Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Elektrolyt: Ionenleitung einfach erklärt
Erkenne Elektrolyte an beweglichen Ionen und unterscheide Stärke, Ionentstehung und Leitfähigkeit.
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Kurz gesagt
Ein Elektrolyt leitet Ladung durch bewegliche Ionen, etwa in einer Salzlösung oder Salzschmelze. Im festen Salzkristall sind die Ionen meist an feste Plätze gebunden. Wie gut eine Lösung leitet, hängt unter anderem von der Zahl und Beweglichkeit ihrer Ionen ab.
Ein Elektrolyt ist ein Stoff oder chemisches System, in dem bewegliche Ionen elektrische Ladung transportieren. Das geschieht zum Beispiel in einer Salzlösung oder Salzschmelze. In einem Metall übernehmen dagegen Elektronen den Ladungstransport. Auf dieser Seite lernst du, wann Ionen beweglich sind, wie du Elektrolytarten unterscheidest und wie die Ionen im elektrischen Feld wandern.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Für elektrischen Strom müssen sich geladene Teilchen bewegen können. In einem Elektrolyten tragen Ionen die Ladung: Kationen sind positiv, Anionen negativ. Ein fester Kaliumbromidkristall enthält bereits Ionen, doch sie sitzen auf festen Gitterplätzen. Darum leitet er unter gewöhnlichen Bedingungen nicht. In der Schmelze oder nach dem Lösen in Wasser können sich die Ionen bewegen. In Wasser sind sie von Wassermolekülen umgeben und heißen hydratisiert.
\ce{KBr(s) -> K+(aq) + Br-(aq)}
(aq) kennzeichnet den in Wasser gelösten Zustand. In einem Metall bewegen sich dagegen Elektronen.
Definition
Elektrolyt
Ein Elektrolyt enthält oder bildet bewegliche Ionen. Legst du eine Spannung an, transportieren diese Ionen Ladung. Weil dabei neben Ladung auch Stoff bewegt wird und an Elektroden chemische Reaktionen auftreten können, heißt diese Leitung auch Ionenleitung oder Leitung 2. Ordnung.
Beispiel: Feststoff, Schmelze und Lösung
- 1Feststoff: Festes Kaliumbromid enthält Ionen, aber sie sind nicht frei beweglich.
- 2Schmelze und Lösung: Geschmolzenes Kaliumbromid und eine Kaliumbromidlösung besitzen bewegliche Ionen und können deshalb Strom leiten.
Teste dich
Zwei Einteilungen beantworten verschiedene Fragen. Echt oder potenziell sagt, ob die Ionen schon im Stoff vorliegen oder erst bei einer Reaktion mit dem Lösungsmittel entstehen. Stark oder schwach sagt, welcher Anteil eines gelösten Stoffes als Ionen vorliegt. Chlorwasserstoff bildet mit Wasser Ionen:
\ce{HCl + H2O -> H3O+ + Cl-}
Chlorwasserstoff ist in Wasser ein starker Elektrolyt. Bei Essigsäure bleibt ein erheblicher Teil als Molekül erhalten; ihre Ionenbildung ist umkehrbar:
\begin{aligned}&\ce{CH3COOH + H2O}\\&\ce{{}<=> CH3COO- + H3O+}\end{aligned}
Essigsäure ist deshalb ein schwacher Elektrolyt.
Eine angelegte Spannung bewirkt ein elektrisches Feld. Bei der Elektrolyse ist die Kathode der Minuspol und die Anode der Pluspol. Kationen wandern zur Kathode, Anionen zur Anode: Entgegengesetzte Ladungen ziehen sich an. Im äußeren Metallleiter bewegen sich Elektronen. An den Elektroden können Elektronen übertragen und Stoffe umgewandelt werden. Welche Produkte entstehen, behandelt die Elektrolyse. Die Lösung bleibt insgesamt elektrisch neutral. Bei Natriumsulfat zeigt die Formel die Ionenanzahlen:
\ce{Na2SO4 -> 2 Na+ + SO4^2-}
Die tiefgestellte 2 in Na₂SO₄ zählt Natriumatome pro Formeleinheit; die vorangestellte 2 zählt nach der Trennung zwei Na⁺-Ionen. Das hochgestellte 2− gehört als Ladung zum Sulfation. Zwei Na⁺ tragen zusammen +2, ein SO₄²⁻ trägt −2: insgesamt null.
Definition
Echter und potenzieller Elektrolyt
Bei einem echten Elektrolyten sind die Ionen schon im Stoff vorhanden, etwa bei Kaliumbromid. Ein potenzieller Elektrolyt bildet erst durch Reaktion mit dem Lösungsmittel Ionen, etwa Chlorwasserstoff in Wasser.
Definition
Starker und schwacher Elektrolyt
Ein starker Elektrolyt liegt im betrachteten Lösungsmittel nahezu vollständig als Ionen vor. Ein schwacher Elektrolyt bildet nur teilweise Ionen; daneben bleiben ungeladene Teilchen erhalten.
Merke: „Echt“ bedeutet nicht automatisch „stark“. Die beiden Begriffspaare beschreiben unterschiedliche Eigenschaften.
Teste dich
Die Leitfähigkeit hängt vor allem von der Zahl beweglicher Ionen und ihrer Beweglichkeit ab. Ionensorte, Ladung, Größe und die umgebenden Wassermoleküle wirken mit. Mit mehr gelösten Ionen kann die Leitfähigkeit zunächst steigen. In konzentrierten Lösungen können sich Ionen stärker beeinflussen oder paaren; dann wird die Bewegung oder die Zahl frei leitender Teilchen kleiner. Höhere Temperatur erleichtert in vielen Lösungen die Ionenbewegung, weil die Flüssigkeit dann weniger zäh ist. Das gilt, solange sich das System nicht grundlegend ändert.
Stärke: Stärke und Löslichkeit beschreiben Verschiedenes. Ein schwer lösliches Salz kann als starker Elektrolyt gelten, wenn der kleine gelöste Anteil nahezu ganz aus Ionen besteht. Die Leitfähigkeit kann trotzdem gering sein, weil wenige Ionen gelöst sind. Eine Salzschmelze leitet durch bewegliche Ionen; ein geeigneter Festelektrolyt kann das ebenfalls.
Beispiel
- 1Zuckerwasser und Salzwasser: Zucker löst sich als neutrale Moleküle.
- 2Es entstehen keine frei beweglichen Ionen; die Lösung ist daher kein Elektrolyt.
- 3Kaliumbromid trennt sich beim Lösen in bewegliche Kalium- und Bromid-Ionen.
- 4Seine Lösung ist ein Elektrolytsystem.
Beispiel: Gehe in drei Schritten vor
- 1Suche geladene Teilchen. Sind Ionen vorhanden oder können sie durch eine Lösungsmittelreaktion entstehen?
- 2Prüfe ihre Beweglichkeit. Sind sie in einer Lösung, Schmelze oder einem geeigneten Festelektrolyten beweglich?
- 3Trenne die Begriffe. Frage erst nach echt oder potenziell und danach nach stark oder schwach.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Elektrolyt
Voraussetzung
bewegliche Ionen tragen Ladung
Zustand
Lösung oder Schmelze kann leiten
Entstehung
echt heißt vorhandene Ionen, potenziell heißt Ionenbildung
Stärke
gelöster Anteil liegt ganz oder teilweise als Ionen vor
Richtung
Kationen zur Kathode, Anionen zur Anode
Leitfähigkeit
Ionenzahl und Beweglichkeit wirken zusammen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Welche Zustände von Kaliumbromid leiten?
- 1Kaliumbromid besteht aus K⁺ und Br⁻. Vergleiche festen Kristall, Schmelze und wässrige Lösung.
- 2Im festen Kristall sind die Ionen an Gitterplätze gebunden: keine Ionenleitung unter gewöhnlichen Bedingungen.
- 3In der Schmelze können K⁺ und Br⁻ wandern: Ionenleitung ist möglich.
- 4In Wasser sind die getrennten Ionen beweglich. Das gelöste Salz ist ein Elektrolyt.
Fehler finden
Leitung in einer Kaliumiodid-Schmelze In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile verwechselt die Elektroden: Das negative I⁻ wandert zur Anode.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In der Lösung transportieren die Ladung. Positive Ionen heißen und wandern zur . Negative Ionen wandern zur Anode.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback