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Unicodeblock Mathematische alphanumerische Symbole

Der Unicodeblock Mathematische alphanumerische Symbole (Mathematical Alphanumeric Symbols, U+1D400 bis U+1D7FF) enthält Buchstabenvarianten des lateinischen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kern des Unicodeblocks
  2. 2. Enthaltene Zeichenarten
  3. 3. Lücken und ausgelagerte Zeichen
  4. 4. Bedeutung für die Nutzung
  5. 5. Grafische Darstellung

Kern des Unicodeblocks

Der Unicodeblock „Mathematische alphanumerische Symbole“ umfasst den Bereich U+1D400 bis U+1D7FF. Er enthält Varianten von Buchstaben und Ziffern, die vor allem in mathematischen und technischen Texten gebraucht werden. Dazu gehören Zeichen des lateinischen Alphabets, des griechischen Alphabets und Ziffern in besonderen Schriftformen.

Der Zweck dieser Zeichen ist nicht allgemeine Textgestaltung, sondern die eindeutige Verwendung im mathematischen Kontext, zum Beispiel als Variablen. Ein Zeichen wie ein normaler Buchstabe „N“ und ein doppelt gestrichenes „ℕ“ gelten nicht einfach als dieselbe Zeichenform. Deshalb findet eine Textsuche nach „N“ nicht notwendigerweise auch „ℕ“. Das entspricht der mathematischen Praxis, in der sich Variablen oder Mengenbezeichnungen durch ihre Schriftart unterscheiden können.

Enthaltene Zeichenarten

Die Tabelle ordnet jedem Zeichen eine Unicodenummer, ein sichtbares Zeichen, eine Kategorie, eine bidirektionale Klasse, eine offizielle englische Bezeichnung und eine deutsche Beschreibung zu. Die meisten Zeichen haben die Schreibrichtung „links nach rechts“. Bei Ziffern wird als bidirektionale Klasse „europäische Ziffer“ angegeben; einige mathematische Symbole wie Formen der partiellen Ableitung haben „anderes neutrales Zeichen“.

Für lateinische Buchstaben enthält der Block viele Varianten von Groß- und Kleinbuchstaben: fett, kursiv, fettkursiv, Schreibschrift, fette Schreibschrift, Fraktur, fette Fraktur, doppelt gestrichen, serifenlos, serifenlos fett, serifenlos kursiv, serifenlos fettkursiv und nichtproportional. „Nichtproportional“ bedeutet, dass jedes Zeichen gleich viel Breite einnimmt, ähnlich wie in einer Schreibmaschinenschrift.

Für griechische Buchstaben enthält der Block entsprechende mathematische Varianten, unter anderem fett, kursiv, fettkursiv, serifenlos fett und serifenlos fettkursiv. Dazu kommen Varianten besonderer griechischer Zeichen und Symbole, etwa Nabla, partielle Ableitung sowie Epsilon-, Theta-, Kappa-, Phi-, Rho- und Pi-Symbole. Auch der griechische Buchstabe Digamma erscheint als mathematischer fetter Groß- und Kleinbuchstabe.

Für Ziffern enthält der Block die Ziffern Null bis Neun in mehreren mathematischen Schriftformen: fett, doppelt gestrichen, serifenlos, serifenlos fett und nichtproportional. Beispiele aus dem Tabellenende sind U+1D7CE für die mathematische fette Ziffer Null, U+1D7D8 für die mathematische Ziffer Null mit Doppelstrich, U+1D7E2 für die mathematische serifenlose Ziffer Null, U+1D7EC für die mathematische serifenlose fette Ziffer Null und U+1D7F6 für die mathematische nichtproportionale Ziffer Null.

Lücken und ausgelagerte Zeichen

Einige Zeichen, die nach der Systematik in diesem Block zu erwarten wären, stehen stattdessen im Unicodeblock „Buchstabenähnliche Symbole“. Deshalb sind ihre Plätze im Unicodeblock „Mathematische alphanumerische Symbole“ frei gelassen worden. Dazu gehören einige Frakturzeichen, doppelt gestrichene Zeichen, nicht-fette Schreibschriftzeichen und die kursive Planck-Konstante ℎ.

Genannte Beispiele sind U+1D455, das unter U+210E als ℎ zu finden ist und den kursiven Kleinbuchstaben h beziehungsweise die Planck-Konstante bezeichnet. Mehrere Schreibschriftbuchstaben sind ebenfalls ausgelagert, etwa ℬ unter U+212C, ℰ unter U+2130, ℱ unter U+2131, ℋ unter U+210B, ℐ unter U+2110, ℒ unter U+2112, ℳ unter U+2133 und ℛ unter U+211B. Bei den Kleinbuchstaben werden unter anderem ℯ, ℊ und ℴ genannt.

Auch Frakturbuchstaben fehlen an ihren erwarteten Stellen und stehen im Block „Buchstabenähnliche Symbole“, zum Beispiel ℭ, ℌ, ℑ, ℜ und ℨ. Bei doppelt gestrichenen Großbuchstaben betrifft dies besonders bekannte mathematische Mengenzeichen: ℂ für die Menge der komplexen Zahlen, ℕ für die Menge der natürlichen Zahlen, ℙ für die Menge der Primzahlen, ℚ für die Menge der rationalen Zahlen, ℝ für die Menge der reellen Zahlen und ℤ für die Menge der ganzen Zahlen. Außerdem wird ∂ unter U+2202 als partielles Differential genannt.

Die Lücken U+1D6A6, U+1D6A7, U+1D7CC und U+1D7CD haben keine Entsprechung.

Bedeutung für die Nutzung

Für mathematische Texte ist wichtig, dass diese Zeichen eigenständige Unicode-Zeichen sind. Sie sollen verwendet werden, wenn die Schriftform selbst eine mathematische Bedeutung trägt, etwa bei Variablen, Konstanten oder Mengenbezeichnungen. Sie sind ausdrücklich nicht als alternative Möglichkeit zur Textformatierung gedacht.

Eine missbräuchliche Nutzung zur Textformatierung verletzt nicht nur den Unicode-Standard, sondern kann auch praktische Probleme verursachen. Besonders Screenreader können dadurch zum Teil massive Schwierigkeiten bekommen, weil sie die Zeichen nicht wie gewöhnlich formatierte Buchstaben behandeln. Für barrierefreie und verständliche Texte sollte man solche Zeichen daher nur dort einsetzen, wo ihre mathematische Bedeutung wirklich gebraucht wird.

Grafische Darstellung

Die Grafiktafel dient der Darstellung der Zeichen als Grafik. Sie ergänzt die Tabelle, indem sie die Zeichen nicht nur über Unicodewerte und Namen beschreibt, sondern visuell zeigt. Inhaltlich ändert sie nichts an der Einordnung des Blocks: Es geht weiterhin um mathematische Varianten von Buchstaben, griechischen Zeichen, Symbolen und Ziffern im Bereich U+1D400 bis U+1D7FF.

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