Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Hydratation: Hydrathülle einfach erklärt
Erkläre die Hydrathülle mit dem Wasserdipol und sage voraus, welche Ionen Wasser stärker anziehen.
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Kurz gesagt
Hydratation heißt: Wassermoleküle umgeben ein gelöstes Ion oder polares Molekül. Zum positiven Ion zeigt die teilweise negative Sauerstoffseite des Wassers, zum negativen Ion die teilweise positiven Wasserstoffseiten. Diese bewegliche Umgebung heißt Hydrathülle.
Bei der Hydratation lagern sich Wassermoleküle an gelöste Ionen oder polare Moleküle an. Um ein Ion entsteht dabei eine Hydrathülle. Ihre Ausrichtung lässt sich aus den Teilladungen des Wassermoleküls erklären.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Wasser ist ein Dipol: Das Sauerstoffatom zieht die gemeinsamen Elektronen stärker an, und das Wassermolekül ist gewinkelt. Dadurch ist die Sauerstoffseite teilweise negativ und die Wasserstoffseiten sind teilweise positiv. Wäre das Molekül gerade gebaut, könnten sich die beiden Elektronenverschiebungen aufheben. Das ganze Wassermolekül ist trotzdem ungeladen. Entgegengesetzte Ladungen ziehen sich an. Darum zeigt zum positiven Kation die Sauerstoffseite, zum negativen Anion die Wasserstoffseite. Die Wassermoleküle um das Ion bilden eine Hydrathülle.
Definition
Ion-Dipol-Wechselwirkung
Die elektrostatische Anziehung zwischen einem geladenen Ion und den Teilladungen eines polaren Moleküls heißt Ion-Dipol-Wechselwirkung. Sie hält Wassermoleküle in der Umgebung eines gelösten Ions.
Beispiel: Zwei entgegengesetzt geladene Ionen
- 1Bei Li⁺ zeigt die teilweise negative Sauerstoffseite der Wassermoleküle nach innen.
- 2Bei F⁻ zeigen die teilweise positiven Wasserstoffseiten nach innen.
- 3Die Wassermoleküle um jedes Ion bilden eine bewegliche Hydrathülle.
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Beim Lösen eines Salzes werden die Ionen aus dem Gitter getrennt: Dissoziation. Wassermoleküle richten sich um die gelösten Ionen aus: Hydratation. Diese Teilvorgänge können gleichzeitig ablaufen; die Begriffe benennen verschiedene Änderungen. Für Lithiumchlorid zeigt eine vereinfachte Gleichung den gelösten Zustand:
\ce{LiCl(s) -> Li+(aq) + Cl-(aq)}
(s) steht für den Feststoff. (aq) bedeutet „in Wasser gelöst“; das Kürzel zählt nicht die Wassermoleküle der Hydrathülle. Die Hülle ist keine starre Schale: Wasserteilchen tauschen ihre Plätze. Bewegliche gelöste Ionen können Ladung transportieren; im festen Gitter sind sie an Plätze gebunden. Das ist eine andere Leitung als die Elektronenleitung im Metall.
Merke: Dissoziation trennt die Ionen. Hydratation umgibt sie mit Wasser. Beide Vorgänge gehören zum Lösen eines Salzes, bedeuten aber nicht dasselbe.
Beispiel: Zwei Teilvorgänge beim Salzlösen
- 1Im festen Lithiumchlorid sitzen Li⁺ und Cl⁻ an Gitterplätzen.
- 2Bei der Dissoziation werden die Ionen getrennt.
- 3Bei der Hydratation richten sich Wassermoleküle um die getrennten Ionen aus.
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Wie stark ein Ion Wasser anzieht, hängt vor allem von Ladung und Größe ab. Der Ionenradius beschreibt die Größe. Bei gleicher Ladung zieht ein kleineres Ion Wasser meist stärker an, weil seine Ladung auf kleinerem Raum wirkt. Bei ähnlicher Größe zieht ein höher geladenes Ion Wasser meist stärker an. Auch Temperatur und Umgebung beeinflussen die Anordnung. In der ersten, enger gebundenen Umgebung liegen häufig vier oder sechs Wassermoleküle; die Zahl ist nicht für jedes Ion fest. Weitere Wassermoleküle können sich lockerer anschließen.
Bei der Bildung der Ion-Dipol-Wechselwirkung wird Energie frei. In der Vertiefung beschreibt die Hydratationsenthalpie diese Energieänderung. Sie hat dabei ein negatives Vorzeichen. Stärker bedeutet einen größeren Betrag der negativen Zahl. Die Tabelle nutzt das Datenheft der Scottish Qualifications Authority von 1999: In der Reihe Li⁺, Na⁺, K⁺ wird der Radius größer und der Betrag kleiner; bei Mg²⁺ und Ca²⁺ ebenso. Für die Radiusregel vergleichst du Ionen mit derselben Ladung; für die Ladungsregel Ionen ähnlicher Größe.
| Ion | Ionenradius in nm | Hydratationsenthalpie in kJ·mol⁻¹ |
|---|---|---|
| Li⁺ | 0,068 | −545 |
| Na⁺ | 0,095 | −418 |
| K⁺ | 0,133 | −351 |
| Mg²⁺ | 0,065 | −1923 |
| Ca²⁺ | 0,100 | −1653 |
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Solvatation bedeutet: Teilchen werden von Molekülen irgendeines Lösungsmittels umgeben. Mit Wasser heißt dieser Spezialfall Hydratation. Nicht jede Verwendung von „Hydratation“ meint eine Hydrathülle: Kristallwasser sitzt in einer festen Kristallstruktur. Bei der Hydratisierung einer Doppelbindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen (C=C) wird Wasser chemisch addiert; dabei kann ein Alkohol entstehen. Bei der Zementhydratation reagieren Zementbestandteile mit Wasser und das Material erhärtet.
Prüfe deshalb den Zusammenhang. Eine Hydrathülle hat keine immer gleiche Zahl von Wassermolekülen. Die Moleküle bewegen sich und ordnen sich neu. (aq) nennt den wässrigen Zustand, keine feste Hüllenzahl.
Definition
Solvatation
Solvatation ist der allgemeine Begriff für die Anlagerung von Lösungsmittelmolekülen an gelöste Teilchen. Ist Wasser das Lösungsmittel, heißt dieser Spezialfall Hydratation.
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Alles auf einen Blick
Hydratation
Ursache
polarer Aufbau des Wassers, Ion-Dipol-Wechselwirkung
Ausrichtung
Sauerstoff zu Kationen; Wasserstoff zu Anionen
Ergebnis
Hydrathülle, gekennzeichnet mit (aq)
Einflussgrößen
Ionenradius; Ionenladung; Temperatur und Umgebung
Abgrenzung
Dissoziation trennt das Ionengitter; Solvatation ist der Oberbegriff
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Hydrathüllen um Lithiumchlorid-Ionen deuten
- 1Lithiumchlorid enthält Li⁺ und Cl⁻. Beim Lösen werden diese Gitterionen getrennt.
- 2Das positive Li⁺ zieht die teilweise negative Sauerstoffseite des Wassers an.
- 3Das negative Cl⁻ zieht die teilweise positiven Wasserstoffseiten des Wassers an.
- 4(aq) bedeutet gelöst in Wasser; die genaue Anzahl der Wassermoleküle steht nicht in der Formel.
Fehler finden
Wasser um ein Bromid-Ion In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile vertauscht die Wasserseiten: Zum negativen Br⁻ zeigen die teilweise positiven Wasserstoffseiten.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Wasser ist ein . Zum Kation zeigt die mit negativer Teilladung. Das Kürzel (aq) kennzeichnet ein Teilchen in wässriger Lösung. Die Trennung eines Ionengitters in Ionen heißt Dissoziation.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback