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Theologia tripartita
Mit dieser Theorie versuchte man das Spektrum der Religion in der antiken Lebenswelt gemäß den Bereichen Mythologie, kritischer Philosophie und dem Gemeinwohl …
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Grundidee
Theologia tripartita bedeutet lateinisch „dreigeteilte Theologie“. Der Ausdruck selbst ist in antiken Texten nicht belegt, bezeichnet aber eine Unterscheidung, die schon bei Platon in den Nomoi und bei Aristoteles in der Metaphysik XII,8 1074a38-b14 vorbereitet wurde. Später wurde sie durch den Stoiker Panaitios weiterentwickelt.
Gemeint ist die Einteilung von Religion in drei Bereiche: mythische Religion, philosophische Religion und staatliche Religion. Damit sollte das religiöse Leben der Antike umfassend beschrieben werden: durch Mythologie, durch kritische Philosophie und durch den öffentlichen Kult, der dem Gemeinwohl dienen sollte.
Drei Arten von Theologie
Marcus Terentius Varro formulierte in seinen Schriften zur altrömischen Religion ein Schema der theologia tripartita. Er unterschied drei genera theologiae, also drei Arten von Theologie:
- die mythische Theologie der Dichter, lateinisch theologia mythica,
- die physische oder natürliche Theologie der Philosophen, lateinisch theologia naturalis,
- die staatliche Theologie, lateinisch theologia civilis.
Die mythische Theologie bezieht sich auf dichterische Erzählungen und Mythen über Götter. Die natürliche Theologie gehört zur philosophischen Betrachtung der göttlichen Wirklichkeit. Die staatliche Theologie betrifft den öffentlichen Kult und die religiösen Formen, die für das Gemeinwesen wichtig sind.
Kritik und spätere Aufnahme
Die Theorie wurde von Augustinus heftig kritisiert, besonders in De civitate dei VI, 5-10. 12. Der Artikel nennt keine Einzelheiten dieser Kritik, macht aber deutlich, dass Augustinus die Einteilung nicht einfach übernahm.
In der frühen Neuzeit versuchte Giambattista Vico in der Scienza nuova, Nr. 366, die Idee neu zu beleben. Dabei legte er die mythische und die politische Theologie zusammen. Ihnen ordnete er die philosophische und die christliche Theologie vor; die christliche Theologie verstand er dabei als geoffenbarte Theologie.