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William Crooke

William Crooke (* 6. August 1848; † 25. Oktober 1923) war ein britischer Ethnologe, Historiker, Folklorist, Indologe und Kolonialbeamter in Indien.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Forschung und Nachschlagewerke
  3. 3. Herausgaben und weitere Arbeiten

Person und Bedeutung

William Crooke (* 6. August 1848; † 25. Oktober 1923) war ein britischer Ethnologe, Historiker, Folklorist, Indologe und Kolonialbeamter in Indien. Ethnologie untersucht menschliche Gruppen und ihre Lebensweisen; Indologie befasst sich mit Sprachen, Kulturen und Religionen des indischen Raums. Crooke arbeitete überwiegend in den nördlichen Provinzen, den nordwestlichen Provinzen und in Oudh.

Seine Untersuchungen zu Stämmen und Kasten, Volksreligion, Folklore und Kastenwesen dieser Regionen gelten als Klassiker der Indologie und werden bis heute ständig neu aufgelegt. Volksreligion meint religiöse Vorstellungen und Praktiken im Alltag, Folklore überlieferte Erzählungen, Bräuche und Vorstellungen. Im Todesjahr 1923 wurde Crooke Fellow der British Academy.

Forschung und Nachschlagewerke

Crookes Arbeiten erfassen besonders das ländliche Leben sowie soziale und religiöse Überlieferungen Nordindiens. Zu seinen frühen Veröffentlichungen gehören Materials for a rural and agricultural glossary of the North-Western Provinces and Oudh (Allahabad 1879) und A rural and agricultural glossary for the N.W. Provinces and Oudh (Calcutta 1888). Die Ausgabe von 1879 erschien 1989 überarbeitet als A glossary of North Indian peasant life.

Wichtige umfassende Werke sind The tribes and castes of the North-western Provinces and Oudh in 4 Bänden (1896), The popular Religion and folk-lore of Northern India in 2 Bänden (1896; Neuausgabe 1926 als Religion folklore of Northern India) sowie The North-Western provinces of India. Their history, ethnology, and administration (1897). Außerdem schrieb Crooke zahlreiche Beiträge für die Encyclopaedia of Religion and Ethics von Rev. James Hastings, die 1908–1921 erschien.

Als Herausgeber betreute er die zweite Auflage von Henry Yules Hobson-Jobson (1903), einem Glossar anglo-indischer umgangssprachlicher Wörter und verwandter Begriffe. Sein eigenes Things Indian (1906) enthält erläuternde Notizen zu verschiedenen mit Indien verbundenen Themen.

Herausgaben und weitere Arbeiten

Crooke gab mehrere Reiseberichte und Schriften über Indien heraus. Dazu zählen John Fryers A new account of East India and Persia in 3 Bänden (1909–1915), Meer Hasan Alis Observations on the Mussulmauns of India (2. Auflage, 1917) und Šarīf Ǧaʿfars Islam in India or the Qānūn-i Islām (revidierte und neu geordnete zweite Auflage, 1921). Letzteres beschreibt Riten und Zeremonien von Muslimen in Indien von der Geburt bis zum Tod.

1923 steuerte Crooke eine Anmerkung zur Folklore der Erzählungen in Aurel Steins Hatim's tales. Kashmiri stories and songs bei. Als Herausgeber verantwortete er außerdem Jean Baptiste Taverniers Travels in India in 2 Bänden; die genannte zweite Auflage erschien 1925. Von 1891/1892 bis 1895/1896 gab er die monatliche Zeitschrift North Indian Notes and Queries in fünf Bänden heraus.

Die Literaturangabe verweist auf Sadhana Naithanis In quest of Indian folktales. Pandit Ram Gharib Chaube and William Crooke (2006), das aus dem Hindi übersetzte Erzählungen behandelt.

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