz. |
| Steuern | Geld für die Krone durfte nur im bewilligten Umfang und Zeitraum erhoben werden. | Das Parlament kontrollierte wichtige Einnahmen. |
| Militär | Ein stehendes Heer im Frieden benötigte die Zustimmung des Parlaments. | Militärmacht und Finanzierung wurden parlamentarisch begrenzt. |
| Wahlen | Parlamentswahlen sollten frei sein. | Die Krone sollte die Zusammensetzung des Parlaments nicht willkürlich bestimmen. |
| Sitzungen | Parlamente sollten häufig zusammentreten. | Das Parlament sollte dauerhaft an der Herrschaft beteiligt bleiben. |
Merke: Die Bill of Rights übertrug nicht einfach alle Macht auf das Parlament. Sie schuf Regeln, durch die Krone und Parlament dauerhaft zusammenwirken mussten.
Beispiel: Behauptung: „Der König konnte nach 1689 weiterhin allein neue Steuern erheben.“
- 1Prüfe die Behauptung: „Der König konnte nach 1689 weiterhin allein Steuern erheben.“
- 2Bestimme den betroffenen Machtbereich: Es geht um die Finanzierung der Krone.
- 3Suche die passende Regel: Einnahmen benötigten eine parlamentarische Bewilligung.
- 4Formuliere das Urteil: Die Behauptung ist falsch. Der Monarch durfte Geld nicht eigenmächtig oder über den bewilligten Umfang hinaus erheben.
- 5Der entscheidende Gedanke lautet: Die Bill of Rights begrenzte nicht nur einzelne Entscheidungen, sondern die finanziellen Mittel selbstständiger königlicher Politik.
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Die Bill of Rights festigte eine konstitutionelle Monarchie: Der Monarch blieb Staatsoberhaupt und politisch einflussreich, musste aber innerhalb rechtlicher und parlamentarischer Grenzen handeln. Die Zustimmungspflichten erschwerten eine eigenständige Finanz-, Gesetzgebungs- und Militärpolitik der Krone. Ihre Bedeutung entwickelte sich schrittweise, weil etwa „freie Wahlen“ und „häufige Parlamente“ noch politisch ausgehandelt werden mussten.
Sie schuf 1689 keine moderne Demokratie. Die Monarchie bestand fort, politische Rechte galten nicht gleich für alle, und parlamentarische Redefreiheit war keine allgemeine Meinungsfreiheit. Die ausdrücklich protestantische Thronfolge schloss katholische Personen aus. Ein historisches Urteil muss deshalb die dauerhafte Stärkung des Parlaments und diese Grenzen zusammen betrachten.
Definition
Konstitutionelle Monarchie
In einer konstitutionellen Monarchie wird die Macht des Monarchen durch rechtliche Regeln und politische Institutionen begrenzt. In England gewann dabei besonders das Parlament an Gewicht.
Beispiel: Beispiel
- 1Urteil über die Aussage: „Die Bill of Rights war bereits ein vollständiger moderner Grundrechtekatalog.“
- 2Die Aussage ist zu weitgehend. Für sie spricht, dass Petitionen erlaubt, bestimmte Strafpraktiken begrenzt und parlamentarische Debatten geschützt wurden. Dagegen spricht, dass viele Regeln vor allem die Stellung des Parlaments betrafen und religiöse Gleichberechtigung fehlte.
- 3Ein begründetes Urteil lautet: Die Bill of Rights war ein wichtiger Schritt zur Begrenzung staatlicher Macht, aber noch kein moderner, für alle gleichermaßen geltender Grundrechtekatalog.
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Alles auf einen Blick
Bill of Rights 1689
Vorgeschichte
Konflikt zwischen Krone und Parlament; Glorious Revolution
Machtbegrenzung
Gesetze und Steuern; Heer und Parlamentswahlen
Geschützte Rechte
Petitionen und Verfahrenssicherungen; parlamentarische Redefreiheit
Politische Ordnung
konstitutionelle Monarchie; protestantische Thronfolge
Bedeutung
Stärkung des Parlamentarismus; schrittweise statt sofortige Demokratisierung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine Behauptung zur Besteuerung prüfen
- 1Behauptung: „Nach 1689 durfte der König allein neue Steuern erheben.“
- 2Prüfe den Bereich: Es geht um Einnahmen für die Krone.
- 3Vergleiche die Regel: Geld durfte nur im vom Parlament bewilligten Umfang und Zeitraum erhoben werden.
- 4Urteil: Die Behauptung ist falsch; eine eigenmächtige oder darüber hinausgehende Erhebung war untersagt.
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Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile verwechselt Berater mit dem Parlament. Richtig ist: Ein stehendes Heer im Frieden brauchte die Zustimmung des Parlaments.
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Die Bill of Rights folgte auf die . Geld für die Krone benötigte die Zustimmung des . Die Redefreiheit schützte Vorgänge .
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