Chemie · Klasse 9–13 · aktualisiert
pH-Wert verstehen: Skala, Messung und Berechnung
Du liest die pH-Skala, vergleichst Konzentrationen, wählst ein Messverfahren und rechnest pH und pOH im verdünnten Schulmodell.
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Kurz gesagt
Der pH-Wert beschreibt die saure oder basische Wirkung einer wässrigen Lösung. Bei etwa 25 °C bedeutet pH 7 neutral; kleinere Werte sind sauer, größere basisch. Im verdünnten Schulmodell entspricht eine pH-Stufe ungefähr dem Faktor 10 bei der Oxoniumionenkonzentration.
Der pH-Wert zeigt, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung wirkt. Je niedriger er ist, desto höher ist die wirksame Konzentration der Oxonium-Ionen H₃O⁺. Bei verdünnten Lösungen kannst du dir das als mehr H₃O⁺-Ionen pro gleichem Volumen vorstellen. Für verdünnte wässrige Lösungen bei etwa 25 °C gilt meist: unter 7 sauer, 7 neutral, über 7 basisch. Du lernst zuerst, die logarithmische Skala zu lesen. Danach misst, deutest und berechnest du pH-Werte und erkennst, wann einfache Regeln nicht ausreichen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Ion ist ein elektrisch geladenes Teilchen. In Wasser bindet sich ein Proton an ein Wassermolekül; vereinfacht sprechen wir vom Oxonium-Ion H₃O⁺. Die kleine 3 zählt drei H-Atome; ohne kleine Zahl steht O für ein O-Atom. Das Plus kennzeichnet die positive Ladung. Die Konzentration c beschreibt die Stoffmenge pro Lösungsvolumen; ihre Einheit ist mol/L, also Mol pro Liter. Die Stoffmenge zählt Teilchen in der Einheit Mol: Gleiche Molzahlen bedeuten gleich viele Teilchen. Eine größere H₃O⁺-Konzentration bedeutet mehr Oxonium-Ionen im gleichen Volumen.
Für einfache Schulrechnungen mit verdünnten wässrigen Lösungen ersetzen wir die wirksame Aktivität näherungsweise durch die Konzentration:
\mathrm{pH}\approx-\lg\left(\frac{c(\ce{H3O+})}{1\,\mathrm{mol/L}}\right)
Der pH-Wert hat keine Einheit. Im Logarithmus steht durch die Division nur eine Zahl. \lg fragt nach dem Exponenten zur Basis 10: Aus 10^{-2}=0{,}01 folgt \lg(0{,}01)=-2 und damit pH 2.
Die Rechenfälle auf dieser Seite sind fiktive Übungen für verdünnte wässrige Lösungen. Für sauer, neutral, basisch sowie \mathrm{pH+pOH}\approx14 nehmen wir etwa 25 °C an.
Definition
pH-Wert
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Aktivität der Oxonium-Ionen. Die Aktivität ist eine Zahl ohne Einheit, die beschreibt, wie wirksam die Ionen in der Lösung sind.
Beispiel: pH aus Oxoniumionen berechnen
- 1Gegeben ist c(\ce{H3O+})=0{,}01\,\mathrm{mol/L}=10^{-2}\,\mathrm{mol/L}.
- 2\mathrm{pH}=-\lg(10^{-2})
- 3\mathrm{pH}=2
- 4Unter den genannten Bedingungen ist die Lösung sauer.
Merke: Ein niedrigerer pH-Wert bedeutet eine höhere Oxoniumionenaktivität. Im verdünnten Schulmodell heißt das: mehr Oxonium-Ionen pro gleichem Volumen, nicht mehr Ionen insgesamt in einem beliebig großen Gefäß.
Teste dich
Der pH-Wert verwendet den dekadischen Logarithmus zur Basis 10. Eine pH-Stufe entspricht dem Faktor 10 bei der Oxoniumionenaktivität. Für die Konzentration gilt das bei verdünnten Lösungen näherungsweise. Von pH 3 zu pH 2 steigt die Oxoniumionenkonzentration um den Faktor 10; von pH 3 zu pH 1 um den Faktor 100.
Ein Universalindikator färbt sich je nach pH-Bereich. Seine Farbe liefert eine grobe Einordnung. Einzelne Indikatoren ändern ihre Farbe nur in einem begrenzten Bereich. Ein pH-Meter misst eine elektrische Spannung, meist zwischen zwei Elektroden (Messfühlern), die in die Lösung tauchen, und ermittelt daraus einen Zahlenwert. Für kleine Unterschiede muss es ausreichend genau und mit Referenzlösungen bekannten pH-Werts kalibriert sein: Dabei wird das Gerät mit Lösungen bekannter pH-Werte abgeglichen. Vergleiche Messwerte bei gleicher Temperatur.
Bei verdünnten wässrigen Lösungen um 25 °C bedeutet pH unter 7 sauer, pH 7 neutral und pH über 7 basisch (alkalisch). Sehr saure und sehr basische Lösungen können ätzend sein; der pH-Wert allein erfasst aber nicht jede Stoffgefahr. „Hautneutral“ um pH 5,5 ist etwas anderes als chemisch neutral bei pH 7.
| pH-Wert | c(\ce{H3O+}) in mol/L, näherungsweise |
|---|---|
| 1 | 10^{-1} |
| 2 | 10^{-2} |
| 3 | 10^{-3} |
Beispiel: Zwei pH-Werte vergleichen
- 1Lösung A hat pH 3, Lösung B pH 1. Der Abstand beträgt zwei Stufen.
- 210^{3-1}=10^2=100
- 3B hat näherungsweise die 100-fache Oxoniumionenkonzentration von A. Die pH-Zahl selbst wird nicht mit 100 multipliziert.
| Verfahren | Ergebnis | Sinnvoll, wenn ... |
|---|---|---|
| Universalindikator | ungefährer pH-Bereich | eine grobe Einordnung genügt |
| pH-Meter | genauerer Messwert | kleine Unterschiede wichtig sind |
Teste dich
Prüfe zuerst, welche Ionenkonzentration gegeben ist und ob das verdünnte Schulmodell gilt. Gib die Konzentration in mol/L an. Teile die Konzentration durch 1\,\mathrm{mol/L}; so bleibt eine Zahl ohne Einheit. Berechne daraus den negativen Zehnerlogarithmus und deute den pH-Wert. Umgekehrt gilt näherungsweise:
c(\ce{H3O+})\approx10^{-\mathrm{pH}}\,\mathrm{mol/L}
Hydroxid-Ionen OH⁻ sind negativ geladen. Für ihre Konzentration verwendest du entsprechend den pOH-Wert:
\mathrm{pOH}\approx-\lg\left(\frac{c(\ce{OH-})}{1\,\mathrm{mol/L}}\right)
Für verdünnte wässrige Lösungen bei etwa 25 °C gilt gerundet:
\mathrm{pH+pOH}\approx14
Beispiel: pH aus Oxoniumionen
- 1Gegeben ist c(\ce{H3O+})=10^{-10}\,\mathrm{mol/L}.
- 2\mathrm{pH}=-\lg(10^{-10})=10
- 3Unter den vereinfachten Bedingungen ist die Lösung basisch.
Beispiel: pH aus Hydroxidionen
- 1Eine verdünnte Natronlauge besitzt c(\ce{OH-})=10^{-3}\,\mathrm{mol/L} bei 25 °C.
- 2\mathrm{pOH}=-\lg(10^{-3})=3
- 3\mathrm{pH}=14-3=11
- 4Das Ergebnis passt zu einer basischen Lösung.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Gib die Konzentration in mol/L an; eine Zehnerpotenz macht die folgenden Beispiele besonders einfach.
- 2Teile sie durch 1\,\mathrm{mol/L} und berechne den negativen Zehnerlogarithmus dieses Zahlenwerts.
- 3Deute das Ergebnis im Sachzusammenhang.
Teste dich
Bei der Autoprotolyse überträgt ein Wassermolekül ein Proton auf ein anderes. Es entstehen Oxonium- und Hydroxid-Ionen:
\ce{2 H2O <=> H3O+ + OH-}
Bei 25 °C gilt für verdünnte wässrige Lösungen näherungsweise:
K_\mathrm{W}=c(\ce{H3O+})\cdot c(\ce{OH-})
K_\mathrm{W}\approx10^{-14}\,\mathrm{mol^2/L^2}
Das heißt Ionenprodukt des Wassers. Im Schulmodell ist c(\ce{H3O+})\approx10^{-\mathrm{pH}}\,\mathrm{mol/L} und c(\ce{OH-})\approx10^{-\mathrm{pOH}}\,\mathrm{mol/L}. Ihr Produkt ist 10^{-(\mathrm{pH+pOH})}\,\mathrm{mol^2/L^2}, denn beim Multiplizieren der Zehnerpotenzen addieren sich die Exponenten. Weil das Produkt ungefähr 10^{-14}\,\mathrm{mol^2/L^2} beträgt, gilt hier \mathrm{pH+pOH}\approx14. In neutralem Wasser sind beide Konzentrationen gleich. Setze x=c/(1\,\mathrm{mol/L}): x ist eine Zahl ohne Einheit. Dann gilt x^2=10^{-14}, also x=10^{-7}. Erst daraus folgt c\approx10^{-7}\,\mathrm{mol/L} und damit pH 7. Bei anderer Temperatur ändert sich das Ionenprodukt und damit der Neutralwert.
Die übliche Skala von 0 bis 14 ist keine feste Grenze; Werte darunter und darüber sind möglich. Bei konzentrierten Lösungen reicht die Näherung mit Konzentrationen nicht aus; dann verwendet man Aktivitäten.
Säurestärke beschreibt, wie bereitwillig eine Säure ein Proton abgibt. Anfangskonzentration beschreibt dagegen ihre eingesetzte Stoffmenge je Liter. Einprotonig bedeutet: Ein Säureteilchen kann ein Proton abgeben. Eine starke einprotonige Säure gibt in Wasser nahezu alle Protonen ab. Ihre Anfangskonzentration entspricht der Oxoniumionenkonzentration nur näherungsweise, wenn der Beitrag der Wasserautoprotolyse vernachlässigbar ist. Bei extremer Verdünnung musst du ihn berücksichtigen. Eine schwache Säure reagiert nur teilweise. Beim Protolysegleichgewicht entstehen Säureteilchen und ihre Produkte in Hin- und Rückreaktion gleich schnell. Die Säurekonstante beschreibt, wie weit die Protonenabgabe dabei geht. Setze die Anfangskonzentration einer schwachen Säure nicht einfach mit der Oxoniumionenkonzentration gleich.
Merke: Neutral bedeutet im verdünnten Modell: Die Konzentrationen der Oxonium- und Hydroxid-Ionen sind gleich. pH 7 ist der Neutralwert bei etwa 25 °C, aber keine temperaturunabhängige Naturkonstante.
Teste dich
Alles auf einen Blick
pH-Wert
Saure oder basische Wirkung
niedrigerer pH bedeutet höhere H₃O⁺-Aktivität
Logarithmische Skala
eine Stufe entspricht dem Faktor 10 der Aktivität
Messung
grob mit Indikator, genauer mit pH-Meter
Berechnung
aus H₃O⁺ oder über pOH aus OH⁻
Geltungsbedingungen
pH 7 ist bei etwa 25 °C neutral
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
pH aus Hydroxidionen berechnen
- 1Eine verdünnte wässrige Lösung hat bei 25 °C c(\ce{OH-})=10^{-5}\,\mathrm{mol/L}.
- 2Berechne zuerst den pOH-Wert aus dem Zahlenwert in mol/L:
- 3\mathrm{pOH}=-\lg(10^{-5})=5
- 4Unter den genannten Bedingungen gilt \mathrm{pH+pOH}\approx14.
- 5\mathrm{pH}\approx14-5=9
- 6Die Lösung ist unter diesen Bedingungen basisch.
Fehler finden
Prüfe den Konzentrationsvergleich In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile ist falsch. Zwei pH-Stufen entsprechen 10^2=100: Bei pH 4,5 ist die Oxoniumionenkonzentration näherungsweise 100-mal so groß wie bei pH 6,5.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im verdünnten Schulmodell gilt: Sinkt der pH-Wert um eine Einheit, wird die Oxoniumionenkonzentration um den Faktor größer. Eine Lösung mit dem pH-Wert enthält pro gleichem Volumen mehr Oxonium-Ionen. Zwei pH-Einheiten Unterschied entsprechen dem Faktor .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback