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White flight

White flight (deutsch „weiße Flucht“) ist die englischsprachige Bezeichnung für das Phänomen, dass Weiße Wohngegenden verlassen, die in der Folge …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Erklärungsmodelle und Forschungsergebnisse

Definition und Bedeutung

„White flight“ (deutsch „weiße Flucht“) bezeichnet das Phänomen, dass Weiße Wohngegenden verlassen, die anschließend überwiegend von Angehörigen anderer Ethnien besiedelt sind. Es handelt sich um eine spezielle Form der residentiellen Segregation, also der räumlichen Trennung verschiedener Bevölkerungsgruppen nach ihrem Wohnort.

Der Begriff wird besonders für die Stadtentwicklung in den USA sowie für Südafrika nach dem Ende der Apartheid verwendet. Das Phänomen wurde aber auch in europäischen Ländern beobachtet.

Erklärungsmodelle und Forschungsergebnisse

Der US-amerikanische Politologe Morton Grodzins stellte in den 1950er-Jahren einen Kipppunkt fest, ab dem Weiße eine Wohngegend verlassen. Darauf aufbauend untersuchte der spätere Nobelpreisträger Thomas Schelling das Phänomen in den 1960er- und 1970er-Jahren mit spieltheoretischen Methoden.

Schellings Modell zeigt: Ethnisch getrennte Wohngebiete können selbst dann entstehen, wenn die einzelnen Einwohner grundsätzlich eine gemischte Besiedelung bevorzugen. Individuelle Entscheidungen können zusammengenommen also zu stärkerer Segregation führen, obwohl dieses Gesamtergebnis nicht unbedingt den persönlichen Wünschen entspricht.

Nach einer Analyse des Politikwissenschaftlers Eric Kaufmann ziehen Weiße mit stärker migrationskritischen oder nationalkonservativen Einstellungen in den USA und Großbritannien eher aus ethnisch vielfältigen Gebieten fort oder wählen bei einem Umzug bewusst weniger vielfältige Gegenden. Die Umzugsziele liberaler beziehungsweise migrationsfreundlicher Weißer unterscheiden sich laut der Studie jedoch nur geringfügig und etwas schwächer davon.

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