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ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Das ZEW ist laut RePEc-Rangliste eines der führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstitute. Aktuell beschäftigt das ZEW 183 Mitarbeiter, davon 111 …
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Profil und Bedeutung
Das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim ist ein Wirtschaftsforschungsinstitut und Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL). Es untersucht wirtschaftliche Fragen mit besonderem Bezug zu Europa und zählt laut RePEc-Rangliste zu den führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstituten.
Das ZEW steht unter der Leitung des Präsidenten Achim Wambach und der kaufmännischen Geschäftsführerin Claudia von Schuttenbach. Am 31. Dezember 2024 beschäftigte es 183 Mitarbeiter, darunter 111 Wissenschaftler. Die Forschung soll einerseits politikrelevante Erkenntnisse liefern und andererseits eine wissenschaftlich fundierte Politikberatung ermöglichen.
Forschungsschwerpunkte und Arbeitsweise
Der übergreifende Forschungsleitgedanke des ZEW ist die ökonomische Analyse und das Design funktionstüchtiger Märkte und Institutionen in Europa. Ein Markt ist dabei ein Ort oder ein System, in dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen; Institutionen sind wirtschaftlich und politisch geltende Regeln und Einrichtungen.
Das ZEW gliedert sich in sieben Forschungsbereiche:
- Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte
- Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen
- Digitale Ökonomie, früher Forschungsbereich Informations- und Kommunikationstechnologien
- Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik
- Marktdesign
- Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft
- Umwelt- und Klimaökonomik
Hinzu kommen die Forschungsgruppen Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik sowie Ungleichheit und Verteilungspolitik.
Besondere Kompetenzen liegen in der angewandten Mikroökonometrie, also der empirischen Untersuchung wirtschaftlicher Zusammenhänge mit Daten, und in berechenbaren allgemeinen Gleichgewichtsmodellen. Letztere dienen der rechnerischen Analyse, wie sich Veränderungen in einer Volkswirtschaft auf mehrere Märkte gleichzeitig auswirken. Die Ergebnisse werden auf wissenschaftlichen Konferenzen und in Fachzeitschriften veröffentlicht. Außerdem vermittelt das ZEW sie über Studien, Publikationsreihen und Weiterbildungsveranstaltungen an die Öffentlichkeit.
Eine wichtige regelmäßige Veröffentlichung sind die monatlichen ZEW-Konjunkturerwartungen. Sie gelten als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Zusätzlich werden Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone, Japans, Großbritanniens und der USA erfragt.
Geschichte und Organisation
Das ZEW wurde 1990 gegründet; die wissenschaftliche Arbeit begann am 1. April 1991. Gründungsdirektoren waren Heinz König als wissenschaftlicher Direktor und Ernst-O. Schulze als kaufmännischer Direktor. Im Jahr 2005 wurde das Forschungsinstitut Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Wolfgang Franz war von 1997 bis 2013 Präsident des ZEW. Sein Nachfolger wurde Clemens Fuest. Achim Wambach übernahm das Amt des Präsidenten im April 2016.
Finanzierung, Gremien und Gebäude
Die Finanzierung des ZEW stammt überwiegend aus öffentlichen Mitteln. Den größten Teil bilden Mittel des Landes Baden-Württemberg sowie seit 2005 die Bund-Länder-Finanzierung. Diese institutionelle Förderung betrug 2024 insgesamt 63 Prozent. Drittmittel einschließlich sonstiger Erträge machten 34 Prozent aus; die verbleibenden 3 Prozent entfielen auf Rücklagen.
Die Drittmittel verteilten sich wie folgt: 43 Prozent kamen vom Bund und von ausländischen Ministerien, 9 Prozent von den Bundesländern, 26 Prozent von Stiftungen, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und wissenschaftlichen Einrichtungen, 16 Prozent von Unternehmen und Verbänden sowie 6 Prozent von Institutionen der Europäischen Union.
Der Aufsichtsrat wird von Hans Reiter geleitet; stellvertretende Vorsitzende ist Ines Ploss. Weitere Mitglieder sind Elga Bartsch, Heiko Engling, Thomas Fetzer, Natalia Jaekel, Michael Kleiner, Ingrid Ott, Albrecht Schütte und Peter Winker. Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats ist Nadine Riedel, stellvertretender Vorsitzender Axel Ockenfels. Weitere Mitglieder sind Özlem Bedre-Defolie, Jakob de Haan, Ottmar Edenhofer, Bernd Fitzenberger, Dietmar Harhoff, Jörg Rocholl, Monika Schnitzer, Leonie Sundmacher und Massimo Tavoni.
Das Hauptgebäude des ZEW befindet sich im Mannheimer Quadrat L7. Der städtebauliche Entwurf stammt vom Mannheimer Architekturbüro Carlfried Mutschler und Partner Joachim Langner, Christine Mäurer und Ludwig Schwöbel. Die architektonische Gestaltung wurde vom Nachfolgebüro Ludwig Schwöbel und Christine Mäurer erarbeitet. Das Gebäude erhielt die Auszeichnung „guter Bauten“ des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und die Auszeichnung „Vorbildliches Bauen“ der Architektenkammer Baden-Württemberg. Es ist außerdem in der Buchreihe „Mannheim und seine Bauten 1907–2007“, Band 3, sowie im „Architekturführer Mannheim“ veröffentlicht.