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Tierfett

Tierfette sind verschiedene Fette und Milchfette, die von Tieren stammen. Allgemeine chemische Struktur von Tierfett, einem Triglycerid: (R 1, R 2 und R 3 …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grunddefinition und chemische Grundlage
  2. 2. Arten und Gewinnung
  3. 3. Seetierfette und Tran
  4. 4. Spezielle Tieröle und Knochenöle
  5. 5. Eigenschaften und industrielle Nutzung

Grunddefinition und chemische Grundlage

Tierfette sind verschiedene Fette und Milchfette, die von Tieren stammen. Chemisch gehören sie zu den Triglyceriden: Das sind Fettmoleküle, bei denen drei Fettsäure-Reste gebunden sind. Diese Reste können Alkyl- oder Alkenylreste sein und haben meist eine ungerade Anzahl von Kohlenstoffatomen. Welche Eigenschaften ein Tierfett hat, hängt unter anderem davon ab, welche Fettsäuren enthalten sind, zum Beispiel Linolsäure, Palmitinsäure oder Stearinsäure.

Arten und Gewinnung

Tierfette und Tieröle werden in Milchfette und Körperfette eingeteilt. Milchfette sind Molkereiprodukte und werden auch als Streichfette genutzt. Andere Tierfette stammen aus Nebenprodukten der Schlachterei und werden durch Auspressen und Ausschmelzen gewonnen.

Zu den Körperfetten gehören vor allem Geflügelfett, Schweinefett und Schweineschmalz, Talg, Rindernierenfett, Fischfett und Fischöl. Daneben werden auch andere Fette verwendet, etwa Pferdefett oder Wildtierfette wie Murmeltierfett und Dachsfett.

Seetierfette und Tran

Eine besondere Gruppe sind Seetierfette und Seetieröle. Sie stammen von Meerestieren und werden in Fischfette, Säugetierfette und sonstige Seetierfette eingeteilt, zum Beispiel Schildkröten- und Krabbenöl.

Ungereinigte Säugetier- und Fischfette heißen Tran. Bei ihnen überwiegt der Anteil ungesättigter Fettsäure-Reste in den Triglyceriden. Dadurch sinkt der Schmelzpunkt, sodass reiner Tran bei Raumtemperatur flüssig wird. Je nach verwendetem Körperteil unterscheidet man Körperöle, Körperfette und Leberöl, auch Lebertran genannt. Beim Walfang wurden Körperöle und Leberöle gewonnen; mit dem Rückgang des Walfangs nahm die Verbreitung von Körperölen ab. Leberöle werden weiterhin aus Organen von Dorschen, Schellfisch, Kabeljau, Heilbutt und Kleinwalen hergestellt.

Spezielle Tieröle und Knochenöle

Als „Tieröle“ wurden auch Flüssigkeiten bezeichnet, die durch Pyrolyse und Destillation aus Knochen und tierischen Abfallprodukten wie Klauen, Hufen, Knorpel, Haaren und Haut gewonnen werden. Dippels Tieröl ist heute kaum noch erhältlich. Es hat eine dunkle Farbe, eine dickliche Konsistenz und einen starken unangenehmen Geruch. Es ist in Alkohol löslich und leichter als Wasser. Durch wiederholte Rektifikation erhält man daraus ein farbloses Öl. Unter der alten Bezeichnung wird heute meist ein Erdöl-Destillat verkauft, nämlich flüssiges Paraffin, Paraffinum liquidum DAB; die dünnflüssige Variante Paraffinum perliquidum wird auch als Nähmaschinenöl bezeichnet.

Knochenöl wird aus zerkleinerten Röhrenknochen und aus Knochenfett gewonnen. Es wurde als Schmierstoff verwendet. Knochenfett kann teilweise direkt genutzt werden; der übrige Anteil wird aus zerkleinerten Knochen durch Auskochen oder Lösemittelextraktion gewonnen. Auch Rinderklauenöl beziehungsweise Klauenöl wurde hergestellt.

Eigenschaften und industrielle Nutzung

Tierfette unterscheiden sich von Mineralölen und Mineralfetten dadurch, dass sie durch Alkalien verseift werden können. Dabei werden sie wasserlöslich gemacht. Außerdem können sie durch Oxidation, genauer Lipidperoxidation, und durch Polymerisation eindicken, trocknen oder sich zersetzen; dann werden sie ranzig.

Neben der Ernährungsindustrie nutzt auch die oleochemische Industrie Tierfette. Die Menge von Fetten tierischen Ursprungs beträgt etwa 350.000 Tonnen pro Jahr. Ein großer Anteil wird zu Tensiden für die Waschmittelindustrie oder zu biogenen Schmiermitteln verarbeitet. Ein anderer Teil wird als Kraftstoff aufbereitet und in speziell umgerüsteten Nutzfahrzeugen verbraucht.

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