Chemie · Klasse 12–13 · aktualisiert
Pufferlösung: Wirkung und pH-Wert berechnen
Puffer halten pH-Änderungen klein: Lies die Reaktionspartner, berechne das Verhältnis und beachte die Kapazitätsgrenze.
0 von 12 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Eine Pufferlösung enthält eine schwache Säure und ihre zugehörige Base in merklichen Mengen. Die Base fängt zugeführte Säure ab, die Säure zugeführte Base. Ihr pH-Wert lässt sich näherungsweise aus pKₛ und dem Verhältnis Base zu Säure berechnen; die Wirkung endet, wenn ein Partner knapp wird.
Eine Pufferlösung enthält ein korrespondierendes Säure-Base-Paar in merklichen Mengen. Sie fängt kleine Zugaben starker Säure oder Base chemisch ab, sodass sich der pH-Wert viel weniger ändert als in Wasser. Ihre Wirkung ist jedoch begrenzt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Acetatpuffer enthält Essigsäure und Acetat. Beide unterscheiden sich um ein Proton; Natriumacetat kann Acetat liefern, das Natrium-Ion gehört aber nicht zum wirksamen Paar. Eine sehr verdünnte Salzsäure und ein Acetatpuffer können beide pH 4,75 haben und sich nach wenigen Tropfen Salzsäure dennoch verschieden verhalten: Die Salzsäure hat kaum Pufferwirkung, das Säure-Base-Paar dämpft den pH-Abfall. Die Gleichgewichtsreaktion lautet:
\ce{CH3COOH + H2O <=> CH3COO- + H3O+}
Zugeführte Oxonium-Ionen reagieren mit Acetat:
\ce{CH3COO- + H3O+ -> CH3COOH + H2O}
Zugeführte Hydroxid-Ionen reagieren mit Essigsäure:
\ce{CH3COOH + OH- -> CH3COO- + H2O}
Bei Säurezugabe nimmt Acetat ab und Essigsäure zu; bei Basezugabe ist es umgekehrt. Der pH-Wert ändert sich weiter, aber weniger stark, solange beide Partner ausreichend vorhanden sind.
Definition
Pufferlösung
Eine Pufferlösung ist eine wässrige Lösung mit merklichen Mengen einer schwachen Säure und ihrer korrespondierenden Base. Die beiden Teilchen unterscheiden sich um ein Proton. Kleine Mengen zugeführter starker Säure oder Base werden umgesetzt, bevor sie den pH-Wert stark verändern können.
Merke: Ein Puffer hält den pH-Wert nicht exakt konstant. Er schwächt eine Änderung ab, solange beide Partner noch in ausreichender Menge vorhanden sind.
Beispiel
- 1Ein Acetatpuffer enthält anfangs 0{,}100\,\mathrm{mol} Essigsäure und 0{,}100\,\mathrm{mol} Acetat.
- 2Nach Zugabe von 0{,}010\,\mathrm{mol} Salzsäure reagieren zunächst 0{,}010\,\mathrm{mol} Acetat.
- 3Näherungsweise bleiben 0{,}090\,\mathrm{mol} Acetat und es entstehen insgesamt 0{,}110\,\mathrm{mol} Essigsäure.
- 4Erst diese Stoffmengen gehen in die anschließende Pufferrechnung ein.
Teste dich
Für eine schwache Säure \ce{HA} und ihre korrespondierende Base \ce{A-} gilt näherungsweise die Henderson-Hasselbalch-Gleichung:
\mathrm{pH}=pK_\mathrm S+\lg\!\left(\frac{c(\ce{A-})}{c(\ce{HA})}\right)
Im Zähler steht die Pufferbase. Die Konzentrationen stehen beide in mol/L; ihre Einheiten kürzen sich vor dem Logarithmus. Haben beide Partner dasselbe Volumen, dürfen auch ihre Stoffmengen im Quotienten stehen. Bei gleichen Konzentrationen ist der Quotient 1 und \lg(1)=0, also \mathrm{pH}=pK_\mathrm S. Erst werden zugefügte starke Säure oder Base stöchiometrisch umgesetzt; dann wird mit den verbleibenden Mengen gerechnet.
Für Essigsäure verwenden wir als Schulwert bei etwa 25 °C pK_\mathrm S\approx4{,}75. Nach der Säurezugabe im vorigen Beispiel gilt \mathrm{pH}=4{,}75+\lg(0{,}090/0{,}110)\approx4{,}66. Der Wert fällt gegenüber 4{,}75 um etwa 0{,}09.
Merke: Base durch Säure: c(\ce{A-})/c(\ce{HA}). Mehr Base hebt den pH-Wert im Modell, mehr Säure senkt ihn.
Beispiel
- 1Bei etwa 25 °C sei pK_\mathrm S=4{,}75. Gegeben: c(\ce{CH3COO-})=0{,}30\,\mathrm{mol/L} und c(\ce{CH3COOH})=0{,}10\,\mathrm{mol/L}.
- 2Der dimensionslose Base/Säure-Quotient ist (0{,}30\,\mathrm{mol/L})/(0{,}10\,\mathrm{mol/L})=3.
- 3Damit gilt \mathrm{pH}=4{,}75+\lg(3).
- 4Weil \lg(3)\approx0{,}477, folgt \mathrm{pH}\approx5{,}23.
- 5Mehr Acetat als Essigsäure erklärt, warum der pH-Wert über pK_\mathrm S liegt.
Teste dich
Ein Puffer wirkt in beide Richtungen besonders ausgewogen, wenn Säure und Base ungefähr gleich konzentriert sind. Als Faustregel, nicht als scharfe Grenze, gilt ein Bereich von etwa pK_\mathrm S-1 bis pK_\mathrm S+1. Dort liegt das Base/Säure-Verhältnis zwischen ungefähr 1:10 und 10:1. Welche pH-Änderung noch akzeptabel ist, hängt von Anwendung und Stoffmengen ab.
Die Pufferkapazität beschreibt, wie viel starke Säure oder Base ein bestimmtes Puffervolumen vor einer deutlichen pH-Änderung aufnehmen kann. Zwei Puffer können denselben pH-Wert haben, obwohl einer pro Liter mehr Säure und Base enthält und deshalb mehr Zugabe abfängt. Ein Liter mit je 1{,}0\,\mathrm{mol/L} hat mehr Kapazität pro Liter als ein Liter mit je 0{,}10\,\mathrm{mol/L}.
Beim Verdünnen mit Wasser sinken beide Konzentrationen im gleichen Verhältnis. Der Base/Säure-Quotient und damit der berechnete pH-Wert bleiben näherungsweise gleich; die Kapazität pro Liter sinkt. Die gesamte Stoffmenge beider Partner bleibt bei bloßer Verdünnung erhalten. Das Modell setzt merkliche Mengen beider Partner voraus und ersetzt wirksame Aktivitäten durch Konzentrationen; bei höheren Ionenkonzentrationen weichen beide merklich voneinander ab. Bei sehr verdünnten Lösungen oder extremen Base/Säure-Verhältnissen werden die Protolyse der Pufferteilchen und die Autoprotolyse des Wassers wichtig, und die Näherung wird ungenau. Ist ein Pufferpartner fast aufgebraucht, versagt die einfache Pufferrechnung, und der pH-Wert kann stark springen.
Definition
Pufferkapazität
Die Pufferkapazität beschreibt, wie viel starke Säure oder Base ein bestimmtes Puffervolumen aufnehmen kann, bevor sich sein pH-Wert deutlich ändert. Sie ist endlich und steigt mit den vorhandenen Mengen der Pufferpartner.
Teste dich
Ein weiterer Acetatpuffer enthält anfangs 0{,}200\,\mathrm{mol} Essigsäure und 0{,}100\,\mathrm{mol} Acetat. Bei etwa 25 °C sei pK_\mathrm S=4{,}75. Nun werden 0{,}020\,\mathrm{mol} Natriumhydroxid zugegeben. Unter der Henderson-Hasselbalch-Näherung reagieren zuerst die Hydroxid-Ionen mit Essigsäure. Anschließend werden die neuen Stoffmengen in den Quotienten eingesetzt.
Ein Pufferabschnitt kann Teil einer Titrationskurve sein. Beim Halbäquivalenzpunkt einer einprotonigen schwachen Säure liegen Säure und zugehörige Base in gleicher Stoffmenge vor; dann gilt näherungsweise \mathrm{pH}=pK_\mathrm S. Dieser Punkt ist weder der Äquivalenzpunkt noch automatisch der Neutralpunkt.
Beispiel: Zugabe zuerst umsetzen
- 10{,}020\,\mathrm{mol} Hydroxid verbrauchen 0{,}020\,\mathrm{mol} Essigsäure und bilden 0{,}020\,\mathrm{mol} Acetat.
- 2Danach liegen 0{,}180\,\mathrm{mol} Essigsäure und 0{,}120\,\mathrm{mol} Acetat vor.
- 3Der dimensionslose Quotient ist 0{,}120/0{,}180\approx0{,}667.
- 4\mathrm{pH}=4{,}75+\lg(0{,}120/0{,}180)\approx4{,}57.
- 5Vorher war \mathrm{pH}=4{,}75+\lg(0{,}100/0{,}200)\approx4{,}45. Der pH-Wert steigt, bleibt aber unter dem pKₛ-Wert.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Pufferlösung
Aufbau
schwache Säure und zugehörige Base
Säurezugabe
Pufferbase wird verbraucht
Basezugabe
Puffersäure wird verbraucht
Berechnung
pH = pKₛ + lg(Base/Säure)
Kapazität
vorhandene Mengen begrenzen die Wirkung
Verdünnung
Verhältnis bleibt, Kapazität pro Liter sinkt
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
pH nach kleiner Säurezugabe berechnen
- 1Ein Acetatpuffer enthält 0{,}160\,\mathrm{mol} Essigsäure und 0{,}240\,\mathrm{mol} Acetat; bei etwa 25 °C sei pK_\mathrm S=4{,}75.
- 2Es werden 0{,}040\,\mathrm{mol} Salzsäure zugesetzt; sie setzt dieselbe Stoffmenge Acetat um.
- 3Danach: Essigsäure 0{,}200\,\mathrm{mol}, Acetat 0{,}200\,\mathrm{mol}.
- 4Der Base/Säure-Quotient ist 1; daher folgt näherungsweise \mathrm{pH}=4{,}75+\lg(1)=4{,}75.
- 5Beide Partner bleiben vorhanden; die Puffer-Näherung ist für diesen Schritt plausibel.
Fehler finden
Ammoniakpuffer nach Säurezugabe prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die Ammoniummenge steigt auf 0{,}040\,\mathrm{mol}: Zugeführte Säure protoniert Ammoniak zu \ce{NH4+}. Die Subtraktion verwechselt Säure- mit Basezugabe.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein Puffer braucht eine schwache Säure und ihre . Bei Säurezugabe reagiert zuerst die . Für die pH-Rechnung steht im Zähler die .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback