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Uniform Resource Name

Aufbau. Bearbeiten. Syntax-Diagramm. URNs sind URIs mit dem Schema urn . Der Schema-spezifische Teil des URIs ist weiter in Namensräume (NIDs, Namespace …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Zweck
  2. 2. Aufbau und Namensräume
  3. 3. URNs der Deutschen Nationalbibliothek
  4. 4. Verwendung, Vergleich mit URLs und Auflösung

Definition und Zweck

Ein Uniform Resource Name (URN; deutsch „Einheitlicher Ressourcenname“) ist ein Uniform Resource Identifier (URI) mit dem Schema „urn“. Er dient als dauerhafter und ortsunabhängiger Bezeichner für eine Ressource. Eine Ressource erhält dadurch einen eindeutigen und dauerhaft gültigen Namen und kann über ihre gesamte Lebensdauer eindeutig identifiziert werden.

Als Ressource gilt alles, was sich eindeutig beschreiben lässt. Dazu gehören konkrete Dinge wie ein bestimmtes Buch ebenso wie abstrakte oder nicht greifbare Gegenstände, beispielsweise eine Weltanschauung, ein Konzept oder eine gemessene Strahlung. Der entscheidende Zweck eines URN ist nicht die Angabe eines Speicherortes, sondern die weltweit eindeutige Benennung der Ressource selbst.

Aufbau und Namensräume

URNs sind URIs mit dem Schema „urn“. Der schema-spezifische Teil ist in Namensräume gegliedert. Diese werden durch sogenannte Namespace Identifiers (NIDs) bezeichnet. Die grundlegende Syntax lautet:

  • urn:<NID>:<NID-spezifischer Teil>

Ein Beispiel ist „urn:ISBN:3-8273-7019-1“. Diese URN identifiziert das Buch „Moderne Betriebssysteme“ von Andrew S. Tanenbaum in der 2. überarbeiteten Auflage eindeutig über dessen ISBN.

Einige Namensräume besitzen weitere Unter-Namensräume. Ein Beispiel ist „urn:mpeg:mpeg7:schema:2001“. Die Vergabe von Bezeichnern innerhalb eines Namensraums oder eines Teils davon kann an andere Stellen delegiert werden.

Je nach Namensraum kann ein URN entweder ein vollständig neu vergebener Bezeichner sein oder einen bereits durch ein anderes Verfahren vergebenen Bezeichner übernehmen. Beispiele für solche bestehenden Bezeichner sind ISBN und ISSN. Eine vollständige Liste der definierten Namensräume stellt die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) bereit.

URNs der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verwendet für ihre URNs insbesondere den Namensraum „urn:nbn:de“. Für Bibliotheken, die einem Bibliotheksverbund angehören, ist folgende Struktur verbreitet:

  • urn:nbn:de:[Verbundabkürzung]:[Bibliothekssigel]-[eindeutige Nummer][Prüfziffer]

Bibliotheken, Institutionen und Verlage außerhalb von Bibliotheksverbünden verwenden in der Regel diese Struktur:

  • urn:nbn:de:[vierstelliger numerischer Code]-[eindeutige Nummer][Prüfziffer]

Der eigene Unternamensraum der Deutschen Nationalbibliothek ist „101:1“. Darauf verweisende URNs haben folgende Form:

  • urn:nbn:de:101:1-[eindeutige Produktionsnummer][Prüfziffer]

Bei der Ablieferung sammelpflichtiger Netzpublikationen bietet die Deutsche Nationalbibliothek die Vergabe von „urn:nbn:de“ als Persistent Identifier an. Im Ablieferungsprozess erhält jedes eingehende Objekt eine URN. Diese wird in der Regel automatisch aus dem eigenen Unternamensraum „urn:nbn:de:101:1“ vergeben.

Verwendung, Vergleich mit URLs und Auflösung

Eine URL beschreibt eindeutig den Ort, an dem sich eine Ressource befindet, und lokalisiert sie. Ein URN gibt der Ressource dagegen einen weltweit eindeutigen Namen und identifiziert sie unabhängig von ihrem Ort oder anderen Eigenschaften. Zur Veranschaulichung kann man einen URN mit dem Namen einer Person und eine URL mit ihrer Adresse vergleichen: Der URN sagt, um wen oder was es sich handelt; die URL sagt, wo sich die Ressource befindet.

URNs und URLs können sich ergänzen. Zu einem RFC könnte beispielsweise angegeben werden: „Das RFC urn:ietf:rfc:3187 (URN) befindet sich hier: (URL).“ Weil ein URN vom Speicherort unabhängig ist, kann er beibehalten werden, wenn sich der Ort der Ressource ändert. Wird dagegen am selben Ort eine andere Ressource abgelegt, benötigt diese einen neuen URN.

Einer Ressource können mehrere URNs zugewiesen werden. Eine physische Ressource kann außerdem mehrere logische Ressourcen darstellen und deshalb unter mehreren URNs verfügbar sein. Für die Ausgabe 01/2004 einer Zeitschrift wären etwa ein URN für die „aktuelle Ausgabe“ und ein weiterer für die „spezielle Ausgabe 01/2004“ denkbar; letzterer kann von einer ISSN-Erweiterung namens SICI abgeleitet sein. Umgekehrt kann ein URN auch mehrere Ressourcen zusammenfassen, beispielsweise alle Ausgaben einer Zeitschrift, wenn er von einer ISSN abgeleitet ist.

Da URNs nicht den Ort einer Ressource beschreiben, lassen sie sich nicht so einfach auflösen wie URLs mithilfe des Domain Name System (DNS). Für die Auflösung schlägt die Internet Engineering Task Force (IETF) die Nutzung des Dynamic Delegation Discovery Systems (DDDS) vor. Ein URN kann nicht direkt aufgerufen werden. Er muss zunächst in eine URL oder einen anderen URI übersetzt werden. Das Ergebnis kann unmittelbar zur Ressource führen, aber auch zu Metadaten oder einer Bezugsquelle. Ein von einer ISBN abgeleiteter URN könnte beispielsweise statt zum online nicht verfügbaren Volltext eines Buches zur Katalogseite der im Browser bevorzugten Online-Buchhandlung führen.

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