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William Shakespeares Romeo + Julia

William Shakespeares Romeo + Julia ist ein Filmdrama von Baz Luhrmann aus dem Jahr 1996, basierend auf dem Theaterstück Romeo und Julia von William Shakespeare …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und zentrale Gestaltung
  2. 2. Handlung
  3. 3. Hintergrund und Synchronfassung
  4. 4. Waffen, Fahrzeuge und visuelle Besonderheiten
  5. 5. Soundtrack
  6. 6. Kritik und Auszeichnungen

Einordnung und zentrale Gestaltung

William Shakespeares Romeo + Julia (Originaltitel: William Shakespeare’s Romeo + Juliet) ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Baz Luhrmann aus dem Jahr 1996. Der Film basiert auf William Shakespeares Theaterstück Romeo und Julia von 1596. Die Hauptrollen spielen Leonardo DiCaprio als Romeo Montague und Claire Danes als Julia Capulet. Die deutsche Kinopremiere war am 13. März 1997. Der Film ist 113 Minuten lang und in Deutschland ab FSK 12 freigegeben.

Die Produktion verbindet den Originaltext Shakespeares mit Elementen des aktuellen Actionkinos, der Popmusikkultur und religiösem Kitsch. Trotz der modernen Fahrzeuge, Waffen und Medienästhetik werden die Dialoge wie im Drama in Versen gesprochen. Dadurch wird die klassische Liebestragödie in einen zeitgenössischen filmischen Kontext gestellt.

Handlung

Die Familien Montague und Capulet sind miteinander verfeindet. Ihre jungen Männer geraten regelmäßig in Schlägereien. Nach einer Schießerei, bei der eine Tankstelle in Flammen aufgeht, fordert die Polizei die Familien ultimativ auf, künftig Frieden zu halten.

Romeo Montague nimmt unerkannt an einer Kostümparty im Haus der Capulets teil. Dort begegnet er Julia Capulet. Beide verlieben sich sofort, obwohl sie zunächst nicht einmal ihre Namen kennen. Nach einem Gespräch bei einem heimlichen Bad im Pool beschließen sie, am nächsten Tag zu heiraten. Die Ehe soll zugleich den Streit zwischen ihren Familien beenden. Unterstützung erhalten sie von Julias Amme und Pater Laurence, der das Paar traut.

Kurz danach gerät Romeos Freund Mercutio mit Julias Vetter Tybalt in Streit und wird von ihm getötet. Romeo versucht zunächst, die Auseinandersetzung zu entschärfen, erschießt Tybalt anschließend jedoch aus Wut. Wegen des Mordes wird Romeo von der Polizei gesucht. Er flieht zu Pater Laurence, der ihm rät, die Nacht mit Julia zu verbringen und am frühen Morgen nach Mantua zu fliehen. Dort soll Romeo bleiben, bis er weitere Nachricht erhält.

Währenddessen arrangieren Julias Eltern, die nichts von Romeo wissen, ihre Hochzeit mit Graf Paris. Als Julia sich widersetzt, werfen sie ihr Undankbarkeit vor. Pater Laurence gibt Julia eine Droge, die einen 24-stündigen todesähnlichen Schlaf hervorruft. So soll sie der erzwungenen Ehe entkommen. Pater Laurence schickt Romeo einen Expressbrief nach Mantua, um ihn über den Plan zu informieren. Der Brief kann jedoch in zwei Zustellversuchen nicht überbracht werden.

Romeo erfährt stattdessen durch seinen Diener Balthasar von Julias vermeintlichem Tod. Auch Balthasar kennt den Plan nicht. Romeo fährt deshalb trotz der polizeilichen Suche nach Verona zurück, besorgt sich tödliches Gift und geht in die Gruft der Capulets. Er trauert um die scheinbar tote Julia und trinkt das Gift genau in dem Augenblick, in dem Julia erwacht. Julia muss miterleben, wie Romeo stirbt, und erschießt sich anschließend mit Romeos Pistole.

Hintergrund und Synchronfassung

Der Film ist der zweite Teil von Baz Luhrmanns Red Curtain Trilogy, zu der außerdem Strictly Ballroom und Moulin Rouge gehören. Für die Hauptrollen sprachen unter anderem Ewan McGregor, Christian Bale, Natalie Portman, Kate Winslet und Reese Witherspoon vor. Gedreht wurde von Januar bis April 1996 in Mexiko. Die Ermordung Mercutios wurde während eines Hurrikans gefilmt.

Die deutsche Synchronfassung entstand bei K2 Productions Ltd. in Berlin. Joachim Kunzendorf verfasste das deutsche Dialogbuch und führte Dialogregie. Wichtige Stimmen sind Gerrit Schmidt-Foß als Romeo, Nana Spier als Julia, Michael Bauer als Tybalt, Claudio Maniscalco als Mercutio, Roland Hemmo als Pater Laurence und Roswitha Hirsch als Amme.

Waffen, Fahrzeuge und visuelle Besonderheiten

Bekannt wurde der Film auch wegen seiner speziell abgeänderten Fahrzeuge und Waffen. Die modifizierten Automatikpistolen basieren auf der Beretta 92FS beziehungsweise deren Lizenzversionen Taurus PT92 oder PT96 sowie auf der Colt Combat Commander, einer Variante der Colt 1911. Die Waffen tragen an das Shakespeare-Original angepasste Namen wie Dagger, Sword oder Rapier, jeweils ergänzt durch die entsprechende Kaliberangabe. Trotz dieser modernen Ausstattung werden die Dialoge in Versen gesprochen.

Soundtrack

Der Soundtrack erschien als William Shakespeare’s Romeo + Juliet: Music from the Motion Picture Volume 1 bei Capitol im Jahr 1996. Er enthält unter anderem „#1 Crush“ von Garbage, „Lovefool“ von The Cardigans, „Kissing You (Love Theme from Romeo + Juliet)“ von Des’ree, „Talk Show Host“ von Radiohead und „Everybody’s Free (To Feel Good)“ von Quindon Tarver und Libera. Der Abspannsong „Exit Music (For A Film)“ von Radiohead erschien auf dem Album OK Computer.

Volume 2 wurde 1997 ebenfalls bei Capitol veröffentlicht. Komponisten und Produzenten waren Nellee Hooper, Craig Armstrong und Marius de Vries. Diese Ausgabe enthält unter anderem „Prologue“, „O Verona“, „Gas Station Scene“, „Balcony Scene“, „Mercutio’s Death“, „Death Scene“, „Liebestod“ aus Tristan und Isolde und „Epilogue“. 2006 erschien eine 10th Anniversary-Edition mit zusätzlichen Titeln aus Volume 2, darunter „Introduction to Romeo“, eine instrumentale Fassung von „Kissing You“ und die „Ballroom Version“ von „Young Hearts Run Free“.

Kritik und Auszeichnungen

Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als fulminante, durch ihre Fülle an Einfällen anspruchsvolle Version der Shakespeareschen Liebestragödie. Hervorgehoben wurden die Verbindung von Actionkino, Popmusikkultur, religiösem Kitsch und dem 400 Jahre alten Originaltext sowie der Versuch, Shakespeare mit Gewalt und moderner Medienkultur zu verknüpfen. Trotz einiger Schwächen wurde der Film insgesamt als spannender Versuch bewertet.

Der Film gewann vier BAFTA Awards in den Kategorien Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Musik und Beste Ausstattung. Für das beste Szenenbild erhielt er eine Oscar-Nominierung. Bei der Berlinale 1997 gewann Baz Luhrmann den Alfred-Bauer-Preis für innovative Filmkunst; Leonardo DiCaprio erhielt den Silbernen Bären als Bester Darsteller. Bei den MTV Movie Awards wurde der Film in sechs Kategorien nominiert, gewann jedoch nur für Claire Danes als beste weibliche Schauspielerin. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh dem Film das Prädikat wertvoll.

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