Chemie · Klasse 5–11 · aktualisiert
Kohlenstoffdioxid: Eigenschaften, Nachweis und Klima
Kohlenstoffdioxid ist ein farbloses Gas aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Du lernst Aufbau, Eigenschaften, Verhalten in Wasser, Nachweis und Klimawirkung.
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Kurz gesagt
Kohlenstoffdioxid (CO₂) ist eine Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff: Ein Molekül hat ein Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatome. Das farblose, nicht brennbare Gas ist schwerer als Luft. Es trübt klares Kalkwasser weiß. Zusätzliches CO₂ aus fossilen Brennstoffen verstärkt den Treibhauseffekt.
Kohlenstoffdioxid, kurz CO₂, ist eine Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Das farblose Gas kommt natürlich in der Luft vor, entsteht unter anderem bei der Zellatmung und wird von Pflanzen für die Photosynthese benötigt. Zusätzliches CO₂ aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas verstärkt jedoch den Treibhauseffekt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Alle Stoffe bestehen aus winzigen Bausteinen, den Atomen. Kohlenstoffdioxid ist eine Verbindung: ein Stoff, in dem Atome verschiedener Sorten fest miteinander verbunden sind. Beim Kohlenstoffdioxid sind immer drei Atome zu einem Teilchen verbunden, einem Molekül: ein Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatome. Das Kohlenstoffatom sitzt in der Mitte. Vereinfacht zeichnet man das Molekül als O=C=O; die Doppelstriche stehen für feste Bindungen zwischen den Atomen.
Ein Gas ist nicht dasselbe wie Luft. Luft ist ein Gasgemisch, das hauptsächlich Stickstoff und Sauerstoff sowie geringe Mengen weiterer Gase enthält. CO₂ ist nur einer dieser Bestandteile.
Bei normalem Luftdruck wird festes CO₂ nicht zuerst flüssig, wenn es sich erwärmt. Es geht bei etwa −78,5 °C direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Dieser Übergang heißt Sublimation. Festes CO₂ wird deshalb Trockeneis genannt. Es ist so kalt, dass es auf der Haut Erfrierungen verursachen kann. Flüssiges CO₂ gibt es nur, wenn der Druck deutlich höher ist als der normale Luftdruck.
Die Eigenschaften erklären viele Anwendungen. Gelöstes CO₂ sorgt für das Sprudeln in Getränken. Beim Backen bilden CO₂-Blasen Hohlräume und lockern den Teig. Trockeneis dient als Kühlmittel. CO₂ kann als Schutzgas dienen: In manchen Lebensmittelverpackungen verdrängt es den Sauerstoff, damit die Lebensmittel länger frisch bleiben. CO₂-Feuerlöscher nutzen aus, dass das Gas eine Verbrennung nicht unterhält (eine Kerzenflamme geht darin aus) und dass es den Sauerstoff am Brandherd verdrängen kann.
Dieselben Eigenschaften können gefährlich werden. Viel CO₂ in der Atemluft ist selbst schädlich: Schon bevor der Sauerstoff knapp wird, kann es Kopfschmerzen, Schwindel und Bewusstlosigkeit auslösen. Außerdem verdrängt es Sauerstoff. CO₂ ist farblos und in den Mengen, die üblicherweise in der Luft vorkommen, geruchlos; deine Sinne warnen dich daher nicht zuverlässig. Weil CO₂ schwerer als Luft ist, kann es sich in schlecht belüfteten, tiefer gelegenen Bereichen ansammeln, zum Beispiel in Silos, Brunnen, Gruben oder Weinkellern. Betritt einen solchen Bereich bei einem Verdacht nicht und versuche keine Rettung ohne geeignete Ausrüstung. Hole sofort professionelle Hilfe. Eine brennende Kerze ist dort kein sicherer Test: Sie kann auch aus anderen Gründen ausgehen, und die Luft kann schon gefährlich sein, während die Kerze noch brennt.
Definition
Kohlenstoffdioxid
Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid ist eine chemische Verbindung mit der Formel \ce{CO2}. Die tiefgestellte 2 zeigt, dass ein Molekül zwei Sauerstoffatome enthält; zum C gehört keine Zahl, also ist es ein Kohlenstoffatom.
| Eigenschaft | Kohlenstoffdioxid |
|---|---|
| Aussehen | farblos |
| Geruch | in üblichen Mengen geruchlos |
| Brennbarkeit | nicht brennbar |
| Wirkung auf Flammen | unterhält eine Verbrennung nicht; eine Kerze geht darin aus |
| Gewicht | schwerer als die gleiche Menge Luft |
| Verhalten in Wasser | löslich; ein kleiner Teil reagiert weiter |
Merke: CO₂ ist ein eigener Stoff und nicht einfach ein anderer Name für Luft. Unsichtbar bedeutet außerdem nicht wirkungslos.
Teste dich
Leitet man CO₂ in Wasser, laufen zwei Vorgänge ab, die du unterscheiden solltest. Zuerst löst sich ein großer Teil des Gases. Die CO₂-Moleküle verteilen sich zwischen den Wasserteilchen und bleiben dabei CO₂-Moleküle. Es entsteht also kein neuer Stoff: Das ist ein physikalischer Vorgang. Mit Formeln schreibt man:
\ce{CO2(g) <=> CO2(aq)}
Dabei steht (g) für gasförmig und (aq) für in Wasser gelöst. Der Doppelpfeil zeigt: Gelöstes CO₂ kann auch wieder als Gas austreten.
Ein kleiner Teil des gelösten CO₂ reagiert außerdem mit Wasser und bildet Kohlensäure, also einen neuen Stoff. Dabei entstehen auch winzige, elektrisch geladene Teilchen, die man Ionen nennt. Die Lösung reagiert deshalb schwach sauer.
In einer geschlossenen Getränkeflasche hält erhöhter Druck viel CO₂ in Lösung. Beim Öffnen sinkt der Druck. Gelöstes CO₂ tritt als Gas aus und bildet Blasen. Auch Wärme wirkt: Warmes Wasser kann weniger CO₂ gelöst halten als kaltes. Ein warmes Getränk verliert daher schneller CO₂ als ein kaltes.
Definition
Lösen und Reagieren
Beim Lösen verteilen sich CO₂-Moleküle im Wasser. Bei der chemischen Reaktion entstehen andere Teilchen. Beide Vorgänge können gleichzeitig stattfinden.
Beispiel: Eine kalte und eine warme Flasche öffnen
- 1Eine kalte und eine warme Flasche Mineralwasser werden gleichzeitig geöffnet.
- 2Aus der warmen Flasche entweicht meist schneller CO₂.
- 3Der entscheidende Gedanke lautet: Je wärmer das Wasser ist, desto weniger Gas kann darin gelöst bleiben.
- 4Das ist zunächst ein physikalischer Vorgang und keine neue chemische Reaktion.
Teste dich
Die Kalkwasserprobe ist ein Nachweis, also ein Test, der zeigt, ob ein bestimmter Stoff da ist. Sie zeigt, ob unter den Versuchsbedingungen CO₂ nachweisbar ist. Wie viel CO₂ vorhanden ist, bestimmt sie nicht.
Kalkwasser ist eine klare Lösung von Calciumhydroxid in Wasser: In einem Liter ist so viel gelöst, wie sich lösen lässt, etwa 1,7 g (bei Raumtemperatur). Calciumhydroxid kann schwere Augenschäden verursachen und die Haut reizen. Deshalb führt die Lehrkraft die Probe im Chemieraum vor. Alle tragen eine Schutzbrille, und wer die Lösung einfüllt, trägt Schutzhandschuhe. Die kleinen Reste gibt die Lehrkraft mit viel Wasser verdünnt in den Ausguss. Zu Hause machst du diesen Versuch nicht.
Bei der Probe wird das zu prüfende Gas durch klares Kalkwasser geleitet. Beobachtung bei positiver Probe: Das Kalkwasser wird weiß und trüb. Deutung: Es entsteht Calciumcarbonat, ein weißer Feststoff, der sich in Wasser kaum löst. Als Wortgleichung: Calciumhydroxid + Kohlenstoffdioxid → Calciumcarbonat + Wasser. Mit Formeln:
\ce{Ca(OH)2 + CO2 -> CaCO3(s) + H2O}
In \ce{Ca(OH)2} gilt die 2 hinter der Klammer für alles in der Klammer: Die Formel \ce{Ca(OH)2} steht für 1 Ca-, 2 O- und 2 H-Atome. Das (s) zeigt, dass Calciumcarbonat als fester Stoff ausfällt; man nennt ihn Niederschlag.
Eine Vergleichsprobe zeigt, wie das klare Kalkwasser ohne das untersuchte Gas aussieht. Sie hilft, eine schon vorhandene Trübung nicht fälschlich als positives Ergebnis zu deuten. Bleibt die Trübung aus, ist das Ergebnis unter den gewählten Bedingungen negativ. Das beweist nicht ohne Weiteres, dass überhaupt kein CO₂ vorhanden war: Gasmenge, Einleitungsdauer, Zustand des Kalkwassers und Versuchsaufbau können das Ergebnis beeinflussen.
Beispiel: Ausatemluft durch Kalkwasser leiten
- 1Die Lehrkraft leitet Ausatemluft mit einer geeigneten Versuchsanordnung durch Kalkwasser.
- 2Die Lösung trübt sich.
- 3Die Beobachtung lautet nur: weiße Trübung.
- 4Erst die Deutung nennt die Stoffe: CO₂ hat mit Calciumhydroxid reagiert, und schwer lösliches Calciumcarbonat ist entstanden.
Merke: Trenne beim Auswerten drei Schritte: Durchführung, Beobachtung und Deutung. Schreibe nicht schon in die Beobachtung, welcher Stoff entstanden ist.
Teste dich
CO₂ wird fortlaufend gebildet, aufgenommen und wieder freigesetzt. Dieser Weg des Kohlenstoffs durch Luft, Lebewesen, Böden und Meere heißt Kohlenstoffkreislauf.
Bei der Zellatmung bauen Zellen Traubenzucker, die Glucose, mithilfe von Sauerstoff ab. Dabei entstehen Kohlenstoffdioxid, Wasser und nutzbare Energie. Als Wortgleichung: Glucose + Sauerstoff → Kohlenstoffdioxid + Wasser. Mit Formeln:
\ce{C6H12O6 + 6 O2 -> 6 CO2 + 6 H2O}
Pflanzen nutzen bei der Photosynthese Lichtenergie, um aus CO₂ und Wasser Glucose aufzubauen. Dabei entsteht Sauerstoff. Als Wortgleichung: Kohlenstoffdioxid + Wasser → Glucose + Sauerstoff. Mit Formeln:
\ce{6 CO2 + 6 H2O -> C6H12O6 + 6 O2}
Photosynthese und Zellatmung sind eng verbunden. Die Aussage, Pflanzen wandelten CO₂ einfach in Sauerstoff um, ist aber zu kurz: Auch Wasser, Glucose und Lichtenergie gehören dazu. CO₂ entsteht außerdem, wenn kohlenstoffhaltige Brennstoffe wie Holz, Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrennen.
Der natürliche Treibhauseffekt hält einen Teil der Wärme, die die Erde abgibt, in der Lufthülle der Erde, der Atmosphäre. So bleibt es auf der Erde warm genug zum Leben. CO₂ ist eines der Gase, die diese Wärmestrahlung aufnehmen und wieder abgeben. Problematisch ist nicht, dass CO₂ überhaupt vorkommt. Entscheidend ist die zusätzliche Menge, die Menschen vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas freisetzen.
Die Wirkungskette sieht so aus: Kohle, Erdöl und Erdgas speichern Kohlenstoff, der über Millionen Jahre im Untergrund gebunden war. Ihre Verbrennung setzt diesen Kohlenstoff in kurzer Zeit als CO₂ frei. Pflanzen und Meere nehmen einen Teil davon auf, aber nicht die gesamte zusätzliche Menge. Deshalb steigt der CO₂-Anteil in der Atmosphäre. Der Treibhauseffekt wird verstärkt, und es wird auf der Erde im Mittel wärmer. Mögliche Folgen sind unter anderem schmelzende Gletscher, ein steigender Meeresspiegel, mehr Hitzetage und Regen, der anders verteilt fällt als früher.
Definition
Kohlenstoffquelle und Kohlenstoffsenke
Eine Quelle gibt Kohlenstoff an die Atmosphäre ab. Eine Senke nimmt Kohlenstoff auf und speichert ihn zumindest eine Zeit lang, zum Beispiel ein wachsender Wald. Ob ein Wald oder ein Meer insgesamt Quelle oder Senke ist, hängt davon ab, ob er mehr Kohlenstoff aufnimmt oder abgibt.
Beispiel: Der Weg des Kohlenstoffs zwischen Mensch und Pflanze
- 1Ein Mensch gibt bei der Zellatmung CO₂ ab.
- 2Eine Pflanze kann CO₂ bei ausreichendem Licht aufnehmen und den Kohlenstoff in Glucose binden.
- 3Sterben Lebewesen ab, kann ihr Material wieder abgebaut werden.
- 4Dabei gelangt Kohlenstoff über verschiedene Zwischenstufen erneut in den Kreislauf.
Beispiel: Ein Baum, Holz und fossile Brennstoffe
- 1Ein wachsender Baum nimmt bei der Photosynthese CO₂ auf und bindet den Kohlenstoff in seinem Holz und seinen Blättern.
- 2Wird das Holz verbrannt, gelangt ein Teil dieses Kohlenstoffs wieder als CO₂ in die Atmosphäre.
- 3Bei fossilen Brennstoffen kommt dagegen zusätzlicher Kohlenstoff in den heutigen Kreislauf, der zuvor über Millionen Jahre im Untergrund gespeichert war.
- 4Der natürliche Kreislauf und der natürliche Treibhauseffekt sind lebensnotwendig. Die schnelle zusätzliche Freisetzung fossilen Kohlenstoffs bringt aber mehr CO₂ in die Luft, als Pflanzen und Meere aufnehmen, und verstärkt so die Erwärmung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Kohlenstoffdioxid
Aufbau und Eigenschaften
ein C-Atom und zwei O-Atome, farblos, nicht brennbar, schwerer als Luft
Wasser
Lösen und chemische Reaktion unterscheiden
Nachweis
Kalkwasser wird durch Calciumcarbonat trüb
Kreislauf
Photosynthese bindet, Zellatmung und Verbrennung setzen frei
Nutzen und Gefahr
Getränke, Backen, Löschen, aber Erstickungsgefahr
Klima
zusätzliches CO₂ aus fossilen Brennstoffen verstärkt den Treibhauseffekt
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Warum ein Gärkeller gefährlich werden kann
- 1Aufgabe: In einem Weinkeller gärt Traubensaft: Hefe baut den Zucker ab, dabei entsteht CO₂. Warum kann der Keller gefährlich werden?
- 2CO₂ ist schwerer als Luft. Bei wenig Luftbewegung kann es sich deshalb unten sammeln, zum Beispiel in einem tiefen, schlecht belüfteten Keller.
- 3Viel CO₂ in der Atemluft ist selbst schädlich und verdrängt außerdem Sauerstoff. Man kann schnell bewusstlos werden.
- 4CO₂ ist farblos und in üblichen Mengen geruchlos. Die Sinne warnen also nicht zuverlässig.
- 5Ergebnis: Bei einem Verdacht betritt man den Keller nicht, hält Abstand und holt professionelle Hilfe.
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Fehler in Zeile 3In die Beobachtung gehört nur, was man sieht. Richtig: „Das zuvor klare Kalkwasser im ersten Glas wird weiß und trüb; das Vergleichsglas bleibt klar.“ Den Stoff Calciumcarbonat nennt erst die Deutung.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Kohlenstoffdioxid ist und schwerer als Luft. In Wasser sich ein großer Teil des Gases. Klares Kalkwasser wird durch CO₂ .
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Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback