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Verwitterungsgrus

Als Verwitterungsgrus, Gesteinsgrus oder kurz Grus (niederdeutsch) bezeichnet man ein Gemisch verschiedener, eckig-kantiger, unregelmäßig geformter …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Eigenschaften
  2. 2. Entstehung und typische Gesteine
  3. 3. Zusammenhang mit Wollsackverwitterung

Begriff und Eigenschaften

Verwitterungsgrus, auch Gesteinsgrus oder kurz Grus genannt, ist ein Gemisch verschiedener, eckig-kantiger und unregelmäßig geformter Mineralkörner. Es entsteht durch den verwitterungsbedingten Zerfall massiger Gesteine mit körnigem Gefüge. Die Korngröße liegt zwischen 2 und 6 mm Durchmesser; damit gehört Grus zum Feinkies.

Der oberflächliche Zerfallsprozess heißt Abgrusung. Reicht der Zerfall tiefer in den Gesteinskörper hinein, wird er als Vergrusung bezeichnet.

Entstehung und typische Gesteine

Vergrusung betrifft meist Granite und chemisch ähnliche plutonische sowie metamorphe Gesteine. Dazu gehören Granodiorite, Diorite und die aus diesen Gesteinen hervorgegangenen Gneise.

Häufig ist Temperaturverwitterung die Ursache. Bei starken Temperaturschwankungen dehnen sich die verschiedenen Minerale wegen ihrer unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten nicht gleich stark aus beziehungsweise ziehen sich nicht gleich stark zusammen. Dadurch lockert sich die Verzahnung der Mineralkörner im Gesteinsgefüge allmählich.

Vergrusung kann außerdem durch die Hydrolyse von Feldspäten und Glimmern entstehen. Besonders wichtig ist die Umwandlung der Feldspäte in Tonminerale. Dieser Vorgang wird Kaolinisierung genannt. Er lockert das Gefüge zunächst durch Zerfall an Ort und Stelle (in-situ-Zerfall) und löst es schließlich auf. Die Vergrusung setzt an der Oberfläche und in Klüften des Gesteinskörpers ein.

Zusammenhang mit Wollsackverwitterung

Vergrusung tritt häufig gemeinsam mit Wollsackverwitterung auf. Bei diesem Zusammenhang bleiben die Gesteinsbereiche stehen, die von der Vergrusung weniger oder gar nicht betroffen sind. Liegen diese Bereiche oberirdisch frei, können sie einzelne, auffällige Felsengruppen bilden. Als Beispiel wird die Wollsackverwitterung am Granit der Greifensteine im Erzgebirge genannt.

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