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Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Neuspanien

Die Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Neuspanien (spanischer Originaltitel: Historia verdadera de la conquista de la Nueva España) ist ein …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und zentrale Bedeutung
  2. 2. Erzählweise und Perspektive
  3. 3. Entstehung und Veröffentlichung

Gegenstand und zentrale Bedeutung

Die „Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Neuspanien“ (spanischer Originaltitel: „Historia verdadera de la conquista de la Nueva España“) ist ein schriftlicher Augenzeugenbericht von Bernal Díaz del Castillo über die spanische Eroberung Mexikos in den Jahren 1519–1521.

Neben den Briefen Hernán Cortés’ an Karl den V. gilt das Werk als einzige weitere Augenzeugenquelle und als Hauptquelle zur Eroberung Mexikos. Seine besondere Bedeutung liegt darin, dass Díaz del Castillo viele Einzelheiten der Konquista deutlich ausführlicher schildert, unter anderem die Rolle der einheimischen Übersetzerin Malinche.

Erzählweise und Perspektive

Obwohl Bernal Díaz del Castillo sein Werk mit großer zeitlicher Distanz zu den beschriebenen Ereignissen verfasste, lässt er die Eroberung Mexikos lebendig vor den Lesern entstehen. Dafür verwendet er einen einfachen, direkten und wirkungsvollen Erzählstil.

Díaz del Castillo betont die Bedeutung des „einfachen Soldaten“, als den er sich selbst versteht, für den Verlauf der Eroberung. Damit richtet er sich ausdrücklich gegen Francisco López de Gómaras Geschichtswerk „Die Eroberung von Mexiko“. Nach Díaz del Castillos Auffassung stellte dieses Werk die Verdienste Hernán Cortés’ zu einseitig heraus.

Der Bericht wird als mehr oder weniger objektive Betrachtung der Ereignisse beschrieben, obwohl Díaz del Castillo selbst an der Eroberung beteiligt war und sie daher weitgehend gutheißen musste. Er kritisiert sowohl bestimmte Gebräuche der indigenen Bevölkerung, etwa Menschenopfer, als auch seine spanischen Landsleute. Diesen wirft er teilweise sehr brutale Methoden bei der Züchtigung und Hinrichtung aufständischer Indigener vor.

Eine deutliche Ausnahme bildet seine Darstellung Hernán Cortés’. Cortés erscheint bei Díaz del Castillo durchgehend als tapferer, edler und treuer Diener der spanischen Krone, der nur das Beste für die Indigenen beabsichtige. Damit wird Cortés in diesem Werk deutlich positiver dargestellt, als es historisch belegt ist.

Entstehung und Veröffentlichung

Erste Hinweise darauf, dass Bernal Díaz del Castillo an dem Werk arbeitete, stammen aus der Mitte der 1550er Jahre. Nach eigenen Angaben schloss er die Arbeit 1568 ab, also mehr als 40 Jahre nach dem Ende der Eroberung.

1575 wurde das Werk nach Spanien übersandt. Veröffentlicht wurde es jedoch erst 1632 und damit lange nach dem Tod des Autors.

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