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Tyndall-Gletscher (Alaska)
Der Tyndall-Gletscher ist ein 22 km langer Gletscher im US-Bundesstaat Alaska. Er befindet sich im Wrangell-St.-Elias-Nationalpark etwa 110 km nordwestlich …
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Lage und Merkmale
Der Tyndall-Gletscher ist ein 22 km langer Talgletscher im US-Bundesstaat Alaska. Er liegt in der Eliaskette innerhalb des Wrangell-St.-Elias-Nationalparks, etwa 110 km nordwestlich der Siedlung Yakutat. Als Gezeitengletscher endet er an einem Gewässer, das mit dem Meer verbunden ist.
Sein Nährgebiet, also der Bereich, in dem sich Schnee und Eis ansammeln, befindet sich an der Südwestflanke des Mount Saint Elias auf 2400 m Höhe. Der Gletscher ist im Mittel 1,6 km breit und fließt in südsüdwestlicher Richtung bis auf Meereshöhe zum Taan-Fjord. Dieser Fjord öffnet sich zur Icy Bay, die zum Pazifischen Ozean gehört. Die Koordinaten des Gletschers liegen bei 60° 13′ N und 141° 7′ W.
Rückgang des Gletschers
Noch 1961 füllte der Tyndall-Gletscher den gesamten Taan-Fjord aus. Durch die rasch voranschreitende Erwärmung in den folgenden Jahrzehnten zog er sich um 17 km zurück. Gleichzeitig wurde sein Eis 400 m dünner. Im Jahr 1991 kam dieser Rückzug an einer flachen Verengung des Gesteins am oberen Ende des Fjords vorläufig zum Stillstand.
Der Rückgang hat Folgen für die Stabilität der Landschaft: Gletschereis und Permafrost, also dauerhaft gefrorener Boden, stabilisieren Bergflanken. Wenn das Eis schwindet und der Permafrost taut, werden Hänge instabiler, sodass große Gesteinsmassen leichter abrutschen können. Außerdem entstehen am Ende zurückweichender Gletscher größere Gewässer. Diese Verbindung aus steilen, instabilen Hängen und Wasserflächen ist besonders an glazial geprägten Küsten wie denen Alaskas bedeutsam.
Bergrutsch und Megatsunami von 2015
Am 17. Oktober 2015 ereignete sich am Ende des Tyndall-Gletschers eine massive Hangrutschung, der Bergrutsch in der Icy Bay. Etwa 180 Millionen Tonnen Material stürzten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 162 km/h in den Taan-Fjord. Die Gesteinsmassen bewegten sich anschließend mehrere Kilometer entlang des Fjords.
Der Bergrutsch löste einen Megatsunami aus, also eine außergewöhnlich große Wasserwelle infolge der plötzlich in das Wasser gelangenden Gesteinsmassen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tals erreichte die Welle eine Auflaufhöhe von ungefähr 193 m. Selbst an der Mündung des 17 km langen Fjords war sie noch 15 m hoch. Das Ereignis zeigt, wie Gletscherrückgang, instabile Berghänge und große Wasserflächen gemeinsam erhebliche Naturgefahren verursachen können.
Name
Der Gletscher ist nach John Tyndall (1820–1893) benannt. Er war ein britischer Physiker, Naturphilosoph und Glaziologe. Ein Glaziologe erforscht Gletscher und andere Formen von Eis.