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Vogel Communications Group

... Wirtschaft GmbH. Insgesamt umfasst das fachmediale Angebot jeweils über 100 Printmedien, Web-Portale und Business-Events. Vogel Communications Group …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Kerngeschäft
  2. 2. Organisation und internationale Präsenz
  3. 3. Gründung und frühe Entwicklung
  4. 4. Kriegsfolgen und Wiederaufbau
  5. 5. Führung, Digitalisierung und Wandel

Profil und Kerngeschäft

Die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG ist ein deutsches Unternehmen für Fachkommunikation mit Sitz in Würzburg. Sie arbeitet als Verlag und Agentur und richtet ihre Angebote vor allem an Unternehmen und berufliche Fachzielgruppen. Für den Stand 31. Dezember 2021 werden 790 Beschäftigte und ein Umsatz von 104 Millionen Euro einschließlich Minderheitsbeteiligungen angegeben; im einleitenden Text ist allgemeiner von rund 700 Mitarbeitern die Rede.

Das Kerngeschäft verbindet Fachmedien mit Agenturleistungen. Zu den Agenturangeboten gehören Automated Communication, also automatisierte Kommunikation, Corporate Publishing, die Erstellung journalistisch gestalteter Unternehmensmedien, Social Media Services und Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise PR. Das Unternehmen produziert Print- und Onlinemedien für verschiedene Branchen. Zu den genannten Fachmedien zählen Automobil Industrie, MM MaschinenMarkt, MM Logistik, kfz-betrieb, konstruktionspraxis, IT-Business, die IT-Insider-Portale, Elektronikpraxis, Process, elektrotechnik und Laborpraxis. Hinzu kommen die Informationsdienste der gruppeneigenen IWW Institut für Wissen in der Wirtschaft GmbH. Das Angebot umfasst jeweils mehr als 100 Printmedien, Web-Portale und Business-Events.

Seit dem 1. Juni 2018 trägt das Unternehmen den Namen Vogel Communications Group GmbH & Co. KG. Es versteht sich als umfassender Dienstleister für B2B-Kommunikation, also für Kommunikation zwischen Unternehmen.

Organisation und internationale Präsenz

Zur Unternehmensgruppe gehören rund 20 Unternehmen und Beteiligungen in zwölf Ländern. Neben den Fachmedienaktivitäten arbeiten mehrere Mediendienstleister für die Gruppe, darunter ngn, Vogel Corporate Media, schoesslers PR, Integrate Social und DataM. Die Schwerpunkte liegen im deutschsprachigen Markt sowie in Osteuropa und Asien.

Der Stammsitz befindet sich in Würzburg. Weitere nationale Niederlassungen bestehen in Augsburg, Berlin, Düsseldorf, Wiesbaden, Nordkirchen und München. Internationale Standorte werden unter anderem für die Schweiz, Indien und China genannt. Darüber hinaus bestehen Beteiligungen und Lizenzen in China, Korea, Thailand, Österreich, Polen, Tschechien, der Türkei, der Ukraine, Ungarn, der Schweiz, Frankreich und den USA.

Der Aufsichtsrat ist familiengeleitet und bestellt die Geschäftsführer. Die Inhaberfamilien Eckernkamp-Vogel mit 40 Prozent sowie Pugmeister, die den Familienzweig von Karl Theodor Vogel vertritt, und von Wangenheim mit jeweils 30 Prozent stammen aus der Gründerfamilie Vogel. Seit 2015 ist die Vogel Stiftung mit 16 Prozent der Anteile der Familie Eckernkamp-Vogel Stiftungsgesellschafterin. Kurt Eckernkamp war bis zu seinem Tod am 5. Januar 2022 Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Seit Januar 2019 ist Matthias Bauer als CEO, das heißt als Chief Executive Officer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Günter Schürger ist als COO, als Chief Operation Officer, sein Stellvertreter. In den Unternehmensangaben mit Stand Ende 2021 wird außerdem Dennis Hirthammer als Mitglied der Leitung genannt.

Gründung und frühe Entwicklung

Carl Gustav Vogel gründete das Unternehmen 1891 in Pößneck in Thüringen. Er entwickelte den sogenannten „Streu- und Wechselversand“: Eine Fachzeitschrift wurde abhängig vom jeweiligen Thema an wechselnde Empfänger versandt, um nach und nach die gesamte relevante Zielgruppe zu erreichen. Die erste Publikation war das „Internationale Briefmarken Offertenblatt“.

1894 entstand der bis heute verlegte „Maschinenmarkt“, der 2005 und 2015 als Fachzeitschrift des Jahres ausgezeichnet wurde. Es folgten unter anderem „Agrar Markt“ im Jahr 1919, „Export Markt“ 1921, „Lastauto“ und „Motor und Sport“ 1924 sowie „Radio Markt“ 1927. „Motor und Sport“ wurde später zu „Auto Motor und Sport“.

Die Söhne des Gründers, Arthur Gustav und Ludwig Vogel, übernahmen früh Aufgaben in der Geschäftsleitung in Pößneck. Carl Gustav Vogel baute ab 1930 in der Schweiz einen Verlag nach dem deutschen Modell auf. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 beschäftigte das Unternehmen 940 Mitarbeiter.

Kriegsfolgen und Wiederaufbau

Während des Nationalsozialismus geriet der international ausgerichtete Verlag in Schwierigkeiten. Wegen des Papiermangels wurde der Wechselversand stark eingeschränkt, Anzeigen mussten in kleineren Formaten erscheinen, und Material wie Zink wurde für den Kriegsbedarf aus den Druckereien abgezogen. Zahlreiche Zeitschriften durften nicht mehr erscheinen. Ab 1943 wurden in sogenannten „Kriegsarbeitsgemeinschaften“ Fachzeitschriften ähnlicher Themen aus verschiedenen Verlagen zwangsweise zusammengelegt. Ein Beispiel war „Industriebedarf“, das aus vier Industrietiteln entstand. Im März 1945 erschienen auf schlechtem Papier die letzten Kaufgesuche der zusammenbrechenden Wirtschaft.

Nach dem Einmarsch der 30. US-Infanteriedivision in Pößneck wurde der Verlag beschlagnahmt. Arthur Gustav Vogel versuchte einen Wiederaufbau, während zugleich die Demontage der Anlagen vorbereitet wurde. Nach einer Inhaftierung floh er und erreichte am 19. Juli 1945 Coburg in der US-Zone. Ludwig und Karl Theodor Vogel folgten nach ihrer Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft. Das Unternehmen in Pößneck wurde sequestriert, also enteignet; laut Artikel begann die Volldemontage am 16. März 1945.

Ludwig Vogel kämpfte zunächst für den Fortbestand in Pößneck und brachte den „Maschinenmarkt Ost“ heraus. Nach Einführung der Planwirtschaft musste er ihn aufgeben. 1948 erklärte der Ministerpräsident Thüringens den Vogel Verlag zum Eigentum des Volkes. Der Verkauf geretteter Betriebsausstattung half, den Neustart im Westen zu finanzieren.

Nachdem die amerikanischen Behörden im Juli 1947 textlose Anzeigenblätter grundsätzlich erlaubt hatten, erhielt der Verlag von der Information Control Division einen Papierbezugsschein. Arthur Gustav Vogel bereitete den Neubeginn in einer 34 Quadratmeter großen Baracke in Neuses bei Coburg vor. Gemeinsam mit Ludwig und Karl Theodor Vogel sowie fünf kaufmännischen Angestellten, einer Stenotypistin, einem Stadtboten und zwei Lehrlingen brachte er am 12. Februar 1948 den „Maschinenmarkt“ erneut heraus. Viele zuvor eingestellte Fachzeitschriften erschienen wieder. „Motor und Sport“ wurde mit der Zeitschrift „Auto“ von Paul Pietsch und Ernst Dietrich-Troeltsch verbunden und im gemeinsam gegründeten Verlagshaus Motor Presse Stuttgart als „Auto motor und sport“ neu veröffentlicht.

Da Würzburg verkehrsgünstiger lag und eine Druck- und Verlagstradition besaß, entstand dort ein neues Druck- und Verlagsgebäude. 1952 begann die schrittweise Verlagerung von Coburg nach Würzburg. Die geschichtlichen Angaben des Artikels sind mit einem Hinweis versehen, dass sie teilweise nicht ausreichend durch Belege abgesichert sind.

Führung, Digitalisierung und Wandel

Nach Arthur Gustav Vogels Tod 1958 übernahm sein Sohn Karl Theodor Vogel die Unternehmensführung. 1966 führte der Verlag das Harzburger Modell ein. Dieses Führungskonzept beruht auf der Delegation von Kompetenzen und Verantwortung. Kurt Eckernkamp, ein Schwiegersohn Ludwig Vogels, trat 1970 als vorgesehener Nachfolger in das Unternehmen ein. Er entwickelte und veröffentlichte 1978 die erste deutsche Computerzeitschrift CHIP.

1974 wurden operative Aufgaben und Verwaltungsratsaufgaben organisatorisch getrennt. Kurt Eckernkamp und Friedrich Fischer übernahmen die Geschäftsführung und bauten das internationale Verlagsgeschäft aus. Mitte der 1990er Jahre wandelte sich das Unternehmen von einer unmittelbar familiengeführten zu einer managementgeführten Organisation; zugleich entstand eine Management-Holding. Eckernkamp gab später die operativen Aufgaben an die Holding-Geschäftsführung ab und wurde Aufsichtsratsvorsitzender. Claus Wüstenhagen leitete ab 2001 die Holding-Geschäftsführung der Vogel Business Media und nach der Bündelung der Fachmedienaktivitäten von 2003 bis März 2008 deren Geschäftsführung. Stefan Rühling führte das Unternehmen anschließend bis Januar 2017. Danach teilten sich Matthias Bauer als Sprecher, Florian Fischer und Günter Schürger die Leitung, bevor Bauer 2019 den Vorsitz übernahm.

Ab 2005 verstärkte Vogel Business Media die Digitalisierung, um Fachinformationen multimedial zu vermitteln. Die eigens gegründete Vogel Future Group sollte ein digitales Geschäftsmodell entwickeln. Zugleich kamen durch Übernahmen oder Beteiligungen unter anderem der Verlag in Augsburg, heute Vogel IT-Medien, Cypress in Höchberg, das IWW Institut in Düsseldorf und 2006 die Compress AG in Zürich hinzu.

Im Jahr 2005 trennte sich das Unternehmen von seiner Beteiligung an der Motor Presse Stuttgart und vom Druckgeschäft. In früheren Produktionsstätten wurde 2006 das Vogel Convention Center als Tagungs- und Kongresszentrum eröffnet. 2007 übernahm Hubert Burda Media das Gemeinschaftsunternehmen Vogel Burda Medien, in dem CHIP erschien, vollständig. Auf dem Würzburger Firmengelände entstand anschließend der Vogel Campus als Ort für Wissen, Kommunikation und Begegnung, einschließlich einer Gründerwerkstatt. Seit 2011 baut die Gruppe außerdem ihre Aktivitäten in Berlin aus.

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