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Wasserhaushalt (Hydrologie)

Wasserkreislauf des Süßwassers. Der globale Wasserkreislauf wird dabei nicht nur aus Verdunstung und Niederschlägen gespeist, es spielen auch Versickerung,

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Globaler Wasserkreislauf
  3. 3. Rolle der Wälder
  4. 4. Klimatische Wasserhaushalte
  5. 5. Mischformen
  6. 6. Wasserwirtschaft

Grundidee und Bedeutung

Der Wasserhaushalt beschreibt in den Geowissenschaften die Aufnahme und Abgabe von Wasser in einem geographischen Gebiet. Ein solches Gebiet kann zum Beispiel ein Ozean oder eine Landschaft sein. Bei Landschaften werden unter anderem Oberflächenwasser, Verdunstung, Niederschlag und Ströme des Grundwassers berücksichtigt.

Der Wasserhaushalt ist wichtig, weil er stark beeinflusst, welche Ökosysteme sich in einer Landschaft entwickeln können. Außerdem bestimmt er mit, ob ein Gebiet für landwirtschaftliche Nutzung geeignet ist. Entscheidend ist also nicht nur, wie viel Wasser vorhanden ist, sondern auch, wie Wasser in einem Gebiet gespeichert, abgegeben, verdunstet, versickert oder weitergeleitet wird.

Globaler Wasserkreislauf

Die Erde besitzt etwa 1,4 Mrd. km³ freies, also verfügbares Wasser. Obwohl diese Menge sehr groß ist, gilt Wasser als kostbares Gut: 97 % des Wassers sind Salzwasser und deshalb nur eingeschränkt nutzbar. Nur 3 % sind Süßwasser.

Durch Sonneneinstrahlung verdunstet jährlich etwa eine halbe Million km³ Wasser. Dieses Wasser regnet später wieder ab. Dieser globale Wasserkreislauf speist alle Fließgewässer und ist ein wichtiger Antrieb des Wettergeschehens. Ein Drittel des Niederschlags über Land stammt aus der Verdunstung von Meereswasser. Dadurch steht den Landflächen mehr Wasser zur Verfügung, als direkt über dem Land verdunstet.

Zum globalen Wasserkreislauf gehören nicht nur Verdunstung und Niederschläge. Auch Versickerung, Oberflächenabfluss und Kondensation spielen eine Rolle. Versickerung bedeutet, dass Wasser in den Boden eindringt. Oberflächenabfluss ist Wasser, das an der Oberfläche abfließt, zum Beispiel in Bäche und Flüsse. Kondensation ist die Umwandlung von Wasserdampf in flüssiges Wasser.

Rolle der Wälder

Große zusammenhängende Wälder tragen wesentlich zum Wasserhaushalt der Erde bei. Sie nehmen Wasser aus dem Boden auf, speichern Wasser und geben es durch Verdunstung über die Blätter wieder an die Atmosphäre ab.

Damit wirken Wälder als wichtige Bestandteile des globalen Wasserkreislaufs. Sie beeinflussen, wie Wasser zwischen Boden, Pflanzen und Atmosphäre bewegt wird.

Klimatische Wasserhaushalte

Niederschlagsmengen und Temperaturen sind weltweit sehr unterschiedlich. Dadurch verdunstet regional unterschiedlich viel Wasser. Für Klimaregionen ist aber weniger die absolute Niederschlagsmenge entscheidend, sondern vor allem das Verhältnis von Niederschlag (N) und Verdunstung (V).

Bei einem humiden Wasserhaushalt gilt N>V. Es fällt also mehr Niederschlag, als verdunstet. Solche Gebiete sind durch viele Flüsse, Seen, Sickerwasser und einen sinkenden Bodenwasserstrom geprägt.

Bei einem ariden Wasserhaushalt gilt V>N. Es verdunstet also mehr Wasser, als durch Niederschlag hinzukommt. Dadurch werden Wasserrücklagen aufgebraucht. Typisch sind Salzseen, Endseen und nur periodisch fließende Flüsse. Außerdem kann es zur Salzkrustenbildung am Boden kommen, die mit einem steigenden Bodenwasserstrom zusammenhängt.

Beim nivalen Wasserhaushalt gilt N→R. Das bedeutet: Gefallener Niederschlag wird als Eis, Schnee oder Gletscher dem Wasserhaushalt langfristig entzogen und dient als Rücklage (R). Diese Form ist eine Unterform des humiden Wasserhaushaltes. Sie kommt besonders in Polargebieten und in Gebirgen oberhalb der Schneegrenze vor.

Mischformen

Neben den Grundformen gibt es Mischformen des Wasserhaushaltes. Bei einem semihumiden Wasserhaushalt herrscht in mehr als 6 Monaten im Jahr ein humider Wasserhaushalt. Danach wird er durch einen ariden Wasserhaushalt abgelöst.

Bei einem semiariden Wasserhaushalt ist es umgekehrt: In mehr als 6 Monaten herrscht arider Wasserhaushalt, während in der restlichen Zeit ein humider Wasserhaushalt vorliegt.

Wasserwirtschaft

In der Wasserwirtschaft gilt Wasser als wichtige natürliche Ressource für viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorgänge. Deshalb wird der Umgang mit Wasser durch Gesetze und Verordnungen geregelt.

In Deutschland gehören dazu unter anderem das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes (WHG) und die Landeswassergesetze der Bundesländer. Diese rechtlichen Regelungen zeigen, dass der Wasserhaushalt nicht nur ein naturwissenschaftliches Thema ist, sondern auch für Planung, Nutzung und Schutz von Wasser eine wichtige Rolle spielt.

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