Chemie · Klasse 5–9 · aktualisiert
Schmelztemperatur: Reinstoffe und Gemische
Schmelztemperatur verstehen: scharfer Wert beim Reinstoff, Schmelzbereich beim Gemisch, Einfluss des Drucks und sichere Stoffzuordnung.
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Kurz gesagt
Die Schmelztemperatur ist die Temperatur, bei der ein fester Stoff bei einem bestimmten Druck flüssig wird. Ein Reinstoff schmilzt scharf bei einem festen Wert, zum Beispiel Eis bei 0 °C und 1013 hPa. Gemische und verunreinigte Stoffe schmelzen oft schon bei niedrigerer Temperatur und über einen Schmelzbereich.
Schmelztemperatur nennt die Temperatur, bei der ein Stoff bei einem bestimmten Druck vom festen in den flüssigen Zustand übergeht. Bei einem Reinstoff ist sie eine typische Stoffeigenschaft. Gemische zeigen dagegen oft keinen scharfen Wert, sondern einen Schmelzbereich. Auf dieser Seite lernst du, einen Schmelzvorgang zu deuten, Reinstoffe und Gemische zu unterscheiden und Messwerte sinnvoll zur Stoffzuordnung zu nutzen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Schneemann schmilzt in der Frühlingssonne. Der Stoff bleibt Wasser, aber sein Aggregatzustand ändert sich von fest zu flüssig. Diesen Übergang nennt man Schmelzen. Der umgekehrte Übergang heißt Erstarren: Eine Flüssigkeit wird fest. Bei einem Reinstoff sind Schmelz- und Erstarrungstemperatur unter denselben Bedingungen gleich.
In der genaueren Fachsprache bilden die Schmelztemperatur und der zugehörige Druck zusammen den Schmelzpunkt. Die Druckangabe ist wichtig, weil die Schmelztemperatur nicht völlig unabhängig vom Druck ist.
Erwärmst du einen festen Reinstoff bei gleichbleibendem Druck, steigt seine Temperatur zunächst. Sobald er seine Schmelztemperatur erreicht, beginnt er zu schmelzen. Solange festes und flüssiges Material nebeneinander vorliegen, bleibt die Temperatur trotz weiterer Wärmezufuhr gleich. Die zugeführte Energie ermöglicht in dieser Zeit den Übergang. Erst wenn die ganze Probe flüssig ist, steigt ihre Temperatur beim weiteren Erwärmen wieder.
Definition
Schmelztemperatur
Die Schmelztemperatur ist die Temperatur, bei der ein Stoff bei einem bestimmten Druck vom festen in den flüssigen Aggregatzustand übergeht.
Beispiel: Eis aus dem Gefrierfach
- 1Eine reine Wasserprobe aus dem Gefrierfach wird bei Normaldruck (1013 hPa) langsam erwärmt.
- 2Ihre Temperatur steigt bis 0 °C.
- 3Solange Eis und flüssiges Wasser gemeinsam vorhanden sind, bleibt sie bei 0 °C.
- 4Nachdem das letzte Eis geschmolzen ist, wird das flüssige Wasser wärmer.
Merke: Für einen Reinstoff bei gleichbleibendem Druck gilt: Vor dem Schmelzen steigt die Temperatur, während des Schmelzens bleibt sie gleich, danach steigt sie wieder.
Teste dich
Ein Reinstoff besteht aus nur einem Stoff. Bei festgelegtem Druck hat er eine typische Schmelztemperatur. Deshalb kann der Messwert helfen, einen Stoff zu erkennen. Ein Gemisch besteht dagegen aus mehreren Stoffen, zum Beispiel Salzwasser.
Verunreinigte Stoffe und Gemische schmelzen in der Regel schon bei niedrigeren Temperaturen. Häufig schmilzt die Probe außerdem nicht auf einmal. Zwischen dem ersten flüssigen Anteil und dem letzten festen Stückchen liegt dann ein Schmelzbereich.
Für ausgewählte Stoffe gelten bei 1013 hPa die Werte in der Tabelle.
Definition
Schmelzbereich
Ein Schmelzbereich ist der Temperaturabschnitt vom Beginn bis zum Ende des Schmelzens. Er tritt häufig bei Gemischen oder verunreinigten Stoffen auf.
| Stoff | Schmelztemperatur bei 1013 hPa |
|---|---|
| Wasser | 0 °C |
| Blei | 327 °C |
| Kochsalz | 801 °C |
| Eisen | 1538 °C |
Beispiel: Eine Probe zwischen 325 °C und 329 °C
- 1Eine unbekannte Probe schmilzt zwischen 325 °C und 329 °C.
- 2Von den vier Stoffen in der Tabelle passt Blei am besten, weil 327 °C in diesem Bereich liegt.
- 3Der Bereich statt eines scharfen Werts spricht aber gegen einen sicheren Nachweis eines reinen Stoffes.
- 4Für eine verlässliche Zuordnung brauchst du weitere Eigenschaften, zum Beispiel wie gut sich der Stoff in Wasser löst oder wie schwer ein gleich großes Stück ist.
Teste dich
Die Schmelztemperatur hängt vom Druck ab, aber viel schwächer als die Siedetemperatur. Normale Schwankungen des Luftdrucks verändern sie praktisch nicht.
Bei den meisten Stoffen steigt die Schmelztemperatur, wenn der Druck erhöht wird. Eis ist eine wichtige Ausnahme: Höherer Druck senkt seine Schmelztemperatur. Auch bei Eis ist diese Wirkung bei gewöhnlichen Luftdruckschwankungen sehr klein.
Ein anderer Sonderfall ist die Unterkühlung. Das Erstarren beginnt meist an Kristallkeimen: winzigen Kristallen oder Staubkörnchen, an denen der feste Stoff zu wachsen beginnt. Fehlen sie, kann eine Flüssigkeit unter ihre Schmelztemperatur abkühlen und trotzdem flüssig bleiben. Eine Erschütterung kann dann das Erstarren auslösen.
Einige Stoffe haben keinen scharfen Schmelzpunkt. Viele Kunststoffe werden über einen breiten Temperaturbereich weich oder schmelzen darin. Manche Stoffe zerfallen sogar in andere Stoffe, bevor sie schmelzen.
Definition
Unterkühlung
Eine Flüssigkeit ist unterkühlt, wenn sie unter ihrer Schmelztemperatur noch flüssig ist, weil das Erstarren verzögert beginnt.
Merke: Unterkühlung verschiebt nur den beobachteten Beginn des Erstarrens. Sie ist kein Beleg für eine neue Schmelztemperatur des Stoffes.
Teste dich
Für eine grobe Bestimmung wird eine Probe langsam erwärmt und die Temperatur beobachtet. Genauere Laborverfahren erfassen den Beginn und das Ende des Schmelzens.
Bei der Kapillarmethode liegt eine kleine Probe in einem dünnen Glasröhrchen, der Kapillare. Sie wird in einem Heizblock langsam erwärmt. Weitere genaue Verfahren sind Heiztischgeräte, bei denen du die Probe auf einer kleinen Heizplatte unter dem Mikroskop beobachtest, und die sogenannte DSC, ein Messgerät für die Wärme, die eine Probe aufnimmt. Bei jedem Verfahren musst du den Druck und die Beobachtung eindeutig angeben.
Schmelzdaten können eine Stoffzuordnung stützen und Hinweise auf Verunreinigungen geben. Ein einzelner Wert beweist aber nicht, um welchen Stoff es sich handelt. Eine gute Untersuchung verbindet deshalb mehrere geeignete Stoffeigenschaften. Geruch oder Geschmack sind keine sicheren Proben: Unbekannte Stoffe werden weder probiert noch berochen.
Definition
Kapillarmethode
Bei der Kapillarmethode wird eine kleine Probe in einer Glaskapillare langsam erwärmt. Die Temperatur, bei der das letzte feste Stückchen verschwindet, gilt als Schmelztemperatur. Bei einem Schmelzbereich notiert man Anfangs- und Endtemperatur.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Schmelztemperatur
Übergang
Schmelzen führt von fest zu flüssig, Erstarren ist die Umkehrung
Verlauf
Beim Reinstoff bleibt die Temperatur während des Schmelzens gleich
Schmelzverhalten
Reinstoff mit scharfem Wert, Gemisch oft mit Schmelzbereich
Bedingungen
Der Druck wirkt meist nur wenig, Unterkühlung verzögert das Erstarren
Untersuchung
messen, mit Stoffdaten vergleichen und weitere Eigenschaften prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ein Metallstück zuordnen
- 1Aufgabe: In einem Labor wird ein graues Metallstück bei 1013 hPa untersucht. Es schmilzt scharf bei etwa 1538 °C. Welcher Stoff kommt infrage, und wie sicherst du das ab?
- 2Scharf heißt: Beginn und Ende des Schmelzens liegen praktisch bei derselben Temperatur. Das passt zu einem Reinstoff.
- 3In der Tabelle passt Eisen mit 1538 °C.
- 4Ein einzelner Wert beweist aber noch nicht, welcher Stoff es ist. Deshalb prüfst du eine zweite Eigenschaft.
- 5Ein Magnet zieht ein zweites Stück desselben Metalls an. Auch das passt zu Eisen.
- 6Ergebnis: Schmelztemperatur und Magnetprobe sprechen zusammen für Eisen.
Fehler finden
Scharf oder Bereich? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Zwischen 128 °C und 133 °C liegen 5 °C. Das ist ein Schmelzbereich, kein scharfer Wert. Richtig: „Die Probe hat einen Schmelzbereich; sie könnte ein Gemisch oder verunreinigt sein.“
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Vor dem Schmelzen ist die Probe . Während ein Reinstoff bei gleichem Druck schmilzt, . Nach dem vollständigen Schmelzen ist die Probe .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback