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Ulrich Sommer (Biologe)
Ulrich Sommer (* 1. September 1952 in Wien) ist ein österreichischer Ökologe, der vor allem aufgrund seiner Arbeiten im Bereich der Limnologie und …
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Überblick
Ulrich Sommer (* 1. September 1952 in Wien) ist ein österreichischer Ökologe. Bekannt ist er vor allem durch Arbeiten in der Limnologie und Meeresbiologie. Limnologie ist die Wissenschaft von Binnengewässern wie Seen und Flüssen; Meeresbiologie untersucht Lebewesen und ökologische Zusammenhänge im Meer.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Plankton, also im Wasser schwebenden, meist kleinen Organismen, sowie auf ökologischen Beziehungen zwischen Arten. Für Schülerinnen und Schüler ist an Sommer besonders wichtig, dass seine Forschung zentrale Themen der Ökologie berührt: Konkurrenz, Ernährung, Artenvielfalt, Nahrungsketten und die Auswirkungen des Klimawandels auf Gewässer.
Wissenschaftlicher Werdegang
Ulrich Sommer begann seine wissenschaftliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pflanzenphysiologie der Universität Wien. Dort wurde er 1977 promoviert und war bis 1979 tätig.
Von 1979 bis 1985 arbeitete er als Assistenzprofessor am limnologischen Institut der Universität Konstanz. Dort habilitierte er sich 1985. Eine Habilitation ist eine wissenschaftliche Qualifikation, die in vielen deutschsprachigen Ländern für eine Professur wichtig ist.
1985 wechselte Sommer an das Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön. Dort arbeitete er bis 1991 in der Arbeitsgruppe Ökophysiologie mit Winfried Lampert. 1991 wurde er auf den Lehrstuhl für die Mikrobiologie geologischer Prozesse am Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg berufen. Ebenfalls 1991 ging er als Professor für Biologische Ozeanographie an das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, heute Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, an der Universität Kiel. Dort gehörte er zum Bereich Experimentelle Ökologie I mit dem Schwerpunkt Nahrungsnetze.
Forschungsschwerpunkte
Sommer erforschte vor allem die Ökologie im Plankton und in Bodenlebensgemeinschaften. Ökologie untersucht die Beziehungen von Lebewesen untereinander und zu ihrer Umwelt. Bodenlebensgemeinschaften sind Gemeinschaften von Organismen, die im Boden leben.
Besonders wichtig sind in seiner Forschung interspezifische Wechselbeziehungen, also Beziehungen zwischen verschiedenen Arten. Dazu gehören Konkurrenz, wenn Arten um begrenzte Ressourcen wie Nahrung oder Lebensraum konkurrieren, und Ernährung, also wer wovon lebt und welche Rolle Arten im Nahrungsnetz einnehmen.
Dabei spielen Artdominanzen, Co-Existenzen und Artendiversität eine zentrale Rolle. Artdominanz bedeutet, dass eine Art in einer Lebensgemeinschaft besonders häufig oder einflussreich ist. Co-Existenz beschreibt das gleichzeitige Vorkommen verschiedener Arten. Artendiversität meint die Vielfalt der Arten in einem Ökosystem.
Plankton, Trophiestufen und Klimawandel
Im Bereich des Mesozooplanktons analysiert Sommer Trophiestufen in Abhängigkeit von der Größe und dem Nährstoffgehalt des Phytoplanktons. Mesozooplankton bezeichnet tierisches Plankton mittlerer Größe. Phytoplankton besteht aus pflanzlichen oder algenartigen Planktonorganismen, die durch Photosynthese organische Stoffe bilden. Trophiestufen sind Ernährungsebenen in einem Nahrungsnetz, zum Beispiel Produzenten, Pflanzenfresser und Räuber.
Sommer untersucht also, wie die Eigenschaften des Phytoplanktons beeinflussen, welche Rolle andere Planktonorganismen im Nahrungsnetz einnehmen. Größe und Nährstoffgehalt des Phytoplanktons können dabei entscheidend dafür sein, welche Organismen es fressen können und wie Energie und Stoffe durch das Ökosystem weitergegeben werden.
Außerdem ist Sommer Koordinator des DFG-Projektes AQUASHIFT. Dieses Projekt untersucht Einflüsse des Klimawandels auf aquatische Ökosysteme, also Ökosysteme in Gewässern. Sommer beschäftigt sich dabei besonders mit der Frage, wie wärmere Winter die Frühjahrsentwicklung des Planktons beeinflussen.
Wichtige Veröffentlichungen
Neben zahlreichen Fachaufsätzen veröffentlichte Sommer mehrere Bücher und Buchbeiträge. Die im Artikel genannte Auswahl zeigt seine Schwerpunkte in Limnologie, Meereskunde, Planktonökologie, Konkurrenz und Koexistenz.
Zu den genannten Werken gehören unter anderem „Limnoecology: the ecology of lakes and streams“ mit W. Lampert, erschienen bei Oxford University Press 1997 in der 1. Auflage und 2007 in der 2. Auflage, sowie „Limnoökologie“ mit W. Lampert, erschienen im Thieme Verlag 1993 in der 1. Auflage und 1999 in der 2. Auflage.
Weitere wichtige Titel sind „Biologische Meereskunde“ von 1998, mit einer 2. Auflage 2005, „Competition and coexistence“ mit B. Worm von 2002, „Algen, Quallen, Wasserfloh: Die Welt des Planktons“ von 1996, „Planktologie“ von 1994 und „Plankton ecology, succession in plankton communities“ von 1989.
Der Artikel nennt außerdem den Beitrag „Intermediate disturbance hypothesis in phytoplankton ecology“ mit J. Padisák und C. S. Reynolds in „Hydrobiologia“ 249 von 1993, „Experimental Systems in Aquatic Ecology“ von 2012 in der „Encyclopedia of Life Sciences“ sowie „Freshwater and Marine Ecology“, erschienen bei Springer Cham 2023.