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Woyzeck (1962)

Woyzeck ist eine Verfilmung des gleichnamigen Dramenfragments von Georg Büchner. Film. Titel, Woyzeck. Produktionsland, Deutschland. Originalsprache, Deutsch.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Film und literarische Grundlage
  2. 2. Woyzecks Abhängigkeit und Maries Beziehung
  3. 3. Mord und offenes Ende
  4. 4. Inszenierung und Textgestaltung
  5. 5. Herstellung und Veröffentlichung
  6. 6. Zeitgenössische Kritik

Film und literarische Grundlage

Woyzeck ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 1962 und eine Verfilmung des gleichnamigen Dramenfragments von Georg Büchner. Der deutschsprachige Film dauert 117 Minuten. Regie führte Bohumil Herlischka, die Musik stammt von Peter Zwetkoff. Im Mittelpunkt steht der Soldat Franz Woyzeck, gespielt von Peter Lehmbrock. Rosl Schäfer verkörpert Marie, die Mutter seines unehelichen Kindes.

Der Film zeigt, wie Woyzeck durch Armut, gesellschaftliche Abhängigkeit, körperliche Ausbeutung, Eifersucht und seinen zunehmend verwirrten geistigen Zustand unter Druck gerät. Seine Lage führt schließlich dazu, dass er Marie tötet.

Woyzecks Abhängigkeit und Maries Beziehung

Franz Woyzeck nimmt jede Arbeit an, um Marie und ihr gemeinsames uneheliches Kind zu versorgen. Jeden Morgen rasiert er seinen Hauptmann. Dieser wirft Woyzeck einen angeblichen Mangel an Moral vor. Außerdem stellt sich Woyzeck einem Arzt als medizinisches Versuchsobjekt zur Verfügung. Für das Experiment muss er sich ausschließlich von Erbsen ernähren.

Marie beginnt eine Beziehung mit einem Tambourmajor, einem ranghohen Militärmusiker. Dieser ist Woyzeck körperlich und finanziell deutlich überlegen. Woyzeck erfährt von dem Betrug. Gleichzeitig leidet er unter Halluzinationen, also Wahrnehmungen ohne entsprechende äußere Ursache, und hört Stimmen.

Mord und offenes Ende

Woyzeck kauft ein Messer und geht gemeinsam mit Marie zu einem See. Dort ersticht er sie. Anschließend besucht er das Wirtshaus, in dem er Marie zuvor mit dem Tambourmajor gesehen hatte. Wegen des Blutes an seiner Kleidung gerät er in Verdacht.

Daraufhin kehrt Woyzeck zum See zurück, weil er das dort zurückgelassene Messer ins Wasser werfen will. An dieser Stelle bricht die Handlung ab. Der Film zeigt deshalb nicht, welche Konsequenzen Woyzecks Tat für ihn hat.

Inszenierung und Textgestaltung

Der Originaltext Georg Büchners wird in der Verfilmung nicht umgeschrieben, jedoch an einigen Stellen gekürzt. Insbesondere wurden die Schlussszenen gestrichen, in denen das Auffinden von Maries Leiche angedeutet wird. Dadurch endet der Film früher und lässt die Folgen des Mordes offen.

Die Schauspieler spielen nicht naturalistisch, also nicht möglichst wirklichkeitsnah und zurückhaltend. Ihr Darstellungsstil ist vielmehr stark expressiv: Gefühle und Eigenschaften werden besonders deutlich und gesteigert ausgedrückt. Bei Nebenfiguren wie dem Hauptmann und dem Doktor reicht diese Überzeichnung bis ins Groteske.

Herstellung und Veröffentlichung

Produziert wurde der Film vom Südwestfunk. Seine erste Ausstrahlung erfolgte am 3. Mai 1962. Im Jahr 2013 veröffentlichte KNM Home Entertainment den Film auf DVD.

Zeitgenössische Kritik

Die zeitgenössische Aufnahme des Films war überwiegend ablehnend. Eine am 11. Mai 1962 in der Zeitung Die Zeit veröffentlichte Rezension berichtete, dass auch viele andere Zeitungen den Film negativ beurteilt hatten, und schloss sich dieser Einschätzung an.

Kritisiert wurden die Vermischung verschiedener Textfassungen und die ungewöhnliche Reihenfolge der Szenen. Vor allem bemängelte die Rezension, dass die zentrale Aussage des Stücks verloren gegangen sei. Der soziale Aspekt und die Armut würden nicht ausreichend deutlich; auch Woyzecks geistiger Zustand trage nach Ansicht des Kritikers kaum zum Verständnis der Inszenierung bei. Obwohl der Regie selbst in misslungenen Szenen „intellektuelle Energie“ zugestanden wurde, bleibe unklar, worauf sie hinauswolle. Die Kritik deutete den Film zudem als ein misslungenes deutsches Experiment nach dem Vorbild der Neuen Welle.

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