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Was ihr wollt

Was ihr wollt (frühneuenglisch Twelfe Night, Or what you will) ist eine Komödie von William Shakespeare. Das Werk handelt von der unglücklichen Liebe des …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Werk und Einordnung
  2. 2. Handlung
  3. 3. Vorlage, Entstehung und Text
  4. 4. Deutschsprachige Bearbeitungen
  5. 5. Adaptionen

Werk und Einordnung

„Was ihr wollt“ (frühneuenglisch „Twelfe Night, Or what you will“) ist eine Komödie von William Shakespeare. Im Mittelpunkt stehen die unerwiderte Liebe des Herzogs Orsino zur Gräfin Olivia sowie die Folgen eines Schiffbruchs, der die Zwillinge Viola und Sebastian trennt. Das Stück verbindet Verkleidung, Verwechslung, Liebesbeziehungen und einen Streich gegen den Verwalter Malvolio.

Es zählt zu Shakespeares späten oder romantischen Komödien, gilt als Höhepunkt seines Komödienschaffens und gehört zu seinen meistgespielten Werken.

Handlung

Viola überlebt ein Schiffsunglück an der Küste Illyriens. Ihren Zwillingsbruder Sebastian hält sie zunächst für tot. Als Mann verkleidet, nennt sie sich Cesario und tritt in den Dienst des Herzogs Orsino. Dieser liebt Olivia, doch Olivia trauert um ihren verstorbenen Bruder: Sie will sieben Jahre lang ihr Gesicht verschleiern und Männer meiden.

Orsino schickt Cesario als Boten zu Olivia. Olivia verliebt sich jedoch in Cesario, ohne zu wissen, dass dieser Viola ist. Viola wiederum empfindet Zuneigung zu Orsino. So entsteht ein Liebesdreieck, das durch Violas Verkleidung nicht aufgelöst werden kann.

Nebenhandlung: Der Ritter Andrew Aguecheek möchte Olivia heiraten. Ihr Onkel Sir Toby Belch unterstützt ihn, weil er an Andrews Geld gelangen will und damit seine Saufgelage finanzieren möchte. Zusammen mit der Zofe Maria und dem Narren Feste spielt Sir Toby dem strengen Verwalter Malvolio einen Streich. Maria fälscht in Olivias Handschrift einen Liebesbrief. Malvolio glaubt, Olivia liebe ihn, trägt gelbe Strümpfe mit überkreuzten Strumpfbändern, lächelt ständig und verhält sich auffällig. Sir Toby und Maria erklären ihn daraufhin für verrückt und sperren ihn in einen dunklen Raum. Feste quält ihn zusätzlich, indem er sich als Geistlicher ausgibt und behauptet, der Raum sei hell und voller Fenster.

Als Sebastian unerwartet auftaucht, wird er mit Cesario verwechselt. Olivia hält ihn für Orsinos Boten und verliebt sich in ihn. Schließlich erkennen Viola und Sebastian einander als Zwillinge. Sebastian bleibt bei Olivia, Orsino verspricht Viola die Heirat, Sir Toby heiratet Maria, Sir Andrew zieht erfolglos davon und Malvolio wird freigelassen.

Vorlage, Entstehung und Text

Als unmittelbare Vorlage für die Haupthandlung gilt allgemein Barnabe Riches Prosaromanze „Of Apolonius and Silla“ aus der Sammlung „Riche his Farewell to Militarye Profession“ von 1581. Shakespeare verfasste das Stück etwa um 1601.

Der früheste erhaltene Aufführungsbeleg stammt vom 2. Februar 1602. Der Londoner Jurastudent John Menningham notierte, dass er im Middle Temple „Twelwe Night, or what you will“ gesehen habe. Er verglich es mit „The Comedy of Errors“ und mit Plautus’ „Menechmi“.

Der einzige erhaltene autoritative Text ist die Fassung in der First Folio von 1623. Ihre Qualität wird als gut beurteilt; vermutlich dienten ein Regiebuch oder eine sorgfältige Abschrift davon als Druckvorlage.

Deutschsprachige Bearbeitungen

Die früheste deutschsprachige Adaption, allerdings keine Übersetzung, ist „Tugend- und Liebesstreit“ von 1677. Wilhelm Creizenach betonte deren deutliche inhaltliche Nähe zu Shakespeare. Die Namen der Figuren verwiesen jedoch eher auf die Novelle von Apolonius und Silla, aus der auch Shakespeare schöpfte.

Inhaltliche Verwandtschaft besteht außerdem zu „Von einem König von Zypern und einem Herzog von Venedig“, das 1626 aufgeführt wurde. Creizenach erwähnte auch eine Aufführung eines möglicherweise ähnlichen Werkes zur Faschingszeit 1608 in Graz. Ob dies eine frühe Adaption von Shakespeares Stück war, bleibt offen.

Zu den genannten deutschen Ausgaben gehören eine zweisprachige Ausgabe von Frank Günther (dtv, 2007), eine Ausgabe mit der Übersetzung August Wilhelm Schlegels, herausgegeben von Dietrich Klose (Reclam, 1970), sowie die englisch-deutsche Studienausgabe von Therese Steffen (1992).

Adaptionen

Der Stoff wurde mehrfach vertont. Arthur Kusterers Oper wurde 1932 in der Semperoper Dresden uraufgeführt. Manfred Trojahns Oper „Was ihr wollt“ hatte 1998 an der Bayerischen Staatsoper Premiere. 2007 kam in Hannover das Musical „Kleider machen Liebe oder: Was ihr wollt“ von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig heraus; 2018 folgte Shaina Taubs Musical „Twelfth Night – Was Ihr Wollt“.

Bei den Verfilmungen verlegte Trevor Nunns Film „Was ihr wollt (Twelfth Night)“ von 1996 die Handlung ins 19. Jahrhundert; Hauptdrehort war Lanhydrock House in Cornwall. Tim Supple setzte den Stoff 2003 als Fernsehfilm in die Gegenwart um und besetzte die Rollen multiethnisch. Weitere Fernseh- und Filmfassungen entstanden unter anderem 1958 beim SFB unter Ludwig Berger, 1963 als Fernsehfilm von Lothar Bellag, 1965 als DEFA-Spielfilm „… nichts als Sünde“, 1968 beim ORF unter Dietrich Haugk und 1987 als vom ZDF ausgestrahlte Inszenierung der Münchner Kammerspiele unter Dieter Dorn.

Literarisch griff Celia Rees den Stoff im Jugendroman „Das Mädchen und der Narr“ („The Fool’s Girl“, Bloomsbury 2010) auf. Darin begegnet der junge Shakespeare dem Narren Feste und dessen Gehilfin Violetta, die sich als vertriebene Herzogstochter Viola aus Illyrien erweist.

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