Biologie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Zellzyklus: Phasen und Kontrolle verstehen
Ordne Interphase, Mitose und Cytokinese und prüfe, wie Kontrollpunkte die Zellteilung steuern.
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Kurz gesagt
Der Zellzyklus umfasst Interphase und M-Phase. In G1 wächst die Zelle, in S kopiert sie ihre DNA und in G2 bereitet sie die Teilung vor. Bei der Erneuerung von Gewebe verteilt die Mitose das Erbgut auf zwei Kerne und die Cytokinese trennt das Zellplasma; Kontrollpunkte können den Ablauf anhalten.
Der Zellzyklus beschreibt den Weg einer teilungsfähigen Zelle von einer Zellteilung bis zur nächsten. In der Interphase wächst sie und verdoppelt ihre DNA. Danach verteilt die Mitose das Erbgut auf zwei Zellkerne, und die Cytokinese trennt die gesamte Zelle.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Der Zellzyklus führt eine teilungsfähige Zelle von einer Teilung zur nächsten. Er kann Wachstum und die Erneuerung von Gewebe ermöglichen. Zuerst wächst die Zelle in der Interphase und kopiert ihre DNA. In der M-Phase verteilt die Mitose die Chromosomen auf zwei Zellkerne. Die Cytokinese teilt das Zellplasma und trennt die Tochterzellen. Bei ungestörtem Ablauf tragen beide weitgehend die gleiche Erbinformation. Bei Tierzellen geschieht die Zelltrennung durch Einschnürung, bei Pflanzenzellen durch Bildung einer Zellplatte und neuer Trennwand.
Wie lange ein Zyklus dauert, hängt von Zellart, Entwicklungszustand und äußeren Bedingungen ab. Manche Zellen verlassen den aktiven Zyklus vorübergehend oder dauerhaft. Die Phasen sind daher eine Reihenfolge, keine feste Uhrzeit.
Definition
Zellzyklus
Der Zellzyklus ist die geordnete Abfolge von Interphase und M-Phase. Die M-Phase umfasst die Mitose als Kernteilung und die Cytokinese als Teilung der gesamten Zelle.
Merke: Erst wird die DNA kopiert, dann wird sie verteilt und zuletzt wird die Zelle vollständig getrennt.
Beispiel: Von einer Teilung zur nächsten
- 1Eine teilungsfähige Zelle ist gerade aus einer Teilung hervorgegangen.
- 2In der Interphase wächst sie und kopiert später ihre DNA.
- 3Die Mitose verteilt die Kopien auf zwei neue Zellkerne.
- 4Die Cytokinese grenzt die Tochterzellen voneinander ab.
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Die Interphase umfasst G1, S und G2. In G1 wächst die Zelle und bildet unter anderem RNA, Proteine und Zellbestandteile. Ihre Chromosomen liegen locker als Chromatin vor und besitzen je ein Chromatid. Eine Zelle kann aus G1 in G0 wechseln und eine spezialisierte Aufgabe erfüllen, ohne sich zu teilen. Manche kehren nach passenden Signalen zurück; andere bleiben dauerhaft in G0.
In der S-Phase wird die DNA repliziert. Danach besteht jedes Chromosom aus zwei am Zentromer verbundenen, weitgehend identischen Schwesterchromatiden. Die DNA-Menge hat sich verdoppelt, die Chromosomenzahl nicht: Zwei verbundene Chromatiden zählen noch als ein Chromosom. In G2 wächst die Zelle weiter, bildet Bestandteile für die Mitose und prüft, ob die DNA vollständig kopiert wurde oder Schäden zu reparieren sind.
Definition
Chromatid
Ein Chromatid ist eine DNA-Protein-Einheit eines Chromosoms. Nach der S-Phase besitzt ein Chromosom zwei verbundene Schwesterchromatiden.
| Phase | Aufgabe |
|---|---|
| G1 | Wachsen und Zellbestandteile aufbauen |
| S | DNA verdoppeln |
| G2 | Mitose vorbereiten und DNA prüfen |
| G0 | Aktiven Zyklus verlassen; spezialisierte Aufgabe erfüllen |
Merke: Nach der S-Phase ist die DNA-Menge verdoppelt, die Chromosomenzahl aber noch gleich.
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Während der Mitose verdichten sich die Chromosomen in der Prophase. In der Metaphase stehen sie in der Zellmitte, in der Anaphase trennen sich die Schwesterchromatiden und in der Telophase bilden sich neue Kerne. Der Spindelapparat besteht aus Mikrotubuli; sie binden an die Chromosomen und bewegen getrennte Schwesterchromatiden zu entgegengesetzten Polen. Die Cytokinese trennt dann das Zellplasma. Dieser Ablauf wird kontrolliert.
Vor der S-Phase wird geprüft, ob Größe, Nährstoffe und Wachstumssignale für eine Teilung passen. Vor der Mitose wird geprüft, ob die DNA vollständig kopiert und möglichst unbeschädigt ist. Vor der Anaphase wird geprüft, ob die Chromosomen korrekt am Spindelapparat hängen. Ein Kontrollpunkt ist eine Sicherungsstelle an einem Übergang, keine zusätzliche Phase. Bei Problemen kann die Zelle anhalten und Schäden reparieren. Ist ein Schaden nicht reparierbar, kann programmierter Zelltod folgen.
Cycline sind Proteine, deren Menge im Zyklus schwankt. Mit cyclinabhängigen Kinasen, kurz CDKs, steuern sie Übergänge zwischen den Phasen.
Definition
Kontrollpunkt
Ein Kontrollpunkt prüft Voraussetzungen für den nächsten Abschnitt. Bei einem Problem kann er den Zellzyklus anhalten.
| Zeitpunkt | Prüfung |
|---|---|
| Vor S | Größe, Nährstoffe und Wachstumssignale |
| Vor Mitose | Vollständigkeit und Zustand der kopierten DNA |
| Vor Anaphase | Verbindung der Chromosomen mit dem Spindelapparat |
Beispiel: Ein Stopp vor der Mitose
- 1Eine Zelle hat die S-Phase beendet.
- 2Am Kontrollpunkt vor der Mitose fällt eine unvollständig kopierte DNA-Stelle auf.
- 3Der Zyklus wird angehalten; die Zelle kann versuchen, die Replikation zu vervollständigen oder Schäden zu reparieren.
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Gene enthalten Bauanleitungen für Proteine, die den Zellzyklus antreiben oder bremsen. Veränderungen in solchen Genen können eine Kontrolle schwächen. Eine geschädigte Zelle kann dann trotz fehlender Stoppsignale weiter in den nächsten Abschnitt gelangen und die Veränderung an Tochterzellen weitergeben.
Wenn mehrere Sicherungen ausfallen und betroffene Zellen wiederholt weiterteilen, kann eine wachsende Gruppe verwandter Zellen entstehen. Unkontrollierte Zellvermehrung kann zur Bildung eines Tumors beitragen. Ein einzelner Kontrollfehler bedeutet nicht, dass zwangsläufig Krebs entsteht.
Merke: Ein einzelner Kontrollfehler führt nicht zwangsläufig zu Krebs. Das Risiko steigt, wenn Schäden weitergegeben werden und mehrere Sicherungen ausfallen.
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Alles auf einen Blick
Zellzyklus
Interphase
G1: wachsen und Zellbestandteile bilden; S: DNA replizieren; G2: prüfen und Mitose vorbereiten; G0: aktiven Zyklus verlassen
M-Phase
Mitose: Erbgut auf zwei Kerne verteilen; Cytokinese: gesamte Zelle trennen
Sicherung
Kontrollpunkte prüfen Voraussetzungen; Cycline und CDKs steuern Übergänge; Stopp und Reparatur begrenzen Schäden
Kontrollverlust
Schäden können weitergegeben werden; unkontrollierte Teilung kann Tumoren begünstigen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Einen Zellzyklus mit DNA-Schaden einordnen
- 1Eine teilungsfähige Zelle startet in G1 mit Ein-Chromatid-Chromosomen.
- 2In der S-Phase wird ihre DNA kopiert. Die Chromosomen besitzen nun je zwei verbundene Chromatiden.
- 3Vor der Mitose wird ein Schaden an der kopierten DNA erkannt. Der Kontrollpunkt hält den Zyklus an.
- 4Erst wenn die Voraussetzungen wieder erfüllt sind, kann die Zelle in die Mitose eintreten; andernfalls bleibt die Teilung gestoppt.
Fehler finden
Den Übergang zur Anaphase prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Richtig: Der Kontrollpunkt vor der Anaphase hält die Trennung an, wenn ein Chromosom nicht korrekt mit der Spindel verbunden ist. Die anderen Verbindungen reichen nicht aus.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In der wächst die Zelle nach der Teilung. Die DNA wird in der repliziert. Danach besteht ein Chromosom aus . In der G2-Phase wird die Mitose weiter vorbereitet.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback