Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Traditionsargument
Ein Traditionsargument, Traditionsverweis oder Traditionsappell (lateinisch argumentum ad antiquitatem, englisch appeal to tradition, appeal to antiquity, …
Inhalt3 Abschnitte
Bedeutung und Einordnung
Ein Traditionsargument, auch Traditionsverweis oder Traditionsappell genannt, ist ein Fehlschluss: Eine Schlussfolgerung wirkt zwar überzeugend, ist aber logisch nicht ausreichend begründet. Es wird besonders in der Rhetorik verwendet.
Dabei wird behauptet, eine Handlung oder Auffassung sei richtig oder solle beibehalten werden, weil sie schon lange üblich ist. Das Traditionsargument ist ein Spezialfall des argumentum ad naturam und zugleich ein Autoritätsargument. Sein Gegenstück ist das argumentum ad novitatem, bei dem Neuheit als Begründung dient.
Logische Form
Die typische Form lautet:
- X wurde lange Zeit so gemacht.
- Also sollte weiterhin X gemacht werden.
Die lange Dauer einer Praxis wird dabei als Grund behandelt, sie fortzusetzen.
Typische Beispiele
Typische Traditionsargumente sind: „Wir haben das schon immer so gemacht.“ oder „Ich lasse mir von niemandem etwas sagen, der jünger ist als ich.“
Weitere Beispiele beziehen sich auf frühere Gewohnheiten oder alte Praktiken: „Früher sind wir auch ohne Helm auf dem Motorrad gefahren.“; „Sklaverei gab es früher doch auch. Da ist also nichts falsch daran.“; „Schon in der Vorzeit wusste man, dass die Erde flach ist.“; „Tabak haben schon die amerikanischen Ureinwohner verwendet. Das kann gar nicht schädlich sein.“; „Stierkampf ist eine alte Tradition. Das dürfen Tierschützer nicht kaputt machen.“