Chemie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Dissoziation in der Chemie einfach erklärt
Verstehe, wie Teilchen zerfallen, wie Ionen im Wasser beweglich werden und wie du eine Gleichung prüfst.
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Kurz gesagt
Dissoziation bedeutet, dass eine chemische Einheit in mindestens zwei einfachere Teilchen zerfällt. Beim Lösen von Kochsalz werden vorhandene Ionen aus dem Gitter getrennt; Wasser umgibt sie anschließend. Eine Dissoziationsgleichung muss Atome und Gesamtladung erhalten.
Dissoziation bedeutet: Ein chemisches Teilchen oder eine Verbindung wird in kleinere Teilchen zerlegt. Dabei können Atome, Moleküle oder Ionen entstehen. Beim Lösen von Kochsalz werden die bereits im Kristall vorhandenen Ionen getrennt, von Wasser umgeben und dadurch beweglich. Deshalb leitet die Salzlösung elektrischen Strom.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Dissoziation bedeutet Zerlegung in mindestens zwei einfachere Teilchen. Dabei können Atome, Moleküle oder Ionen entstehen. Der umgekehrte Weg heißt Assoziation: Getrennte Teilchen lagern sich zusammen. Der Doppelpfeil zeigt beide Richtungen:
\mathrm{AB \rightleftharpoons A + B}
Bei einer heterolytischen Spaltung bekommt ein Teil beide Bindungselektronen; so entstehen Ionen. Bei einer homolytischen Spaltung wird das Elektronenpaar gleichmäßig geteilt; so können Radikale entstehen. Beim Lösen eines Salzes sind die Ionen schon im Kristall vorhanden; beim homolytischen Spalten eines Chlormoleküls entstehen dagegen zwei einzelne Chlorradikale. Ein Radikal besitzt ein ungepaartes Elektron. Die Zahl 2 vor einem Teilchen zählt zwei ganze Teilchen; eine kleine tiefgestellte 2 zählt Atome innerhalb eines Teilchens.
Definition
Dissoziation
Bei einer Dissoziation zerfällt eine chemische Einheit selbsttätig oder durch eine Anregung in mindestens zwei einfachere Teilchen. Die Produkte können Moleküle, Atome oder Ionen sein.
Beispiel: Ein Chlormolekül wird gespalten
- 1Ein Chlormolekül enthält zwei Chloratome.
- 2Bei gleichmäßiger Spaltung der Bindung erhält jedes Chloratom ein ungepaartes Elektron.
- 3Es entstehen zwei Chlorradikale; die Atome bleiben erhalten.
- 4\mathrm{Cl_2 \rightleftharpoons 2\,Cl{\cdot}}: Links stehen zwei Chloratome in einem Molekül, rechts zwei einzelne Radikale. Die 2 vor Cl· ist nötig, weil links zwei Chloratome vorhanden sind.
Teste dich
Beim Lösen von Kochsalz verlassen Na⁺ und Cl⁻ ihre Plätze im Ionengitter. Gleichzeitig richten sich Wassermoleküle um die getrennten Ionen aus. Diese Umhüllung heißt Hydratation. Die beiden Vorgänge beschreiben verschiedene Teile des Lösens. Die Sauerstoffseite des Wassers ist teilweise negativ und zeigt zum Na⁺; die Wasserstoffseiten sind teilweise positiv und zeigen zum Cl⁻.
\ce{NaCl(s) -> Na+(aq) + Cl-(aq)}
(s) bezeichnet den Feststoff, (aq) den Zustand in Wasser. Bewegliche Ionen transportieren Ladung durch die Lösung. Im festen Gitter können die Ionen nicht frei wandern.
Definition
Hydratation
Hydratation bedeutet, dass Wassermoleküle gelöste Teilchen umgeben. Dissoziation bezeichnet hier die Trennung der Ionen; Hydratation bezeichnet ihre Umhüllung durch Wasser.
Merke: Beim Lösen eines Salzes gehören Gittertrennung und Hydratation zusammen. Es handelt sich nicht bloß um ein unsichtbares Verteilen des Kristalls.
Beispiel: Der Lösevorgang lässt sich in Schritte zerlegen
- 1Wassermoleküle erreichen Ionen an der Kristalloberfläche.
- 2Ihre teilweise negative Seite richtet sich zu \ce{Na+} aus; ihre teilweise positive Seite zu \ce{Cl-}.
- 3Diese Wechselwirkungen schwächen die Anziehung im Ionengitter.
- 4Natrium- und Chlorid-Ionen verlassen das Gitter.
- 5Wassermoleküle umgeben die freien Ionen. Dabei entstehen Hydrathüllen.
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Prüfe bei einer Dissoziationsgleichung jede Atomsorte und die Gesamtladung. Die tiefgestellte Zahl gehört zum Teilchen: In \ce{NaOH} gibt es ein O und ein H. Die hochgestellten Zeichen in \ce{Na+} und \ce{OH-} geben Ladungen an. Ein Pluszeichen zwischen Formeln trennt dagegen Produkte. Eine Zahl vor der Formel zählt ganze Teilchen.
\ce{NaOH -> Na+ + OH-}
Links und rechts stehen je ein Na, O und H. Rechts ist die Gesamtladung +1 + (−1) = 0, wie links. Die Teilchenzahl links und rechts muss nicht gleich sein. Wenn ein Stoff seine Ionen erst durch Reaktion mit Wasser bildet, muss Wasser in der Gleichung stehen. Für Chlorwasserstoff gilt:
\ce{HCl + H2O -> H3O+ + Cl-}
Das Wasserstoff-Ion H⁺ (ein Proton) wird dabei an ein Wassermolekül übertragen; es entsteht ein Oxonium-Ion H₃O⁺. Ein freies Proton liegt in Wasser nicht vor.
Beispiel: Atome und Ladung bei NaCl prüfen
- 1\ce{NaCl -> Na+ + Cl-}
- 2Links und rechts stehen je ein Na und ein Cl.
- 3Links ist die Ladung 0; rechts gilt +1 + (−1) = 0. Atome und Gesamtladung stimmen.
Beispiel: Gehe in drei Schritten vor
- 1Notiere links den Ausgangsstoff und rechts die entstehenden Teilchen.
- 2Zähle für jedes Element die Atome auf beiden Seiten.
- 3Addiere auf jeder Seite die Ladungen. Die Gesamtladung muss erhalten bleiben.
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Je nach Auslöser unterscheidet man mehrere Arten. Bei elektrolytischer Dissoziation entstehen oder trennen sich Ionen in einem Lösungsmittel. Bei thermischer Dissoziation verstärkt zugeführte Wärme die Teilchenbewegung, bis Bindungen getrennt werden. Bei photochemischer Dissoziation nimmt ein Teilchen Licht oder andere elektromagnetische Strahlung auf und zerfällt anschließend.
Ein temperaturabhängiges Beispiel ist das Gleichgewicht zwischen farblosem Distickstofftetroxid und braunrotem Stickstoffdioxid in einem geschlossenen System:
\ce{N2O4 <=> 2 NO2}
Bei höherer Temperatur liegt mehr braunrotes NO₂ vor. Bei niedrigerer Temperatur lagern sich NO₂-Teilchen vermehrt zu farblosem N₂O₄ zusammen. Der Farbwechsel zeigt beide Richtungen, aber nicht die genauen Mengen. Ein Doppelpfeil sagt nur, dass Hin- und Rückreaktion möglich sind; er bedeutet keine vollständige Zerlegung. Der Dissoziationsgrad ist der Anteil der zerlegten Teilchen und liegt zwischen 0 und 1.
Beim Kochsalz nennt man die Trennung der Gitterionen Dissoziation und ihre Umhüllung durch Wasser Hydratation. Eine Salzlösung leitet durch bewegliche Ionen, nicht durch frei gewordene Metallelektronen. Ein Ladungszeichen gehört zum Ion; das Pluszeichen zwischen Produktformeln trennt verschiedene Produkte.
Beispiel: Ein umkehrbares Gasgleichgewicht
- 1\ce{N2O4 <=> 2 NO2}
- 2Bei höherer Temperatur wird das geschlossene Gemisch braunroter: Der Anteil an NO₂ steigt.
- 3Bei niedrigerer Temperatur wird es heller: Mehr NO₂ lagert sich zu N₂O₄ zusammen.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Dissoziation
Umkehrung
Assoziation
Produkte
Atome, Moleküle oder Ionen
Kochsalz in Wasser
Gittertrennung und Hydratation
Leitfähigkeit
bewegliche Kationen und Anionen
Gleichungen
Atome und Gesamtladung erhalten
Auslöser
Lösungsmittel, Wärme oder Licht
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Calciumbromid in Wasser: Gleichung prüfen
- 1Ein Calciumbromid-Gitter enthält Ca²⁺ und Br⁻. Ein Ca²⁺ wird von zwei Br⁻ ausgeglichen.
- 2\small\ce{CaBr2(s) -> Ca^2+(aq) + 2 Br-(aq)}
- 3Links und rechts stehen ein Ca und zwei Br.
- 4Die Ladung rechts ist +2 + 2 · (−1) = 0; links ist sie ebenfalls 0. Die Gleichung ist ausgeglichen.
Fehler finden
Kaliumsulfat: Ionen zählen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3In der dritten Zeile fehlt ein Kalium-Ion. Richtig ist \ce{K2SO4 -> 2 K+ + SO4^2-}; rechts ergibt 2 · (+1) + (−2) = 0.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Dissoziation zerlegt eine Einheit in Teilchen. Beim Lösen eines Salzes werden vorhandene Ionen aus dem getrennt. Eine Gleichung erhält Atome und .
Karteikasten
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