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Vaglaskógur
Der Wald ist ein Naturschutzgebiet und ein beliebtes Touristenziel. Es liegt in der Gemeinde Þingeyjarsveit. Birken und Fichten sind die häufigsten Bäume im …
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Überblick und Lage
Der Vaglaskógur ist ein geschütztes Waldgebiet im Norden Islands und gehört zur Gemeinde Þingeyjarsveit. Mit einer Fläche von rund 300 ha gilt er als zweitgrößtes eigenständig bezeichnetes Waldgebiet Islands. Bedeutung hat er vor allem wegen seiner für Island ungewöhnlich hohen Birken, als Standort forstwissenschaftlicher Versuche und als beliebtes Reiseziel.
Der Wald liegt im Fnjóskadalur, dem Tal des Flusses Fnjóská, östlich des Gebirgszuges Vaðlaheiði. Akureyri, die nächstgelegene größere Stadt, befindet sich etwa zehn Kilometer südwestlich am Fjord Eyjafjörður. Politisch gehört das Gebiet zum Bezirk Suður-Þingeyjarsýsla. Nördlich des Waldes verläuft unmittelbar der Hringvegur, die isländische Ringstraße und wichtigste Fernverkehrsstraße des Landes. Die Koordinaten lauten 65° 43′ 0″ N, 17° 53′ 0″ W.
Vegetation und Landschaft
Im Vaglaskógur wachsen hauptsächlich Birken und Fichten. Baumhöhen von 12 Metern sind dort nicht selten; einzelne Birken erreichen bis zu 14 Meter. Damit werden sie für isländische Verhältnisse ungewöhnlich hoch. Der Boden besteht aus fruchtbarem Basalt, über dem Flussschotter und Sand liegen.
An den Vaglaskógur schließen mehrere Wälder unmittelbar an: im Norden der Hálsskógur und im Süden Lundsskógur, Þórðarstaðaskógur, Belgsárskogur und Bakkaselsskógur. Zusammen bilden diese Gebiete einen einzigen geschlossenen Wald und damit das größte zusammenhängende Waldgebiet Islands. Wegen ihrer Geschichte und unterschiedlicher Besitzverhältnisse werden sie dennoch als eigenständige Wälder bezeichnet. Als größeres einzelnes Waldgebiet gilt nur der Hallormsstaðaskógur bei Egilsstaðir.
Schutz, Nutzung und Forschung
Der Wald war lange durch Übernutzung seitens der ansässigen Bauern gefährdet. Gefundene Kohlenmeiler zeigen, dass dort Holzkohle hergestellt wurde. Schlackendeponien deuten darauf hin, dass diese Kohle bei der Eisenverarbeitung zum Einsatz kam.
1905 kaufte die isländische Regierung das Land und leitete erste Schutzmaßnahmen ein. 1908 wurde der Wald unter Naturschutz gestellt; 1909 stellte man einen Förster für seine Pflege ein. Heute sind insgesamt 690 ha Land geschützt, also eine größere Fläche als das eigentliche, rund 300 ha umfassende Waldgebiet.
Das Holz wird weiterhin als Brennholz und zum Räuchern von Lebensmitteln verwendet. Besonders Birkenholz dient außerdem handwerklichen Zwecken. Im Gebiet werden auch Weihnachtsbäume produziert. Eine wichtige Aufgabe übernimmt die Baumschule des Schutzgebiets: Dort finden forstwissenschaftliche Experimente statt, bei denen verschiedene Baumarten auf ihre Eignung für das isländische Klima geprüft werden. Etwa 100 Baumarten werden gezüchtet.
Freizeit und Sehenswürdigkeiten
Der Vaglaskógur ist ein beliebtes Urlaubsziel für Camper und Mountainbiker. Viele Besucher kommen außerdem zum Angeln an die Fnjóská. Mehrere markierte Wanderwege erschließen das Gebiet.
Zur touristischen Infrastruktur gehören mehrere Campingplätze sowie ein Informationszentrum mit einem kleinen Lebensmittelgeschäft. Zu den Attraktionen zählen die Baumschule und eine Steinbogenbrücke über die Fnjóská. Die Brücke wurde 1908 errichtet und war die erste ihrer Art in Island.