Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Zustellanweisung
Zustellanweisungen dienen im postalischen Schriftverkehr dazu, den Postempfänger (Adressaten) zu präzisieren. ℅ oder c/o, Abkürzung für englisch care of ( …
Inhalt5 Abschnitte
Zustellanweisungen und c/o
Zustellanweisungen präzisieren im postalischen Schriftverkehr, wer der Postempfänger (Adressat) ist oder wo beziehungsweise über wen eine Person erreicht werden kann. ℅ beziehungsweise c/o steht für das englische care of und wird unter dem Namen des eigentlichen Empfängers auf der Anschriftseite verwendet. Die Zustellung erfolgt an eine Person, die keinen eigenen Briefkasten hat, etwa einen Untermieter oder einen Bewohner eines Krankenhauses, Pflegeheims oder Hotels.
c/o richtet die Sendung weiterhin an die zuerst genannte Person. Die nach c/o genannte Person oder Organisation bezeichnet den Ort beziehungsweise die Stelle, an der der Empfänger erreichbar ist. Das deutsche Pendant ist p. Adr. („per Adresse“); z. Hd. („zu Händen“) wird dagegen in umgekehrter Richtung verwendet.
Typische c/o-Anschriften
Im geschäftlichen Verkehr kann eine Anschrift beispielsweise so aussehen:
Erika Mustermann c/o Großhandel GmbH Bahnhofstraße 1a 12345 Beispielhausen
Der Brief ist an Erika Mustermann gerichtet und bei der Großhandel GmbH erreichbar; am Briefkasten steht „Großhandel GmbH“. Er soll nur von Frau Mustermann geöffnet und gelesen werden. Eine Urlaubsvertretung soll ihn grundsätzlich beiseitelegen, sofern Frau Mustermann keine andere Anweisung gegeben hat.
Bei Unter- oder anderen Mietern wird c/o verwendet, wenn die genannte Person an der Adresse einer anderen Person wohnt:
Uwe Untermieter c/o Veronica Hauptmieterin Beispielgasse 98 12345 Beispielhausen
Der Brief ist an Uwe Untermieter gerichtet, der bei Veronica Hauptmieterin zur Untermiete oder Miete wohnt; am Briefkasten steht „Veronica Hauptmieterin“.
Auch Agenturen können als Zustellort dienen, etwa bei Künstlern:
Sammy Superstar c/o Internationale Agentur für Stars & Sternchen Medienpark 1 23456 Musikantenstadt
Ob die Agentur die Post weiterleitet oder sie im Auftrag des Künstlers öffnet und beantwortet, bleibt bei dieser Form offen.
Schreibweise und Computersysteme
Das einzelne ℅-Zeichen kann je nach Schriftart und -größe schlechter lesbar sein und leicht mit dem Prozentzeichen % (U+0025) verwechselt werden. Eine größere Schrift hilft in der Regel. Gebräuchlicher ist die Umschreibung c/o, auch weil ℅ auf keinem marktüblichen Tastaturlayout als einzelnes Zeichen vorhanden ist und meist nur mit Makros oder Tastenkombinationen eingegeben werden kann.
℅ ist ein eigenes Unicode-Zeichen: U+2105, Unicode-Bezeichnung „care of“, Bezeichnung „Care-of-Zeichen“. Im ASCII-Zeichensatz ist es nicht enthalten; dort kann es durch c/o ersetzt werden. Die HTML-Schreibweisen sind ℅ und ℅.
p. Adr. – per Adresse
p. Adr. beziehungsweise p. A. („per Adresse“) wird verwendet, wenn die Post an eine Organisation gerichtet ist, aber über die Anschrift einer bestimmten Person zugestellt werden soll. Beispiel:
Verein zum Schutz der ohrlosen Ohreulen e. V. p. Adr. Erika Mustermann Beispielstraße 12 98765 Irgendwo
Adressat ist hier der Verein, nicht Erika Mustermann. Der Verein kann einen anderen Sitz und eine dem Absender unbekannte reguläre Postanschrift haben. Die Adresse von Erika Mustermann wird genutzt, weil bekannt ist, dass sie regelmäßig an den Vereinssitzungen teilnimmt.
z. Hd., persönlich und Vertretung
z. Hd. beziehungsweise z. H. bedeutet „zu Händen“; im österreichischen und schweizerischen Sprachgebrauch kommt auch „zu Handen“ vor. Die Angabe wird im Gegensatz zu c/o verwendet, wenn ein Geschäftsbrief an eine Organisation gerichtet ist, intern aber möglichst an eine bestimmte Person weitergeleitet werden soll:
Großhandel GmbH z. Hd. Herrn Erik Mustermann Bahnhofstraße 1a 12345 Geschäftshausen
Sofern intern nichts anderes geregelt ist, darf der Brief im Betrieb auch von anderen Personen, etwa der Urlaubsvertretung, geöffnet werden. Nach der neuen Form nach DIN 5008 steht der Name ohne z. Hd. unter dem Namen der Organisation. Soll ein Behördenbrief ausschließlich vom Empfänger geöffnet werden, steht der Name des Mitarbeiters zuoberst.
Der Zusatz „persönlich“ soll sicherstellen, dass nur die bezeichnete Person den Brief liest, etwa bei sensiblen Daten. Er kann als Vermerk gesetzt werden, zum Beispiel „– persönlich –“. Nach DIN 5008:2005, DIN 676 und dem aktuellen Sprachgebrauch ist „persönlich“ ein Zusatz und wird entsprechend platziert; bei einer Anordnung von oben nach unten soll eindeutig sein, dass der Brief nur für diese Person bestimmt ist.
Bei Briefen an Behörden kann „o. V. i. A.“ („oder Vertreter im Amt“) ergänzt werden. Dann soll bei längerer Abwesenheit des genannten Empfängers die sachlich zuständige Vertretung den Brief bearbeiten, statt dass er im Posteingang der abwesenden Person liegen bleibt.
Adresszusätze können außerdem eine Wohnung oder einen schwer auffindbaren Briefkasten konkretisieren. Beispiele sind „im Hinterhof“, „3. Etage“, „Wohnung im Innenhaus“, „VH“ für Vorderhaus, „HH“ für Hinterhaus und „Souterrain“.