Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Lexem einfach erklärt: Wortform und Wortbildung
„ging“ und „gehst“ sind Formen eines Lexems, „Ausgang“ ist ein neues. Du lernst, Lexem, Wortform und Morphem sicher zu unterscheiden.
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Kurz gesagt
Ein Lexem ist die abstrakte Einheit des Wortschatzes, unter der alle Formen eines Wortes zusammengefasst werden: „gehe“, „gehst“, „ging“ und „gegangen“ gehören zum Lexem GEHEN. Flexion erzeugt nur eine neue Wortform desselben Lexems, Wortbildung ein neues Lexem, etwa „Ausgang“.
Ein Lexem ist meist die abstrakte Einheit des Wortschatzes, unter der zusammengehörige Wortformen gebündelt werden. So gehören „gehe“, „gehst“, „ging“ und „gegangen“ zum Lexem GEHEN. Ausgesprochen oder geschrieben wird immer eine konkrete Wortform, nicht das abstrakte Lexem selbst.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir einen Wörterbucheintrag vor: Unter „gehen“ findest du nicht für „gehe“, „gehst“, „ging“ und „gegangen“ je einen eigenen Haupteintrag. Die Formen werden zusammengeführt, weil sie dasselbe Lexem verwirklichen. Die Form, mit der ein Lexem gewöhnlich benannt wird, heißt Grundform oder Zitierform. Bei Verben ist das oft der Infinitiv, etwa „singen“. Die Zitierform ist selbst eine äußerbare Wortform; das Lexem ist dagegen die abstrakte Einheit hinter allen zugehörigen Formen.
Definition
Lexem
Ein Lexem ist eine abstrakte Einheit des Wortschatzes. Es umfasst sprachliches Wissen über die Grundbedeutung, mögliche Wortformen und weitere Eigenschaften eines Wortes.
Definition
Wortform
Eine Wortform ist die konkrete Form, die du sprichst oder schreibst. „bin“, „ist“ und „war“ sind verschiedene Wortformen desselben Lexems SEIN.
Beispiel: Satz: „Du singst heute laut.“
- 1„singst“ ist die konkrete Wortform. Sie trägt grammatische Merkmale, die zu „du“ passen.
- 2Zusammen mit „singe“, „singt“ und „singen“ gehört sie zum Lexem SINGEN.
- 3Entscheidend ist nicht, dass alle Formen gleich aussehen, sondern dass sie grammatische Formen derselben lexikalischen Einheit sind.
Teste dich
Nicht jede Veränderung an einem Wort hat dieselbe Wirkung. Diese Unterscheidung hilft dir, Lexeme richtig zu zählen. Wortbildung erzeugt ein neues Lexem. Bei einer Ableitung wird ein vorhandenes Element erweitert, bei einer Zusammensetzung werden Elemente verbunden. Flexion dagegen ändert nur die grammatische Form.
Definition
Flexion
Flexion passt ein Wort an seine grammatische Aufgabe im Satz an. Dabei entstehen verschiedene Wortformen desselben Lexems, zum Beispiel „Haus“, „Hauses“ und „Häuser“.
| Vergleich | Ergebnis |
|---|---|
| singe – singst – sang | verschiedene Wortformen des Lexems SINGEN |
| singen – Sänger | durch Ableitung verschiedene Lexeme |
| singen – Singstimme | durch Zusammensetzung verschiedene Lexeme |
| gehen – Eingang – Ausgang | verwandte, aber verschiedene Lexeme |
Merke: Flexion: neues grammatisches Gewand, gleiches Lexem. Wortbildung: neuer Eintrag im Wortschatz, also regelmäßig ein neues Lexem.
Teste dich
Ein Lexem kann aus kleineren bedeutungstragenden Teilen bestehen. Diese Teile heißen Morpheme. Ein Morphem ist ein Baustein auf der Formseite, ein Lexem eine Einheit des Wortschatzes. Ein einfaches Lexem kann aus nur einem Morphem bestehen; trotzdem bezeichnen die Fachwörter verschiedene Analyseebenen. Eine Wortfamilie fasst mehrere Lexeme zusammen, die einen gemeinsamen Wortstamm haben. „gehen“, „Eingang“ und „Ausgang“ gehören zu einer Wortfamilie, sind aber keine Flexionsformen eines einzigen Lexems. Vorsicht: Der Fachbegriff wird nicht überall gleich verwendet. Eine ältere, heute weniger verbreitete Lesart nennt den lexikalischen Grundbaustein eines Wortes Lexem. In „schreib-st“ wäre dann „schreib-“ das Lexem. In der heute häufigen Lesart ist SCHREIBEN das Lexem und „schreibst“ eine Wortform.
Definition
Morphem
Ein Morphem ist die kleinste Einheit, die eine Bedeutung oder eine grammatische Funktion trägt. In „Bildung“ ist „-ung“ ein Morphem. Das ganze Wort gehört zum Lexem BILDUNG.
Beispiel: Vergleiche „gehst“ und „Ausgang“
- 1„gehst“ lässt sich auf die Zitierform „gehen“ zurückführen und ist eine Flexionsform des Lexems GEHEN.
- 2„Ausgang“ ist durch Wortbildung entstanden. Es ist ein eigenes Lexem.
- 3GEHEN und AUSGANG sind verwandt und können derselben Wortfamilie zugeordnet werden.
Teste dich
Bei einer unbekannten Form gehst du in drei Schritten vor. Du suchst die Zitierform, bestimmst den Vorgang und ordnest die Einheit ein.
Beispiel: Drei Schritte
- 1Finde die Zitierform. Zu „singst“ gehört „singen“.
- 2Bestimme den Vorgang. Ändern sich nur grammatische Merkmale, liegt Flexion vor. Entsteht durch Ableitung oder Zusammensetzung eine neue Benennung, liegt Wortbildung vor.
- 3Ordne die Einheit ein. Flexion führt zu einer Wortform desselben Lexems; Wortbildung führt regelmäßig zu einem neuen Lexem.
Beispiel: Untersuche „singst“ und „Sänger“
- 1„singst“ passt das Verb an „du“ an. Das ist Flexion. Ergebnis: eine Wortform des Lexems SINGEN.
- 2„Sänger“ bezeichnet eine Person und ist durch Ableitung gebildet. Ergebnis: ein neues Lexem, das mit SINGEN verwandt ist.
- 3Die Formen gehören nicht zu einem einzigen Lexem. Sie gehören aber zu einem Verband verwandter Lexeme.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Lexem
Lexem
abstrakte Einheit des Wortschatzes, sichtbar als Wortform
Zitierform
benennt das Lexem, bei Verben meist der Infinitiv
Flexion
neue Wortform, gleiches Lexem
Wortbildung
Ableitung oder Zusammensetzung, neues Lexem
Morphem
kleinster Baustein mit Bedeutung oder Funktion
Wortfamilie
verwandte Lexeme mit gemeinsamem Stamm
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ordne „lief“, „läufst“ und „Läufer“ in drei Schritten ein.
- 1Zitierform: „lief“ und „läufst“ führen zu „laufen“. „Läufer“ ist ein Nomen mit der Zitierform „Läufer“.
- 2Vorgang: „lief“ (Präteritum) und „läufst“ (2. Person) zeigen nur grammatische Merkmale – das ist Flexion. „Läufer“ ist mit „-er“ abgeleitet – das ist Wortbildung.
- 3Einordnung: „lief“ und „läufst“ sind Wortformen des Lexems LAUFEN.
- 4„Läufer“ ist ein eigenes Lexem. Es ist mit LAUFEN verwandt und gehört zur selben Wortfamilie.
Fehler finden
Jonas ordnet vier Wörter aus einem Text dem Lexem FAHREN zu. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3„Fahrer“ ist durch Ableitung mit „-er“ entstanden, also durch Wortbildung. Richtig: „Fahrer“ → eigenes Lexem FAHRER, verwandt mit FAHREN.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
„gehe“ und „ging“ sind verschiedene des Lexems GEHEN. „Ausgang“ ist dagegen ein eigenes . Die Endung „-ung“ in „Bildung“ ist ein . Mehrere verwandte Lexeme bilden eine Wortfamilie.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback