Biologie · Klasse 8–9 · aktualisiert
Das Ohr: Aufbau, Hören und Gleichgewicht
Erkunde Außen-, Mittel- und Innenohr: So werden Schall, Kopfbewegungen und Druckunterschiede wahrgenommen oder ausgeglichen.
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Kurz gesagt
Das Ohr leitet Schall von der Ohrmuschel über Trommelfell und Gehörknöchelchen zur Hörschnecke. Dort bilden Haarzellen Signale, die das Gehirn als Geräusche deutet. Teile des Innenohrs melden außerdem Drehung und Lage des Kopfes.
Ein Klingeln erreicht beide Ohren. Im Ohr wird die Schwingung weitergegeben und in Signale übersetzt, die das Gehirn verarbeitet. Andere Teile des Innenohrs melden Bewegungen und Kopfhaltung. Du lernst auch, wie Druckausgleich und Gehörschutz funktionieren.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Schall breitet sich etwa als Schwingung der Luft aus. Im luftleeren Raum kann sich Luftschall nicht ausbreiten, weil dort die tragenden Teilchen fehlen. Das Außenohr besteht aus Ohrmuschel und äußerem Gehörgang. Die Ohrmuschel sammelt Schall, der Gehörgang führt ihn zum Trommelfell. Dieses liegt an der Grenze zum luftgefüllten Mittelohr; Darstellungen ordnen es daher teils unterschiedlich zu. Entscheidend ist seine Schwingung durch Schall.
Im Mittelohr übertragen Hammer, Amboss und Steigbügel die Schwingung und verstärken sie. Der Steigbügel gibt die Bewegung am ovalen Fenster an die Flüssigkeit der Hörschnecke im Innenohr weiter. Deren Bewegung lenkt Haarzellen aus. Diese Sinneszellen wandeln den mechanischen Reiz in elektrische Signale um. Der Hörnerv führt sie zum Gehirn, wo der bewusste Höreindruck entsteht. Zum Innenohr gehört auch das Gleichgewichtsorgan.
Definition
Haarzelle
Haarzellen sind Sinneszellen des Innenohrs. Bei Auslenkung ihrer feinen Fortsätze entstehen Signale für das Nervensystem.
Beispiel: Ein Telefon klingelt
- 1Ein Telefon klingelt auf einem Tisch.
- 2Schall gelangt über Gehörgang, Trommelfell und Gehörknöchelchen zur Hörschnecke.
- 3Dort bewegen sich Flüssigkeit und Haarzellen; sie erzeugen Signale.
- 4Das Gehirn verarbeitet die Signale zum erkannten Klingeln.
Merke: Der Hörweg führt von Luftschwingungen über mechanische und Flüssigkeitsbewegungen zu elektrischen Signalen. Der Höreindruck entsteht im Gehirn.
Teste dich
Seitlich eintreffender Schall erreicht das nähere Ohr meist etwas früher. Das Gehirn kann diesen Laufzeitunterschied vergleichen. Auch die Form der Ohrmuscheln verändert den Schall und hilft besonders bei der Unterscheidung von vorn und hinten sowie oben und unten.
Bei einer Druckänderung, etwa im Flugzeug, kann sich der Luftdruck diesseits und jenseits des Trommelfells unterscheiden. Die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) verbindet Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum. Wenn sie sich öffnet, kann Luft den Druck angleichen; Schlucken, Gähnen oder Kauen kann das unterstützen. Bei Schnupfen kann die Verbindung blockiert sein. Das runde Fenster erfüllt eine andere Aufgabe: Es gibt nach, damit sich die Flüssigkeit in der Hörschnecke bewegen kann.
Im Innenohr liegen drei Bogengänge in verschiedenen Raumrichtungen. Bei Kopfdrehung bewegt sich ihre Flüssigkeit und lenkt Haarzellen aus; Signale gelangen über den Gleichgewichtsnerv zum Gehirn. Verändert sich die Kopfhaltung, verschiebt die Schwerkraft kleine Ohrsteine in den Lageorganen. Dadurch werden Haarzellen gereizt und melden die Lage. Das Gehirn verbindet diese Signale mit Meldungen von Augen und Muskeln und kann Haltung und Blick anpassen.
Beispiel: Nach einer Drehung
- 1Du drehst dich und hältst plötzlich an.
- 2Die Augen melden bereits Stillstand.
- 3Die Flüssigkeit der Bogengänge bewegt sich wegen ihrer Trägheit noch weiter.
- 4Die verschiedenen Meldungen können kurz Schwindel auslösen.
Teste dich
Sehr lauter Schall und lange oder wiederholte Schallbelastung können Haarzellen im Innenohr schädigen. Bereits ab etwa 85 dBA kann lange oder wiederholte Belastung das Hörvermögen beeinträchtigen; je höher der Pegel, desto kürzer kann die schädliche Einwirkzeit sein. Ob Musik angenehm klingt, ändert dieses Risiko nicht. Lautstärke begrenzen, Abstand halten, Hörpausen und geeigneter Gehörschutz bei starkem Lärm verringern die Belastung.
Ohrenschmalz schützt die Haut im Gehörgang, hält Fremdkörper zurück und unterstützt seine Selbstreinigung. Es muss nicht vollständig entfernt werden. Wattestäbchen können Ohrenschmalz tiefer hineinschieben oder das Trommelfell verletzen. Sichtbares Ohrenschmalz außen an der Ohrmuschel lässt sich vorsichtig mit einem sauberen, feuchten Tuch entfernen.
Merke: Für das Gehör zählen Schallpegel und Einwirkdauer. Ohrenschmalz gehört zum Schutz des Gehörgangs.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Ohr
Außenohr
Ohrmuschel sammelt Schall, Gehörgang leitet ihn weiter
Mittelohr
Trommelfell und Gehörknöchelchen übertragen Schwingungen
Innenohr
Haarzellen der Hörschnecke bilden Signale für den Hörnerv
Gleichgewicht
Bogengänge melden Drehung, Ohrsteine helfen beim Lagesinn
Druck und Schutz
Ohrtrompete gleicht Luftdruck aus; Pegel und Dauer bestimmen die Belastung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Druckausgleich beim Fliegen
- 1Beim Sinkflug spürst du Druck am Ohr. Was kann Schlucken bewirken?
- 2Der Umgebungsdruck hat sich geändert; im Mittelohr kann ein anderer Luftdruck herrschen.
- 3Beim Schlucken kann sich die Ohrtrompete öffnen.
- 4Luftaustausch kann den Druck am Trommelfell angleichen; bei Schnupfen kann das schlechter gelingen.
Fehler finden
Aus welcher Richtung kommt das Geräusch? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Zahl der Gehörknöchelchen ist kein Richtungshinweis. Richtig: Das Gehirn kann den Laufzeitunterschied zwischen beiden Ohren auswerten.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Ohrmuschel Schall. Das Trommelfell beginnt zu . Der Steigbügel überträgt Bewegung am zur Hörschnecke. Haarzellen bilden daraus Signale.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback